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Veröffentlicht am 17.02.2026

Atmosphärischer Thriller auf einer kleinen Nordseeinsel

Fünf Fremde
2

Fünf Menschen befinden sich auf einer Fähre zu der kleinen Nordseeinsel Neuwerk: Eine Polizistin, eine Nonne, eine Journalistin, ein Mitarbeiter beim deutschen Wetterdienst sowie die zukünftige Vogelwartin ...

Fünf Menschen befinden sich auf einer Fähre zu der kleinen Nordseeinsel Neuwerk: Eine Polizistin, eine Nonne, eine Journalistin, ein Mitarbeiter beim deutschen Wetterdienst sowie die zukünftige Vogelwartin der Nachbarinsel Scharhörn. So unterschiedlicher diese fünf Menschen nicht sein können, verbindet sie doch alle ein Ereignis vor dreißig Jahren. Damals, 1995, hat eine Schulklasse ihre Klassenfahrt auf Neuwerk verbracht, bis plötzlich zwei der Kinder, Isa und Janosch, spurlos verschwanden. Ein paar Tage später ist Isa völlig verstört wieder aufgetaucht, während von Janosch nie wieder gehört wurde. Jetzt, dreißig Jahre später scheinen sich die Geheimnisse zu lüften .... aber wer der fünf Fremden hat am meisten geschwiegen? Und was geschah damals wirklich?

Ich war sehr gespannt auf das Buch, nachdem ich die Insel Neuwerk selbst bereits während eines Urlaubs besucht hatte. Ich konnte mir einen Krimi auf dieser Insel sehr gut vorstellen - besonders, wenn ein Sturm aufzieht und alle Menschen auf dem engen Raum einer Insel eingesperrt sind. Nach dem Lesen des Buches ist aber eher eine gemischte Meinung entstanden.

Zunächst einmal finde ich das Cover des Buches wirklich traumhaft. Man kann sich den Sturm auf der Insel bildlich vorstellen, wird aufgewühlt und ist motiviert, das Buch in die Hand zu nehmen.

Bezüglich des Schreibstils bin ich geteilter Meinung. Sehr gut gefallen haben mir die detaillierten Beschreibungen der Natur und des Wetters, die eine spannende Atmosphäre schaffen. Auch finde ich es sehr schön, dass reale Fakten in die Geschichte eingebaut wurden, wie die Fähre zur Insel, der gegenwärtige Umbau des Leuchtturms oder der Verein Jordsand (im Buch Nordsand genannt). Der Schreibstil ist selbst jedoch nicht literarisch und noch ausbaufähig.

Die Handlung war sehr spannend. Die Autorin hat es sehr gut verstanden, Spannung aufzubauen und immer mehr neue Fragen aufzuwerfen, sodass die Seiten nur so davongeflogen sind. Das Ende des Buches hat mich dagegen eher enttäuscht. Das Ende ist definitiv überraschend und nicht vorhersehbar, was mir gut gefallen hat. Jedoch nahm die Spannung im letzten Drittel des Buches eher zu als ab und es war mehr eine ruhige Aufklärung über die damaligen Ereignisse. Die Auflösung ist zwar logisch, aber doch nicht ganz nachvollziehbar. Positiv ist, dass nur wenige der aufgeworfenen Fragen offen bleiben.

Das Buch wird aus der Sichtweise der verschiedenen Protagonisten des Buches erzählt, was mir gut gefallen hat. Zu Beginn des Buches wird jeder Charakter ausführlich eingeführt, sodass wenig Gefahr besteht, den Überblick zu verlieren. Obwohl die Charaktere sehr unterschiedlich sind, sind sie für mich jedoch im Verlauf des Buches eher oberflächlich geblieben: Es wird nur wenig über Gefühle, innere Beweggründe und Meinungen geschildert.

Zusammenfassend war das Buch eine spannende Lesezeit, in der die Seiten nur so davongeflogen sind. Auch wenn mich das Ende eher enttäuscht hat, ist es eine runde Geschichte. Die Auflösung ist überraschend und nicht vorhersehbar, trotzdem werden fast alle offenen Fragen geklärt. Leider gab es jedoch einige Ungereimtheiten und logische Fehler in der Geschichte, die den Eindruck etwas geschmälert haben. Trotzdem kann ich das Buch gerne an jeden weiterempfehlen, der ein paar spannende Stunden auf einer kleinen Nordseeinsel verbringen möchte.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Ein Leben inmitten von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Nowhere Heart Land
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Der literarische Roman "Nowhere Heart Land" thematisiert das Leben von Rosa, einer jungen Frau, die nach dem Abitur nach London ausgewandert ist. Ihre Mutter ist früh gestorben; aufgewachsen ist sie bei ...

Der literarische Roman "Nowhere Heart Land" thematisiert das Leben von Rosa, einer jungen Frau, die nach dem Abitur nach London ausgewandert ist. Ihre Mutter ist früh gestorben; aufgewachsen ist sie bei ihren Großeltern. Der Roman beginnt damit, dass Rosa einen Anruf erhält, dass ihre Oma im Altersheim aufgrund ihrer Demenz höhere Gebühren bezahlen muss. Aus diesem Grund kehrt Rosa in ihre deutsche Heimat zurück und wird gleich darauf von ihren Erinnerungen an ihre Schulzeit im Internat überfallen. Inmitten ihrer Erinnerungen an die Vergangenheit, Begegnungen mit Schulfreunden und Lehrern in der Gegenwart sowie viel Alkohol versucht Rosa, sich eine eigene Wahrheit und Wirklichkeit aufzubauen.

Besonders gut hat mir der Schreibstil gefallen. Der Erzählstil ist eher literarisch gehalten, was das Lesen zwar etwas anspruchsvoller macht, die Stimmung jedoch optimal übermittelt. Die Sprache ist modern und nutzt (passend dazu, dass die Protagonistin in London lebt) auch viele englische Begriffe, wodurch das Buch gerade für jüngere, literaturinteressierte Leser interessant wird. Die Autorin wechselt gekonnt zwischen den verschiedenen Zeitebenen, was das Lesen flüssig macht und eine passende Stimmung hinterlässt.

Auch das Cover finde ich sehr schön. Es zeigt mittig eine junge Frau, die noch etwas verloren in der Welt wirkt. Nach dem Lesen des Romans hätte ich mir Rosa zwar anders (vor allem weniger verträumt) vorgestellt, aber das Bild gefällt mir trotzdem gut. Gerade die Brauntöne finde ich sehr angenehm, während die gelbe Schrift dem Cover etwas Auffallendes verleiht, sodass das Buch ein einzigartiges Cover enthält.

Rosa ist eine interessante Protagonistin, die während des gesamten Romans im Mittelpunkt steht und bis zum Schluss zu vielschichtig erscheint, um sie völlig zu verstehen. Sie ist keine typische Protagonistin und definitiv nicht so, wie man sich eine junge Frau aus London vorstellt (stattdessen scheint sie eher das Gegenteil davon zu sein). Viele ihrer Gedanken und Handlungen kann ich nicht nachvollziehen, sodass ich beim Lesen oft gedacht habe: "Ernsthaft, das tust du doch jetzt nicht wirklich?". Trotzdem bin ich froh, eine solche Protagonistin kennengelernt zu haben, da sie definitiv viele Einblicke in eine mir unbekannte Welt gewährt. Leider scheint Rosa während des Romans nicht auf dem Höhepunkt ihres Lebens zu stehen. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass es während des Romans mehr Problemlösung und Charakterentwicklung gegeben hätte, was hier leider nicht der Fall war.

Die Handlung des Romans hat mir nicht so gut gefallen. Es beginnt damit, dass Rosa nach Deutschland zurückkehrt und hier auf diverse frühere Bekanntschaften trifft. Im Zentrum des Romans stehen jedoch Rosas Gedanken und Einstellungen, sodass im Verlauf des Buches nur wenig Handlung geschieht. Auch wenn ich Rosas innere Gedankenwelt interessant finde und dies gerade auch die Stimmung des Buches ausmacht, hätte ich mir gewünscht, dass in dem Buch mehr Handlung passiert und sich Rosas innere Einstellungen mehr verändern.

Zusammenfassend war das Buch eine interessante Erfahrung, da es Einblick in eine Welt gewährt, die einem in anderen Büchern seltener begegnet. Auch wenn zumindest ich die Handlungen und inneren Einstellungen der Protagonistin bis zuletzt nicht komplett nachvollziehen kann, fand ich es trotzdem spannend, die Welt der Protagonistin kennenzulernen. Der Roman ist vor allem für junge Erwachsene und literaturinteressierte Leser geeignet, die bereit sind, sich auf Rosas Gedankenwelt einzulassen.

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