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tinten_fischchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2025

Geht unter die Haut

Hello Baby
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„Hello Baby“ ist ein eher kleines dünnes Buch, das es schafft einen Nachhall zu erzeugen. Ich war mit dem Buch an einem Nachmittag durch, aber noch tagelang mit der Geschichte und den Figuren beschäftigt.

Das ...

„Hello Baby“ ist ein eher kleines dünnes Buch, das es schafft einen Nachhall zu erzeugen. Ich war mit dem Buch an einem Nachmittag durch, aber noch tagelang mit der Geschichte und den Figuren beschäftigt.

Das Thema unerfüllter Kinderwunsch ging mir sehr nahe und wurde schmerzhaft realitätsnahe behandelt. Die langwierige Behandlung in den klinisch sterilen Kliniken sowie die Ärzte die Hoffnung verkaufen, werden detailliert beschrieben. Eventuell zu realitätsnahe für jemanden der das gleiche durchmachen muss.

Auch Leser die das Problem nicht kennen, können sich im Buch wiederfinden. Die Figuren stehen vor den großen Fragen des Lebens. Wann ist der richtige Zeitpunkt eine Familie zu gründen? Soll man heutzutage überhaupt noch Kinder bekommen? Darf man das überhaupt? Und warum will man das?

Nebenbei bekommt man auch einen Einblick in die koreanische Kultur. Der Druck der Gesellschaft auf die Frauen, die Abschätzung für Schwiegertöchter die schon „zu alt“ sind, all das war auch im Hinblick auf das 4B-Movement sehr erhellend.

Das Buch sieht in natura übrigens weitaus besser aus als auf den Bildern. Das unter zu Hilfename von KI generierte Cover hat eine tolle Farbgestaltung und sieht sehr hübsch aus im Bücherregal.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Die Last der Vergangenheit

Wo wir uns treffen
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Philip Brooke ist tot. Er war ein schlechter Vater. Ein schlechter Ehemann. Und Besitzer eines über 200 Jahre alten Anwesens inklusive Tausenden von Hektar Land. Nach seinem Tod trifft sich die Familie ...

Philip Brooke ist tot. Er war ein schlechter Vater. Ein schlechter Ehemann. Und Besitzer eines über 200 Jahre alten Anwesens inklusive Tausenden von Hektar Land. Nach seinem Tod trifft sich die Familie auf dem Landsitz um den Patriarchen im engsten Kreis zu verabschieden. Und darüber zu diskutieren wie es mit dem Land weitergehen soll. Hier soll ein Idyll entstehen, ein Ort an dem die Natur sich wieder ausbreiten kann. Doch wie lange lässt sich die Außenwelt aussperren? Wie lange die Vergangenheit?

Anna Hopes Roman erinnert aufgrund seines Aufbaus und der Erzählweise an eine Serie. Die Geschichte spielt an nur fünf Tagen. Es gibt weder eine Haupt- noch eine Heldenfigur. Stattdessen folgen wir dem Schicksal vieler Figuren. In Rückblenden erfahren wir mehr über die einzelnen Akteure. Alte Wunden und Traumata werden hervorgeholt. Dadurch können wir sie besser verstehen. Auch wenn wir keine Sympathie für sie empfinden.

Das Anfangs gemächliche Erzähltempo wird immer schneller. Ein Unheil braut sich zusammen. Anna Hope hat sehr viele Themen in „Wo wir uns Treffen“ gepackt. Von Klimawandel, Tech-Milliardären bis hin zum Älterwerden ist alles dabei. Der Erzählton ist ungewohnt nüchtern, selbst über die rückgratlosen Investoren macht Hope sich nicht lustig.

Aus dem Buch kann man vieles mitnehmen, vieles bringt einen zum nachdenken. Am Ende wird vielleicht etwas zu sehr mit der Moralkeule geschwungen. Aber selbst das wird reflektiert. Auch als Leser bleibt man ambivalent zurück. Ein Buch das zum Nachdenken anregt und meisterlich erzählt ist. Ganz großes Kino.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Vor dem Tod sind nicht alle gleich

Tuberkulose
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Ob Arm oder Reich, vor dem Tod sind alle gleich“. Oder doch nicht? Der Jugendbuchautor John Green zeigt, dass sowohl Rasse als auch das Land in dem wir leben, darüber entscheidet ob und wie gut ...

Ob Arm oder Reich, vor dem Tod sind alle gleich“. Oder doch nicht? Der Jugendbuchautor John Green zeigt, dass sowohl Rasse als auch das Land in dem wir leben, darüber entscheidet ob und wie gut wir medizinisch versorgt werden. Dazu wirft er einen genaueren Blick auf die weltweit tödlichste Infektionskrankheit: Tuberkulose. Moment mal, werden Sie jetzt vielleicht denken: Tuberkulose, ist das nicht schon längst ausgerottet? So ging es mir Anfangs auch. Tatsächlich ist Tuberkulose bereits seit Jahrzehnten sehr gut behandelbar. Zudem besteht bei gesunden wohlernährten Menschen eine hohe Wahrscheinlichkeit dass die Krankheit nie ausbricht. Kein Wunder, dass die einst so schreckliche Krankheit bei uns in Vergessenheit geriet.

