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Veröffentlicht am 23.10.2025

Eine Geschichte über große Gefühle

Anna und die Wut
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Die kleine Anna wird sehr schnell, außerordentlich wütend. So wütend, dass die anderen Kinder nicht mit ihr spielen wollen, so wütend, dass sie die Wut manchmal an anderen auslässt, die gar nichts zu ihrer ...

Die kleine Anna wird sehr schnell, außerordentlich wütend. So wütend, dass die anderen Kinder nicht mit ihr spielen wollen, so wütend, dass sie die Wut manchmal an anderen auslässt, die gar nichts zu ihrer Wut beigetragen haben.
Nachdem nichts gegen Annas Wutausbrüche hilft, außer dass sie versucht, ihre Gefühle komplett zu unterdrücken, indem sie vor sich hin starrend in ihrem Zimmer sitzt, kommt ihr Opa mit einer Idee daher.

'Der brachte für Anna eine Trommel und zwei Schlägel mit. Er sagte:
"Anna, mit der Trommel kannst du die Wut verjagen!" ' (S.25)

Tatsächlich schafft Anna es mit der Idee ihres Opas, ihre Wut in kreative Bahnen zu lenken.

"Anna und die Wut" ist ein Buch über ein kleines Mädchen mit großen Gefühlen.
Häufig sind große Gefühle in unserer Gesellschaft nicht gerne gesehen und werden mit negativen Eigenschaften wie beispielsweise Schwäche assoziiert.
In Annas Geschichte sind einige Erwachsene involviert, die ihr nicht helfen konnten oder wollten, bis ihr Großvater kommt, der Anna ihre Gefühle zugestanden und ein Ventil für sie gefunden hat.
Gefühle, und diese zeigen zu können, ist stark! Dass Gefühle oftmals nicht unkontrolliert nach außen gelassen werden können, ist durchaus klar: So bekommt in der Geschichte unter anderem die Katze einen weggeworfenen Baustein an ihren Kopf. Dennoch ist es keine Lösung, Gefühlen aus dem Weg zu gehen oder zu versuchen, sie permanent zu unterdrücken.

Man merkt dem Titel gar nicht an, dass er bereits über zwanzig Jahre auf dem Buckel hat. Das Thema ist immer noch aktuell und Anke Kuhls Illustrationen sind frisch und frech.
Fast bis zum Ende kommen die Illustrationen mit den Farben Blau und Rot aus, wobei Rot Annas Wut symbolisiert und alles andere in Blautönen daherkommt. Erst gegen Ende, als Anna ihre Wut mit der Trommel in den Griff bekommt und für ihr Trommeln ehrliches Lob erntet, erstrahlen die Illustrationen im vollen Farbspektrum.
Anke Kuhls Stil in diesem Buch ist eine Mischung aus Bilderbuch und Comic. Sie schafft es, Annas Gefühle sehr stark und klar mit ihren Bildern zu vermitteln. Neben der ganzen "roten" Wut, kommt auch der Humor nicht zu kurz. Die Mimik der Figuren ist manchmal so auf die Spitze getrieben, dass man sich das Lachen kaum verkneifen kann.

Ein immer noch aktueller Klassiker von Christine Nöstlinger, der durch Anke Kuhls Illustrationen eine Frischzellenkur erfahren hat.
Das Buch eignet sich sehr gut, um mit Kindern über Gefühle zu sprechen, aber auch, um sich als Erwachsener zu reflektieren und zu hinterfragen, wie man mit starken Gefühlen (bei anderen) am besten umgeht.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Ganz viel Liebe für diesen Comic <3

Der süßeste Bruder der Welt ‒ und andere Irrtümer
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Dani lebt alleine mit ihrer Mutter und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Geschwisterchen. Egal, ob unter Zuhilfenahme der Nervmethode, aufführen von Statistiken oder Argumenten, am Status als Einzelkind ...

Dani lebt alleine mit ihrer Mutter und wünscht sich nichts sehnlicher als ein Geschwisterchen. Egal, ob unter Zuhilfenahme der Nervmethode, aufführen von Statistiken oder Argumenten, am Status als Einzelkind will ihre Mutter nichts ändern, bis sie eines Tages Danis Frage nach einem Geschwisterchen mit „okay“ beantwortet …
Doch weder ist ihre Mutter schwanger, noch ist das zukünftige Geschwisterchen goldig und klein. Danis Mutter hat über eine Dating App einen Mann kennengelernt, der Vater eines Teenagers ist. Genaugenommen ist sogar Dani Schuld, dass ihre Mutter ein Match hatte, was bei mir zu herzlichen Lachern beim Lesen geführt hat. Überhaupt lebt das Buch von so einigen Missverständnissen, was beim Lesen nicht nur für humorvolle Momente, sondern auch für Überraschungen sorgt.

