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Veröffentlicht am 19.04.2025

Bitte nicht nachmachen, auch wenn es verlockend klingt

Mein Jahr der Ruhe und Entspannung
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Was gibt es schöneres als den Großteil des Tages zu verschlafen und damit den Problemen des Alltags zu entfliehen. Damit kann ich mich aktuell wieder sehr gut identifizieren.
„Mein Jahr der Ruhe und Entspannung“ ...

Was gibt es schöneres als den Großteil des Tages zu verschlafen und damit den Problemen des Alltags zu entfliehen. Damit kann ich mich aktuell wieder sehr gut identifizieren.
„Mein Jahr der Ruhe und Entspannung“ klingt zwar nach einem Ratgeber, ist aber ein kurioser Roman über eine namenlose Protagonistin, die sich mit Hilfe verschiedener Pillen ein Jahr lang ins Delirium schlafen will.

Ich weiß noch, dass dieses Buch derart abgefeiert wurde, dass es schon wieder uncool erscheint, es gut zu finden. Aber für mich war Jetzt genau der richtige Moment es zu lesen.

Der Roman spielt im Jahr 2000 in New York. Unsere Protagonistin ist schön, jung und reich, aber auch allein und unglücklich. Von den bereits verstorbenen Eltern hat sie wenig Liebe erfahren, ihr Lover benutzt sie nur. Einzig ihre Freundin Reva schaut regelmäßig vorbei, von der sie jedoch zunehmend genervt ist.
Ein Neuanfang muss her. Doch davor möchte sie sich ein Jahr lang, mit kurzen Unterbrechungen, ganz dem süßen Schlaf hingeben. Mit Hilfe der durchgeknallten Psychiaterin Dr. Tuttle und allerlei Tabletten gelingt dies zunächst auch ganz gut. Aber dann bringen ein paar neue Pillen alles durcheinander und das Experiment muss neu navigiert werden.

Ich habe das Buch absolut gern gelesen. Ich konnte den Wunsch, sich in den Schlaf zu fliehen, sehr gut nachvollziehen. Manchmal ist der Wachzustand unerträglich.

Warum unsere Protagonistin so fühlt, erfahren wir in von ihr wiedergegebenen Rückblenden. Das Muster, dass sich Frauen, die wenig familiäre Liebe erfahren haben, an schreckliche Beziehungen klammern, tritt auch hier auf. Mit dem Schlafexperiment will sie sich auch davon endgültig lösen.

Die meiste Zeit ist unsere Protagonistin recht nüchtern und gefühllos. Das kommt besonders zum Ausdruck, wenn Reva sie besucht. Das ist gar nicht ungewöhnlich in Anbetracht der ganzen betäubenden Medikamente und Reva IST nervig. Doch so witzig das alles auch manchmal ist, leid tut Reva einem schon.

Protagonistin‘s Gedankengänge sprühen nur so vor Zynismus und expliziten, sexuellen Absonderlichkeiten. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Leser schnell die Nase voll haben von ihrer Art. Aber ich denke man muss auch in der richtigen Stimmung für dieses Buch sein. Ist man gerade super happy im Leben, ist es wahrscheinlich keine gute Wahl.

Der Roman ist die ungewöhnliche Aufarbeitung von Traumata einer jungen Frau, die wieder einen Sinn im Leben finden will. Mir gefiel der Weg dorthin und auch wenn das letzte Kapitel ein wenig kurz ausfiel, war es doch ein versöhnlicher Abschluss.

Für mich ist das Buch wirklich etwas Besonderes, auch wenn ich es nicht auf ein so hohes Podest stellen würde, wie andere. Aber 5 Sterne kriegt es von mir in jedem Fall.

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Veröffentlicht am 05.04.2025

Verflucht nochmal

Beneath the Ivy - The Witches of Silvercrest Coven
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Nach einem bösen Hexen-Roman, ein cozy Hexen-Roman. 𝘽𝙚𝙣𝙚𝙖𝙩𝙝 𝙩𝙝𝙚 𝙄𝙫𝙮 klang für mich nach einer Mischung von „Practical Magic“ und „Charmed“. Beim lesen kam dann noch „...und täglich grüßt das Murmeltier“ ...

Nach einem bösen Hexen-Roman, ein cozy Hexen-Roman. 𝘽𝙚𝙣𝙚𝙖𝙩𝙝 𝙩𝙝𝙚 𝙄𝙫𝙮 klang für mich nach einer Mischung von „Practical Magic“ und „Charmed“. Beim lesen kam dann noch „...und täglich grüßt das Murmeltier“ (Zeitschleife) und „Beautiful Creatures“ (verbannte dunkle Hexe) dazu. So viel Mischmasch, kann das gut gehen? Oh ja!

Bei der jungen Hexe Marissa ist daheim ganz schön was los. Im Mehrgenerationen Haushalt wohnt nicht nur sie mit ihren Eltern, sondern auch noch Tanten, Cousinen und die Großmutter. Besonders zur gleichaltrigen Cousine Norah hat sie ein gutes Verhältnis. Als diese eine rätselhafte Krankheit ereilt, ist höchste Eile geboten. Haben dieselben Symptome doch schon zum Tod eines anderen Familienmitglieds geführt. Nun ist Magie gefragt, wenn nötig auch dunkle…
Was gibt es da für eine bessere Lösung, als die wegen schwarzer Hexerei verbannte Tante um Rat zu fragen? Dafür braucht es jedoch mehrere Versuche und dann hängt Marissaa doch auch noch in einer Zeitschleife fest.

Am Anfang war ich etwas genervt, weil ich mich zunächst in einer Teenie-Lovestory wiedergefunden zu haben schien. Aber der albere Jargon legte sich bald und die Romanze nimmt auch nicht zu viel Zeit in Anspruch.

Auch das Zeitschleife Thema ist sehr abwechslungsreich gestaltet und gut umgesetzt.
Der schrullige Haushalt der Familie, deren Haus auch noch ein Eigenleben führt, ist ganz das was man sich unter Cozy Fantasy vorstellt.

Man kann es sich schon denken, die Ursache für Norah‘s Krankheit geht auf einen Fluch zurück, der weit in die Familiengeschichte zurückreicht. Dafür genügt ein Blick auf den Stammbaum im Einband. Aber wie und weshalb und warum, entblättert sich erst später. Ich fand das richtig gut gelöst und es gab auch einige Überraschungen.

Lasst euch allerdings nicht verwirren, wenn am Ende was mit den Jahren nicht stimmt, da hat der Lektor wohl leider nicht richtig drüber gelesen.

Das Ende fand ich sehr harmonisch. Etwas zu harmonisch für meinen Geschmack, aber wie soll man einen Young Adult Roman schon enden lassen.

Für mich nicht ganz perfekt, aber nah dran.

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Veröffentlicht am 01.03.2025

Wer ist der wahre Feind?

Der Gott des Waldes
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𝘈𝘭𝘴 𝘡𝘶𝘨𝘢𝘣𝘦 𝘸𝘰𝘭𝘭𝘵𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘸𝘪𝘴𝘴𝘦𝘯, 𝘰𝘣 𝘫𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘷𝘰𝘯 𝘪𝘩𝘯𝘦𝘯 𝘸ü𝘴𝘴𝘵𝘦, 𝘸𝘰𝘩𝘦𝘳 𝘥𝘢𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦.
„𝘞𝘦𝘭𝘤𝘩𝘦𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵?“, 𝘧𝘳𝘢𝘨𝘵𝘦 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳.
„𝘗𝘢𝘯𝘪𝘬“, 𝘴𝘢𝘨𝘵𝘦 𝘛.𝘑.
𝘕𝘪𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘩𝘰𝘣 𝘥𝘪𝘦 𝘏𝘢𝘯𝘥.
𝘚𝘪𝘦 𝘦𝘳𝘻ä𝘩𝘭𝘵𝘦, 𝘥𝘢𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦 𝘷𝘰𝘮 𝘨𝘳𝘪𝘦𝘤𝘩𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘎𝘰𝘵𝘵 ...

