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Veröffentlicht am 12.04.2025

im Widerstand gegen die deutschen Besatzer

Linges Mission
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Diese Geschichte vom Schriftsteller Oystein Wiik wird in zwei Zeitebenen erzählt und handelt von dem norwegischen Kriegshelden Martin Linge zu Zeiten des Überfalls der Deutschen auf das skandinavische ...

Diese Geschichte vom Schriftsteller Oystein Wiik wird in zwei Zeitebenen erzählt und handelt von dem norwegischen Kriegshelden Martin Linge zu Zeiten des Überfalls der Deutschen auf das skandinavische Land.

In der Gegenwart soll ein Theaterstück Premiere haben, welches die Geschichte Linges erzählt. Doch offenbar war einiges falsch dargestellt und es stammte nicht mit den Fakten überein. Die Theatermacher treiben einen Zeitzeugen von 1940 auf, der zusammen mit Linge gegen die Deutschen Gekämpft hatte und nun nochmal die Fakten in dem Skript des Theaterstücks überprüfen soll.

In der Vergangenheit wird die Geschichte von Martin Linge und das Geschehen um ihn herum in Einzelheiten erzählt. Hier wird gekämpft, geschossen, vor den Fliegerangriffen geflohen, verletzt und im Lazarett teils in England gesundet.

Bei allem bleibt die Frage, was den spannenden Faden ausmacht, was tatsächlich mit Martin Linge geschehen war. Stimmt das, was ihn zu einem Kriegshelden gemacht hat?

Zuweilen kommt einem auch das Gefühl, als würde man in »Linges Mission« zwei gänzlich verschiedene Geschichten lesen. Wenn es da nicht in beiden Geschichten um ein- un d dieselbe Person gehen würde. Wobei ich gestehen muss, dass mir der historische Teil besser gefällt, als der gegenwärtige. Letzter wirkt etwas bei den Haaren herbeigezogen und bietet nicht die Spannung, wie der norwegische Widerstandskampf im zweiten Weltkrieg.

Der Widerstand gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg ist ein faszinierendes Thema, das in zwei Zeitebenen erzählt wird. Auf der einen Seite sehen wir die Norweger, die gemeinsam mit der britischen Armee den Widerstand organisieren, und auf der anderen Seite den Kriegshelden Martin Linge, der nach einer Verwundung von den Briten angeworben wird. Dieser spannende historische Strang zieht uns in seinen Bann, während das zeitgenössische Theaterstück über Linge anfangs auf gemischte Resonanz stößt.

Die beiden Erzählstränge bieten zwar Spannung, doch das historische Geschehen rund um den Widerstand und die tapferen Taten der Norweger ist besonders interessant und lesenswert. Solche Geschichten sollten gerade heute im Gedächtnis bleiben und sie weitergetragen werden.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Ein Provence-Krimi mit Duft nach Lavendel

Madame le Commissaire und die späte Rache
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In diesem Kriminalroman von Pierre Martin erwarten dich nicht nur packende Ermittlungen, sondern auch eine fesselnde Geschichte über Vergeltung und Geheimnisse. Unsere charmante Ermittlerin, Madame le ...

In diesem Kriminalroman von Pierre Martin erwarten dich nicht nur packende Ermittlungen, sondern auch eine fesselnde Geschichte über Vergeltung und Geheimnisse. Unsere charmante Ermittlerin, Madame le Commissaire, nimmt uns mit auf eine Reise, die voller Wendungen steckt und uns zeigt, dass die Rache manchmal länger auf sich warten lässt, als man denkt – eben die späte Rache. Greif Dir diesen Krimi als E-Book oder Taschen buch. mach es dir bequem und tauche in dieses fesselnde Buch und genieße die Region um Saint-Tropez!

Ein neuer Fall für die Kommissarin der Provence. Sie wurde auf eigenen Wunsch in ihren Geburtsort Fragolin versetzt. Ihr Freund, Chef und Gönner in Paris gibt den Neidern bekannt, dass Isabelle hier das Kommissariiat für Cold Cases führen soll. Sie holt sich nun ihren Kollegen Apollinaire aus dem Archiv, der mittlerweile in einem anderen Ort arbeitet, als Assistenten zurück nach Fragolin. Sier mag ihn trotz oder wegen seiner Marotten, die die verschiedenen Socken an seinen Füßen.

Gerade herrscht der Mistral, der so manchen Leuten aufs Gemüt schlägt. Auch Isabelle kann nicht schlafen und sieht macht eine Tour gegen die Schlaflosigkeit, da stolpert sie am Strand über eine Leiche. Ihr ist klar, dass sie dafür nicht zuständig ist, möchte sie auch nicht sein. Sie informiert die lokale Polizei, die sich um die Leiche kümmern müssen.

Auf der Suche nach alten nicht abgeschlossenen Fällen stoßen Apolinaire und Isabelle auf einen zehn Jahre alten Mordfall, der bislang nicht gelöst wurde. Er scheint ihnen einfach zu sein, um schnell ein erstes Egebnis für das neue Kommissariat vorweisen zu können.

Der Leiche vor zehn Jahren war das Wort „Vergewaltiger“ auf die Stirn geschrieben. Der Leiche hingegen, die Isabelle am Strand gefunden hatte, war der Penis abgeschnitten und in den Mund gesteckt worden. Irgend solch ein dummes Bauchgefühl sagt der Kommissarin, dass beide Fälle zusammenhängen. Aber nein – nach zehn Jahren? Oder geht es hierbei um die späte Rache eines Opfers?

Zusätzlich, denn offenbar geht jeder davon aus, dass die neue Abteilung in Fragolin bnichts weiter als Urlaub ist, bekommt Madame le Commissaire einen Mann in den Ort geschickt, der im Zeugenprogramm steckt und bewacht werden muss. Zwar wird nicht damit gerechnet, dass er in diesem verschlafenen Örtchen von seinen Heschern aufgespürt wird, aber Isabelle sollte ihn wenigstens unter ihre Fittiche nehmen und ein Auge auf ihn werfen.

Wer in die Landschaft der Provence und in die Gegend um Saint-Tropez eintauchen möchte, der wird mit diesem Krimi nichts falsch machen. Als solcher entbehrt er auch nicht einer gewissen Spannung. Nicht ohne Humor werden die Ermittlungen amüsant dargestellt. Die Dialoge sowohl mit ihrem Assisten als auch mit ihrem Schutzbefohlenen sind herrlich und beschreiben ein nettes Verhältnis zwischen den Figuren.

Die Spannung ist zudem mit vielen Wendungen ausgestattet. Auf Überraschungen müssen die Leser nicht lange warten. Und selbst zum Ende hin, wenn man als Leser vermutet, den Täter zu kennen, gibt es ernbeut einen Dreh und es hat sich doch alles anders abgespielt.

Die Ermittlungen in der Provence bieten eine fesselnde Kombination aus Krimi und malerischer Landschaft. Der berüchtigte Mistral-Wind prägt die Region und verleiht den Ermittlungen eine einzigartige Atmosphäre. In diesem Kontext entfaltet sich die Geschichte der späten Rache, die die Leser in ihren Bann zieht.

Die Ermittlungen um die späte Rache sind nicht nur ein spannendes Abenteuer voller unerwarteter Wendungen und überraschender Stränge, sondern auch ein Fest für die Sinne, das mit einem Hauch französischen Flairs und einer Prise Humor gewürzt ist. Während die Ermittler die Geheimnisse dieser malerischen Region lüften, erleben wir mit ihnen eine Reise, die sowohl unterhaltsam als auch aufregend ist. Wenn du genauso viel Spaß an diesen Geschichten hattest wie wir, teile diesen Blogbeitrag doch auf deinen sozialen Medien und lass auch deine Freunde an diesem aufregenden französischen Erlebnis teilhaben!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

Veröffentlicht am 12.03.2025

Ein Pärchen und ihre nächtlichen Ausflüge

Sie sieht, was du tust
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Dieser Roman von Sam Lloyd ist ein neuer Psychothriller des britischen Autors, der schon mit seinem Thriller »Sturmopfer« bewiesen hat, wie verwickelt und spannend er mit der Psyche seiner Figuren umgehen ...

Dieser Roman von Sam Lloyd ist ein neuer Psychothriller des britischen Autors, der schon mit seinem Thriller »Sturmopfer« bewiesen hat, wie verwickelt und spannend er mit der Psyche seiner Figuren umgehen kann.

Mercy Lake, sie ist wirklich eigenartig. Sie schleicht sich herum und spioniert andere aus, wenn es dunkel ist. Man könnte sagen, sie ist eine Expertin im Beobachten von Leuten. Sie kennt den Einbrecher Kalte-Hand-Carl und Liebeskummer-Linda, die einfach kein Glück in der Liebe hat. Aber am meisten interessiert sie sich für Simon Raffertys Familie, von der sie sich aufgrund einer gerichtlichen Verfügung fernhalten muss. Ungesehen und unbemerkt manipuliert sie das Leben ihrer Mitmenschen – immer mit der Überzeugung, dass sie nur helfen möchte. Tatsächlich ist Mercy Lake nicht ihr richtiger Name, den hat sie sich selbst ausgesucht. Es ist wirklich erstaunlich, was manche Leute so tun, oder?

Eines Nachts begegnet Mercy einem gewissen Louis und plötzlich ändert sich ihr einsames Leben schlagartig. Auch Louis ist kein gewöhnlicher Mensch, er mischt sich ebenfalls gerne in die Dinge anderer Leute ein. Allerdings ist er der Überzeugung, dass die meisten Leute in Cranner’s Ford keine Hilfe sondern Bestrafung verdienen. Anfangs findet Mercy dies noch spannend, für Gerechtigkeit in der Stadt zu sorgen. Sie lässt sich auf ihn ein und beginnt vielleicht sogar, sich in ihn zu verlieben. Doch dann gerät ihr gemeinsames nächtliches Spiel außer Kontrolle …

Okay, ich geb’s zu, als Leser braucht man bei »Sie sieht, was du tust« echt Ausdauer, bis die Geschichte so richtig Fahrt aufnimmt. Auf vielen Seiten begleiten wir Mercy bei ihren nächtlichen Streifzügen und bekommen einen Einblick in ihre Beobachtungen der Menschen. Sie versucht, ihnen mit kleinen Gesten das Leben zu erleichtern. Ehrlich gesagt, fand ich diesen Teil persönlich etwas zu langatmig. Ab und zu gibt es auch Kapitel aus einer anderen Perspektive, die am Anfang ein bisschen verwirrend sind. Besonders, weil da ihr richtiger Name genannt wird, den man als Leser aber noch nicht einordnen kann.

Gegen Ende des Buches gibt es dann jedoch einen spektakulären Höhepunkt mit so vielen unerwarteten und schnellen Wendungen, dass man total sprachlos ist. Schon am Anfang des Buches werden Hinweise auf vergangene Ereignisse gegeben. Diese werden am Ende schließlich vollständig aufgelöst und alles, was bisher passiert ist, erscheint in einem völlig neuen Licht.

Wenn man sich auf die langen Nächte des Stalkings mit Mercy und Louis einlässt, wird man letztendlich einen fesselnden Psychothriller erleben, der zu Beginn unerwartet ist. Daher ist der Roman von Sam Lloyd, Autor des Bestsellers »Sturmopfer«, eine empfehlenswerte Wahl.

Letztendlich ist das Beobachten von Menschen beim Stalking ein fesselndes Erlebnis, das mit vielen überraschenden Wendungen aufwartet. Die Geschichte »Sie sieht, was du tust« nimmt unerwartete Formen an und zieht den Leser schließlich in ihren Bann. Hinterlasst einen Kommentar auf dem Blog und erzählt uns, welche Wendungen euch am meisten überrascht haben!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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Veröffentlicht am 06.03.2025

Morde im Express-Verfahren

Mord im Wüstenexpress
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Dieser Kriminalroman von Kai Magnus Sting ist ein satirisches Krimi-Abenteuer um die Altherrenriege mit Alfons Friedrichsberg, Jupp Straeten und Willi Dahl. Ähnlichkeiten mit »Mord im Orientexpress« und ...

Dieser Kriminalroman von Kai Magnus Sting ist ein satirisches Krimi-Abenteuer um die Altherrenriege mit Alfons Friedrichsberg, Jupp Straeten und Willi Dahl. Ähnlichkeiten mit »Mord im Orientexpress« und anderen Romanen von Agatha Christie sind nicht ausgeschlossen.

Rentner Alfons Friedrichsberg wird von einem alten Kumpel am Nil angefunkt und zögert keine Sekunde! Gemeinsam mit Jupp Straaten und Willi Dahl entert er den sagenumwobenen Wüstenexpress, der von Oer-Erkenschwick nach Ägypten dampft. Doch schon vor dem Bahnhof haben die Drei unerwünschtes Gefolge. Ein Pirat und eine Mumie sind nicht weit hinter ihnen her! Und als ob das nicht genug wäre, verpasst Straaten den Zug – und das alles wegen eines Parkplatzproblems! Mord im Wüstenexpress!

Statt einer gemütlichen Fahrt im Luxuszug, erwarten die Passagiere nun einen wahren Krimi. Zwölf Fahrgäste sind unerwartet ums Leben gekommen, ein mysteriöser blassblauer Bademantel spukt durch die Waggons und sieben abgetrennte Zehen sorgen für Aufsehen. Dazu erklingt noch der Hit Schatz, ich grüß Dich aus der Ferne – ein Musikstück, das sicher einige Rätsel aufgibt.

Nicht nur müssen sich die drei Freunde mit einer immer noch mordenden Mumie und einigen antiken Sagengestalten herumschlagen, auch der hochgiftige Stechrüssel der libyschen Dressurmücke sorgt für zusätzliche Spannung. Ihr aktuelles Abenteuer stellt alles bisherige in den Schatten: atemberaubend, aufregend, schräg, skurril und äußerst amüsant.

Einige Kapitel sind jeweils als ein Teil zusammengefasst. Jeder Teil wird von einer netten Grafik eröffnet. Eine gut anzusehende Gestaltung des Satzlayouts.

Als Persiflage folgt der Roman in etwa den Regeln der Krimiautorin Agatha Christie. Das schließt auch eine fullminate Auflösung aller Rätsel in gemeinsamer Runde unter Zuhilfenahme des Ausschlussverfahrens ein. Getoppt wird das Ende noch durch einen letzten Twist.

Die kriminelle Spannung muss man zunächst zwischen all den Blödeleien, skurilen Dialogen und Figuren suchen. Schließlich wird man als Leser auch nur so voller Leichen zugepflastert. Dennoch kommt man infolge all des Humors, der Ironie und der Witzeleien voll auf seine unterhaltsamen Kosten. Spaß von vorne bis hinten. Einfach nur zurücklehnen und mit dem Wüstenexpress durch Europa bis nach Ägypten reisen. Toll!

Insgesamt zeigt uns Kai Magnus Sting mit »Mord im Wüstenexpress«, dass Verbrechen nicht immer todernst sein müssen und bereitet uns ein Lesevergnügen auf der Reise nach Ägypten. Mit Witz und Humor gelingt es ihm, die skurrilen Morde im Zug auf eine erfrischende Art und Weise aufzuklären. Die schrägen Figuren, insbesondere unsere drei Protagonisten, bringen nicht nur die Krimi-Action, sondern auch jede Menge Lacher mit sich. Mord am laufenden Band wird hier zum vergnüglichen Abenteuer, und wir können uns dem Charme von Stings maximaler Genderlust einfach nicht entziehen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Ámbar und die Wunden ihres Vaters und ihres Lebens

Ámbar
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Der Roman ist ein preisgekrönter Roman und wurde in seiner Heimat mit dem Hammett-Preis ausgezeichnet. Es ist die Geschichte eines fünfzehnjärigen Mädchens, die mit ihrem Vater durch die Städte und Dörfer ...