Das John Green eigentlich Jugendbücher schreibt lässt sich nicht verbergen. Das Buch ist spannend geschrieben, witzig, gefühlvoll und holt den Leser ab. Zudem verbreitet es trotz der himmelschreienden Ungerechtigkeiten die in ihm aufgezeigt werden, eine positive Grundstimmung. Greens Botschaft ist klar: Wir können etwas ändern. Dadurch ist das Buch massentauglich und auch für jüngere Leser geeignet.

Als Leser konnte ich sehr viel aus dem Buch lernen. Viel davon geht zwar in Richtung Klugscheißerwissen, aber interessant ist es allemal.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

SOS-Handbuch in schwierigen Situationen

Unbedingt lesen, wenn ...
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Dr. Julie Smith hat das Buch für Menschen geschrieben, die in einer emotional schwierigen Situation niemanden zum Reden haben. Oder für Menschen, die gerne Dinge mit sich selbst ausmachen. Sinn des Buches ...

Dr. Julie Smith hat das Buch für Menschen geschrieben, die in einer emotional schwierigen Situation niemanden zum Reden haben. Oder für Menschen, die gerne Dinge mit sich selbst ausmachen. Sinn des Buches ist es, als Leser in einer solchen Situation eine vielleicht gesündere Perspektive einzunehmen. Manche Kapitel helfen auch das eigene Leben zu reflektieren. Der Stil des Buches orientiert sich an einem Gespräch mit einer guten Freundin. Jedes Kapitel beginnt mit einem persönlichen Brief an den Leser. Dann erst kommt die Theorie und Übungen.

Dr. Smith hat einen sehr direkten und lockeren Schreibstil. Das ist erstmals ungewohnt für ein Sachbuch. Auch der Hinweis, dass man Übungen auf dem youTube Kanal der Autorin findet ist als modern anzusehen. Schlimmer wird es, wenn die Autorin bei den Übungen darauf hinweist, dass diese in ihrem anderen Buch zu finden sind.

Man muss sich im klaren sein, dass das Buch nur kurzfristigen Perspektivenwechsel in schwierigen Situation und keine Therapie anbieten will. Es ist zum Lesen auch in Normalsituation ganz nett, da man aus dem Buch immer wieder neue Einsichten generieren kann.

Im großen und ganzen bin ich Zwiegespalten. Ich muss zugeben, meine Erwartungshaltung war etwas höher. Aber durch die Vielzahl an Themen konnte ich gleichzeitig sehr viele erhellende Dinge für mein eigenes Leben mitnehmen.

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Veröffentlicht am 24.01.2025

Ein Schlag in die Magengrube

Dancing Queen
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Anders als der Titel es vermuten lässt, ist „Dancing Queen“ ein eher deprimierendes Buch. Die argentinische Autorin Camila Fabri setzt sich mit schwierigen Themen auseinander und streckenweise ist das ...

Anders als der Titel es vermuten lässt, ist „Dancing Queen“ ein eher deprimierendes Buch. Die argentinische Autorin Camila Fabri setzt sich mit schwierigen Themen auseinander und streckenweise ist das Buch brutal. Psychisch als auch psychisch. Am Erschreckendsten fand ich, dass die Ich-Erzählerin Pauline einfach alles so hingenommen hat. Da wird über körperliche und seelische Gewalt ausgeübt durch den Bruder so gesprochen als über so etwas belangloses wie das Wetter.

Obwohl die Geschichte mit einem Autounfall beginnt, dauert es eine Weile bis wirklich etwas passiert. In den ersten Kapiteln haben wir es mit einer Protagonistin zu tun, deren Leben auf Stand-By zu laufen scheint. Sie schafft es weder zu sich selbst noch zu anderen eine wirkliche Beziehung aufzubauen und es bleibt lange unklar, ob sie das überhaupt möchte. Dann im letzten Teil nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung und die Ereignisse überschlagen sich.

Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück, weil ich erwartet hätte, dass noch mehr kommt. Ein richtiges Happy End. Das fehlende Happy End macht die Geschichte aber realistischer.

Die Stimme einer Mid-30er Person wurde gut eingefangen, die Erzählstruktur fand ich nicht sonderlich kompliziert. Camila Fabri ist eine begnadete Schriftstellerin, ich hatte in manchen Kapiteln das Gefühl mitten drinn, Haut nah dabei zu sein. Hervorheben ist dabei die Zeit nach dem Autounfall inklusive Krankentransport.

Dadurch ist das Buch trotz der Träge und manchmal fast bleirnen Schwere gut lesbar. Ich hatte es recht flott durch, es ist auch nicht sonderlich dick.

Auch das Cover entspricht dem Zeitgeist.

Leider hat es bei mir keinen wirklichen Nachhall ausgelöst, dazu blieben mir Geschichte und Figuren zu fremd. Das Buch ist nicht schlecht, aber das gewisse etwas hat mir gefehlt.

Die Autorin werde ich auf jeden Fall im Auge behalten.

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