Platzhalter für Profilbild

jester

Lesejury Profi
offline

jester ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jester über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2021

Anspruchsvoller historischer Roman

Wo das Licht herkommt
0

Der Buchtitel hat mich neugierig gemacht. Der Klappentext haben mich dann zur Leseprobe greifen lassen. Das Buchcover mit den Kirschblüten sieht schön und filigran aus und das geschöpfte Papier am Anfang ...

Der Buchtitel hat mich neugierig gemacht. Der Klappentext haben mich dann zur Leseprobe greifen lassen. Das Buchcover mit den Kirschblüten sieht schön und filigran aus und das geschöpfte Papier am Anfang und am Ende des Buches ist außergewöhnlich. Clementine Skorpil schreibt teilweise mit Dialekt, was mir persönlich ganz gut gefällt, da die Geschichte dadurch authentisch wirkt. Das Leben einer Frau, die als Mann verkleidet im 18. Jahrhundert lebt, endete damals tödlich, wenn sie erwischt wurde.
Clementine Skorpil erzählt mit unterschiedlichen Schreibstilen (einfach, wenn es um die Kindheit geht und (teilweise sehr) gehoben, wenn es um die gebildete Hauptperson geht). Aufgrund des Klappentextes kennt man die Stationen der Hauptperson. Beim Lesen der einzelnen Kapiteln selbst ist es jedoch nicht immer sofort klar, wo die erzählte Handlung gerade spielt. Es ist ein anspruchsvoller Roman der gehobenen Art und vermutlich für viele Leser zu anstrengend. Ich denke, dass dieser Roman leichter zu lesen gewesen wäre, wenn ein Personenverzeichnis und eine Auflistung von nicht so gebräuchlichen Bezeichnungen im Buch enthalten gewesen wären. Daher habe ich einen Punkt abgezogen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.08.2025

Buchtitel passt nicht zu diesem lehrreichen Buch

Goebbels' Schatten
0

Ich hatte das Glück dieses Buch bei der Verlosung auf lovelybooks.de zu gewinnen. Darüber hatte ich mich sehr gefreut, da mich das Thema sehr interessiert hat und mir der sachliche Schreibstil der Leseprobe ...

Ich hatte das Glück dieses Buch bei der Verlosung auf lovelybooks.de zu gewinnen. Darüber hatte ich mich sehr gefreut, da mich das Thema sehr interessiert hat und mir der sachliche Schreibstil der Leseprobe auch sehr gut gefallen hatte. Ich kannte Werner Naumnann, der Schatten des damaligen Propagandaminister Joseph Goebbels, vorher nicht und so war ich auf diese Naumann-Verschwörung sehr gespannt.
Aufgrund des Buchtitels und des Klappentextes hatte ich inhaltlich jedoch einen ganz anderen Schwerpunkt erwartet. So bin ich davon ausgegangen, dass vor allem die Geschichte von Werner Naumann erzählt wird. Dem ist jedoch nicht so, das Buch ist sehr viel umfassender und vielschichtiger. Im Grunde genommen ist die Geschichte um Werner Naumann nur ein Erzählstrang, der anfänglich nur hin und wieder weiterentwickelt wird und in den Vordergrund gebracht wurde. Weitere Erzählstränge sind die letzten Tage im Führerbunker 1945, die Kurzbiographien des Propagandaministers Joseph Goebbels, seine Ehefrau Magda mit Kinder, Hitlers Geliebte Eva Braun sowie Martin Bormann. Anschließend werden dann nach dem verloren Krieg das Verhalten der Hauptangeklagten im Nürnberger Prozess ausführlich beschrieben etc.
Der Autor packt in seinen Seiten sehr viele interessante Informationen, die meine Lesegeschwindigkeit im Vergleich zu sonstigen „normalen“ historischen Romanen bremste. Diese geballte Information mit den ganzen Nebenstränge hat mich prinzipiell nicht gestört. Mich hat der Buchtitel jedoch sehr irritiert, da ich mich immer wieder fragte, was diese Informationen mit der „Naumann Verschwörung“ zu tun hat. Dies hat mein Lesevergnügen teilweise sehr getrübt.
Beeindruckt hat mich der QR-Code mit einem über 100seitigen Zusatzmaterial, wie zum Beispiel das Kapitel „Hitlers Gesundheit und der Eklat im Führerhauptquartier“ sowie über 26seitige biographische Zusatzinformationen über die wichtigsten in diesem Roman erwähnten Personen.
Mit den sprechenden Überschriften werden die ganzen Erzählstränge „geordnet“ zusammengefasst. Dabei haben die Kapitel im allgemeinen eine angenehme Länge.
Fazit:
Wie viel Sterne vergibt man einem Buch, dessen Buchtitel nicht zum Inhalt passt? Mit einem passenden Titel hätte ich vermutlich noch 4 Sterne vergeben, so werden es noch gnädige 3 Sterne.
Ich rate dem Verlag den Buchtitel abzuändern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.05.2025

Verheerendes Schweigen

Vor hundert Sommern
0

Das kunstvolle Buchcover, das eine junge lesende Frau, die einsam auf einem Baum sitzt und liest, passt optimal zur Geschichte. Die Buchwidmung „ All denen gewidmet, denen das Gefühl nicht dazuzugehören, ...