𝘈𝘭𝘴 𝘡𝘶𝘨𝘢𝘣𝘦 𝘸𝘰𝘭𝘭𝘵𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘸𝘪𝘴𝘴𝘦𝘯, 𝘰𝘣 𝘫𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘷𝘰𝘯 𝘪𝘩𝘯𝘦𝘯 𝘸ü𝘴𝘴𝘵𝘦, 𝘸𝘰𝘩𝘦𝘳 𝘥𝘢𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦.
„𝘞𝘦𝘭𝘤𝘩𝘦𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵?“, 𝘧𝘳𝘢𝘨𝘵𝘦 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳.
„𝘗𝘢𝘯𝘪𝘬“, 𝘴𝘢𝘨𝘵𝘦 𝘛.𝘑.
𝘕𝘪𝘦𝘮𝘢𝘯𝘥 𝘩𝘰𝘣 𝘥𝘪𝘦 𝘏𝘢𝘯𝘥.
𝘚𝘪𝘦 𝘦𝘳𝘻ä𝘩𝘭𝘵𝘦, 𝘥𝘢𝘴 𝘞𝘰𝘳𝘵 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦 𝘷𝘰𝘮 𝘨𝘳𝘪𝘦𝘤𝘩𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘎𝘰𝘵𝘵 𝘗𝘢𝘯, 𝘥𝘦𝘮 𝘎𝘰𝘵𝘵 𝘥𝘦𝘴 𝘞𝘢𝘭𝘥𝘦𝘴. 𝘌𝘳 𝘭𝘪𝘦𝘣𝘵𝘦 𝘦𝘴, 𝘔𝘦𝘯𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘻𝘶 𝘵ä𝘶𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘩𝘳𝘦 𝘚𝘪𝘯𝘯𝘦 𝘻𝘶 𝘷𝘦𝘳𝘸𝘪𝘳𝘳𝘦𝘯, 𝘣𝘪𝘴 𝘴𝘪𝘦 𝘥𝘪𝘦 𝘖𝘳𝘪𝘦𝘯𝘵𝘪𝘦𝘳𝘶𝘯𝘨
𝘷𝘦𝘳𝘭𝘰𝘳𝘦𝘯. 𝘜𝘯𝘥 𝘥𝘦𝘯 𝘝𝘦𝘳𝘴𝘵𝘢𝘯𝘥.
„𝘞𝘦𝘳 𝘪𝘯 𝘗𝘢𝘯𝘪𝘬 𝘨𝘦𝘳ä𝘵“, 𝘴𝘢𝘨𝘵𝘦 𝘛.𝘑., „𝘮𝘢𝘤𝘩𝘵 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘥𝘦𝘯 𝘞𝘢𝘭𝘥 𝘻𝘶𝘮 𝘍𝘦𝘪𝘯𝘥. 𝘞𝘦𝘳 𝘳𝘶𝘩𝘪𝘨 𝘣𝘭𝘦𝘪𝘣𝘵, 𝘪𝘴𝘵 𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘍𝘳𝘦𝘶𝘯𝘥.“

𝐃𝐞𝐫 𝐆𝐨𝐭𝐭 𝐝𝐞𝐬 𝐖𝐚𝐥𝐝𝐞𝐬 ist ein Roman der in der Book Community vielfach empfohlen wurde und Geschichten über Vermisstenfälle packen mich sowieso immer wieder. Romane haben im Vergleich zur Realität den Vorteil, dass der Fall am Ende oft gelöst werden kann. Und hier gibt es gleich zwei vermisste Kinder.

1975, Adirondack Mountains: Viele Eltern schicken ihre Kinder in das angesehene Camp Emerson, damit sie dort einen unvergleichlichen Sommer erleben können. Natur erleben, Freundschaften schließen. Aber dann verschwindet ausgerechnet die 13-jährige Tochter der Van Laars, den Besitzern des Camps. Barbara ist nicht das erste vermisste Kind. 14 Jahre zuvor verschwand schon ihr Bruder Bear spurlos. Hat ein entflohener Straftäter etwas damit zu tun, der auch damals Tatverdächtiger war? Oder ist es die Familie selbst, die etwas zu verbergen hat, wie so mancher glaubt.

Allein der Klappentext ist auf eine Weise geschrieben, der einen sofort in seinen Bann zieht und trotz seiner fast 600 Seiten, liest sich der Roman erstaunlich schnell. Es ist seit langem eines dieser Bücher, mit dem ich spätnachts im Bett lag und mir immer wieder „Nur noch ein Kapitel!“ gesagt habe.

Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt, innerhalb derer verschiedene Personen zu verschiedenen Zeiten auftauchen. Überraschenderweise war das aber gar nicht verwirrend, vielleicht gerade wegen der kurzen Kapitel.

Wie in jedem guten Mystery-Roman, werden einen verschiedene Szenarien präsentiert. Man kombiniert und versucht selbst drauf zu kommen, schließlich werden bestimmte Personen ja nicht ohne Grund erwähnt. Und doch war alles was ich mir ausgemalt hatte falsch. Als das Mysterium schließlich gelöst wird, passiert das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ein gutes Ende.

Erwähnenswert ist noch die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau und Machtverhältnissen. Männer die das Sagen haben und keine intelligenten Frauen akzeptieren wollen, spielen genauso eine Rolle wie die Privilegien reicher Familien und deren Skrupellosigkeit. Eine geschickte Mischung aus Gesellschaftskritik und Kriminalfall.

Ein richtig spannender Roman, den man gar nicht mehr aus der Hand legen will.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Ein fastt unmöglicher Raubzug

Mayfair House
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𝙈𝙖𝙮𝙛𝙖𝙞𝙧 𝙃𝙤𝙪𝙨𝙚 steht schon länger auf meiner Liste und auch wenn ich ihn mir selbst kaufen wollte, konnte ich nicht widerstehen, als ich ihn in der Bibliothek stehen sah.
Geschichten über Dienstboten in ...

𝙈𝙖𝙮𝙛𝙖𝙞𝙧 𝙃𝙤𝙪𝙨𝙚 steht schon länger auf meiner Liste und auch wenn ich ihn mir selbst kaufen wollte, konnte ich nicht widerstehen, als ich ihn in der Bibliothek stehen sah.
Geschichten über Dienstboten in herrschaftlichen Häusern lese ich immer wieder gerne. Und auch Geschichten über raffinierte Diebe.

Frisch entlassen aus dem Dienst im Mayfair House, denkt Mrs. King gar nicht daran Trübsal zu blasen. Einen waghalsigen Coup bereits im Hinterkopf, engagiert sie eine Gruppe von bekannten und verwandten Frauen, um das ganz große Geld zu machen. Im Deckmantel eines Balls soll Mayfair House, bis unter‘s Dach mit Schätzen gefüllt, komplett ausgeräumt werden.

Es liest sich wirklich wie 𝘖𝘤𝘦𝘢𝘯‘𝘴 8 im alten Gewand (der Bruder von der Ganovin heißt sogar Danny), aber das fand ich alles andere als schlimm, denn ich mag den Film.

Der Roman spielt 1905, eine Zeit die ich wegen ihrer herausragenden Ästhetik einfach liebe. Aber auch die starken, unabhängigen Frauenfiguren in diesem Buch, waren ein großer Pluspunkt.

Der Plan von Mrs. King ist mehr als gewagt, das finden auch ihre Mitstreiterinnen. Bei aller Vorbereitung, wer schon mal umgezogen ist, weiß wie lange verpacken und verladen dauert. Und das alles in einer Nacht? Insofern bleibt die Geschichte ein absoluter Pageturner, denn es liegt durchaus im Bereich des möglichen, dass es mit einem Scheitern des Raubzugs endet.

Natürlich tauchen während des lesens immer wieder Fragen auf. Warum wurde Mrs. King gefeuert? Wie sehen die verwandtschaftlichen Verhältnisse aus? Was ist das Geheimnis von Mr. De Vries, dem verstorbenen Hausherren? Es fügt sich alles gut zusammen, auch da habe ich nichts zu meckern.

Das einzige was ein bisschen Fehl am Platz angefühlt hat, war der Skandal um den Handel mit den Dienstmädchen. Ich finde das Thema nicht unwichtig, aber es hat für mich nicht in die Handlung gepasst. Gestört hat es aber auch nicht.

Ich hatte super viel Spaß beim lesen und hoffe, der Autor bleibt dieser Zeit treu, denn ich finde, es gibt viel zu wenig Romane, die in der wunderbaren Belle Epoque spielen.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Deutsche Prinzessin unter Kulturschock

Liselotte von der Pfalz
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Kürzlich liefen ja erst alle 3 Staffeln von 𝓥𝓮𝓻𝓼𝓪𝓲𝓵𝓵𝓮𝓼 im Free-TV. Auch wenn natürlich so einiges der kreativen Freiheit zum Opfer fiel, habe ich die Serie sehr gern gesehen.
Fehlen durfte im Ensemble ...

Kürzlich liefen ja erst alle 3 Staffeln von 𝓥𝓮𝓻𝓼𝓪𝓲𝓵𝓵𝓮𝓼 im Free-TV. Auch wenn natürlich so einiges der kreativen Freiheit zum Opfer fiel, habe ich die Serie sehr gern gesehen.
Fehlen durfte im Ensemble auch nicht die Frau vom Bruder des Sonnenkönigs, den meisten von uns als 𝓛𝓲𝓼𝓮𝓵𝓸𝓽𝓽𝓮 𝓿𝓸𝓷 𝓭𝓮𝓻 𝓟𝓯𝓪𝓵𝔃 bekannt.

Nun bin ich ja ein kleiner Geschichts-Freak und nehme Verfilmungen gerne als Anlass noch etwas tiefer zu graben. Liselotte‘s Ruf eilt ihr voraus, nahm sie doch nie ein Blatt vor dem Mund und berichtete in ihren zahlreichen Briefen an Freunde und Verwandte von den Gepflogenheiten am französischen Hof. Und genau das interessiert mich immer am meisten. Wie haben die Menschen damals gelebt, welche Freuden und Sorgen hatten sie?

Zunächst erfahren wir aber etwas über Liselottes Familie und ihre Heimat. Dieser Part beinhaltet auch einiges an Politik, für mich immer der langweiligste Teil, aber das wurde hier kurz und bündig zusammengefasst.

Weiter geht es mit ihrer Kindheit und später die Vermählung mit Ludwigs Bruder Philip.
Wir lernen eine forsche Prinzessin kennen, die Hindernissen mit Würde die Stirn bietet.
Es ist angesichts der teilweise zitierten Briefe schwer sich eine Frau vorzustellen, die unter Tränen ihren Verwandten von den Hürden am französischen Hof schreibt, aber mit Sicherheit gingen all die Schikanen, die sich Liselotte im Laufe der Jahrzehnte gefallen lassen musste, nicht spurlos an ihr vorbei. Dennoch strotzen die Texte von Tapferkeit, da möchte man sich eine Scheibe von abschneiden.

Wer einsteckt, kann auch austeilen. Jedenfalls lies auch Liselotte kaum eine Gelegenheit aus, über den Hof und dessen Untertanen zu lästern. Sogar der König und ihr Mann wurden nicht immer verschont, was sie später mächtig in Schwierigkeiten brachte. Besonders amüsant habe ich die erzwungene Abitte bei der Maintenon in Erinnerung, nur um dann kräftig nachzutreten, als diese ins Gras biss.

Liselotte war eine bewundernswerte, aber auch nicht fehlerlose Frau. Das Buch fängt ihr Leben informativ und unterhaltsam ein. Es hätte ruhig noch etwas länger sein dürfen.

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