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tinten_fischchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2025

Klassischer Krimi mit Retro Feeling

Im Finsterwald
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Bereits das wirklich gut gemachte Papp-Cover in Retro-Optik verspricht einen Krimi der altmodischen Art. Soll heißen: Spannung anstelle von blutigen Folterszenen, klassische Rätsel anstelle erzwungen Humor.

Auch ...

Bereits das wirklich gut gemachte Papp-Cover in Retro-Optik verspricht einen Krimi der altmodischen Art. Soll heißen: Spannung anstelle von blutigen Folterszenen, klassische Rätsel anstelle erzwungen Humor.

Auch die Liebschaften des Kommissars und die Hilfe von Kommissar Zufall erinnern an vergangene Zeiten. Das Setting im Museum und in den Wäldern außerhalb ist gut gewählt und bietet einige unheimliche Momente. Und überaschenderweise gibt es auch ein paar humorvolle Momente.

Das Buch bietet spannende Unterhaltung für Zwischendurch. Es werden auch schwere Themen angeschnitten. Das Schicksal einiger Figuren ist traurig und nicht immer siegte am Ende die Gerechtigkeit. Die Auflösung und auch das Schicksal der Familie des verschwundenen Mädchens hat mich überrascht.

Interessant ist auch das Zeitporträt. Die Geschichte spielt in den 20ern Jahren des vergangen Jahrhunderts. Die Gesellschaftliche Stellung und auch die Rollenaufteilung zwischen Männern und Frauen ist recht gut herausgearbeitet. Wobei mit Ellen und vor allem Dr. Iversen eher modern anmutende Frauenfiguren den Roman bevölkern. Hier und da gibt es auch gesellschaftskritische Momente.

Mit über 400 Seiten ist das Buch recht dick, hat aber tatsächlich keine Durchhänger. Ich habe es wirklich gerne gelesen und konnte es nicht mehr weglegen.

Bei dem Buch handelt es sich um den dritten Band einer Reihe. Die Vorgänger-Bücher kenne ich nicht. Das Buch lässt sich auch eigenständig lesen, jedoch bleibt einiges nebulös. Die Vorgeschichte zwischen den Hauptfiguren bleibt nur angedeutet.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Geht unter die Haut

Hello Baby
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„Hello Baby“ ist ein eher kleines dünnes Buch, das es schafft einen Nachhall zu erzeugen. Ich war mit dem Buch an einem Nachmittag durch, aber noch tagelang mit der Geschichte und den Figuren beschäftigt.

Das ...

„Hello Baby“ ist ein eher kleines dünnes Buch, das es schafft einen Nachhall zu erzeugen. Ich war mit dem Buch an einem Nachmittag durch, aber noch tagelang mit der Geschichte und den Figuren beschäftigt.

Das Thema unerfüllter Kinderwunsch ging mir sehr nahe und wurde schmerzhaft realitätsnahe behandelt. Die langwierige Behandlung in den klinisch sterilen Kliniken sowie die Ärzte die Hoffnung verkaufen, werden detailliert beschrieben. Eventuell zu realitätsnahe für jemanden der das gleiche durchmachen muss.

Auch Leser die das Problem nicht kennen, können sich im Buch wiederfinden. Die Figuren stehen vor den großen Fragen des Lebens. Wann ist der richtige Zeitpunkt eine Familie zu gründen? Soll man heutzutage überhaupt noch Kinder bekommen? Darf man das überhaupt? Und warum will man das?

Nebenbei bekommt man auch einen Einblick in die koreanische Kultur. Der Druck der Gesellschaft auf die Frauen, die Abschätzung für Schwiegertöchter die schon „zu alt“ sind, all das war auch im Hinblick auf das 4B-Movement sehr erhellend.

Das Buch sieht in natura übrigens weitaus besser aus als auf den Bildern. Das unter zu Hilfename von KI generierte Cover hat eine tolle Farbgestaltung und sieht sehr hübsch aus im Bücherregal.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Die Last der Vergangenheit

Wo wir uns treffen
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Philip Brooke ist tot. Er war ein schlechter Vater. Ein schlechter Ehemann. Und Besitzer eines über 200 Jahre alten Anwesens inklusive Tausenden von Hektar Land. Nach seinem Tod trifft sich die Familie ...

Philip Brooke ist tot. Er war ein schlechter Vater. Ein schlechter Ehemann. Und Besitzer eines über 200 Jahre alten Anwesens inklusive Tausenden von Hektar Land. Nach seinem Tod trifft sich die Familie auf dem Landsitz um den Patriarchen im engsten Kreis zu verabschieden. Und darüber zu diskutieren wie es mit dem Land weitergehen soll. Hier soll ein Idyll entstehen, ein Ort an dem die Natur sich wieder ausbreiten kann. Doch wie lange lässt sich die Außenwelt aussperren? Wie lange die Vergangenheit?

Anna Hopes Roman erinnert aufgrund seines Aufbaus und der Erzählweise an eine Serie. Die Geschichte spielt an nur fünf Tagen. Es gibt weder eine Haupt- noch eine Heldenfigur. Stattdessen folgen wir dem Schicksal vieler Figuren. In Rückblenden erfahren wir mehr über die einzelnen Akteure. Alte Wunden und Traumata werden hervorgeholt. Dadurch können wir sie besser verstehen. Auch wenn wir keine Sympathie für sie empfinden.

Das Anfangs gemächliche Erzähltempo wird immer schneller. Ein Unheil braut sich zusammen. Anna Hope hat sehr viele Themen in „Wo wir uns Treffen“ gepackt. Von Klimawandel, Tech-Milliardären bis hin zum Älterwerden ist alles dabei. Der Erzählton ist ungewohnt nüchtern, selbst über die rückgratlosen Investoren macht Hope sich nicht lustig.

Aus dem Buch kann man vieles mitnehmen, vieles bringt einen zum nachdenken. Am Ende wird vielleicht etwas zu sehr mit der Moralkeule geschwungen. Aber selbst das wird reflektiert. Auch als Leser bleibt man ambivalent zurück. Ein Buch das zum Nachdenken anregt und meisterlich erzählt ist. Ganz großes Kino.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Vor dem Tod sind nicht alle gleich

Tuberkulose
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Ob Arm oder Reich, vor dem Tod sind alle gleich“. Oder doch nicht? Der Jugendbuchautor John Green zeigt, dass sowohl Rasse als auch das Land in dem wir leben, darüber entscheidet ob und wie gut ...

Ob Arm oder Reich, vor dem Tod sind alle gleich“. Oder doch nicht? Der Jugendbuchautor John Green zeigt, dass sowohl Rasse als auch das Land in dem wir leben, darüber entscheidet ob und wie gut wir medizinisch versorgt werden. Dazu wirft er einen genaueren Blick auf die weltweit tödlichste Infektionskrankheit: Tuberkulose. Moment mal, werden Sie jetzt vielleicht denken: Tuberkulose, ist das nicht schon längst ausgerottet? So ging es mir Anfangs auch. Tatsächlich ist Tuberkulose bereits seit Jahrzehnten sehr gut behandelbar. Zudem besteht bei gesunden wohlernährten Menschen eine hohe Wahrscheinlichkeit dass die Krankheit nie ausbricht. Kein Wunder, dass die einst so schreckliche Krankheit bei uns in Vergessenheit geriet.

Das John Green eigentlich Jugendbücher schreibt lässt sich nicht verbergen. Das Buch ist spannend geschrieben, witzig, gefühlvoll und holt den Leser ab. Zudem verbreitet es trotz der himmelschreienden Ungerechtigkeiten die in ihm aufgezeigt werden, eine positive Grundstimmung. Greens Botschaft ist klar: Wir können etwas ändern. Dadurch ist das Buch massentauglich und auch für jüngere Leser geeignet.

Als Leser konnte ich sehr viel aus dem Buch lernen. Viel davon geht zwar in Richtung Klugscheißerwissen, aber interessant ist es allemal.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

SOS-Handbuch in schwierigen Situationen

Unbedingt lesen, wenn ...
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Dr. Julie Smith hat das Buch für Menschen geschrieben, die in einer emotional schwierigen Situation niemanden zum Reden haben. Oder für Menschen, die gerne Dinge mit sich selbst ausmachen. Sinn des Buches ...

Dr. Julie Smith hat das Buch für Menschen geschrieben, die in einer emotional schwierigen Situation niemanden zum Reden haben. Oder für Menschen, die gerne Dinge mit sich selbst ausmachen. Sinn des Buches ist es, als Leser in einer solchen Situation eine vielleicht gesündere Perspektive einzunehmen. Manche Kapitel helfen auch das eigene Leben zu reflektieren. Der Stil des Buches orientiert sich an einem Gespräch mit einer guten Freundin. Jedes Kapitel beginnt mit einem persönlichen Brief an den Leser. Dann erst kommt die Theorie und Übungen.

Dr. Smith hat einen sehr direkten und lockeren Schreibstil. Das ist erstmals ungewohnt für ein Sachbuch. Auch der Hinweis, dass man Übungen auf dem youTube Kanal der Autorin findet ist als modern anzusehen. Schlimmer wird es, wenn die Autorin bei den Übungen darauf hinweist, dass diese in ihrem anderen Buch zu finden sind.

Man muss sich im klaren sein, dass das Buch nur kurzfristigen Perspektivenwechsel in schwierigen Situation und keine Therapie anbieten will. Es ist zum Lesen auch in Normalsituation ganz nett, da man aus dem Buch immer wieder neue Einsichten generieren kann.

Im großen und ganzen bin ich Zwiegespalten. Ich muss zugeben, meine Erwartungshaltung war etwas höher. Aber durch die Vielzahl an Themen konnte ich gleichzeitig sehr viele erhellende Dinge für mein eigenes Leben mitnehmen.

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