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Veröffentlicht am 09.04.2025

Spannend, märchenhaft und wendungsreich.

The Half King
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Eine Göttin, die einst alles Leben erschaffen hat – und verraten wurde.
Vier Reiche, regiert von verfluchten Dynastien.
Eine junge Frau, deren Bestimmung es ist, Generationen zu befreien.
Doch wie, wenn ...

Eine Göttin, die einst alles Leben erschaffen hat – und verraten wurde.
Vier Reiche, regiert von verfluchten Dynastien.
Eine junge Frau, deren Bestimmung es ist, Generationen zu befreien.
Doch wie, wenn niemand die Wahrheit kennt?



„𝐓𝐡𝐞 𝐇𝐚𝐥𝐟 𝐊𝐢𝐧𝐠“ ist ein abenteuerlicher Fantasy-Roman, für den eine interessante, von fanatischem Glauben und Intrigen durchzogene Welt erbaut wurde.


Nur noch drei Monde trennen Cerise von ihrem zwanzigsten Lebensjahr – nur noch diese kurze Zeitspanne bleibt der Seherin in Ausbildung, um endlich ihre Fähigkeiten als Orakel zur Schau zu stellen. Alles anrufen der Großen Göttin, alles Training blieb bisher erfolglos – sollten sich ihre Kräfte nicht zeigen, wartet auf Cerise ein Leben als unbegabte Zweitgeborene. Als eine seltene Offenbarung die Ehrwürdige Mutter ereilt, ändert sich Cerises Weg: Statt auf ihre erste Vision zu warten, wird sie als neue Tempelbotschafterin nach Mortara gesandt. Mit der ungesagten Bürde, die Flüche zu brechen und das tragische Schicksal der Adeligen und Erstgeborenen der vier Dynastien zu wenden.

Neben Verpflichtung und Ehre kommen Cerise mit dem Aufbruch in die Fremde Zweifel: Denn hier, im Tempel, lag ihr Lebensmittelpunkt – ihre Vergangenheit, Gegenwart und ihre Zukunft. Was, wenn sie dieser gewaltigen Aufgabe, der Rolle als »Gesegnetes Orakel«, nicht gerecht wird?

Melissa Landers führt uns in eine Welt des Glaubens und der Buße, verflucht und verdammt. Die Reiche Solon, Petros, Calatris und Mortara sind geprägt von Religion und (politischen) Konflikten. Die Verehrung der Göttin und die Furcht vor (ihren) Strafen sind allgegenwärtig. Gleichzeitig wird durch TempeldienerInnen und Priester das Bild einer Frau gezeichnet, die es zu unterdrücken, zu vernichten gilt. Dementsprechend finden sich F*natismus und ideologische Züge in der Handlung – vor allem nimmt sich die Autorin Zeit, um Glauben, bedingungslose Verehrung und die durch den Menschen selbst geschaffenen Regeln und Richtlinien gekonnt zu hinterfragen und zum Nachdenken anzuregen. Diese Aspekte wurden durch klare Hierarchien und Ideologien unterstrichen. Vielen Elementen und Themen haftet eine gewisse Originalität an, waren faszinierend und auf verständliche Weise inszeniert. Stilistisch zieht uns ein angemessener Ton, detailreiche und einfühlsame Beschreibungen in das Geschehen, in dem das System, die Magie sowie der „Ursprung“ der Flüche und die verschiedenen Schicksale interessant dargelegt wurden.

Kaum in ihrem neuen Zuhause angekommen, bestrebt, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ihre Pflichten zu erfüllen, bekommt Cerise einen Vorgeschmack von Ungerechtigkeit und Hinterlist, wird Teil von Anschlägen und spürt den Hass, der König Kian zuteilwird. Dabei ist sein Los ein hartes und sein Tod nah. Mit diesem wird der Thron der Mortara-Dynastie zum ersten Mal unbesetzt sein – die Konsequenzen? Verheerend.

Bei ihrer Recherche stößt Cerise auf ein von Shiera selbst verborgenes und geschütztes Artefakt, welches die Lösung all ihrer Probleme sein könnte. Doch es hat einen Grund, wieso bisher niemand das Petrus-Schwert erringen konnte. Gemeinsam mit Nero, Kian, Daerick, Vater Padron, General Petros und dem wundersamen Welpen Blue macht sich die Botschafterin auf den Weg. Zeit und Druck, die unberechenbaren Gefahren im Nacken … Als das Ziel zum Greifen nah, Cerise bereit ist, ihre vermeintliche Bestimmung zu erfüllen und Hoffnung durch die Lande pulsiert – bleibt die Frage, wie viele Rückschläge und Wahrheiten die junge Frau noch ertragen kann. Wie viele Lügen in ein Leben passen?

Abgesehen von Cerise, die trotz ihrer einengenden, richtungsweisenden Erziehung nicht auf den Kopf gefallen, frei in ihrem Denken ist und sich mehrfach behauptet, wurden vor allem ihre Mitreisenden ausreichend, teilweise greifbar, teilweise undurchschaubar ausgearbeitet. Die Suche ist beschwerlich, hält Hürden bereit und vermittelt Cerise doch das lang ersehnte Gefühl von Zugehörigkeit, führt sie näher zu sich selbst und gibt ihr Antworten. Zugleich verfestigt sich ihre Beziehung mit dem verfluchten König. War der Wechsel von kalt zu heiß abrupt und schwer zu fassen, gab es später etliche innige, echte Momente. Lediglich die gewählte Darstellung der körperlichen Szenen empfand ich als unpassend – dabei entging mir Landers Ziel, die gepredigte Enthaltsamkeit/die Verteufelung von und die „Beschmutzung“ durch Intimitäten kritisch zu beäugen, nicht.

„The Half King“ ist ein spannender Fantasy-Roman, in dem Unterhaltung, Stärke und Romantik nicht zu kurz kommen. Tiefere Themen – u.A. Verfolgung von „Minderheiten/Anomalien“, Unterdrückung der Frau, Manipulation und Selbstverletzung –, Ereignisse, echte Emotionen und Informationen halten sich angenehm die Waage. Hinzu kommen Verzweiflung, Verluste, Verrat und etliche Twists, begründet in sinnigen, unerwarteten Offenbarungen und Einblicken. Die geschaffene Mythologie, Cerises Besonderheiten und ein stetiges Misstrauen sorgen für eine geheimnisvolle Atmosphäre, während Zeitdruck und Gefahren die Storyline vorantreiben. Zwar wird in diesem Buch nicht alles zur Gänze abgeschlossen, jedoch ist es hauptsächlich der Epilog, der auf eine Fortsetzung hindeuten lässt. Wir dürfen gespannt sein – bis dahin gibt's eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Guter Dritter Band, der einige Wendepunkte bereithält.

Amari und der Preis der Magie
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Mehr als zwei Jahre ist es her, seit wir 𝗔𝗺𝗮𝗿𝗶 𝗣𝗲𝘁𝗲𝗿𝘀 zuletzt begleitet haben – dementsprechend hätte dem dritten Band eine Zusammenfassung gutgetan, fällt es doch schwer – und ich bin sicher, dass es ...

Mehr als zwei Jahre ist es her, seit wir 𝗔𝗺𝗮𝗿𝗶 𝗣𝗲𝘁𝗲𝗿𝘀 zuletzt begleitet haben – dementsprechend hätte dem dritten Band eine Zusammenfassung gutgetan, fällt es doch schwer – und ich bin sicher, dass es der eigentlichen Zielgruppe noch schwerer fällt – alle neuen und alten Informationen in Einklang zu bringen, um ein stimmiges Bild zu erhalten.


Geschrieben wurde wie gewohnt in einem altersgerechten, gut lesbaren Ton, der die Handlung lebendig und bunt erscheinen lässt.
Nachdem die begabte Magierin ihre Kräfte verloren hat, ist sie auf der Flucht und steht weiterhin zwischen der Oberbehörde für Übernatürliches, die ihre Abscheu gegenüber der Magierschaft weiterhin vehement vertritt, und der Magierallianz, die mittlerweile von Dylan van Helsing befehligt wird. Die „andere“ Welt ist geprägt von Machtgier, Wahn und Hass, Konflikte pulsieren, Angst breitet sich aus.
Um eine Chance für sich und ihre FreundInnen zu ergattern und den perfiden Plänen von Dylan den gar auszumachen, begeben sich Amari und ihre treuen GefährtInnen auf die Suche nach Artefakten – doch die Zeit läuft …


