Profilbild von gagiju

gagiju

Lesejury Star
offline

gagiju ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gagiju über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.05.2025

Spannend, klug und verwirrend

Der Psychologe
0

Ich hatte vorher noch nie etwas von Gabriel Rolón gelesen. Zum ersten zog mich mein Faible für Argentinien zu diesem Buch, zum zweiten mein Interesse für Psychologie, das sich seit dem entsprechenden Studium ...

Ich hatte vorher noch nie etwas von Gabriel Rolón gelesen. Zum ersten zog mich mein Faible für Argentinien zu diesem Buch, zum zweiten mein Interesse für Psychologie, das sich seit dem entsprechenden Studium meines Sohnes noch vergrößert hat.

Dieser Krimi oder Thriller hat mich nicht enttäuscht. Der Protagonist, gleichermaßen Psychologe wie Ermittler, kommt sukzessive mit Hilfe seines etherapeutischen Wissens einem Verbrechen auf die Spur.

Dabei werden die Leser gekonnt und spannedn auf verschiedene falsche Fährten geschickt, bis es zur Auflösung kommt.

Die Charaktere finde ich gut geschildert, die Sprache / Übersetzung ist flüssig, die Auflösung schlüssig.

Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2025

Aufregung und Entspannung auf Amrum

Villa Seestern - Ein neuer Wind
0

Ich habe vom Klappentext und vom romantischen Cover her einen Wohlfühlroman erwartet und mir gewünscht, der geprägt ist von Meer, Strand, Inselflair, einigen Konflikten und - lösbaren - Problemen, und ...

Ich habe vom Klappentext und vom romantischen Cover her einen Wohlfühlroman erwartet und mir gewünscht, der geprägt ist von Meer, Strand, Inselflair, einigen Konflikten und - lösbaren - Problemen, und genau das hat dieser Roman auch erfüllt.

Die Landschaft und das Leben auf Amrum sind anschaulich und angenehm geschildert, allzu schreckliche Stürme gibt es nicht, nur einmal am Schluss, aber auch da geht alles gut aus.

Die vorkommenden Personen werden lebendig, man kann sie sehen, fühlen, hören, verstehen oder auch missverstehen. Jedenfalls macht es Spaß, sie durch die Geschichte zu begleiten und mit ihnen ihre Schwierigkeiten - zumindest zum großen Teil - aufzulösen.

Zwei große ungelöste Fragen bleiben am Ende offen, und es gibt einen Hinweis auf einen Band 2. Das finde ich schade, ich hätte mir eine abgeschlossene Geschichte gewünscht.

Angenehme Sommer- und Ferienliteratur!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2025

Romantikerinnen mit Mut und Ideen

Die tausend Farben von Paris
0

Man liest sich locker hinein in den Text, das macht einem die Autorin sehr leicht. Jack, Russell, Rose und Amelie werden kurz hintereinander als Personen eingeführt und werden recht lebendig, durch ihre ...

Man liest sich locker hinein in den Text, das macht einem die Autorin sehr leicht. Jack, Russell, Rose und Amelie werden kurz hintereinander als Personen eingeführt und werden recht lebendig, durch ihre Handlungen und ihre Sprache.

Dass alle - außer Amelie - gleich so heftig ineinander verliebt sind, ist m.E. dem Genre des Romans und dem Frühlingszauber in Paris geschuldet - so recht nachvollziehbar ist es für mich nicht, aber ich wollte ja einen romantischen Liebesroman lesen.

Die Geschichte wird aus den unterschiedlichen Perspektiven der Hauptfiguren erzählt, was das Lesen interessant und abwechslungsreich macht. Von Anfang an schwelen Geheimnisse unter der Oberfläche, die sich erst im Verlauf des Romans und vollständig erst gegen Ende auflösen. So driften wir weg von der süsslichen Romantik und hinein in eine wirklich spannende Geschichte, die weit in die Vergangenheit reicht.

Sehr gut gefallen hat mir, dass der Roman an Geschehnisse anlehnt, die so tatsächlich bzw. ähnlich passiert sind. Damit beleuchtet er ein Stück deutsche, amerikanische und französische Geschichte, die mir in diesem Zusammenhang nicht so geläufig war.

Gut gelungen finde ich auch, dass genau jenes und was Fiktion und was Historie ist, im Nachwort ausführlich erklärt wird.

Eine Liebesgeschichte mit Spionageeffekten oder ein Spionageroman mit Romanzen - das Buch ist beides, und es liest sich wirklich gut. Über ein paar kleine Unlogiken / Ungereimtheiten sehe ich dabei gerne hinweg.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2025

Tiefgründig, aber mit gewissen Längen

Wo wir uns treffen
0

Ich hatte von Anna Hope bereits "Der weiße Fels gelesen", das ich sehr interessant, aber auch etwas sperrig zu lesen fand.

"Wo wir uns treffen" klang für mich vom Klappentext hochinteressant - Familienabgründe ...

Ich hatte von Anna Hope bereits "Der weiße Fels gelesen", das ich sehr interessant, aber auch etwas sperrig zu lesen fand.

"Wo wir uns treffen" klang für mich vom Klappentext hochinteressant - Familienabgründe finde ich immer faszinierend -, und das Cover mit viel Grün und romantischem Herrensitz im Hintergrund wirkte auch leichter zugänglich - als es der Text und die Geschichte dann waren.

Ja, es ist eine Familiengeschichte voller Geheimnisse und dunkler Aspekte, die nach und nach erzählt wird, aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten, was das Buch teilweise sehr interessant macht, andererseits aber auch den Text etwas zerfasert.

Bis so richtig Spannung aufkommt, muss man sich schon viele Seiten lang auf die Sprache einlassen, und auch dann wird sie nicht durchgehalten.

Andererseits enthält das Buch viele tiefgründige Gedanken, und die Sprache ist bemerkenswert schön und ganz eigen, wenn man sie wirklich auf sich wirken lässt.

Mein Fazit: nichts, um es schnell runter zu lesen, keine Wohlfühl-Familienstory mit Kuschelende, aber durchaus klug und für mich beeindruckend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2025

Leichtfüßiger Tanz in düsterem Umfeld

Chopin in Kentucky
0

Ich kannte die Autorin nicht, der Klappentext, das Thema Tanzen, Chopin und das außergewöhnliche, etwas schräge Cover haben mich neugierig gemacht.

Ich fand den Schreibstil erfrischend und außergewöhnlich, ...

Ich kannte die Autorin nicht, der Klappentext, das Thema Tanzen, Chopin und das außergewöhnliche, etwas schräge Cover haben mich neugierig gemacht.

Ich fand den Schreibstil erfrischend und außergewöhnlich, gut passend zu einem jungen Menschen wie Marie, aus deren Sicht die Geschichte ja erzählt wird. Vieles scheint skurril, aber die Allgegenwärtigkeit Chopins finde ich sehr erheiternd, seine Kommentare und die französischen Brocken auch. Ich mag solche "fantastischen" = fantasievollen Texte.

Die Handlung ist eigentlich eher düster und stellenweise sogar tragisch, je weiter es dem Ende zu geht. Auf den ersten Blick scheint manches ganz lustig, komisch, einfach seltsam. Aber Marie stellt es halt auch - vor allem in ihren "Gesprächen" mit Chopin und auch mit ihrer Freundin Misty so hin, meiner Meinung nach, um selbst das alles durchzustehen und trotz allem in einer Art Fröhlichkeit leben zu können. Die fast nebenbei geschilderten Fakten sind eher beklemmend und erschreckend, der religiöse Fanatismus und die Gewaltbereitschaft des Vaters, die Armut, die Scham, später die zerbrechende Freundschaft mit Misty.

Ein aus genau den oben genannten Gründen großartiger Text ist dieses Buch, eben weil er, wie ich finde, nicht deprimierend wirkt, sondern aus Maries Sicht voller Energie, Optimismus, Kraft und Wünschen ist.

Unbedingte Leseempfehlung für alle, die keinen "Wohlfühlroman" wollen, aber dennoch nach Hoffnung suchen.





  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere