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Veröffentlicht am 14.04.2025

Eine wilde Geschichte, die sich selbst nicht zu ernst nimmt

Gilded Wings
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Morgan arbeitet zusammen mit iher besten Freundin Lexie in einer geheimnisvollen privaten Bibliothek. Hier werden die Bücher nur nachts ausgeliehen und zurückgegeben, wenn Morgan und Lexie nicht zugegen ...

Morgan arbeitet zusammen mit iher besten Freundin Lexie in einer geheimnisvollen privaten Bibliothek. Hier werden die Bücher nur nachts ausgeliehen und zurückgegeben, wenn Morgan und Lexie nicht zugegen sind.

Besonders wertvolle Bücher hinterlegen die beiden in einem Fach. Den dahinterliegenden Raum dürfen sie nicht betreten.

Morgans Schreck ist groß, als sie angetrunken nach einer Partynacht mit Lexie den Anruf erhält, dass ein Buch verschwunden ist, das sie eigentlich am selben Tag im Fach hinterlegt hatte. Ohne groß nachzudenken, macht sie sich auf den Weg zur Bibliothek und trifft dort auf Drager, der sich als Sonnengott eines Fae-Reiches vorstellt und dessen tiefe Stimme sie beim nächtlichen Anruf nachhaltig beeindruckt zu haben schien.
Er nutzt die Bibliothek als Portal und nimmt Morgan mit in sein Reich, um durch sie das gestohlene Buch wiederzubekommen.
Zum Glück hat Morgan genug Fantasybücher gelesen, um sich in einer Welt voller Intrigen, Verrat und Fae zu bewähren ...

Morgan ist eine Protagonistin, die mutig ist und die Welt von Lord Drager und seinem Drachenbruder Zahak gehörig durcheinander bringt.
Den Weltenaufbau und das politische System in "Gilded Wings" fand ich spannend, es spielte jedoch nur eine Nebenrolle. Die Handlung des Buches fokussiert sich eher auf smutty und spicy. Das fängt mit einem 30-tägigem Fruchtbarkeitsfest an und zieht sich durch das Buch mit spicy Szenen, die mal mehr oder weniger gut in den Handlungsrahmen gepasst haben und die ich von faszinierend, über abenteuerlich bis irritierend beschreiben würde.

Drager hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt Morgan gegenüber, sammelte bei mir aber nicht viele Sympathiepunkte.

Da hat die Chemie zwischen Morgan und Zahak für mich schon besser gepasst.

"Gilded Wings" ist ein Buch, das einen großen Unterhaltungswert hat und sich selbst manchmal nicht zu ernst nimmt. Das schafft die Autorin auch durch einen lebhaften und witzigen Schreibstil. Der Spice war mir aber gelegentlich too much und der eigentliche Plot hätte besser ausgearbeitet werden können - die Idee des politischen Systems mit Göttern und Fae fand ich interessant.

Wer ein Buch unter dem Stichwort "smutty fae romance" sucht, ist bei "Gilded Wings" auf jeden Fall richtig.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Sehnsuchtsvoll und sprachintensiv

Nowhere Heart Land
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Mit "Nowhere Heart Land" von Emily Marie Lara ist der erste deutschsprachige Debütroman im Pola Verlag veröffentlicht worden. Unter anderem deswegen war ich total gespannt auf das Buch.

Das Cover hat ...

Mit "Nowhere Heart Land" von Emily Marie Lara ist der erste deutschsprachige Debütroman im Pola Verlag veröffentlicht worden. Unter anderem deswegen war ich total gespannt auf das Buch.

Das Cover hat mir durch die Illustration im Porträtstil sofort gefallen.

Rosa findet sich mit einem blauen Auge in ihrer alten Heimatstadt mitten in der Provinz wieder. Die Jahre davor und somit fast ihr gesamtes Erwachsenenleben, hat sie fernab der Heimat in London verbracht.

Nun ist sie nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit ihrem Kollegen zurückgekommen und findet sich in der alten Wohnung ihrer seit geraumer Weile dementen Großmutter wieder. Hier verschwimmen Realität und Nostalgie.