𝗕. 𝗕. 𝗔𝗹𝘀𝘁𝗼𝗻 schuf einen spannenden dritten Band, der uns tiefer in das System der Magischen und in Gefahren reißt.
Amari, die sich weiterhin alle Verantwortung auflastet, stößt mehrfach an ihre Grenzen. Obgleich wir eine Geschichte von Wagemut und HeldInnen lesen, sind die Jugendlichen nicht allwissend und grenzenlos talentiert, sondern handeln nur im Rahmen ihrer Fähigkeiten. Dies schafft eine authentische Identifikationsbasis und verleiht den Charakteren sowie der Storyline selbst etwas glaubhaftes. Dass sich die Protagonistin, aus deren Perspektive wir das turbulente Geschehen verfolgen, merklich entwickelt und sich auch die Beziehung zu ihrer Clique verfestigt hat, ist deutlich. Quinton, Elsie und Co gehen aufeinander ein, behandeln sich respektvoll und riskieren viel, um einander zu schützen.
Auch das Worldbuilding war wieder durchdacht, die Kombination aus Fantasyelementen, Agenten-Knowhow und technischen Hilfsmitteln, kreativen und bekannten Elementen gelang hervorragend.
Der Verlauf steht zu keiner Zeit still, spannende und berührende Momente, neue Erkenntnisse und Pläne reihen sich gekonnt aneinander, ohne zu überladen.
Trotz der ernsten, aktuellen Themen – Ausgrenzung, Diskriminierung, Hetze und Ideologien – kommen Spaß, Freundschaften und (Geschwister)Liebe nicht zu kurz.
B. B. Alston lässt die Frage mitklingen, was du bereit bist zu Opfern – für Gleichheit, Freiheit und jene, die dir am Herzen liegen...

Wird auch vieles in „𝐀𝐦𝐚𝐫𝐢 𝐮𝐧𝐝 𝐝𝐞𝐫 𝐏𝐫𝐞𝐢𝐬 𝐝𝐞𝐫 𝐌𝐚𝐠𝐢𝐞“ beendet, sind doch nicht alle Fäden verknüpft – die Hoffnung auf eine Fortsetzung bleibt.

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Veröffentlicht am 05.04.2025

Sehr gekonnter Mix aus Geheimnissen, Spannung und Romantik.

Kodiak Echoes – Hide me
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Nachdem die Software-Entwicklerin Brynn Callahan ein schweres Verbrechen aufgedeckt hat, taucht sie im Zeugenschutzprogramm unter. Ihre neue Identität führt sie nach Kodiak Island, Alaska. Genauer gesagt ...

Nachdem die Software-Entwicklerin Brynn Callahan ein schweres Verbrechen aufgedeckt hat, taucht sie im Zeugenschutzprogramm unter. Ihre neue Identität führt sie nach Kodiak Island, Alaska. Genauer gesagt in die beschauliche und äußerst gemütlich wirkende Kleinstadt Echo Cove. Doch was so soft und ruhig anmutet, entpuppt sich bald als Ort mit einer grauen Vergangenheit, voller menschlicher Abgründe.

Mit „Kodiak Echoes – Hide Me“ gelang Julia Pauss ein mitreißender Roman, in dem sich Romantik und Spannung angenehm die Waage halten. Während wir in die atmosphärische Kulisse eintauchen, dringen wir tiefer in die Geschichte von Echo Cove und in die Geheimnisse der BewohnerInnen ein.

Brynn, ihre Zweifel und inneren Kämpfe, wurden authentisch und nahbar dargelegt – die IT-lerin ist weder besonders mutig noch tapfer, ringt mit ihren Überzeugungen und ihren Gefühlen, sehnt sich danach, die Kontrolle über sich und ihr Leben zurückzugewinnen. Dafür schwillt in ihr ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, der sie auch in ihrem neuem zu Hause nicht loslässt.
Archer Flint, der seit einem Vorfall, der ein Jahrzehnt zurückliegt, von den eigenwilligen Einheimischen gemieden wird, ist ein verschlossener Wildhüter, einsam und nicht gewillt, Vorurteile und Gerüchte an sich heranzulassen. Beide kämpfen mit dem, was ihnen widerfahren ist, und vielleicht ist es das, was sie zueinander führt …

Brynn und Archer lernen sich langsam kennen, aus ihren Begegnungen entwickelt sich eine echte Dynamik, die von Respekt und Verständnis, von (Für)Sorge und Vertrauen geprägt wird. Nach und nach sieht sich Brynn in der Pflicht, den damaligen Ereignissen nachzugehen, für Archer. Für den Mann, den sie in ihm sieht. Doch die Erforschung dieses Cold Cases bietet allerhand Gefahren und Risiken, gibt es zu viele Menschen, die diesen Fall nicht erneut aufrollen wollen …

Pauss baut Stück für Stück Spannung auf, die sich wunderbar in die Wildnis Alaskas, in das starre, verschwiegene Echo Cove schmiegt. Neue Erkenntnisse und Entdeckungen sind sinnvoll platziert und Reaktionen und Konsequenzen nachvollziehbar inszeniert. Etliche Wendungen sorgen für Überraschungen, während die Autorin die LeserInnen gekonnt mit Hinweisen ködert, sie voll und ganz in die Story und das Netz aus Lügen zieht. Misstrauen und eine unterschwellige Gefahr, eine bedrohliche Stimmung begleiten das Geschehen, in dem die Romance authentisch mit fließt, ohne überdramatisiert und konstruiert zu wirken. Ebenso hervorragend gelang die Charakterzeichnung und die individuelle wie zwischenmenschliche Entwicklung. Dass einzelne Nebenfiguren samt deren Eigenheiten stärker herausgearbeitet wurden, gibt der Handlung, wie auch die aufgedeckten Geheimnisse, Griffigkeit.

Fazit: Ein spannender, durchdachter Roman, der mit Abwechslung und einer wunderschönen Kulisse, nahbaren Figuren und einer Fülle an Emotionen überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Intrigen, Spaß und Spannung samt einer mitreißenden Romance

Game of Hearts – No Rules (St. Gloria College 1)
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Ein Elite-College in der Schweiz.
Zwei rivalisierende Studentenverbindungen.
Und eine Liebe, die inmitten von Intrigen, Geheimnissen und Missgunst nicht erblühen kann.

Endlich öffnet Yvonne Westphal die ...

Ein Elite-College in der Schweiz.
Zwei rivalisierende Studentenverbindungen.
Und eine Liebe, die inmitten von Intrigen, Geheimnissen und Missgunst nicht erblühen kann.

Endlich öffnet Yvonne Westphal die Tore des St. Gloria Colleges, führt uns in prunkvolle Räumlichkeiten, auf elegante Partys und zwischen die Häuser Alpha und Omega, zwischen die Fronten von Felicia de Vries und Valentin Knight. Macht euch bereit: Denn von manchen Schlachtfeldern geht niemand als GewinnerIn.

Erzählt wird hauptsächlich aus der Sicht der 21-jährigen Alpha-Präsidentin, die sich ihren Posten hart erarbeitet hat. Ihre Aufgabe – das Ziel – ist es, innerhalb ihres Senior-Jahres das „Gloria cum laude“ zu erhalten. Denn mit diesem stehen den Studierenden die Wege der Zukunft offen.
Dass der amtierende Präsident von Omega ein ernstzunehmender Konkurrent und hervorragend in den intriganten Spielchen der Reichen und Schönen ist, ist allseits bekannt. Doch davon lässt sich Felicia nicht einschüchtern. Zu viel steht für sie auf dem Spiel. Schon bald noch mehr als die Wahl ihrer Universität und ihr exzellenter Ruf …

