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Veröffentlicht am 11.04.2025

Spannende Story vor der atemberaubenden Kulisse Alaskas

Kodiak Echoes – Hide me
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Das Cover ist wirklich gelungen. Ich mag die dunklen Bäumen, in denen die helle, farbenfrohe Schrift zu verschwinden scheint. Das passt perfekt zu der Geschichte und macht sich wunderbar im Regal.

Die ...

Das Cover ist wirklich gelungen. Ich mag die dunklen Bäumen, in denen die helle, farbenfrohe Schrift zu verschwinden scheint. Das passt perfekt zu der Geschichte und macht sich wunderbar im Regal.

Die Story hat mich ebenfalls direkt gereizt: Nachdem die Softwareentwicklerin Brynn Callahan dabei geholfen hat, ein Verbrechen aufzudecken, muss sie untertauchen und wird im Zuge eines Zeugenschutzprogramms nach Echo Cove in Alaska. Unter falschem Namen zieht sie in ein heruntergekommenes Cottage mitten im Nirgendwo, wo es neben misstrauischen Einwohnern auch riesige Kodiakbären gibt. Ausgerechnet vor einem der Exemplare wird Brynn von ihrem verschlossenen Nachbarn Archer Flint gerettet, der in dem Schutzreservat als Wildhüter arbeitet. Auch wenn er zunächst so gar nicht begeistert von seiner neuen Nachbarin ist, kommen sie sich mit der Zeit doch näher. Doch immer wieder wird sie vor Archer gewarnt, schließlich hat dessen Bruder vor vielen Jahren seine damalige Freundin umgebracht, bevor er selbst spurlos verschwand. Da Brynn nicht glauben kann, dass er irgendetwas mit dem Verschwinden seines Bruders oder dem Mord an dessen Freundin zu tun hat, beginnt sie Nachforschungen anzustellen und stößt auf ein tödliches Geheimnis, das nicht nur sie in Lebensgefahr bringt.

Ich fand sowohl die Idee als auch das Setting des Buches wirklich spannend, sodass ich es unbedingt lesen wollte, Zum Glück hat es mich, bis auf ein paar Kleinigkeiten, wirklich überzeugen können. Das liegt auch an dem gelungenen Schreibstil, der eher ruhig und leicht ist, dabei aber von der ersten Seite fesselt. Ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht und habe das Buch innerhalb von zwei Tagen komplett gelesen.

Dazu trägt definitiv auch das Setting der Geschichte bei. Ich mochte, dass es (mehr oder weniger) in der Wildnis von Alaska spielt und man zumindest eine Idee davon bekommt, wie anders die Welt dort aussieht. Allerdings hätte das für mich ruhig eine größere Rolle spielen können und vermutlich ist genau das auch mein größter Kritikpunkt an dem Buch. Das Setting wirkt oft sehr austauschbar und spielt keine große Rolle, vielmehr könnte sich die Handlung mit kleineren Abwandlungen in nahezu jeder amerikanischen Kleinstadt abspielen. Ich fand das ein bisschen schade, weil mich gerade dieses Setting gereizt hat und es mir schon gereicht hätte, wenn Brynn zusammen mit Archer einfach mal wandern gegangen wäre. Sie ist ein Stadtkind, deswegen würde es schon reichen, wenn sie vielleicht einen der kürzeren Wanderwege nehmen würden und er ihr ein bisschen das Schutzgebiet zeigen würde. Doch stattdessen verirrt sie sich dauernd zufällig dort hinein und muss von ihm gerettet werden, was mich mit der Zeit auch etwas genervt hat. Ich kann sogar verstehen, dass sie sich in einer vulnerablen Lage befindet und deswegen oft (zu recht) panisch reagiert, aber dafür handelt sie oft sehr naiv und fast schon leichtsinnig. Ich kann gewisse Handlungen zumindest in einem gewissen Maße verstehen, aber anderes wiederum auch gar nicht. Dabei mag ich Brynn eigentlich recht gerne, ich finde mutig, wie sie gehandelt hat, obwohl sie wusste, was mögliche Konsequenzen sein können und dass sie trotz dessen, dass sie getrennt von allem, was ihr wichtig ist, nie von ihrer Aussage abrückt. Allerdings hatte ich nie so richtig das Gefühl, die wahre Person kennenlernen zu können, die sie ist, sondern immer nur kleinere Versionen von ihr, die aufblitzen, wenn sie vergisst, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Ich hatte gerne mehr von ihrer wirklichen Persönlichkeit erlebt, auch wenn ich verstehe, warum das nicht möglich war. Auch Archer habe ich nie so komplett erfassen können, weil es wirklich lange dauert, bis er seine abweisende Haltung ablegt. Auch bei ihm verstehe ich das vollkommen, aber es hat es mir dennoch schwer gemacht, ihn wirklich ins Herz zu schließen. Natürlich wird schon früh deutlich, dass er ein guter Mensch ist, der sich mit allem, was er hat, für den Schutz der Bären einsetzt. Ich glaube, es hätte mir besser gefallen, wenn ich beide mehr bei ihrem Alltag hätte begleiten können, aber dafür bleibt oft gar nicht wirklich Zeit, weil sich alles so schnell entwickelt.

Das klingt alles deutlich kritischer als ich es beim Lesen empfunden habe, aber ich hätte einfach gerne mehr über die beiden erfahren und ein besseres Gefühl für die Charaktere bekommen. Da noch nicht alles aufgeklärt ist, bin ich auf jeden Fall auf den zweiten Teil gespannt und werde ihn definitiv lesen wollen.

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Spannender Thriller mit tollem Setting

The Surf House
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Das Cover des Buches gefällt mir recht gut, auch wenn es nicht unbedingt aus der Masse heraussticht. Dennoch passt die Darstellung von Palmen vor einem ruhigen Meer hervorragend zu der Geschichte, besonders ...

Das Cover des Buches gefällt mir recht gut, auch wenn es nicht unbedingt aus der Masse heraussticht. Dennoch passt die Darstellung von Palmen vor einem ruhigen Meer hervorragend zu der Geschichte, besonders weil es wirkt, als würde sich außerhalb des Bildausschnitts mehr verbergen, als man auf den ersten Blick sehen kann.

Die Geschichte hat mich ebenfalls direkt gereizt: Bea reist als gefragtes Model um die Welt. Doch sie hasst ihren Job und als sie dann in Marokko angekommen ist, verlässt sie spontan das Shooting. Alleine in Marrakesch fühlt sie sich direkt viel freier, doch dann wird sie von zwei Männern überfallen. Sie nehmen ihr ihr Geld, ihren Pass und ihren Rucksack ab und gerade als sie sie auch körperlich bedrohen, wird sie von Marnie gerettet. Die junge Frau bietet ihr an, eine Zeitlang in dem Surf House unterzukommen, das sie zusammen mit ihrem Freund betreibt. Dort kann Bea trotz der schrecklichen Ereignisse in Marrakech endlich durchatmen und beim Surfen so richtig abschalten. Immer wieder hört Bea in dieser Zeit von Savannah, in deren alten Zimmer sie momentan wohnt und die sich scheinbar nach Südafrika aufgemacht hat. Doch dort scheint sie nie angekommen zu sein und als sich die Geschichten der Leute, die Bea bereits in ihr Herz geschlossen hat, widersprechen, beginnt sie nachzuforschen und stößt dabei auf Geheimnisse, die besser nie ans Licht gekommen wären.

Ich war sehr gespannt auf die Geschichte, besonders weil ich das Setting spannend fand und endlich mal wieder einen guten Thriller lesen wollte. Zum Glück wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht, denn das Buch hat mich von Anfang an gut unterhalten. Dazu trägt auch der Schreibstil viel bei. Er hat es in seiner leichten, unaufgeregten Art direkt geschafft, mich in die Geschichte zu ziehen und dafür zu sorgen, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

Bei den Charakteren war ich etwas zwiegespalten. Vor allem zu Beginn habe ich gebraucht, um mit Bea warm zu werden. Ihre Unsicherheit und Naivität haben mich ehrlich gesagt sogar ein wenig genervt, auch wenn ich es sogar verstehen konnte. Seit sie ein Teenager ist, modelt sie, ihre Agentin will, dass sie funktioniert und ihre Mutter, dass sie Geld verdient, keiner kümmert sich wirklich um Bea als Mensch. Deswegen fand ich es unglaublich mutig, als sie sich dazu entscheidet einfach hinzuwerfen, selbst wenn der Zeitpunkt möglicherweise etwas unpassend war. Umso besser gefiel es mir, sie aufblühen zu sehen. Ihre Begeisterung fürs Surfen und dass sie immer mehr für sich selbst einsteht, gefiel mir wirklich gut. Mit den anderen Protagonisten habe ich mich da noch deutlich schwerer getan, weil sie irgendwie oberflächlich blieben. Das lag natürlich auch daran, dass so gut wie alle etwas zu verbergen hatten und nie wirklich ehrlich zu Bea sind, sodass mir etwas schwer fiel, sie als Personen so richtig zu greifen.

Alles in allem habe ich das Buch unglaublich schnell durchgelesen, weil mich die Story wirklich gefesselt hat und ich unbedingt wissen wollte, was genau passiert ist, obwohl die Handlung zum Teil etwas vorhersehbar war und ich die Charaktere nicht immer richtig fassen konnte.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Gelungene Story mit sehr offenem Ende

The First to Fall
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Ich liebe die Gestaltung des Buches. Das Cover und der Farbschnitt passen mit ihren Herbstfarben und der Darstellung der Berge perfekt zur Geschichte, ohne zu viel zu verraten. Außerdem macht es sich einfach ...

Ich liebe die Gestaltung des Buches. Das Cover und der Farbschnitt passen mit ihren Herbstfarben und der Darstellung der Berge perfekt zur Geschichte, ohne zu viel zu verraten. Außerdem macht es sich einfach hervorragend im Regal.

Die Story hat mich ebenfalls gereizt: Nach einem schrecklichen Vorfall auf einer Bergtour mit Freunden zerplatzen Jakobs Träume mit einem Schlag. Da die Polizei nicht an einen Unfall glaubt, darf er das Land nicht verlassen und kann nicht an der Qualifikation im Klettern für Olympia in Shanghai teilnehmen. Frustriert kehrt er in das verschuldete Alpenchalet seiner Mutter zurück und versucht alles, um wenigstens das vor dem Ruin zu bewahren. Doch dann taucht Aurora auf, von der von Anfang an fasziniert ist. Ohne zu wissen, welches furchtbare Ereignis sie verbindet, kommen sie einander näher, doch Jakob ist sich sicher, dass er es nach alldem, was passiert ist, nicht verdient glücklich zu sein und Aurora will unbedingt herausfinden, wie ihre Schwester ums Leben kam, ohne zu wissen, was Jakob dabei für eine Rolle gespielt hat.

Ich mochte die Breaking-Waves-Reihe von Kristina Moninger unglaublich gerne und habe mich deswegen auch schon auf dieses Buch gefreut, zum Glück hat es mich nicht enttäuscht. Das liegt auch an ihrem Schreibstil, der es jedes Mal schafft, mich schon auf den ersten Seiten abzuholen und dafür zu sorgen, direkt in die Geschichte einzutauchen. Gleichzeitig ist ihre Art zu erzählen aber auch sehr leicht und unkompliziert, sodass man nahezu durch die Seiten fliegen kann, ohne zu merken, wie viel Zeit vergangen ist.

Das liegt auch an der Story, die mich ab der ersten Seite gefesselt hat und ich unbedingt wissen wollte, was genau passiert ist. Es ist von Anfang an klar, dass Jakob dabei gewesen sein muss, als Auroras Schwester Emilia in den Felsenhimmel, eine nahezu unbezwingbare Schlucht in den italienischen Alpen, gestürzt ist. Allerdings bleibt lange offen, wie genau der Sturz ablief und ob es wirklich ein Unfall war. Ich hatte natürlich meine Theorien, habe mich und auch Jakob aber immer wieder hinterfragt, auch wenn es eigentlich nicht zu seinem Charakter gepasst hätte, dass er was mit Emilias Absturz zu tun hat. Dadurch dass man aber immer wieder sowohl Jakobs als auch Auroras Sichtweise erhält und dazu noch Rückblenden, was rund um den Sturz passiert, war schon zu Beginn der Story klar, was die beiden verbindet, auch wenn sie es selbst nicht wissen. Vielleicht war es das, was die Story für mich an manchen Stellen ein bisschen langwierig hat, erscheinen lassen, dass man als Leser schon wusste, welche Probleme noch zwischen den beiden stehen würden, auch wenn ihnen das selbst nicht klar war.