Ihre Mutter hat Rosa früh bekommen und ist früh gestorben. Beide glichen sich im Aussehen und Rosa ging später auf das gleiche humanistische Internat wie Conny. So fiel es ihr immer schwer, sich eine eigene Identität abseits ihrer jungen Mutter zu schaffen. Distanz zu ihr erschafft sie nur, indem sie sie konstant beim Vornamen nennt.

Das Internat selbst gibt es auch nicht mehr - Rosa macht sich dennoch auf die Suche nach Menschen, die sich erinnern und scheint sich gleichermaßen in den Erinnerungen zu verlieren und Halt in ihnen zu finden.

Der Schreibstil ist poetisch und sprunghaft wie Rosas Erinnerungen.

Nostalgie dürfte keinem fremd sein - ob es nun in Form von einfacher Vergangenheitsverklärung ist oder einem Sehnsuchtsgefühl, das fast schon schmerzt. Rosa sehnt die Vergangenheit herbei und flüchtet gleichermaßen ihr ganzes Leben schon vor ihr. Nun steht ihr 30. Geburtstag an und sie erreicht ein Alter, das ihrer Mutter nie vergönnt war. Wer ist sie außerhalb der Fußspuren von Conny? Und wie soll sie gefestigt in die Zukunft blicken, wenn ihre Vergangenheit sie haltlos zurücklässt?

"Nowhere Heart Land" ist ein Buch, das es zuweilen sowohl der Protagonistin als auch uns LeserInnen nicht leicht macht. Die Handlung ist nicht stringent, verliert sich in Rosas Erinnerungen und wirft Fragen auf, deren Beantwortung der Interpretation der Lesenden überlassen werden. Das ist zum Ende hin aber gerade im Hinblick auf den vorherigen Handlungsverlauf nur konsequent. Schließlich kann Rosa manchmal ihren eigenen Erinnerungen nicht trauen und die Gespräche mit Menschen aus ihrer Vergangenheit bringen nur unzureichend Klärung. Was sich aber herauskristallisiert: Rosa verklärt die Zeit im Internat am Nützenberg, da das Internat teilweise Familienersatz für sie war. Ihre ehemalige beste Freundin Leni hingegen hat die Zeit dort in hauptsächlich schlechter Erinnerung, unter anderem wegen klassischer Vorurteile der anderen.
Ab und zu schimmern die Probleme dieser Zeit durch Rosas Erzählungen durch, werden aber nie ausreichend erklärt oder verarbeitet. Das passt zu der Figur von Rosa, die zwischen Identitätsflucht- und findung zerrissen ist - eben ein "Nowhere Heart Land".

Der Grundton der Erzählung ist oft betrübt und wehmutsvoll, hat in mir aber auch nostalgische Erinnerungen aufkommen lassen. Auch wenn ich Rosas Handeln nicht immer verstehen konnte, fand ich sie als Figur zutiefst nachvollziehbar.

"Nowhere Heart Land" ist ein Buch zum Gedankenmachen, zum sehnsuchtsvollem Fühlen und der Vergangenheitsverklärung. Es lässt bewusst Fragen offen und überzeugt mit feinen Zwischentönen und einer schwierigen Protagonistin, die in der Zwischenwelt von Nostalgie und Realität gefangen zu sein scheint und doch zuweilen daraus hervorbricht.

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Veröffentlicht am 05.04.2025

Von Wachstumsschmerzen, Vergleichen und (platonischen) Beziehungen

No Hard Feelings
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Penny befindet sich in einer On-Off-Beziehung mit Max und versucht einer Chefin zu gefallen, die ihr ständig das Gefühl gibt, nicht gut genug zu sein.

Nicht gut genug fühlt sich Penny irgendwie in fast ...

Penny befindet sich in einer On-Off-Beziehung mit Max und versucht einer Chefin zu gefallen, die ihr ständig das Gefühl gibt, nicht gut genug zu sein.

Nicht gut genug fühlt sich Penny irgendwie in fast jedem Bereich ihres Lebens - gerade im Vergleich zu ihren Freundinnen, die entweder eine Hochzeit planen oder sie Karriereleiter hinaufschreiten. Ihr Mitbewohner Leo hingegen macht nach der Trennung von seiner Freundin sorglos Party. Und so beschließt Penny, ihr Leben umzukrempeln: Max soll sich endlich zu ihr bekennen und auch ihre Chefin wird sie endlich beeindrucken.

Alte Angewohnheiten sind allerdings schwer zu ändern ...

Pola hat mit "No Hard Feelings" wieder ein Buch herausgebracht, in dem ich mich oft durch die Protagonistin gesehen und verstanden gefühlt habe. Penny erlebt, wie Uhr eigenes Leben sich immer mehr von denen ihrer Freundinnen wegentwickelt, weiß aber auch nicht, welcher Weg für sie der beste wäre.

Zwischendurch macht es Penny auch uns LeserInnen nicht leicht - sie hinterfragt und zweifelt und fällt dich wieder in alte Muster zurück, die wehtun aber vertraut sind.

"No Hard Feelings" empfehle ich jedem, der sich zu viel vergleicht, von der ein oder anderen schlechten Gewohnheit nicht loskommt oder mit den ganz normalen Unsicherheiten und Zweifeln in den 20ern und 30ern zu kämpfen hat.

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Veröffentlicht am 05.04.2025

Feel Good Geschichte

Note to myself: Liebe ist keine Option
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Ich mag den lockeren und zuweilen verspielten Schreibstil von Kira Mohn sehr gerne und war deswegen auch wieder neugierig auf "Not to myself".

Alice hat eigentlich schon in Gedanken die Hochzeit mit ihrem ...

Ich mag den lockeren und zuweilen verspielten Schreibstil von Kira Mohn sehr gerne und war deswegen auch wieder neugierig auf "Not to myself".

Alice hat eigentlich schon in Gedanken die Hochzeit mit ihrem Freund geplant. Leider erwischt sie ihn jedoch auf frischer Tat, wie dieser sie mit einer ihrer Freundinnen betrügt. Aufgebracht wirdt sie die beiden aus ihrer Wohnung und wenig später die Matratze noch hinterher.

Die trifft aber leider Lennon. Als Alice sich entschuldigt, kommen die beiden ins Gespräch und Lennon ist zunehmend hingerissen von Alice.

Diese hat aber eigentlich gerade eine Liste mit 10 Dingen verfasst, die sie ohne Männer viel besser genießen kann. Wird Lennon dennoch ihr Herz erobern können?

Das Setting spielt im sommerlichen New York, was der Geschichte zusätzliche Leichtigkeit verleiht. Auch in eigentlich ernsteren Momenten verliert das Buch nie seine Leichtigkeit. Lennon ist eine Green Flag und auch Alice mochte ich gerne. Auch die Nebenfiguren waren gelungen.

Es ist eine süße Geschichte für Zwischendurch, die mich aber gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Musik und Stockholm

Verliebt in Stockholm
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Das Cover verspricht einen wunderschönen Wohlfühlroman. Ich mag generell auch sehr Settings, die in Skandinavien spielen. Deswegen hat alleine schon das Setting in Stockholm mein Interesse geweckt.

Mira ...

Das Cover verspricht einen wunderschönen Wohlfühlroman. Ich mag generell auch sehr Settings, die in Skandinavien spielen. Deswegen hat alleine schon das Setting in Stockholm mein Interesse geweckt.

Mira spielt als Violistin im Stockholmer Orchester. Mit dem erfolgreichen Geiger Alessandro verbindet sie eine Beziehung, die zwar durch Leidenschaft geprägt ist, durch seine Karriere aber schwierige Zukunftsaussichten hat.

Dann tritt William wieder in ihr Leben. Er ist ihre Jugendliebe und ihr auf eine Art vertraut, wie sie es mit Alessandro vernutlich niemals sein würde. Mira ist hin- und hergerissen.

Obwohl ich es auch nach dem Lesen als Wohlfühlroman beschreiben würde, hatte "Verliebt in Stockholm" doch einige tiefergehende Stellen, die ich so erst nicht vermutet hätte. Mira wird als sympathische Figur beschrieben, deren Handlungen ich zwar nicht immer ganz verstehen konnte, ihr Handeln wird dafür jedoch stets nachvollziehbar in die Geschichte eingebettet.

Für mich war "Verliebt in Stockholm" eine schöne Geschichte für Zwischendurch.

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