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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2024

Persiflage auf die Buch-Branche

Deine dunkle Seite
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Dieser Thriller ist spannend geschrieben und lässt sich leicht lesen. Ein wahrer Pageturner ! Es beginnt mit der Ermordung einer zum Thrillerpreis-des-Jahres nominierten Autorin auf der Veranstaltung zur ...

Dieser Thriller ist spannend geschrieben und lässt sich leicht lesen. Ein wahrer Pageturner ! Es beginnt mit der Ermordung einer zum Thrillerpreis-des-Jahres nominierten Autorin auf der Veranstaltung zur Verleihung eben dieses Preises. Im Weiteren bekommen 4 Autorenkollegen / innen mehrere Droh-SMS von einem unbekannten Twitter-Account mit dem Inhalt: Du könntest der / die Nächste sein. Eigentlich Konkurrenten, schließen sie sich in der Not zusammen und versuchen rauszukriegen, wer sie so fertigmachen will. In Wirklichkeit trauen sie sich gegenseitig nicht besonders, denn jede / r hat ein paar Geheimnisse. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der 4 Protagonisten geschildert. Kurze Kapitel halten den / die geneigte /n Leser / in bei der Stange. Bis zum Finale hat die Autorin zahlreiche falsche Fährten gelegt, so dass man gut mitraten und rätseln kann. Der Schluss gestaltet sich sehr überraschend. Letztendlich eine Insider-Story mit Augenzwinkern über die Marketing und Machtspiele der Buch / Thriller-Branche. Wer so was liebt, liegt mit dieser Lektüre goldrichtig.

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Veröffentlicht am 21.03.2024

Deutsch-Holländische Familiengeschichte während des Krieges

Die Leuchtturmwärterin
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Die Fotografin Nelly wird 1943 in Berlin von der Gestapo verhaftet als sie Fotos von einer verbotenen Demo in der Rosenstraße entwickelt. Ihr Schwager, ein General des Regimes, arrangiert ihre Ausreise ...

Die Fotografin Nelly wird 1943 in Berlin von der Gestapo verhaftet als sie Fotos von einer verbotenen Demo in der Rosenstraße entwickelt. Ihr Schwager, ein General des Regimes, arrangiert ihre Ausreise an einen kleinen Küstenort in Holland, wo die Ursprungsfamilie der Mutter lebt. Dort soll sie den Leuchtturm versorgen, da der alte Leuchtturmwärter spurlos verschwunden ist. Hilfe hat sie von Henk, dem Gehilfen des Wärters und deren Mutter, die den Haushalt in die Hand nimmt. Die Familienmitglieder sowie die deutschen Besatzer begegnen ihr zunächst mit Mißtrauen. Von der Mutter hat Nelly den geheimnisvollen Auftrag mitbekommen, nach Febe zu fragen. Dem geht sie mutig nach. Als sie in einer Hütte im Moor einen abgestürzten britischen Piloten findet, versteckt sie ihn im Leuchtturm und verliebt sich in ihn. Diese dramatische Liebesgeschichte, so die Ankündigung des Verlags, kommt insgesamt etwas zu kurz. Doch die politischen Umstände an der holländischen Küste sind plastisch und spannend beschrieben. Im Nachwort lässt uns der Autor wissen, dass es in Kriegszeiten tatsächlich ein verborgenes unterirdisches Dorf in der Nähe gegeben hat, in dem zeitweise bis zu 120 Menschen auf der Flucht vor dem Nazi-Regime versteckt wurden. Über die Widerstandsbewegung hätte ich gerne mehr erfahren. Und ja, am Ende klärt Nelly das Rätsel um Febe auf. Ebenso findet sie heraus, was mit dem vermissten Leuchtturmwärter und einem desertierten Soldaten passiert ist. Ein halber Krimi also und auf jeden Fall spannend und unterhaltsam zu lesen. Ob sie selbst im Leuchtturm bleiben kann, ist am Ende unklar. Auf jeden Fall eine empfehlenswerte Lektüre, die Einblicke in das deutsch-holländische Miteinander während des Krieges gibt.

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Tödliche Rätsel

Die Schwester des Serienkillers
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Alice Hunter hat den Thriller "Die Schwester des Serienkillers" mit eindringlichen Schilderungen des desaströsen Zuhauses und des nicht weniger katastrophalen Kinderheims von Anna und Henry begonnen. 17 ...

Alice Hunter hat den Thriller "Die Schwester des Serienkillers" mit eindringlichen Schilderungen des desaströsen Zuhauses und des nicht weniger katastrophalen Kinderheims von Anna und Henry begonnen. 17 Jahre später hat Anna ein eher ruhiges Leben mit ihrem geliebten Mann Ross und ihrem erfüllenden Job als Lehrerin an einer Privatschule. Den Kontakt zu Henry hat sie verloren. Als DI Walker sie damit konfrontiert, dass Henry ein gesuchter Serienkiller ist und an bestimmten Daten mordet, ist sie geschockt. Dennoch versucht sie den Rätseln, die Henry ihr zukommen lässt, auf die Spur zu kommen. Hat sie doch die Hoffnung, das Leben des nächsten Opfers retten zu können. Dabei arbeitet sie manchmal mit der Polizei zusammen, andererseits unternimmt sie einiges im Alleingang, was sie in Gefahr bringt. Die Geschichte ist wahnsinnig spannend aufgebaut, hält durchgehend bis zur letzten Seite die Neugier der /des geneigten Lesers /Leserin wach und spielt mit unseren Erwartungen. Es gibt mehrere überraschende Wendungen und wer es mit der Logik nicht so genau nimmt, wird mit diesem Buch absolut glücklich. Auf jeden Fall ein ungewöhnliches Leseabenteuer !

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Veröffentlicht am 21.03.2024

Was macht Familie aus ?

Der heimliche Beobachter
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Die Geschichte startet mit einem Familienweihnachtsessen inklusive kurzlebigen Freuden, den üblichen Spannungen und deren Bemühungen, diese zu schlichten. Unter dem Baum tauchen DNA-Tests auf, die niemand ...

Die Geschichte startet mit einem Familienweihnachtsessen inklusive kurzlebigen Freuden, den üblichen Spannungen und deren Bemühungen, diese zu schlichten. Unter dem Baum tauchen DNA-Tests auf, die niemand mitgebracht haben will. In der Folge lernen wir die Beteiligten aus deren Perspektive kennen, was die Spannung antreibt. Einige Personen werden eingefügt, von denen man erst ganz am Schluß erfährt, wie sie ins Geschehen passen. Im Sommer treffen sich 3 Paare aus dem Familien- und Freundeskreis in einem Luxusressort. In abgeschiedener düsterer Atmosphäre enthüllen sich nach und nach die Geheimnisse der Teilnehmer. Lisa Unger legt mehrere falschen Fährten, was den / die mitfiebernden Leser/in gut bei der Stange hält. Die Vielzahl der Charaktere erfordert etwas Konzentration. Der Stil ist durchgehend flüssig und hochspannend. Wiederum 6 Monate später werden die verschiedenen Handlungsstränge in einem neuen Weihnachtsessen zusammengeführt. Diesmal haben sich die Rollen verschoben. Die Familie ist erweitert um Freunde und Bekannte, die den Tag gerne miteinander verbringen. Lisa Unger läd ein zu der Frage: Was eigentlich macht Familie aus ? Bestimmen die Gene ? Oder doch die eigene Entscheidung, wie man leben will ? Allemal spannend und lesenswert. Unbedingte Empfehlung !

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Veröffentlicht am 03.05.2024

Köln 1948

Die Telefonistinnen - Stunden des Glücks
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Zur Zeit der Währungsreform, 1948 in Köln, arbeiten 4 Frauen, Gisela, Hanni, Julia und Charlotte, in der Telefonzentrale der örtlichen Versicherungsgesellschaft. Zusammen mit Erna vom Empfang bilden sie ...

Zur Zeit der Währungsreform, 1948 in Köln, arbeiten 4 Frauen, Gisela, Hanni, Julia und Charlotte, in der Telefonzentrale der örtlichen Versicherungsgesellschaft. Zusammen mit Erna vom Empfang bilden sie eine Freundinnen-Clique. Man hilft und unterstützt sich gegenseitig, bei der Arbeit, im Alltag und gegen fiese Anmachen mancher Kollegen. Jede von ihnen hat Hoffnungen und Wünsche auf einen Neuanfang nach den anstrengenden und entbehrungsreichen Kriegsjahren. In diesem ersten Band der Triologie lernen wir die kleinen Geheimnisse der Freundinnen kennen. Vor allem mit den Hochs und Tiefs von Gisela's Gefühlen fiebern wir mit, während sie einerseits hofft, ihr verschollener Mann möge aus dem Krieg zurückkommen. Und andererseits sich eine zarte Liebe zu dem Prokuristen der Firma anbahnt.

Auch Hanni ist verliebt, doch der "Tommy" versetzt sie. Ob sie im 2. Band zusammenkommen, bleibt abzuwarten. Ebenso wie es mit Julia weitergeht, die sich sehr um Freundschaft zu den Kolleginnen bemüht, deren Geheimnis jedoch noch nicht gelüftet ist. Gespannt darf man auf die Entwicklung von Charlotte sein, die verwöhnt aufgewachsen ist, nun jedoch ihren eigenen Weg sucht. Und Erna hofft weiterhin auf die Rückkehr ihres Sohnes. Genug Stoff für die beiden Folgebände.

Diese Nachkriegsgeschichte liest sich leicht und flüssig. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Beim Lesen hofft und bangt man gleichermaßen mit den Lebenswirklichkeiten der Freundinnen mit. Der Genre-Mix aus historischem Roman und Liebesgeschichte ist gelungen. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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