Der Roman ist ein preisgekrönter Roman und wurde in seiner Heimat mit dem Hammett-Preis ausgezeichnet. Es ist die Geschichte eines fünfzehnjärigen Mädchens, die mit ihrem Vater durch die Städte und Dörfer tourt.

Ámbar und die Wunden ihres Vaters und ihres Lebens
Zu Beginn erlebt man Ámbar beim Versorgen einer blutenden Wunde. Schnell weiß man, dass es ihr Vater ist, den sie verbindet. Das ist eine ganz normale Tätigkeit für das Mädchen, obwohl sie viel lieber genau wie andere Mädchen in ihrem Alter Rockkonzerte besuchen würde.

Doch dafür ist keine Zeit. Sie ist mit ihrem Vater auf der Flucht. Ihr Vater ist ein bekannter Drogendealer und skrupelloser Killer. Er darf sich nicht erwischen lassen, weshalb beide immer wieder in unterschiedlichen Outfits und Haaren, mit verschiedenen Papieren und Namen unterwegs sind. Ihre Identität muss unerkannt bleiben. Sollte das einmal nicht der Fall sein, tötet der Vater einfach die Zeugen.

Schnell wird aus der Flucht auch eine Jagd, denn der Vater will einerseits seinen Freund, sofern er überhaupt einen hat, rächen und andererseits bekommt er den Auftrag, geklaute Drogen aus dem Besitz der Diebe wieder zu beschaffen. Ámbars Flucht mit ihrem Vater bezieht sich weniger auf die Flucht vor der Polizei als auf die vor anderen Drogengangstern.

Ich würde »Ámbar« nicht unbedingt als einen Thriller betiteln. Es ist mehr ein apannender Gegenwartsroman. Schließlich möchte man von der ersten Seite an wissen, wie es der Kleinen, die aufgrund der Umstaände viel zu früh erwachsen geworden ist, ergehen wird. Ihr Weg ist der spannende und sehr interessante Faden. Wird es ihr demnächst besser gehen? Wird sie nicht immer als die Liebste ihres Vaters angesehen?

Gewalt und Zärtlichkeit
Zart wird die sich aufbauende Liebe zu Marcos entwickelt, der sie unter dem Namen Alejandra kennt. Mit ihm erlebt sie dann tatsächlich ein Konzert und es schmerzt sie, Marcois anzulügen. Wird sie ihm ihre wahre Identität offenbaren?

Zwar gibt es keine Ermittlungen, aber natürlich werden Leser in diesem Roman eine Jagd erleben. Und während sieder Jagd geht es sehr brutal zu. Obwohl im ersten Kapitel nur eine Wunde versorgt wird , wirkt diese bereits sehr gewalttätig. Bildhaft treten zerfetztes Fleisch und Blut in mehreren Szenen dem Leser in den Kopf.

Mich hat der Roman sehr an Fernsehserien wie Dom oder Queen of the South erinnert, in der ebenfalls die Schicksale von Menschen beschrieben werden, die unverschuldet als KInder in die Verbrechensszene hineingezogen wurden und vergeblich versuchen, die Verbrechen hinter sich zu lassen. Ob es Ámbar schafft, wird nur den Lesern dieses Romans vorbehalten bleiben.

Am Ende bleibt uns die Geschichte von Ámbar im Gedächtnis, einem Mädchen, das viel zu schnell erwachsen werden musste. Ihr spannendes und gefährliches Leben inmitten von Gewalt und dem brutalen Alltag im Drogenmilieu zieht uns in seinen Bann. Doch zwischen all dem Chaos blitzen zärtliche Momente der Liebe auf, die uns zeigen, dass es immer einen Funken Hoffnung gibt. Ámbar denkt ständig darüber nach, wie sie diesem Leben entfliehen kann, und lässt uns mit der Frage zurück, ob es einen Ausweg aus dieser dunklen Realität gibt. Ihre Reise ist nicht nur ein spannendes Abenteuer, sondern auch eine Aufforderung zur Reflexion über unsere eigenen Lebensentscheidungen. Ein lesenswerter Roman, der zum Nachdenken anregt und uns mit einem Gefühl der Dringlichkeit zurücklässt.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2025

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