Das hätte mich aber alles nicht weiter gestört, zumal ich die Charaktere sehr fest ins Herz geschlossen habe. Sie haben es mir beide nicht immer leicht gemacht, weil sie auf ihre unterschiedlichen Arten sehr stur und in ihren Wegen eingefahren sein konnten, aber ich mochte, wie gerade das immer wieder dafür sorgt, dass sie einander herausfordern. Jakobs Verschlossenheit und seine zum Teil unverschämte Art gegenüber Aurora fand ich an manchen Stellen zu extrem, aber ich konnte ihn meistens trotzdem verstehen. Ebenso fand ich Aurora manchmal zu forsch, sie wollte manchmal einfach zu viel zu schnell, aber gerade dadurch ergänzen sie sich hervorragend und sorgen dafür, dass der andere nicht einfach das tun kann, was er will, sondern immer wieder das eigene Verhalten auch reflektieren muss.

Mein größtes Problem bei dem Buch war vermutlich das Ende, weil es so viele lose Enden gibt (die mit dem letzten Kapitel noch einmal ausgefranst sind) und ich nicht so richtig weiß, wie die alle im nächsten Teil noch zusammengeführt werden sollen. Ich bin mir sehr sicher, dass Kristina Moninger das schaffen kann, aber da es dann um Verena gehen wird, fehlt mir so ein bisschen mein Abschluss mit Aurora und Jakob. Natürlich wird man mitbekommen, wie es ihnen geht, besonders wenn Verena sich zusammen mit ihnen am Felsenhimmel aufhält, aber ich hätte gerne vor dem schon überraschenden Cliffhanger mehr darüber erfahren, wie ihre Pläne sind, wie sie die Vergangenheit aufarbeiten und so viel mehr. Es fühlte sich nicht so richtig, wie ein Abschluss ihrer Geschichte an und ich hätte mir sogar gewünscht, diese im nächsten Teil nochmal in den Fokus zu nehmen, bevor Verena ihre Geschichte erzählen kann. Nichtsdestotrotz werde ich den nächsten Teil auf jeden Fall lesen und vermutlich an dessen Ende verstehen, warum das Buch auf diese Art geendet ist und freue mich schon darauf, endlich Antworten auf alle meine Fragen zu bekommen.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Spannende Story, aber nicht immer durchschaubare Charaktere

Five Survive
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Das Cover des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Zum einen, weil es hervorragend zu den anderen Büchern von Holly Jackson passt, gleichzeitig aber nicht genauso aussieht wie die Bücher der AGGTM-Reihe, ...

Das Cover des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Zum einen, weil es hervorragend zu den anderen Büchern von Holly Jackson passt, gleichzeitig aber nicht genauso aussieht wie die Bücher der AGGTM-Reihe, zum anderen passt es perfekt zum Inhalt, ohne zu viel preiszugeben.

Die Story hat mich ebenfalls direkt angesprochen: Redford Kenny ist zusammen mit ihrer besten Freundin Maddy in einem Camper auf dem Weg sich mit gemeinsamen Freunden zum Spring Break zu treffen. Begleitet werden sie von Maddys Bruder Oliver, dessen Freundin Reyna und ihren Schulfreunden Simon und Arthur. Als dann der riesige Camper auf einer Straße mitten im Nirgendwo liegenbleibt und sie keinen Empfang mehr haben, scheint die bisher heitere Stimmung erst einmal getrübt. Doch es kommt noch schlimmer, denn im Dunkeln vor dem Wohnwagen lauert ein Scharfschütze, der sie per Funkgerät dazu auffordert, ihm ein bestimmtes Geheimnis preiszugeben, um sie nicht alle zu erschießen. Nach und nach müssen alle ihre Geheimnisse offenbaren und die Spannungen innerhalb der Gruppe steigen, denn nicht alle werden diese Nacht überleben.

Ich liebe die Art, wie Holly Jackson ihre Geschichten erzählt und da bildet auch dieses Buch zum Glück keine Ausnahme. Reds Geschichte und die ihrer Freunde hat mich ab der ersten Seite in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Ich musste unbedingt wissen, worin das Geheimnis besteht und wer etwas zu verbergen hat.

Diese Spannung liegt auch an den Charakteren. Obwohl die Geschichte aus Reds Perspektive erzählt wird und sie alle ihre Mitfahrer relativ gut kennt, kann man dennoch von Beginn an, nie einschätzen, wem man wirklich vertrauen kann. Zu Beginn schien es noch, als würden die verschiedenen Charaktere sehr klar nach gewissen Schemata handeln, doch je weiter man liest, desto weniger vertraut man den Personen. Selbst bei Red ist von Anfang an klar, dass sie etwas verbirgt und ich war mir nie ganz sicher, ob ich ihr als Person vertrauen kann. Dadurch hatte ich so meine Probleme, eine richtige Verbindung zu allen aufbauen zu können. Ich habe immer daran gezweifelt, ob sie nicht etwas verbergen und vielleicht bewusst, die Ängste der anderen schüren, um eigene Interessen durchzusetzen. Es sorgt aber auch dafür, dass ich das Buch unglaublich schnell durchgelesen habe, weil ich unbedingt wissen wollte, wer welches Geheimnis hat und ob ich mich in meinen Vermutungen vielleicht doch täusche. Auch Red hat es mir ein bisschen schwer gemacht, zwar fand ich gut, dass sie einen klaren moralischen Kompass hat und auch meistens danach handelt, aber dadurch dass sie weder ihren Freunden noch dem Leser gegenüber ehrlich ist, macht es für mich schwierig, sie als Charakter komplett greifen zu können.

Alles in allem hat mich die Story aber dennoch ab der ersten Seite gefesselt. Der Schreibstil löst einen unglaublichen Sog aus und obwohl ich nie ganz warm mit den Charakteren geworden bin, wollte ich trotzdem unbedingt wissen, was ihre Geschichte ist und vor allem hinter wem der Sniper her ist.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Tolles Setting, aber etwas unglaubwürdige Entwicklung

Dark Cinderella
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Die gesamte Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich liebe das orange-marmorierte Muster, die das gesamte Buch wie mit Aquarellfarben bemalt wirken lassen. Außerdem sieht der Farbschnitt mit der ...

Die gesamte Gestaltung des Buches ist wirklich gelungen. Ich liebe das orange-marmorierte Muster, die das gesamte Buch wie mit Aquarellfarben bemalt wirken lassen. Außerdem sieht der Farbschnitt mit der Abbildung von den beiden Protagonisten auf dem ersten und zweiten Teil wirklich toll aus.

Die Story klang ebenfalls sehr vielversprechend: Sofia Larsson ist geschockt, als sie auf der Toilette eines Edel-Clubs eine bewusstlose Frau vorfindet, noch mehr, als sie erkennt, dass es sich dabei um Prinzessin Linnea von Skonien handelt. Obwohl ihr klar ist, dass die Prinzessin eine Überdosis genommen hat, zögert sie nicht lange und ruft einen Rettungswagen. Im Krankenhaus trifft sie Kronprinz Maximilian von Skonien und wider Willen ist sie angetan von ihm. Denn Sofia war nicht zufällig in dem Club. Seit Monaten wird ihre beste Freundin Alva vermisst und Sofias letzte Spur zu ihr, ist das skonische Königshaus. Als ihr eine Stelle als Buchpflegerin im Gegenzug für ihr Schweigen angeboten wird, nimmt sie an, in der Hoffnung, mehr über Alva herausfinden zu können. Doch je mehr sie über den Prinzen herausfindet, desto schwerer fällt es ihr, ihn als Menschen nicht zu mögen und Maximilian scheint es ähnlich zu gehen, doch kann Sofia ihm wirklich vertrauen?

Ich mag die Art, wie Anya Omah schreibt unglaublich gerne. Zwar brauche ich jedes Mal einen kleinen Moment, um richtig in die Geschichte zu finden, weil sie eine sehr besondere Art zu schreiben hat, die mich an manchen Stellen kurz innehalten lässt. Aber wenn ich erstmal richtig in der Geschichte bin, merke ich das gar nicht mehr und fliege nur so durch die Zeilen.

Ich habe auch die Charaktere ziemlich schnell ins Herz geschlossen, auch wenn ich nicht alles, was sie tun, gutheiße. Beide haben von Anfang an Hintergedanken dabei, wenn sie sich näherkommen. Sofia will Hinweise auf ihre verschwundene Freundin finden und Maximilian seine Schwester schützen. Ich kann bei beiden die Motive verstehen und auch, dass sie dem anderen nicht komplett vertrauen, aber es war für mich manchmal schwierig zu erkennen, wie aufrichtig, ihre Anziehung war. Natürlich hat man durch die abwechselnden Perspektiven der beiden Protagonisten immer einen Einblick in deren Gefühle und Emotionen, aber sie waren eben auch selten komplett ehrlich zu sich selbst. Das hat dazu geführt, dass es etwas gebraucht hat, bis ich die Beziehung zwischen den beiden so richtig greifen konnte. Ich mochte sie dennoch als Personen unglaublich gerne, weil beide sich unbedingt für die Dinge einsetzten, die ihnen wichtig sind. Dabei ist vor allem Maximilian ganz anders, als man zunächst denkt. Er hat ein gewisses Image, das er als Kronprinz aufrechterhalten muss und ich fand es schön zu sehen, wie er diese Person vor Sofia Schritt für Schritt ablegt. Auch Sofia mochte ich direkt, sie ist gnadenlos ehrlich und kämpft für das, was ihr wichtig ist. Manchmal fand ich sie dem Königshaus gegenüber etwas zu ehrlich. Nicht weil ich nicht verstehen könnte, woher ihre mangelnde Angst kommen würde, aber strategisch hätte es im ein oder anderen Moment möglicherweise mehr Sinn ergeben, nicht zu viel preiszugeben.

Die Story fand ich von den Anlagen her extrem spannend und wollte von Beginn an, unbedingt wissen, was hinter dem Verschwinden von Alva steckt und was hinter bestimmten Verhaltensweisen des Königshauses steckt. All das dauert aber zum Teil echt lange bis es so richtig weiterverfolgt wird. Ich verstehe natürlich, dass Sofia in ihrem neuen Job und in der Umgebung des Schlosses erst einmal ankommen muss, aber ich hätte mir besonders nach bestimmten Vorkommnissen gewünscht, dass man mehr erfahren hätte. Ich hatte dadurch oft das Gefühl, dass Sofia so von Maximilian abgelenkt war, dass sie ein bisschen aus dem Auge verloren hat, was sie eigentlich vorhat, herauszufinden. Das fand ich etwas schade, weil ich mir vor allem zu Beginn gewünscht hätte, dass man ein bisschen mehr in die Spurensuche nach Alva involviert ist. Zudem geht für mich extrem schnell bis Maximilian Sofia in wirklich vielen Dingen vertraut und sie ihm auch. Ich hätte es an vielen Stellen besser gefunden, wenn im Ganzen mehr Zeit verstrichen wäre, damit sich die Beziehung langsam und stetig aufbaut, während sie sich langsam auf dem Schloss und in ihre Arbeit einfindet. Dadurch wirkt die Vertrautheit zwischen den beiden manchmal etwas aufgesetzt und zumindest in meinen Augen etwas unnatürlich. Maximilian hat schließlich sein Leben lang gelernt, ein bestimmtes Bild nach außen zu repräsentieren und dann öffnet er sich Sofia innerhalb weniger Tage. Das ging mir einfach etwas zu schnell.

Alles in allem gefiel mir das Buch trotz aller Kritik wirklich gut, weil es mich direkt in die Story ziehen konnte und ich auch die Charaktere schnell ins Herz schließen konnte, wahrscheinlich auch deswegen hätte ich beiden einfach mehr Zeit gewünscht, in denen sich ihre Beziehung natürlich entwickeln hätte können, statt dass alles in wenigen Wochen passiert. Ich freue mich aber schon darauf, auch den zweiten Teil zu lesen und zu erfahren, was genau mit Alva passiert ist.

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