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Veröffentlicht am 03.04.2025

Zum Miträtseln

HEN NA E - Seltsame Bilder
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Ein Blog, drei Zeichnungen, viele Rätsel. Damit beginnt Uketsus Kriminalroman Hen Na E – Seltsame Bilder. Ein Student beschäftigt sich mit einem geheimnisvollen Blog und entschlüsselt die Bedeutung der ...

Ein Blog, drei Zeichnungen, viele Rätsel. Damit beginnt Uketsus Kriminalroman Hen Na E – Seltsame Bilder. Ein Student beschäftigt sich mit einem geheimnisvollen Blog und entschlüsselt die Bedeutung der drei Zeichnungen, die Aufschluss über den Tod einer Frau geben. Und Schlüsselhinweise zum Tode ihres Mannes? Es sind nicht die einzigen Zeichnungen und Toten in diesem Buch. Wie all diese zusammenhängen, wird auf meisterhafte Weise entfaltet. Dabei übernehmen Mitarbeiter eines Zeitungsverlags eine entscheidende Rolle beim Auflösen der mysteriösen Rätsel. Denn die Frage ist: Wer trägt die Schuld am Tod von Yuki, Takeshi, Miura, Iwata und Toyokawa? Welches verbindendes Element gibt es zwischen ihnen? Seltsame Bilder konzentriert sich auf Ereignisse, die sich 1992 und 2015 abspielten. Bis zum Ende des Buchs bleibt es spannend: Was ist wann wie passiert?

Die Struktur und Aufmachung des Buches laden den Leser ein, mitzurätseln. Im Gegensatz zu anderen Krimis gelingt dies hier besonders gut, weil man sich nicht nur über den Text ein Bild von den Geschehnissen machen kann, sondern auch über zahlreiche Skizzen, Zeichnungen und Notizen, die Hinweise auf die Psyche der Figuren und auch auf die Verbrechen geben, denen sie zum Opfer fallen oder die sie selbst verüben.

Der Autor beginnt mehrere Erzählstränge, die sich im Laufe der Lektüre verflechten, ohne zu viel zu verraten – so bleibt es immer spannend und man kann als Leser gut mitraten. Leider werden zum Ende hin die Notizen und Skizzen immer weniger, sodass der abwechslungsreise Charakter der Romangestaltung abnimmt. Der ist vor allem zu Beginn des Buches stark, als in die Erzählung lange Passagen eines Blogs eingestreut sind, oder auch in der Buchmitte, wo Zeugenaussagen abgedruckt sind.
Die Sprache ist einfach und direkt. Auch schmucklos wäre als Beschreibung zutreffend, passend für einen Krimi, der nicht an Spannung verliert. Manchmal fand ich Wiederholungen überflüssig, wie Hinweise auf Zeugenaussagen oder die schematische Rekonstruktion eines Tathergangs. Was ich gewöhnungsbedürftig empfand und mir nicht erklären konnte: Immer wieder sind Sätze oder Satzteile fett gedruckt. Geht es darum, wichtige Passagen, Wörter oder Erkenntnisse visuell hervorzuheben? Das sollte aber meiner Meinung nach in einem gut geschriebenen Buch nie nötig sein – denn wenn es gut geschrieben ist, erschließt sich das von selbst.

Im Allgemeinen würde ich dieses Buch allen Krimifans, die eine abwechslungsreiche und außergewöhnliche Lektüre wagen möchten, empfehlen! Unerwähnt sollte auch nicht bleiben, dass sich das Buch in jedem Bücherregal gut macht: ein tolles Cover und schwarze Seitenränder – ein Hingucker!

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