Yvonne Westphals Stil ist wie gewohnt sehr schön zu lesen, authentisch, schnörkellos und dem noblen Setting entsprechend. Gekonnt führt uns die Autorin durch die Story, stellt uns die Protagonisten, ihr Wesen und ihre Intentionen vor und spickt den Verlauf mit den originellen Regeln, Abläufen und Hierarchien des St. Gloria Colleges.
Felicia, aufgrund ihrer Herkunft deutlich demütiger in ihrem Auftreten, verkörpert die besonnene, ambitionierte Vorzeigeschülerin. Bis sich alles ändert und gerade Valentin dazu imstande scheint, Felicias Impulsivität hervorzukitzeln, ihre Wahrheit. Denn hinter sanft und pastellig versteckt sich eine leidenschaftliche junge Frau, eine Kämpferin – die es versteht, die Regeln der Elite zu erlernen.
Zwar kommt der Knight-Sprössling hier und da auch zu Wort, lässt uns teilhaben an seinen widersprüchlichen Empfindungen, an seinem Drang, die Präsidentin der Alphas aus der Reserve zu locken, sie herauszufordern, kann aber den mysteriösen, unnahbaren Mantel nie ganz ablegen. Und doch zeigt sich eine unerwartete Verletzlichkeit unter seiner Härte, gut versteckte Selbstlosigkeit.
Welch Intensität zwischen ihm und ihr entsteht … damit konnte wohl niemand rechnen.

Nach einem eher verhaltenen Einstieg entpuppt sich „Heart of Games: No Rules“ rasch als spannend, wendungsreich und emotional. Unterhaltsame Gossip-Girl-Vibes steuert das Morning Glory bei, während Hazel, Nikoley und Anastasia die Storyline mit individuellen Eigenschaften und Problemen bereichern. Auch das Geplänkel und der spritzige, oft anzügliche Schlagabtausch zwischen de Vries und Knight sorgen für Witz. Die Hauptfiguren wurden charmant, mit Hintergründen und nachvollziehbaren, echten Struggeln gezeichnet. Zu keiner Zeit gingen das pompöse Ambiente oder der Status der Studierenden verloren. Die gänzlich verschiedenen Familien beider waren interessant eingebunden, ebenso wie Raum für andere CollegestudentInnen geschaffen wurde, die teilweise vor nichts zurückzuschrecken scheinen.
Westphal kreierte eine Atmosphäre, die von Misstrauen, einen Verlauf, der von Hinterhältigkeiten durchzogen ist, von der Frage, wer wirklich Verbündete/r, wer FreundIn ist – denn im Kampf der konkurrierenden Häuser zählen vor allem Einfluss und Macht.

Die expliziten Szenen waren geschmackvoll und passend inszeniert, viele Momente laden zum Mitfiebern - und fühlen ein, steigern das Tempo und die Aufregung. Das Streben nach Anerkennung, Zugehörigkeit und Perfektion wird ebenso thematisiert wie die zu hohen Erwartungen an das erste Mal, (Leistungs)Druck und das Leben in der Öffentlichkeit, wo jede Belanglosigkeit ein Fehler werden kann.
Ein wenig untergegangen ist der Unterricht selbst. Felicias Entwicklung geschah mir ein wenig zu abrupt und so manch' Missverständnis und Konflikt hätten durch klare Worte und Zuhören weitaus schneller beseitigt werden können.

„Heart of Games: No Rules“ endet rund und macht zeitgleich Lust auf Bianchis Geschichte – und auf noch mehr Gossip.

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Runder, gelungener Abschluss.

Empire of Sins and Souls 3 - Das zerrissene Herz
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„Empire of Sins and Souls“ – eine düstere Serie, die Höhen und Tiefen brachte …

„Das zerrissene Herz“ markiert das Finale der Dark-Romantasy-Trilogie von Beril Kehribar und führt die Geschehnisse des ...

„Empire of Sins and Souls“ – eine düstere Serie, die Höhen und Tiefen brachte …

„Das zerrissene Herz“ markiert das Finale der Dark-Romantasy-Trilogie von Beril Kehribar und führt die Geschehnisse des Vorgängers nahtlos weiter.
Nach Kaspars Verrat und der folgenschweren Entscheidung, die Zoé Durand treffen musste, um nicht in die Höllenfeuer zu driften, sind Wut, Rachegelüste und Blutdurst äußerst präsent. Die Gräfin sieht sich nun nicht nur mit ihren Begierden konfrontiert, sondern auch mit einer neuen Bürde und höfischen Pflichten, während sie vehement versucht, den Stich in ihrem Inneren zu ignorieren und Alexei zu lieben. Doch das Herz will, was es will …

Habe ich zu Beginn dieser Reise das mangelnde Worldbuilding und in Band zwei die romantische Fokussierung kritisiert, komme ich jetzt nicht umhin zu sagen, dass dieser dritte Teil eine informative und abwechslungsreiche, spannende und emotionale Story beinhaltet. Xanthia, die Entstehung dieses Reiches samt der Mythologie und den Mysterien der gesuchten Relikte bekamen endlich Kontur, Lücken wurden geschlossen, sodass es leichter fiel, das dunkle Setting, die hiesige Gesellschaft zu greifen. Der Mix aus royalen und historischen Vibes, die Kombination aus Politik und perfiden Plänen kam der Atmosphäre durchweg zugute, während die Protagonisten sowie deren unberechenbare Reaktionen und verborgene Seiten die Handlung tragen.
Kehribars Ton ist den Gegebenheiten – ob rau, herrschaftlich oder anzüglich, im spritzigen Schlagabtausch oder voller Gefühl – zu jeder Zeit angemessen. Die bedrückende, schwere Stimmung lichtet sich nur in seltenen Momenten, und weder Zweifel noch Schuld, nicht der Wunsch nach Vergeltung lassen gänzlich von der einstigen Hure ab.

Zoé, Alexei und Kaspar – die das Hauptaugenmerk auf sich ziehen – stehen in einer ambivalenten Beziehung. Hierbei wurde Durand – ihr klaffender Zwiespalt und die in ihr wütenden Emotionen – am nahbarsten gezeichnet, während Graf und Prinz lange auf ihre eigenen Vorteile bedacht schienen, stets bereit, Blut zu vergießen und jeden zu verraten – für ein Ziel, welches nicht immer klar ist. Ja, beiden Xathyres brachte ich durchweg ein gewisses Misstrauen entgegen. Zoé hingegen ist trotz ihrer zwielichtigen Vergangenheit und ihrem nicht ausschließlich selbstlosen Weg eine von den Guten. Eine Frau, die nie mehr wollte als eine zweite Chance und Vergebung. Rückblickend empfand ich ihre innere Entwicklung nicht sonderlich groß, war sie doch von Anfang an eine Frau mit eigenem Willen, mit Feuer und Trotz. Eigenschaften, die sie selbst in Angesicht von Schmerz und der ihr entgegengebrachten Niedertracht nicht ablegte. Doch mit ihren Entscheidungen, ihrer Liebe und ihrem Mut hat sie sich langsam, Stück für Stück tiefer in dem politischen Netz des Reiches, in den Intrigen der Obigen verheddert. Nun, mit ihren ungestümen Empfindungen, ihrem verletzten Herzen, ihrem wunden Inneren und ihren erstarkenden Kräften ist sie den dunklen Hoheiten, ist sie Kas und Alexei, ebenbürtig. Gefährlich …

In der kompletten Handlung von „Empire of Sins and Souls“ lernen wir einige Nebenfiguren kennen, von denen so manche mit unerwarteter Wärme und verbissener Hilfe im Kontrast zu dem kühlen Setting steht. Nicht alle bleiben bis zum Ende, und diese ungeahnten Verluste sorgen für anhaltendes Interesse und treiben den Verlauf genauso an wie die aufschlussreichen, klärenden Gespräche, interessante Entdeckungen und heiße, gewagte Szenen! Dass diese Romantasy-Story von Schuld und Vergebung – auch der eigenen – erzählt, von fragwürdigen Intentionen und Fehlern, vor denen weder Mensch noch Dämon bewahrt wird, von tiefer Liebe und purer Leidenschaft, der Bereitschaft, Opfer zu bringen, alles zu geben und zu versuchen, gibt der Trilogie etwas Tieferes. Etwas, das innehalten und sich der Abgründe der Geschichte – des Einzelnen – gewahr werden lässt.

Fazit: Trotz Schwächen und Kritik kann ich 𝐄𝐦𝐩𝐢𝐫𝐞 𝐨𝐟 𝐒𝐢𝐧𝐬 𝐚𝐧𝐝 𝐒𝐨𝐮𝐥𝐬 empfehlen. Am besten alle drei Teile nacheinander genießen.

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