Das kunstvolle Buchcover, das eine junge lesende Frau, die einsam auf einem Baum sitzt und liest, passt optimal zur Geschichte. Die Buchwidmung „ All denen gewidmet, denen das Gefühl nicht dazuzugehören, ein ständiger Begleiter ist“ informiert den Leser, dass es auch um das Thema 'Außenseiter' geht. Wir werden durch unsere Erziehung geprägt. Traumata werden von Generation zu Generation weitergegeben. Diese Erfahrung machen auch Anja sowie ihre Tochter Lena, die seit ihrer Kindheit eine Außenseiterin ist und deshalb in Therapie geht. Beim Ausräumen der Wohnung von Lenas Großmutter Elisabeth stoßen sie auf Gegenstände von Lenas Urgroßtante Clara, die in der Familie totgeschwiegen wurde. Die Autorin schafft es geschickt, die Geschichte um Clara sehr packend zu erzählen. Alle Protagonisten dieser Zeitebene sind glaubhaft, lebendig und vor allem Clara ist sehr sympathisch dargestellt. Die Protagonisten der Gegenwart haben mich jedoch nicht ganz überzeugt. Anja mit ihrem Eisbaden, um überhaupt etwas zu spüren, fand ich noch glaubhaft. Bei der Protagonistin Lena hat die Autorin die Themen 'unverpackte Waren kaufen', 'Secondhand Ware tragen' und auch 'das Aussetzen von Hunden nach der Corona-Zeit', 'Mobbing in den Socialen Medien', 'Politik in Nahost mit Israel-Palästina-Konflikt' etc. oberflächlich angerissen. Ich habe auch auf Seite 165 das sorgfältige Recherchieren der Renten-Regelaltersgrenze vermisst, die „nur“ 65 Jahre und 11 Monate beträgt (und nicht 67 Jahre, wie im Buch nachzulesen ist). Mir war diese Vielzahl dieser Themen persönlich etwas zu viel. Bei den ständigen Wechsel zwischen beiden Zeitebenen war ich froh, wenn es mit der „historischen“ Zeitebene und die Geschichte um Clara weiterging.
Fazit:
Aufgrund des historischen Teils vergebe ich noch 3 Sterne und ich kann hier nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2025

Eine Prophezeiung wird wahr

Die Brücke von London
0

In dem historischen Roman „die Brücke von London“ erzählt der Autor Julius Arth (Pseudonym) auf unterhaltsame Weise das Leben einer verwitweten Tuchhändlerin und eines Straßenjungens Mitte des 18. Jahrhunderts ...

In dem historischen Roman „die Brücke von London“ erzählt der Autor Julius Arth (Pseudonym) auf unterhaltsame Weise das Leben einer verwitweten Tuchhändlerin und eines Straßenjungens Mitte des 18. Jahrhunderts in London, die per Zufall zueinander finden. Darin enthalten ist auch eine Liebesgeschichte, die mir ganz gut gefallen hat. Die Charaktere sind liebevoll ausgestaltet und in Szene gesetzt. Es gibt noch die Zeitebene Anfang des 13. Jahrhunderts, in dem es um den Brückenbau der Londoner Brücke und um ein ungesühntes Verbrechen geht. Diese Zeitebene mit dem Mystischen hat mir nicht so gut gefallen. Daher habe ich einen Stern abgezogen.
Das Buch an sich ist sehr gut strukturiert. Mir fehlte jedoch ein Personenverzeichnis und ein historischer Stadtplan von London. Des Weiteren habe ich ein Nachwort des Autors mit erläuternden Informationen, was real und was fiktiv ist, vermisst. Daher habe ich einen weiteren Stern abgezogen.
Fazit:
Aufgrund des flüssigen Schreibstils und da mich die Geschichte der Londoner Brücke interessierte, habe ich das Buch recht zügig gelesen. Es ist ein netter „Strand“roman.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.10.2024

Nette Geschichte

Herrliche Zeiten - Die Himmelsstürmer
0

Peter Prange hat mit seinem neuesten Buch „Herrliche Zeiten“ einen weiteren knapp 700 Seiten dicken Wälzer geschrieben. Aufgrund der hervorragenden Struktur des Buches – es besteht aus 3 großen Teilen ...

Peter Prange hat mit seinem neuesten Buch „Herrliche Zeiten“ einen weiteren knapp 700 Seiten dicken Wälzer geschrieben. Aufgrund der hervorragenden Struktur des Buches – es besteht aus 3 großen Teilen mit Nennung der Jahreszahlen - weiß man im Groben in welchem Jahr die Handlungen gerade spielen. Die einzelnen Kapitel sind teilweise auch sehr kurz, so dass man das Buch immer wieder schnell zur Hand nehmen kann, um weiterzulesen, auch wenn man gerade nicht so viel Zeit hat.
Ich fand das Personenverzeichnis mit Nennung der wichtigsten Personen am Ende des Buches sehr hilfreich. Die historisch belegten Personen sind dabei gesondert gekennzeichnet. Somit kann man auch die Handlungen auf historische Korrektheit nachvollziehen.
Es werden alle drei Handlungsstränge kapitelweise abwechselnd weitergesponnen, so dass man alle drei Hauptprotagonisten nicht aus dem Auge verliert. Dieses Buch ist sehr vielschichtig. Ich fand jedoch keinen der drei Handlungsstränge durchgehend so richtig überzeugend, da die Protagonisten für sehr lange Zeit blass blieben.
Fazit:
Es ist eine nette Geschichte von drei Personen, die im Jahr 1871 noch den Himmel stürmen wollten

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere