Profilbild von Feliz

Feliz

Lesejury Star
offline

Feliz ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Feliz über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.05.2025

Spannende Thematik, der es leider an Tiefe fehlt

Hello Baby
0

Ich bin mir sehr unsicher, was ich von dem Cover des Buches halten soll. Es passt natürlich hervorragend zu der Geschichte, allerdings ist der Embryo in den übertriebenen, künstlichen Farben, der eher ...

Ich bin mir sehr unsicher, was ich von dem Cover des Buches halten soll. Es passt natürlich hervorragend zu der Geschichte, allerdings ist der Embryo in den übertriebenen, künstlichen Farben, der eher Ähnlichkeit mit einem Ballon hat, auch ein bisschen unheimlich. Ich kann aber dennoch verstehen, warum man ein solches Cover gewählt hat und wahrscheinlich hätte ich es in der Buchhandlung schon aus Neugier in die Hand genommen.

Die Story fand ich ebenfalls vielversprechend: Munjeong und fünf andere Frauen lernen sich kennen, weil sie alle den gleichen Wunsch haben: Ein Baby. Doch bei allen sechs gibt es Probleme, auf natürlichem Weg schwanger zu werden, sodass sie sich in der berühmten Angel Klinik zur künstlichen Befruchtung anmelden. Um sich gegenseitig zu unterstützen, gründet Munjeong eine Gruppe, in der sich die Frauen austauschen und bei Misserfolgen auffangen können. Doch dann berichtet ausgerechnet Jeonghyo, die älteste Frau der Gruppe, die sich ein Jahr gar nicht mehr gemeldet hat, dass sie ein Kind zur Welt gebracht hat. Die anderen Frauen freuen sich für sie, aber als sie mehr erfahren, werden sie stutzig.
Ich habe schon ein paar feministische, koreanische Bücher gelesen und sie haben mich jedes Mal aufs Neue mit ihren Aussagen, das ist bei diesem Buch leider nur mit Abstrichen der Fall. Das liegt zum Teil auch an dem Schreibstil. Dieser war nicht schlecht und hat mich durch seine ruhige, unaufgeregte Art zu Beginn in das Buch gezogen, aber obwohl es gar nicht so viele Seiten hatte, hat es sich manchmal ein wenig gezogen und wiederholt.

Dabei mochte ich eigentlich die Art, wie die Geschichte oder vielmehr die verschiedenen Geschichten erzählt werden. Jede Frau kann, nachdem sie erfahren hat, dass Jeonghyo ein Kind bekommen hat, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Ich mochte, dass nicht über sie berichtet wird, sondern man sie durch die verschiedenen Perspektiven auch kennenlernen kann. Allerdings hatte ich das Problem, dass ich sie nicht immer unterscheiden konnte, weil sich die Geschichten so sehr ähneln. Natürlich unterscheiden sie sich in Beruf oder auch in der Beziehung zu ihren Partnern, aber fast alle der Frauen sind recht erfolgreich in ihrem Job, sind seit Jahren (mit einem Mann) verheiratet und haben zumindest eine angespannte Beziehung zu der Schwiegerfamilie. Ich fand das nicht schlimm, aber die Perspektiven haben sich dadurch nicht immer sehr unterschieden. Die einzige Ausnahme ist Sora, die eine der jüngsten in der Gruppe ist und sich ihre Eizellen einfrieren lässt, weil sie momentan keine festen Partner hat, aber später die Chance auf Kinder haben möchte. Ich kann verstehen, dass das so gemacht wird, um die durchschnittliche koreanische Familie zu zeigen, die sich in den letzten Jahren verändert hat, weil Frauen ihre Karriere zunehmend wichtiger wird und sie weniger Kinder bekommen. Allerdings hatte ich manchmal das Gefühl eine Geschichte mehrfach zu lesen, weil sich ihre Leben zwar in Kleinigkeiten unterscheiden, aber nicht so sehr, dass jede einzelne Geschichte gebraucht hätte. Es wäre vielleicht gut gewesen, wenn sie sich an manchen Stellen mehr unterschieden hätte, auch um eine größere Vielfalt in der koreanischen Gesellschaft aufzuzeigen, allerdings bin ich hier nicht informiert genug, um zu sagen, wie realistisch beispielsweise ein homosexuelles Paar mit Kinderwunsch in einer so prominenten Kinderwunschklinik gewesen wäre.

Alles in allem habe ich das Buch zwar in kürzester Zeit durchgelesen, aber so richtig begeistern konnte es mich leider trotzdem nicht. Das liegt vor allem daran, dass die Geschichten der Frauen sich so gleichen. Ich verstehe, dass genau das die Aussage des Buches sein soll, dass eben die ganz ‚normalen‘ Menschen Probleme damit haben, Kinder zu bekommen, aber ich hätte ein bisschen Vielfalt der Aussage tatsächlich sogar zuträglich gefunden. Deswegen hatte ich ein bisschen Probleme, mich so richtig für die Geschichte zu begeistern, zumal das Ende ab einem gewissen sehr absehbar war.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.05.2025

Würdiger Abschluss der Reihe

Eternal Ending
0

Die Gestaltung des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Ich mag, dass alle Bücher der Reihe unmissverständlich zusammengehören und die Darstellung gleichzeitig auch immer zu den jeweiligen Geschichten ...

Die Gestaltung des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Ich mag, dass alle Bücher der Reihe unmissverständlich zusammengehören und die Darstellung gleichzeitig auch immer zu den jeweiligen Geschichten passen. Außerdem sieht es einfach hervorragend im Regal aus, besonders in Kombination mit den anderen Teilen der Reihe.

Auf diese Geschichte habe ich mich zudem spätestens seit dem Ende des zweiten Bandes gefreut: Keaton Evergreen möchte nichts lieber, als das Familie-Empire endlich hinter sich zu lassen, doch dann würde seine Geschwister alles verlieren für das sie so hart gearbeitet haben. Also sucht er nach einem Ausweg und scheint ihn gefunden zu haben, als er auf ein Geheimnis stößt, das ihn direkt zu Kenndrea Reading führt. Diese ist eines der angesagtesten It-Girls Großbritanniens, sodass er sie kurzerhand für eine Kampagne für das neueste Evergreen-Parfüm bucht. Während der Shootings erkennt er, dass sich hinter dem berühmten Model eine verletzliche, junge Frau versteckt, die ihm mit jedem Aufeinandertreffen mehr unter die Haut geht. Doch Keatons Plan könnte nicht nur seine eigene Familie für immer verändern, sondern auch Kennas und damit alles zerstören, was sich zwischen ihnen entwickelt hat.

Ich habe mich seit dem ersten Teil auf die Geschichte von Keaton gefreut, weil ich unbedingt wissen wollte, was hinter seiner abwesenden Maske steckt, die er oft noch nicht einmal seinen Geschwistern gegenüber ablegt. Zum Glück konnte mich seine Geschichte ebenso überzeugen wie die von Odell (mit Abstrichen) und Mari. Das liegt auch wieder einmal an dem tollen Schreibstil von Merit Niemeitz, die es jedes Mal wieder schafft, eine besondere Atmosphäre in ihren Büchern zu kreieren. Das liegt auch ihrer ruhigen Art, eine Geschichte zu erzählen, die sich Zeit nimmt, die Charaktere in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen Raum für Entfaltung gibt. Obwohl es mir unglaublich gut gefällt, wie sie schreibt, führt es leider dazu, dass ich eine ganze Zeit gebraucht habe, um so richtig in die Geschichte zu finden. Es fehlte vor allem zu Beginn ein wenig der Sog, der dafür gesorgt hat, dass ich komplett in die Story eintauchen konnte.

Die Charaktere sorgen allerdings nach und nach dafür, dass man schließlich doch einen Punkt erreicht, an dem man unbedingt wissen will, wie es weitergeht und ob sie es schaffen, sich einander zu öffnen. Genau das ist nämlich das größte Problem von beiden, dass sie nie ganz sie selbst sein können. Bei Kenna liegt das vor allem daran, dass sie selbst nicht so richtig weiß, wer sie ist und vielleicht sogar ein bisschen Angst hat, es herauszufinden. Sie will auf keinen Fall, Konflikte mit ihrer Umwelt heraufbeschwören, sondern passt sich immer so an, dass sie auf keinen Fall negativ auffällt. Sie tat mir vor allem zu Beginn wirklich leid, weil es so anstrengend wirkt, für andere immer perfekt sein zu müssen und selbst innerhalb ihrer Familie nicht so richtig man selbst zu sein. Ich habe sie dennoch sehr schnell in mein Herz geschlossen, weil ich verstehen konnte, warum sie sich so verhält und sie vor allem, wenn sie die Mauer um sich herum dann doch ein wenig durchlässig werden lässt, eine unglaublich spannende Protagonistin ist. Bei Keaton fiel mir das nicht ganz so leicht, auch bei ihm konnte ich verstehen, warum er sich so verhält, aber ich heiße es trotzdem nicht gut, dass er nicht ehrlich zu Kenna ist. Er fordert sie immer wieder in seiner unverblümten Art dazu auf, ehrlich zu sich und zu anderen zu sein, während er das nicht ist, sodass es unvermeidlich ist, dass er sie damit am Ende verletzen wird. Das mitzuerleben fand ich manchmal etwas schwierig, auch wenn deutlich war, dass es ihm nicht gefällt, sie belügen zu müssen und es ihm wirklich wichtig ist, dass Kenna sich selbst findet.

Die Story und das Setting mochte ich ebenfalls. Ich habe mich sehr gefreut, Mari und Ben und Emmeline und Odell wiederzutreffen und zu sehen, dass sie sich sowohl als eigenständige Personen als auch als Paare weiterentwickelt haben. Zudem fand ich es super spannend, durch den Werbedreh Keaton und Kenna an zentrale Orte der Duftgeschichte begleiten zu können. Hier fehlte mir aber ein bisschen die Tiefe. Ich wäre gerne wirklich mit am Set gewesen, anstatt manche Orte erst im Nachhinein durch Erzählungen kennenzulernen, weil ich dadurch manchmal ein wenig das Gefühl hatte, etwas zu verpassen, selbst wenn dem nicht so ist.

Alles in allem mochte ich das Buch wirklich gerne, auch wenn es etwas gedauert hat, bis ich vollkommen in die Geschichte eintauchen konnte. Obwohl dieser Band einen tollen Abschluss der Reihe bildet, bin ich dennoch traurig ,dass die Reihe nun beendet ist, weil ich es wirklich genossen habe, in die Welt der Düfte einzutauchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2025

Spannende Story vor der atemberaubenden Kulisse Alaskas

Kodiak Echoes – Hide me
0

Das Cover ist wirklich gelungen. Ich mag die dunklen Bäumen, in denen die helle, farbenfrohe Schrift zu verschwinden scheint. Das passt perfekt zu der Geschichte und macht sich wunderbar im Regal.

Die ...

Das Cover ist wirklich gelungen. Ich mag die dunklen Bäumen, in denen die helle, farbenfrohe Schrift zu verschwinden scheint. Das passt perfekt zu der Geschichte und macht sich wunderbar im Regal.

Die Story hat mich ebenfalls direkt gereizt: Nachdem die Softwareentwicklerin Brynn Callahan dabei geholfen hat, ein Verbrechen aufzudecken, muss sie untertauchen und wird im Zuge eines Zeugenschutzprogramms nach Echo Cove in Alaska. Unter falschem Namen zieht sie in ein heruntergekommenes Cottage mitten im Nirgendwo, wo es neben misstrauischen Einwohnern auch riesige Kodiakbären gibt. Ausgerechnet vor einem der Exemplare wird Brynn von ihrem verschlossenen Nachbarn Archer Flint gerettet, der in dem Schutzreservat als Wildhüter arbeitet. Auch wenn er zunächst so gar nicht begeistert von seiner neuen Nachbarin ist, kommen sie sich mit der Zeit doch näher. Doch immer wieder wird sie vor Archer gewarnt, schließlich hat dessen Bruder vor vielen Jahren seine damalige Freundin umgebracht, bevor er selbst spurlos verschwand. Da Brynn nicht glauben kann, dass er irgendetwas mit dem Verschwinden seines Bruders oder dem Mord an dessen Freundin zu tun hat, beginnt sie Nachforschungen anzustellen und stößt auf ein tödliches Geheimnis, das nicht nur sie in Lebensgefahr bringt.

Ich fand sowohl die Idee als auch das Setting des Buches wirklich spannend, sodass ich es unbedingt lesen wollte, Zum Glück hat es mich, bis auf ein paar Kleinigkeiten, wirklich überzeugen können. Das liegt auch an dem gelungenen Schreibstil, der eher ruhig und leicht ist, dabei aber von der ersten Seite fesselt. Ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht und habe das Buch innerhalb von zwei Tagen komplett gelesen.

Dazu trägt definitiv auch das Setting der Geschichte bei. Ich mochte, dass es (mehr oder weniger) in der Wildnis von Alaska spielt und man zumindest eine Idee davon bekommt, wie anders die Welt dort aussieht. Allerdings hätte das für mich ruhig eine größere Rolle spielen können und vermutlich ist genau das auch mein größter Kritikpunkt an dem Buch. Das Setting wirkt oft sehr austauschbar und spielt keine große Rolle, vielmehr könnte sich die Handlung mit kleineren Abwandlungen in nahezu jeder amerikanischen Kleinstadt abspielen. Ich fand das ein bisschen schade, weil mich gerade dieses Setting gereizt hat und es mir schon gereicht hätte, wenn Brynn zusammen mit Archer einfach mal wandern gegangen wäre. Sie ist ein Stadtkind, deswegen würde es schon reichen, wenn sie vielleicht einen der kürzeren Wanderwege nehmen würden und er ihr ein bisschen das Schutzgebiet zeigen würde. Doch stattdessen verirrt sie sich dauernd zufällig dort hinein und muss von ihm gerettet werden, was mich mit der Zeit auch etwas genervt hat. Ich kann sogar verstehen, dass sie sich in einer vulnerablen Lage befindet und deswegen oft (zu recht) panisch reagiert, aber dafür handelt sie oft sehr naiv und fast schon leichtsinnig. Ich kann gewisse Handlungen zumindest in einem gewissen Maße verstehen, aber anderes wiederum auch gar nicht. Dabei mag ich Brynn eigentlich recht gerne, ich finde mutig, wie sie gehandelt hat, obwohl sie wusste, was mögliche Konsequenzen sein können und dass sie trotz dessen, dass sie getrennt von allem, was ihr wichtig ist, nie von ihrer Aussage abrückt. Allerdings hatte ich nie so richtig das Gefühl, die wahre Person kennenlernen zu können, die sie ist, sondern immer nur kleinere Versionen von ihr, die aufblitzen, wenn sie vergisst, ihre Tarnung aufrechtzuerhalten. Ich hatte gerne mehr von ihrer wirklichen Persönlichkeit erlebt, auch wenn ich verstehe, warum das nicht möglich war. Auch Archer habe ich nie so komplett erfassen können, weil es wirklich lange dauert, bis er seine abweisende Haltung ablegt. Auch bei ihm verstehe ich das vollkommen, aber es hat es mir dennoch schwer gemacht, ihn wirklich ins Herz zu schließen. Natürlich wird schon früh deutlich, dass er ein guter Mensch ist, der sich mit allem, was er hat, für den Schutz der Bären einsetzt. Ich glaube, es hätte mir besser gefallen, wenn ich beide mehr bei ihrem Alltag hätte begleiten können, aber dafür bleibt oft gar nicht wirklich Zeit, weil sich alles so schnell entwickelt.

Das klingt alles deutlich kritischer als ich es beim Lesen empfunden habe, aber ich hätte einfach gerne mehr über die beiden erfahren und ein besseres Gefühl für die Charaktere bekommen. Da noch nicht alles aufgeklärt ist, bin ich auf jeden Fall auf den zweiten Teil gespannt und werde ihn definitiv lesen wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2025

Spannender Thriller mit tollem Setting

The Surf House
0

Das Cover des Buches gefällt mir recht gut, auch wenn es nicht unbedingt aus der Masse heraussticht. Dennoch passt die Darstellung von Palmen vor einem ruhigen Meer hervorragend zu der Geschichte, besonders ...

Das Cover des Buches gefällt mir recht gut, auch wenn es nicht unbedingt aus der Masse heraussticht. Dennoch passt die Darstellung von Palmen vor einem ruhigen Meer hervorragend zu der Geschichte, besonders weil es wirkt, als würde sich außerhalb des Bildausschnitts mehr verbergen, als man auf den ersten Blick sehen kann.

Die Geschichte hat mich ebenfalls direkt gereizt: Bea reist als gefragtes Model um die Welt. Doch sie hasst ihren Job und als sie dann in Marokko angekommen ist, verlässt sie spontan das Shooting. Alleine in Marrakesch fühlt sie sich direkt viel freier, doch dann wird sie von zwei Männern überfallen. Sie nehmen ihr ihr Geld, ihren Pass und ihren Rucksack ab und gerade als sie sie auch körperlich bedrohen, wird sie von Marnie gerettet. Die junge Frau bietet ihr an, eine Zeitlang in dem Surf House unterzukommen, das sie zusammen mit ihrem Freund betreibt. Dort kann Bea trotz der schrecklichen Ereignisse in Marrakech endlich durchatmen und beim Surfen so richtig abschalten. Immer wieder hört Bea in dieser Zeit von Savannah, in deren alten Zimmer sie momentan wohnt und die sich scheinbar nach Südafrika aufgemacht hat. Doch dort scheint sie nie angekommen zu sein und als sich die Geschichten der Leute, die Bea bereits in ihr Herz geschlossen hat, widersprechen, beginnt sie nachzuforschen und stößt dabei auf Geheimnisse, die besser nie ans Licht gekommen wären.

Ich war sehr gespannt auf die Geschichte, besonders weil ich das Setting spannend fand und endlich mal wieder einen guten Thriller lesen wollte. Zum Glück wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht, denn das Buch hat mich von Anfang an gut unterhalten. Dazu trägt auch der Schreibstil viel bei. Er hat es in seiner leichten, unaufgeregten Art direkt geschafft, mich in die Geschichte zu ziehen und dafür zu sorgen, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

Bei den Charakteren war ich etwas zwiegespalten. Vor allem zu Beginn habe ich gebraucht, um mit Bea warm zu werden. Ihre Unsicherheit und Naivität haben mich ehrlich gesagt sogar ein wenig genervt, auch wenn ich es sogar verstehen konnte. Seit sie ein Teenager ist, modelt sie, ihre Agentin will, dass sie funktioniert und ihre Mutter, dass sie Geld verdient, keiner kümmert sich wirklich um Bea als Mensch. Deswegen fand ich es unglaublich mutig, als sie sich dazu entscheidet einfach hinzuwerfen, selbst wenn der Zeitpunkt möglicherweise etwas unpassend war. Umso besser gefiel es mir, sie aufblühen zu sehen. Ihre Begeisterung fürs Surfen und dass sie immer mehr für sich selbst einsteht, gefiel mir wirklich gut. Mit den anderen Protagonisten habe ich mich da noch deutlich schwerer getan, weil sie irgendwie oberflächlich blieben. Das lag natürlich auch daran, dass so gut wie alle etwas zu verbergen hatten und nie wirklich ehrlich zu Bea sind, sodass mir etwas schwer fiel, sie als Personen so richtig zu greifen.

Alles in allem habe ich das Buch unglaublich schnell durchgelesen, weil mich die Story wirklich gefesselt hat und ich unbedingt wissen wollte, was genau passiert ist, obwohl die Handlung zum Teil etwas vorhersehbar war und ich die Charaktere nicht immer richtig fassen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2025

Gelungene Story mit sehr offenem Ende

The First to Fall
0

Ich liebe die Gestaltung des Buches. Das Cover und der Farbschnitt passen mit ihren Herbstfarben und der Darstellung der Berge perfekt zur Geschichte, ohne zu viel zu verraten. Außerdem macht es sich einfach ...

Ich liebe die Gestaltung des Buches. Das Cover und der Farbschnitt passen mit ihren Herbstfarben und der Darstellung der Berge perfekt zur Geschichte, ohne zu viel zu verraten. Außerdem macht es sich einfach hervorragend im Regal.

Die Story hat mich ebenfalls gereizt: Nach einem schrecklichen Vorfall auf einer Bergtour mit Freunden zerplatzen Jakobs Träume mit einem Schlag. Da die Polizei nicht an einen Unfall glaubt, darf er das Land nicht verlassen und kann nicht an der Qualifikation im Klettern für Olympia in Shanghai teilnehmen. Frustriert kehrt er in das verschuldete Alpenchalet seiner Mutter zurück und versucht alles, um wenigstens das vor dem Ruin zu bewahren. Doch dann taucht Aurora auf, von der von Anfang an fasziniert ist. Ohne zu wissen, welches furchtbare Ereignis sie verbindet, kommen sie einander näher, doch Jakob ist sich sicher, dass er es nach alldem, was passiert ist, nicht verdient glücklich zu sein und Aurora will unbedingt herausfinden, wie ihre Schwester ums Leben kam, ohne zu wissen, was Jakob dabei für eine Rolle gespielt hat.

Ich mochte die Breaking-Waves-Reihe von Kristina Moninger unglaublich gerne und habe mich deswegen auch schon auf dieses Buch gefreut, zum Glück hat es mich nicht enttäuscht. Das liegt auch an ihrem Schreibstil, der es jedes Mal schafft, mich schon auf den ersten Seiten abzuholen und dafür zu sorgen, direkt in die Geschichte einzutauchen. Gleichzeitig ist ihre Art zu erzählen aber auch sehr leicht und unkompliziert, sodass man nahezu durch die Seiten fliegen kann, ohne zu merken, wie viel Zeit vergangen ist.

Das liegt auch an der Story, die mich ab der ersten Seite gefesselt hat und ich unbedingt wissen wollte, was genau passiert ist. Es ist von Anfang an klar, dass Jakob dabei gewesen sein muss, als Auroras Schwester Emilia in den Felsenhimmel, eine nahezu unbezwingbare Schlucht in den italienischen Alpen, gestürzt ist. Allerdings bleibt lange offen, wie genau der Sturz ablief und ob es wirklich ein Unfall war. Ich hatte natürlich meine Theorien, habe mich und auch Jakob aber immer wieder hinterfragt, auch wenn es eigentlich nicht zu seinem Charakter gepasst hätte, dass er was mit Emilias Absturz zu tun hat. Dadurch dass man aber immer wieder sowohl Jakobs als auch Auroras Sichtweise erhält und dazu noch Rückblenden, was rund um den Sturz passiert, war schon zu Beginn der Story klar, was die beiden verbindet, auch wenn sie es selbst nicht wissen. Vielleicht war es das, was die Story für mich an manchen Stellen ein bisschen langwierig hat, erscheinen lassen, dass man als Leser schon wusste, welche Probleme noch zwischen den beiden stehen würden, auch wenn ihnen das selbst nicht klar war.

Das hätte mich aber alles nicht weiter gestört, zumal ich die Charaktere sehr fest ins Herz geschlossen habe. Sie haben es mir beide nicht immer leicht gemacht, weil sie auf ihre unterschiedlichen Arten sehr stur und in ihren Wegen eingefahren sein konnten, aber ich mochte, wie gerade das immer wieder dafür sorgt, dass sie einander herausfordern. Jakobs Verschlossenheit und seine zum Teil unverschämte Art gegenüber Aurora fand ich an manchen Stellen zu extrem, aber ich konnte ihn meistens trotzdem verstehen. Ebenso fand ich Aurora manchmal zu forsch, sie wollte manchmal einfach zu viel zu schnell, aber gerade dadurch ergänzen sie sich hervorragend und sorgen dafür, dass der andere nicht einfach das tun kann, was er will, sondern immer wieder das eigene Verhalten auch reflektieren muss.

Mein größtes Problem bei dem Buch war vermutlich das Ende, weil es so viele lose Enden gibt (die mit dem letzten Kapitel noch einmal ausgefranst sind) und ich nicht so richtig weiß, wie die alle im nächsten Teil noch zusammengeführt werden sollen. Ich bin mir sehr sicher, dass Kristina Moninger das schaffen kann, aber da es dann um Verena gehen wird, fehlt mir so ein bisschen mein Abschluss mit Aurora und Jakob. Natürlich wird man mitbekommen, wie es ihnen geht, besonders wenn Verena sich zusammen mit ihnen am Felsenhimmel aufhält, aber ich hätte gerne vor dem schon überraschenden Cliffhanger mehr darüber erfahren, wie ihre Pläne sind, wie sie die Vergangenheit aufarbeiten und so viel mehr. Es fühlte sich nicht so richtig, wie ein Abschluss ihrer Geschichte an und ich hätte mir sogar gewünscht, diese im nächsten Teil nochmal in den Fokus zu nehmen, bevor Verena ihre Geschichte erzählen kann. Nichtsdestotrotz werde ich den nächsten Teil auf jeden Fall lesen und vermutlich an dessen Ende verstehen, warum das Buch auf diese Art geendet ist und freue mich schon darauf, endlich Antworten auf alle meine Fragen zu bekommen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere