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Veröffentlicht am 29.04.2025

leider eher oberflächlich

Der Sonne entgegen
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"Der Sonne entgegen" klang für mich nach einem perfekten Liebesroman für zwischendurch: Italien, Sommer, ein bisschen Abenteuer und natürlich Romantik. Leider blieb die Geschichte für mich insgesamt eher ...

"Der Sonne entgegen" klang für mich nach einem perfekten Liebesroman für zwischendurch: Italien, Sommer, ein bisschen Abenteuer und natürlich Romantik. Leider blieb die Geschichte für mich insgesamt eher oberflächlich und vorhersehbar, auch wenn es einige unterhaltsame Stellen gab.

Inhaltlich geht es um Romy, die nach einem heftigen Streit mit ihrem Verlobten kurzerhand aus ihrem alten Leben flieht. Als sie auf dem Parkplatz Valentin sieht – einem Mann, dem sie erst am Tag zuvor auf einer Kunstauktion begegnet ist –, reagiert sie impulsiv und steigt einfach in sein Auto. Zusammen mit einem ersteigerten Gemälde im Kofferraum, das Valentin nach Italien bringen soll, beginnt ein Roadtrip, bei dem die beiden sich langsam näherkommen. Doch Romys Vergangenheit ist noch nicht abgeschlossen, und auch Valentin trägt ein Geheimnis mit sich.

Obwohl ich mich auf eine sommerliche Liebesgeschichte mit Italien-Feeling gefreut hatte, fehlte mir leider die Tiefe. Romy und Valentin blieben – wie auch alle anderen Charaktere – recht blass. Die Entwicklungen zwischen ihnen wirkten teilweise zu einfach und wenig spannend.

Wer eine lockere, schnell zu lesende Geschichte ohne große Überraschungen sucht, wird hier sicher auf seine Kosten kommen. Für mich war es nette Unterhaltung, aber nichts, was lange im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

leider enttäuschend

Bis die Sonne scheint
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Leider konnte mich Bis die Sonne scheint überhaupt nicht abholen. Ich hatte mir viel von diesem Roman erhofft – eine bewegende Familiengeschichte, ein Blick in vergangene Zeiten und vielleicht sogar ein ...

Leider konnte mich Bis die Sonne scheint überhaupt nicht abholen. Ich hatte mir viel von diesem Roman erhofft – eine bewegende Familiengeschichte, ein Blick in vergangene Zeiten und vielleicht sogar ein bisschen Nostalgie. Bekommen habe ich stattdessen eine langatmige Handlung mit vielen Zeitsprüngen, die mich beim Lesen eher gestört als bereichert haben.

Die Geschichte springt zwischen Daniels Konfirmationsvorbereitungen 1983 und der Vergangenheit seiner Eltern hin und her. Besonders die Abschnitte über die Eltern – ihre gescheiterten Geschäftsideen, ihre Versuche, den Schein zu wahren – haben mich einfach nicht interessiert. Womöglich liegt das auch daran, dass ich als Kind der 90er den vermeintlichen Charme der 80er nicht wirklich nachvollziehen kann.

Auch der Schreibstil war leider gar nicht mein Fall – stellenweise zu ausschweifend, dann wieder zu nüchtern. Emotionen sind bei mir kaum angekommen, obwohl die Familie eigentlich vor dem kompletten Ruin steht.

Zugegeben, die Idee der Geschichte hat Potenzial: eine Familie, die trotz finanzieller Not versucht, optimistisch zu bleiben und das Leben zu genießen. Doch die Umsetzung war für mich zu zäh, zu sprunghaft und einfach nicht fesselnd.

Schade – vielleicht wäre der Roman für ein anderes Publikum passender, aber mich konnte er leider nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

interessant

Wackelkontakt
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Wackelkontakt ist ein Roman, der definitiv aus dem Rahmen fällt – und genau das ist sowohl seine Stärke als auch seine Schwäche. Die Grundidee ist clever: Franz Escher wartet auf einen Elektriker, weil ...

Wackelkontakt ist ein Roman, der definitiv aus dem Rahmen fällt – und genau das ist sowohl seine Stärke als auch seine Schwäche. Die Grundidee ist clever: Franz Escher wartet auf einen Elektriker, weil seine Steckdose einen Wackelkontakt hat. Um sich die Zeit zu vertreiben, liest er ein Buch über Elio Russo, einen Mafia-Kronzeugen, der im Gefängnis sitzt, auf seine Entlassung wartet und aus Angst nicht schlafen kann. Auch Elio liest ein Buch – über Franz Escher, der auf den Elektriker wartet...

Was sich anfangs wie zwei halbwegs normale Geschichten liest, verwandelt sich nach und nach in ein raffiniertes Spiel mit Realität und Fiktion. Die Ebenen überlagern sich, die Figuren lesen sich gegenseitig, und irgendwann weiß man als Leser nicht mehr, welche Geschichte „wirklich“ ist – oder ob es so etwas in diesem Buch überhaupt gibt.

Einerseits fand ich das faszinierend: Wolf Haas gelingt es, mit Sprache, Struktur und Perspektive zu spielen wie kaum ein anderer. Andererseits war mir das alles manchmal einfach zu viel. Man wird ständig in die Irre geführt, hangelt sich von einem Hinweis zum nächsten, nur um festzustellen, dass auch der wieder in Frage gestellt wird. Das kann spannend sein, wirkt aber irgendwann auch ein wenig ermüdend.

Unterm Strich bleibt Wackelkontakt ein intelligenter, ungewöhnlicher Roman mit vielen originellen Einfällen – aber auch einer verwirrenden Erzählstruktur, die nicht jeden mitnimmt. Wer gern literarische Irrgärten betritt, ist hier gut aufgehoben. Für mich war’s interessant, aber nicht ganz überzeugend.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

interessantes Debüt

Das Leben fing im Sommer an
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Ich war sehr gespannt, ob ein Fußballer einen guten Roman schreiben kann – und wurde positiv überrascht. Christoph Kramer erzählt die Geschichte von Chris, den wir drei Tage lang im Sommer seiner ersten ...

Ich war sehr gespannt, ob ein Fußballer einen guten Roman schreiben kann – und wurde positiv überrascht. Christoph Kramer erzählt die Geschichte von Chris, den wir drei Tage lang im Sommer seiner ersten großen Liebe begleiten. Auch wenn es heißt, die Figuren seien frei erfunden, lässt sich kaum leugnen, dass der Protagonist nicht nur den Namen mit dem Autor gemeinsam hat.

Besonders gut gefallen hat mir die nostalgische Atmosphäre. Da ich selbst in den 90ern geboren wurde, konnte ich mich in vielen Details wiederfinden. Die Geschichte weckt Erinnerungen an die eigene Jugend, an unvergessliche Sommer und erste große Gefühle.

Dennoch gab es einige Kritikpunkte. Vieles blieb für mich zu oberflächlich – sowohl die Charaktere als auch die Handlung hätten mehr Tiefe vertragen. Zudem war das Lesen über große Strecken ziemlich zäh, es fehlte einfach an Spannung oder besonderen Momenten, die mich wirklich mitgerissen hätten.

Alles in allem ein solider Debütroman mit schönen Ansätzen, aber auch einigen Längen. Wer Lust auf eine sommerliche Coming-of-Age-Geschichte mit Nostalgiefaktor hat, kann einen Blick hineinwerfen – große literarische Höhen darf man jedoch nicht erwarten.

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Veröffentlicht am 24.03.2025

für Kalligraphie-Liebhaber

Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen
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Ich liebe koreanische und japanische Geschichten dieser Art, deshalb war ich sofort neugierig auf "Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen". Die Atmosphäre ist wirklich toll – ein kleiner, gemütlicher Schreibwarenladen, ...

Ich liebe koreanische und japanische Geschichten dieser Art, deshalb war ich sofort neugierig auf "Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen". Die Atmosphäre ist wirklich toll – ein kleiner, gemütlicher Schreibwarenladen, in dem Hatoko die Briefe anderer Menschen verfasst und dabei in die unterschiedlichsten Geschichten eintaucht.

Allerdings hatte ich während des Lesens ständig das Gefühl, dieses Buch in anderer Form schon einmal gelesen zu haben. Es gibt bereits viele Bücher mit einer ähnlichen Prämisse, die mich mehr berühren oder überraschen konnten. Auch wenn die einzelnen Aufträge, die Hatoko übernimmt, interessant sind, fehlte mir manchmal die emotionale Tiefe.

Für Fans von ruhigen, besinnlichen Geschichten oder Kalligraphie-Liebhaber ist das Buch sicher eine schöne Wahl. Ich persönlich kenne aber bereits stärkere Romane in diesem Genre.

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