Die Illustrationen der Autorin sind sehr schräg und witzig, genau wie ihr Humor im begleitenden Text.
Doch ihr Kindercomic punktet bei weitem nicht nur mit Humor, sondern spricht viele Themen an, die für das angesprochene Lesealter relevant sein können. Es geht nicht nur um Patchworkfamilie, einen neuen Partner für ein bis dato alleinerziehendes Elternteil, sondern auch um Samenspende, Schulwechsel und den Verlust der besten Freundin.

Der Comic holt auch Wenigleser ab und ist unabhängig vom Geschlecht für alle jugendlichen Leser*innen, aber auch für Erwachsene, geeignet.
Der Illustrationsstil ist sehr abwechslungsreich und kurzweilig. Die Bilder häufig formatfüllend und durchgehend farbig. Das Cover dabei ein Eyecatcher, das die Social Media und Smartphone Generation perfekt einfängt.

Danis Geschichte ist realistisch und humorvoll, und geht dabei sogar in die Tiefe, da durchaus ernste Themen aufgegriffen werden.
Am Ende hängt man zwar nicht in der Luft, dennoch hätte ich noch viel, viel länger Danis Geschichte verfolgen können. Elin Lindell hat mich total begeistert mit ihrem Erzähl- und Illustrationsstil und das Ende geht sogar ein bisschen ans Herz.
Ganz viel Liebe für diesen Comic <3

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Schaurig spannend ab der ersten Seite!

Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin
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Bereits der Einstieg in die Geschichte ist sehr schaurig. Zwei Hexen stehlen einer Frau im Krankenhaus ihr Neugeborenes.
Man stolpert über die Aussage, dass es im Gegensatz zur aktuellen Geburt immer Mädchen ...

Bereits der Einstieg in die Geschichte ist sehr schaurig. Zwei Hexen stehlen einer Frau im Krankenhaus ihr Neugeborenes.
Man stolpert über die Aussage, dass es im Gegensatz zur aktuellen Geburt immer Mädchen waren, die in diese Familie hineingeboren wurden. Im Anschluss erfährt man, dass das Baby kurz vor dem Diebstahl wohl ausgetauscht oder verwechselt wurde.
Danach macht die Geschichte einen großen zeitlichen Sprung und man liest von einem Mädchen, welches mit großer Sicherheit das damals verschonte Baby ist.
Rose lebt alleine mit ihrer Mutter, die ein seltsames Verhalten an den Tag legt. Sie scheint nichts für ihre Tochter zu empfinden und wirkt auch sonst sehr abwesend und frei von Gefühlen.
Schnell fragt man sich, was genau damals in diesem Krankenhaus passiert ist, warum es die Hexen ausgerechnet auf diese Familie abgesehen haben und ob auch das seltsame Verhalten von Roses Mutter darauf zurückzuführen ist ...

Mit dem Auftakt der Trilogie um die "Thirteen Witches" ist Jodi Lynn Anderson ein spannendes, gruseliges, aber auch gefühlsstarkes Abenteuer gelungen.
Mitnichten erzählt der Band "Die Erinnerungsdiebin" nur von Roses Bemühen das Geheimnis ihrer Familie zu lüften, sondern auch von einem Mädchen auf dem Weg vom Kindsein zum Erwachsenenwerden. Dies geht nicht nur damit einher, mehr Verantwortung übernehmen zu müssen, sondern auch mit den Veränderungen, die innerhalb von Freundschaften auftreten können. Nicht jede Freundschaft ist von Dauer, egal wie fest die Bande einmal gewesen sind. Es bedeutet Arbeit und braucht Kompromisse, um Freundschaften zu erhalten.
Das Hauptaugenmerk liegt jedoch definitiv auf dem magischen Erbe, das Rose innehat und dem sie selbst erst im Laufe der Geschichte gewahr wird.

Auf die Leser*innen wartet eine spannende Geschichte mit menschlichen, aber auch magischen und gespenstischen Protagonisten, was die Storyline sehr abwechslungsreich gestaltet.
Besonders gelungen sind die Tiefe der Geschichte, die Weisheiten, die man aus ihr mitnehmen kann, sowie die Vielschichtigkeit und Authentizität der Figuren.
Der Trilogieauftakt, obwohl bereits ab 11 Jahren deklariert, kann somit auch älteres Lesepublikum begeistern und in seinen Bann ziehen.

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Volltreffer!

FC Stinkesocke - Glücksbringer wäscht man nicht
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Stokkesinke ist ein kleines Dorf mit einem großen Herz für Fußball und einer langen Tradition des heimischen Fußballvereins FC Stokkesinke. Unzählige Anekdoten ranken sich um diesen Verein, die Emils Opa ...

Stokkesinke ist ein kleines Dorf mit einem großen Herz für Fußball und einer langen Tradition des heimischen Fußballvereins FC Stokkesinke. Unzählige Anekdoten ranken sich um diesen Verein, die Emils Opa seinem Enkel nur zu gerne wieder und wieder erzählt.
Wie Opa Henri früher, spielt heutzutage Emil für den FC Stokkesinke und will im nächsten Jahr in die D-Jugend wechseln. Der Schreck ist groß, als er erfährt, dass es zu wenig Kinder für eine D-Jugend-Mannschaft gibt.
Steht der Nachwuchs des geliebten, wenn auch nicht übermäßig erfolgreichen, Clubs damit vor dem Aus, oder gibt es eine Lösung?

Oliver Schlick war mir bereits ein Begriff als Autor von Jugendbüchern, sodass ich gerne zu seinem Kinderbuch „FC Stinkesocke – Glücksbringer wäscht man nicht“ gegriffen habe.
In diesem Buch erzählt er von Emil und seinen Freund:innen, die es entgegen aller Unkenrufe und Vorurteile schaffen ihr Ziel weiterzuverfolgen. Wo Glaube und Arbeit allein nicht reicht, vermag vielleicht Glück und eine Prise Aberglaube weiterzuhelfen …

Das Buch ist, sowohl was die Geschichte an sich als auch deren Illustrationen angeht, ein Treffer. Bereits auf den Vorsatzseiten lernen Leser*innen der Geschichte dank Julia Christians‘ zeichnerischer Umsetzung die komplette Mannschaft der D-Jugend kennen. Im Inneren warten weitere Charaktere und thematisch passende Illustrationen.
Oliver Schlicks Text ist witzig und mit Wortspielen gespickt. Allem voran der eingängige Ohrwurm gegnerischer Fanclubs, die aus dem FC Stokkesinke den FC Stinkesocke gemacht haben.

Was riecht nach Schweiß und wird nie trocken?
Stokkesinker Stinkesocken!
Wer wirds heute wieder mal verbocken?
Die Stokkesinker Stinkesocken!
Wer kriegt heute mächtig einen auf die Glocke?
Der FC Stinkesocke! (S.15)

Ja … Das Buch scheint vorrangig als Fußballabenteuer daherzukommen. Und ja … Fußball spielt in der Tat durchweg eine tragende Rolle in der Geschichte.
Die Geschichte fängt sich durch Titel und Cover hoffentlich keinen Stempel als reines „Jungsbuch“ ein. Denn der FC Stinkesocke bietet auch eine tolle Geschichte um Freundschaft und Zusammenhalt, die überraschend leichtfüßig Integrität und Diversität in das Geschehen einbettet.

Besonders beeindruckend ist wieder einmal Oliver Schlicks einzigartige Erzählstimme, sowie sein Sprachwitz, der selbst für Erwachsene beim gemeinsamen (Vor)lesen funktioniert und von Julia Christians‘ Zeichnungen kongenial aufgegriffen wird.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Da hat man selbst als erwachsener Vorleser Spaß :D

Widder Willi will aber!
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Die Geschichte vom wid(d)erwilligen Willi ist so lustig und selbst ironisch erzählt, dass selbst erwachsene Leser*innen tierischen Spaß mit diesem Bilderbuch haben.
Gleich zu Beginn punktet Romy Pohl mit ...

Die Geschichte vom wid(d)erwilligen Willi ist so lustig und selbst ironisch erzählt, dass selbst erwachsene Leser*innen tierischen Spaß mit diesem Bilderbuch haben.
Gleich zu Beginn punktet Romy Pohl mit einem aberwitzigen Einstieg, als Willi sich direkt zu Wort meldet und trotzig herummotzt, dass seine Geschichte nicht richtig erzählt wird. Weder stimmt es, dass er glücklich und zufrieden inmitten seiner Schafherde lebt, noch dass er unglücklich und unzufrieden dort ist. Ja was denn nun?
Widder Willi tut lautstark kund, dass er jetzt sofort eine Geschichte will, mit Happy End und Tieren und Romy Pohl gibt ihr Bestes, ihm seinen Willen recht zu machen.
Was folgt ist die Geschichte von Widder Willi und dem kleinen Steinbock Hörnchen, denen die Regeln der Erwachsenen oft zu viel sind und die manchmal einfach nicht wissen, was die Erwachsenen denn von ihnen wollen. Was soll das heißen, einfach mal über den Schatten springen?
Willi und Hörnchen nehmen die Aussage wörtlich und erleben im Anschluss einen kurzweiligen und spaßigen Tag, bis das Ganze ein mindestens so lustiges Ende findet, wie es der Beginn der Geschichte war ;)

Sowohl Geschichte als auch die Illustrationen machen unheimlich viel Spaß und ermöglichen mit Kindern in der Trotzphase über Wut, Trotz und Widerwillen zu reden, ohne dies allzu ernst und verbissen anzugehen.
Sprechblasen lockern die formatfüllenden Illustrationen auf und peppen den Erzähltext zusätzlich auf. Zudem gefällt mir das Spiel mit der Alliteration sehr gut.
Dank der Umsetzung von Autorin und Illustratorin kommen sowohl die erwachsene als auch die Seite der Kinder in der Familie zur Sprache, sodass die Geschichte Anstoß für Diskussionen liefern kann.

Hörnchen wird in einem zweiten Band „Der Keinbock will doch!“ ein Abenteuer bekommen, in dem es um (Spiel)Regeln geht.

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