Wir schreiben das Jahr 1952. Der ehemalige Cricket-Spieler und Kriegsveteran Francis "Frank" Grasby fristet sein Dasein als tollpatschiger Polizeiinspektor. Sein eigener Vater, ein pensionierter Pfarrer, ...
Wir schreiben das Jahr 1952. Der ehemalige Cricket-Spieler und Kriegsveteran Francis "Frank" Grasby fristet sein Dasein als tollpatschiger Polizeiinspektor. Sein eigener Vater, ein pensionierter Pfarrer, hält ihn für einen Versager und sein cholerischer Vorgesetzter sieht sich nach einem weiteren von unzähligen Mißgeschicken dazu veranlasst, unseren "Helden" ins fiktive Örtchen Elderby in die North Yorkshire Moors zu verbannen. Dort soll er einfache Farmdiebstähle aufklären und es vor allem nicht wieder vermasseln.
Denzil Meyricks 1. Band aus dieser Reihe erschien im britischen Original 2023 unter dem Titel Murder at Holly House. Nun hat der Dumont-Verlag den ersten Fall für Inspector Frank Grasby unter dem Titel "Der Tote im Kamin " herausgebracht, als schmuckes Hardcover -Buch mit Lesebändchen und einem Retro-Cover, welches die Leserinnen und Leser bereits auf den Vintage -Krimi einstimmt.
Die vermeintlichen Memoiren des Frank Grasby sind durchdrungen von einem feinen britischen Humor. Wir begegnen wunderbar gezeichneten skurrilen Figuren und erleben mit Frank groteske Szenen. Statt dem idyllischen Dorfleben zu frönen, stolpert der Pechvogel in der verschneiten Winteratmosphäre in verwirrende Intrigen. Kein Cozy Crime, wie man anhand des Klappentextes vermuten könnte, sondern ein humorvoller historischer Kriminalroman. Genau das richtige Buch für lange Winterabende mit Tee und Inselwetter. Ich vergebe gerne fünf Sterne 🌟 🌟 🌟 🌟 🌟 für exzentrische Lesestunden .
Was für ein Roman! Annett Gröscher lässt uns teilhaben am Leben der Hanna Krause. Wer das ist? Wie bitte, Sie kennen Hanna Krause nicht? Hanna ist eine einfache Frau, vielleicht wohnt sie ja in Ihrer Nachbarschaft. ...
Was für ein Roman! Annett Gröscher lässt uns teilhaben am Leben der Hanna Krause. Wer das ist? Wie bitte, Sie kennen Hanna Krause nicht? Hanna ist eine einfache Frau, vielleicht wohnt sie ja in Ihrer Nachbarschaft. Sie ist keine Heldin, sie handelt rein pragmatisch. Was bleibt ihr auch übrig in diesem Leben, das ihr nichts schenkt. So viele Schicksalsschläge, so viele historische Ereignisse, die sich auf ihr Leben auswirken. Geboren im Kaiserreich durchlebt sie ein ganzes Leben in Deutschland, Kriege, eine Revolution, zwei Diktaturen. Sie liebt die Blumen, die in diesem Buch eine nicht unwichtige Rolle spielen, und muss doch ihren Beruf als Blumenbinderin mit dem der Kranführerin tauschen. Sie erträgt so vieles, und doch geht das Leben immer irgendwie weiter. Damit steht Hanna Krause symbolisch für all die unerzählten Frauenleben in diesem Land. "Schwebende Lasten" ist ein Buch mitten aus dem Leben derer, über die gemeinhin keine Bücher geschrieben werden. und gerade dadurch ist unglaublich lesenswert.
Das vorliegende Taschenbuch ist ein gut strukturierter und praktischer Werkzeugkasten für mehr Stabilität und Zuversicht im Alltag. Das Buch ist gut und übersichtlich strukturiert und verständlich geschrieben. ...
Das vorliegende Taschenbuch ist ein gut strukturierter und praktischer Werkzeugkasten für mehr Stabilität und Zuversicht im Alltag. Das Buch ist gut und übersichtlich strukturiert und verständlich geschrieben. Die zahlreichen Übungen sind einfach und praktisch umsetzbar und alltagstauglich. So beginnt bereits beim Lesen die Entschleunigung.
Lisa Zieglers Büchlein besticht auch äußerlich mit einem schönen und resistenten Cover, kleinformatig, so dass es gut in die Handtasche passt. So hat man die angebotenen Werkzeuge immer parat. Praktisch eben!
"Bleiche Erben - Inspektor Ruprecht und die Schönheit" ist der zweite Band einer Salzburger Krimireihe von Ernst Kaufmann. Erschienen ist das Buch im Salzburger Traditionsverlag Anton Pustet. Das Cover ...
"Bleiche Erben - Inspektor Ruprecht und die Schönheit" ist der zweite Band einer Salzburger Krimireihe von Ernst Kaufmann. Erschienen ist das Buch im Salzburger Traditionsverlag Anton Pustet. Das Cover hebt sich vom üblichen Krimi-Cover B - Kein Wunder, ist es doch ein Werk des Autors, wie der Klappentext verrät. Die Gestaltung des Vorgänger- und Nachfolgebandes sind im ähnlichen Stil, was ich bei einer Reihe nicht unwichtig finde. Auch erfahren wir dort, dass es gewisse Parallelen zwischen Ernst Kaufmann und Inspektor Martin Ruprecht gibt. Der Text zum Buch ist ein angenehmer Teaser, es wird nicht zu viel verraten. Auch die Haptik des Buches gefällt mir, es liegt gut in der Hand.
Das Buch liest sich angenehm, der Sprachstil ist flüssig und es gibt keine inhaltlichen Brüche.
Da ich den ersten Band (noch) nicht kenne, waren alle auftretenden Personen neu für mich. Hier liegt eine Schwachstelle des Buches, denn es war für mich anfangs nicht so einfach, mir den Inspektor und andere Protagonisten vorzustellen. Eine Person konnte ich bis zum Schluss nicht richtig einordnen. Mit Martin Ruprecht bin ich dennoch warm geworden, ein angenehmer und gebildeter Mensch mit ein paar netten bourgeoisen Marotten und Vorlieben (Oldtimer, gutes Essen, Zigarre, Jazz).
Mir gefällt wie langsam und akribisch sich aus ersten Splittern ein Fall herauskristallisiert. Wie genau Ruprecht recherchiert, untersucht und analysiert. Wie ein Jagdhund, der eine Fährte aufgenommen hat. Darin liegt aus meiner Sicht die eigentliche Spannung des Buches. Es geht darum, wer eigentlich verantwortlich ist für das Unrecht, welches hier aufgezeigt wird, und wer zur Verantwortung gezogen werden kann. Dabei geht es um internationale Verstrickungen, einen Konzernchef, die Aufsichtsbehörde und weitere Personen, die für Geld bereit sind alles zu tun.
Fazit: ich bin neugierig geworden auf den ersten Band, ebenso wie auf den angekündigten Folgeband. Sehr gerne vergebe ich für "Bleiche Erben" 4,5 Sterne.
Das Sujet des historischen Romans bedingt, dass die Autorin über eine Zeit schreibt, die sie nicht selbst erlebt hat. Ich konnte nicht recherchieren, wie alt Renée Rosen ist, wohl aber, dass sie in den ...
Das Sujet des historischen Romans bedingt, dass die Autorin über eine Zeit schreibt, die sie nicht selbst erlebt hat. Ich konnte nicht recherchieren, wie alt Renée Rosen ist, wohl aber, dass sie in den USA bereits mehrere erfolgreiche Romane abgeliefert hat. Leider ist davon bislang nur “Cosmopolitan - Die Zeit der Frauen” (im Original von 2019 “Park Avenue Summer”) auf Deutsch erschienen. Dieser Roman spielt 1965, und da sind wir also mittlerweile mit historischen Romanen angekommen.
Gleich das Cover ist ein Hingucker und versetzt die Leserin in eine Zeit, in der Autos noch Flossen hatten und Frauen sich das erste Mal in der Geschichte Rechte erkämpften, die man heute allzu oft für selbstverständlich hält. Sexuelle Selbstbestimmung, einen Beruf ausüben, unabhängig von einem Mann leben und arbeiten. In weiten Teilen der Welt ist das bis heute nicht realisiert. Und damals war es ganz neu und somit aufregend, modern, skandalös. Ein Bericht über weibliche Brüste in einer Frauenzeitschrift - Skandal! Eine Frau, die mit einem Mann ins Bett geht, ohne ihn heiraten zu wollen - Skandal! Eine Frau als Chefredakteurin einer Zeitschrift - Skandal!
Renée Rosen erzählt in ihrem Werk die Geschichte um die erste Ausgabe der Zeitschrift Cosmopolitan unter der Leitung von Helen Gurley Brown. Man kann das Buch nicht lesen, ohne ein Gespür dafür zu bekommen, wie alte weiße Männer durch Intrigen versuchen, eine Frau für ihre Zwecke zu benutzen, zu manipulieren und zu beschädigen. Vor diesem Hintergrund sollte man die Leistung von Gurley Brown betrachten. Sie war eine Pionierin, hat Lanzen gebrochen und Frauen Wege ermöglicht, die ihnen zuvor nicht offen standen. Gurley Brown war immer umstritten, und das zurecht. Auch andere Protagonistinnen der Women’s Lib wie Betty Friedan standen ihr kritisch gegenüber. Erst seit den 1990ern hat sich die feministische Sichtweise auf Gurley Brown gewandelt.
Doch in diesem Buch geht es gar nicht in erster Linie um die Chefin, sondern um ihre - fiktive - Sekretärin, die aus der Provinz nach New York City kommt, um den Lebenstraum ihrer verstorbenen Mutter zu leben. Ein genialer Schachzug von Rosen, der sich dadurch alle möglichen erzählerischen Freiheiten eröffnen, und die uns trotzdem so viel über Gurley Brown und diese aufregende Epoche erzählt. So beschreibt sie die damaligen In-Lokale ebenso wie die unterschiedlichen Stadtviertel. Wir lernen das glamouröse Leben der High Society ebenso kennen wie die Nöte einer jungen Fotografin, die sich entscheiden muss, ob sie von ihrem Gehalt Filme kauft oder etwas für den Kühlschrank. In diesem Roman wird geraucht, Alkohol getrunken und Menschen haben Sex miteinander. Aber es gibt auch ernste Momente. An manchen Stellen ist das Buch sehr amerikanisch, womit ich meine, dass es einen Hang zum Happy End gibt. Da ich nicht spoilern will, nur so viel: manchmal ist weniger mehr.
Die Übersetzung von Anita Nirschl gefällt mir sehr gut. Sie trifft den richtigen Ton der Zeit.
Alles in allem eine klare Leseempfehlung, hier mit 4,5 Sternen. Hoffentlich werden weitere Bücher von Renée Rosen ins Deutsche übersetzt. Ich wäre sehr gespannt auf
Apropos: Ich habe nur eine Cosmopolitan in meinem Leben gelesen und fand sie absolut furchtbar!
Zudem eine Trigger-Warnung: das Thema Magersucht spielt am Rande eine Rolle.