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Laurel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2025

Klug

Dancing Queen
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In dem Buch „Dancing Queen“ von Camila Fabbri geht es um das Gefühl des Verlorenseins in den 30ern. Die Hauptperson Paulina wacht am Anfang des Buchs nach einem schweren Autounfall auf. In dieser Situation ...

In dem Buch „Dancing Queen“ von Camila Fabbri geht es um das Gefühl des Verlorenseins in den 30ern. Die Hauptperson Paulina wacht am Anfang des Buchs nach einem schweren Autounfall auf. In dieser Situation lässt sie die Geschehnisse der letzten Wochen Revue passieren. Es geht um ihren Exfreund, eine Freundin und ein 15jähriges Mädchen, das auch neben ihr im verunglückten Auto sitzt. Parallel zu den Kapiteln, die in der Vergangenheit spielen, werden die Geschehnisse vom Unfallort beschrieben.
Anhand des Lebens der Protagonistin werden in authentischer Weise Themen wie Kinderwunsch, biologische Uhr und Einsamkeit besprochen.

Mit klugen Beobachtungen beschreibt die Autorin der sich zurückgelassenen fühlenden Protagonistin, sodass man sich gut in sie hineinversetzen und sich mit ihr identifizieren kann.
Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Autorin nutzt kurze, prägnante Sätze, die das Buch schnell lesen lassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.02.2025

Verlust ist die Kehrseite der Liebe

Mickey und Arlo
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Mickey, eine passionierte Vorschullehrerin, hat seit ihrem achten Lebensjahr keinen Vater mehr in ihrem Leben. Dieser hat mit einer anderen Frau eine neue Familie gegründet und eine zweite Tochter bekommen. ...

Mickey, eine passionierte Vorschullehrerin, hat seit ihrem achten Lebensjahr keinen Vater mehr in ihrem Leben. Dieser hat mit einer anderen Frau eine neue Familie gegründet und eine zweite Tochter bekommen. Eines Abends bekommt sie einen Anruf von einem Anwalt. Dieser erzählt ihr, dass ihr Vater verstorben sei und ihr unter einer Bedingung mehrere Millionen vererbt: Sie muss 7 Psychotherapiestunden bei einer von ihm ausgewählten Therapeutin absolvieren. Der Clou dabei ist, dass es sich bei der Therapeutin um ihre Halbschwester Arlo handelt. Das wissen die beiden Schwestern jedoch nicht.

Im Laufe der Geschichte werden die psychischen Lasten, welche die verlassene Mickey, aber auch die im reichen Elternhaus aufgewachsene Arlo mit sich tragen, beleuchtet. Die Charaktere sind sehr authentisch und ihre Handlungen nachvollziehbar dargestellt.

Die Autorin setzt sich sehr differenziert mit den psychischen Problemen der Akteure auseinander. Jeder einzelne Charakter in diesem Buch hat Fehler, aber auch gute Seiten. Es werden schwere Themen, wie Tod, Suizid, Sucht und Depressionen besprochen. Die Autorin schafft es aber, neben der authentischen, ernsthaften Darstellung auch eine Leichtigkeit in diese Thematik einzubringen.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es ist kurzweilig und unterhaltsam, aber regt auch zum Reflektieren an. Gut gelungenes Debüt!

Veröffentlicht am 19.10.2025

Menschliche Abgründe

No Way Home
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Das Buch lässt mich ein wenig unentschlossen zurück - die Geschichte ist spannend, packend, interessant und ich habe sie gerne gelesen.
Dennoch hatte ich dabei und jetzt danach kein gutes Gefühl, was wohl ...

Das Buch lässt mich ein wenig unentschlossen zurück - die Geschichte ist spannend, packend, interessant und ich habe sie gerne gelesen.
Dennoch hatte ich dabei und jetzt danach kein gutes Gefühl, was wohl daran liegt, dass mir die Personen unsympathisch sind.

Die drei Hauptpersonen können nicht mit aber auch nicht ohne einander. Terry, angehender Arzt in LA, wird vom Tod seiner Mutter überrollt, erbt ein Haus in der Wüste Nevadas und lernt dort in einem Restaurant Bethany kennen. Sie wirkt auf den ersten Blick charmant und muss wahnsinnig gut aussehen. Als Leser erkennt man aber schnell ihre Art, Männer von sich emotional abhängig zu machen und diese auszunutzen. Die dritte wichtige Person ist Jesse, der Exfreund von Bethany, der sich noch nicht von ihr lösen konnte. Und andersherum genauso.

Die Geschichte über das Leben dieser drei Menschen und die Dreiecksbeziehung zwischen ihnen zeigt die schlechtesten Eigenschaften und menschliche Abgründe, die emotionale Verletzungen hervorbringen können.

Mit seiner klaren, prosafreien Sprache zeichnet TC Boyle ein Psychogramm von drei Menschen, die mit Unzufriedenheit, Unsicherheit und dem typischen „lost sein“ von jungen Menschen zu kämpfen haben.

Veröffentlicht am 02.05.2025

Interessant & wichtig aber spannungsarm

Beeren pflücken
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Dieses Buch sprach mich mit seinem wunderschönen Cover sofort an. Und auch das Thema, wie mit Ureinwohnern von den "Bevölkerern" umgegangen wird, welche Ungerechtigkeiten es gab und auch immer noch gibt, ...

Dieses Buch sprach mich mit seinem wunderschönen Cover sofort an. Und auch das Thema, wie mit Ureinwohnern von den "Bevölkerern" umgegangen wird, welche Ungerechtigkeiten es gab und auch immer noch gibt, fand ich sehr wichtig und interessant.

Es geht um eine Familie des Mi'kmaq-Volks in Nordamerika, die im Sommer nach Maine zieht, um dort Blaubeeren zu pflücken. Im Sommer 1962 verschwindet plötzlich die jüngste der Geschwister. Diese Geschichte erzählt ihr Bruder Joe fast 50 Jahre später, während er auf dem Sterbebett liegt.

Parallel zu dieser Geschichte wird die von Norma erzählt. Norma ist ein junges Mädchen, die von ihren Eltern größtenteils zuhause gehalten und von der "gefährlichen Welt" abgeschirmt wird. Sie möchte mehr über ihre frühe Kindheit wissen. Seltsamerweise gibt es keine Fotos von ihrer Familie und die Geschichten ihrer Eltern sind auch nicht stimmig. Eines Tages macht sie eine Entdeckung, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt...

Die Geschichte fesselte mich dann jedoch leider nicht so sehr. Die Wendung in der Geschichte wird mühevoll vorbereitet, ist jedoch schon auf der ersten Seite des Kapitels von Norma klar. Für mich fehlte leider etwas Spannung. Es ist trotzdem eine sehr interessante und wichtige Geschichte, um Einblicke in die Benachteiligungen und Ungerechtigkeiten, die Ureinwohner-Familien erfahren, zu bekommen. Nur wenn es solche Geschichten gibt, kann die Empathie wachsen!

Veröffentlicht am 01.04.2025

Interessante Einblicke

Das Parlament der Natur
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Ich habe mich für das Buch beworben, weil ich in dieser Richtung arbeite und mit bisher nicht gegebene Einblicke in das Naturkundemuseum Berlin und Meinungen zur politischen Situation rund um dieses Thema ...

Ich habe mich für das Buch beworben, weil ich in dieser Richtung arbeite und mit bisher nicht gegebene Einblicke in das Naturkundemuseum Berlin und Meinungen zur politischen Situation rund um dieses Thema bekommen wollte. Ich wurde nicht enttäuscht.
Das Buch ist im Interviewformat zwischen Boris Herrmann und den beiden Naturwissenschaftlern Johannes Vogel und Sarah Darwin geschrieben. Alles fing an mit einem Zeitungs-Interview. Schnell wurde klar, dass in diesem limitierten Format längst nicht alles gesagt werden kann, also wurde sich zu einem Buch entschlossen.
Die drei Gesprächspartner sind sympathisch und schaffen es, wichtige und komplexe Themen für die Allgemeinheit verständlich zu machen.
Hinter dem Buch steht enorm viel Wissen, Recherche und Erfahrung. Es wird mit einigen schönen Bildern aufgelockert.
Es hat Spaß gemacht, dieses Sachbuch zu lesen, wobei mir das Format als Interview nicht gänzlich gefallen hat. Ich bin nun aber auf jeden Fall schlauer und die gewünschten Eindrücke in die Museumssammlung habe ich auch bekommen.