Michael Bittner ist als Autor viel unterwegs und hat dabei viel Zeit seine Mittmenschen zu beobachten, einiges von dem, was ihm im Laufe der Jahre begegnet ist, hat er nun in diesem Buch zusammengestellt. ...
Michael Bittner ist als Autor viel unterwegs und hat dabei viel Zeit seine Mittmenschen zu beobachten, einiges von dem, was ihm im Laufe der Jahre begegnet ist, hat er nun in diesem Buch zusammengestellt. Herausgekommen ist eine bunte Mischung aus alltäglichen Situationen, mal total banal, mal unfreiwillig komisch, mal politisch, mal philosophisch, immer mit einem guten Auge für Details und so manches mal mit einem Augenzwinkern.
In kurzen Kapiteln, ohne direkte Verbindung zueinander begleitet der Leser den Autor in die verschiedensten Geschichten. Da findet man sich zum Beispiel in einem Zugabteil mit einem schnarchenden Mops wieder, zieht blank auf einem Rockkonzert, schließt neue Freundschaften wärend die Bahn auf freier Strecke eine Havarie hat, gerät in eine Maidemo, oder philosophiert über die "gute" Hose aus der Kindheit.
Michael Bittner analysiert die verschiedenen Begebenheiten und bringt ihre versteckte Ironie zum Vorschein. Sein angenehmer Schreibstil macht es dabei leicht seinen Gedankengängen zu folgen. Satire für zwischendurch.
Eigentlich putzt Svetlana in Tommies Wohnwagen, der dem angehenden Autor gerade als rollendes Eigenheim dient, doch nachdem die Beiden ein kleines Mädchen allein am Straßenrand auflesen, betätigen sie ...
Eigentlich putzt Svetlana in Tommies Wohnwagen, der dem angehenden Autor gerade als rollendes Eigenheim dient, doch nachdem die Beiden ein kleines Mädchen allein am Straßenrand auflesen, betätigen sie sich gemeinsam als Privatdetektive. Wer ist die Mutter der Kleinen und warum war sie überhaupt da draußen ganz allein im Regen unterwegs. Die Polizei ermittelt eher halbherzig, Svetlana aber nimmt Anteil am Schicksal der Kleinen und so wird Tommie verdonnert ihr bei der Suche nach Hinweisen zu helfen.
Autor Volker Klüpfel ist hier erstmal als Solo-Krimiautor unterwegs, die meisten kennen ihn sicher eher in Zusammenhang mit der Kultreihe rund um Kommissar Kluftinger, an der er zusammen mit Michael Kobr geschrieben hat. Kluftinger besticht ja durch eine ganz eigene Art von Humor, wer nun hier Gleiches erwartet, könnte etwas enttäuscht werden. Humor gibt es zwar tatsächlich, aber eben anders als bei Kluftinger.
Wärend Kluftinger ja Polizist ist, dürfen hier nun zwei Laien die Ermittlungen übernehmen, sehr zum Unmut der echten Ermittler. Svetlana, resolute Putzfrau aus der Ukraine und Tommie, oder offiziell Tommes, selbsternannter Autor, der, nachdem sein Vater ins Altenheim gezogen ist, in dessen betagten Camper lebt, seiner Verflossenen nachweint und an einem Thriller schreibt. An Ideen, die er akribisch in sein Notizbuch kritzelt, mangelt es dabei nicht, bloß eben an Zeit das Ganze aufs Papier zu bringen, gerade auch, weil Svetlana darauf besteht, die Mutter der Kleinen "Leni" zu finden. Zu Svetlana erfährt der Leser ziemlich wenig, ihre Vergangenheit bleibt im Dunkeln, wird allenfalls vage zwischen den Zeilen angedeutet. Sie überfährt alle Beteiligten mit ihrer stürmischen Art, herzlich, patent, keinen Widerstand duldend, redet unverblümt Klartext und zitiert dabei gern und zu jeder Gelegenheit aus ihrem Fundus ukrainischer Sprichwörter. Der Autor verpasst ihr dabei einen charakteristischen Akzent und verstärkt dessen Wirkung noch mit den Schwierigkeiten der deutschen Grammatik, was in den Dialogen für so manche witzige Szene sorgt. Über Tommie erfährt man ein klein wenig mehr, seine aktuellen Lebensumstände, das etwas merkwürdige Verhältnis zu seinem Vater und natürlich zur Liebe seines Lebens, Michelle.
Die Geschichte lässt sich leicht lesen, das er schreiben kann hat der Autor bereits hinlänglich bewiesen. Getragen wird das Buch dabei von oben schon erwähntem Humor und der ist zugegebenermaßen schon speziell, resultiert er eben oft aus den sprachlichen Missverständnissen durch Svetlanas kreative Übersetzung und Tommies darauf folgende falsche Deutung des Ganzen. Hier wird offenkundig ein Klischee bedient, allerdings eines, das man ja oft in Literatur, oder Film findet, da redet eben eine Italiener auf eine typische Art und Weise, ebenso wie ein Franzose, oder eben ein Osteuropäer, beim Lesen hat man sofort einen bestimmten Dialekt im Ohr, im Film direkt ein gewisses Bild der Person vor Augen. Hier treibt der Autor es manchmal schon sehr auf die Spitze und es gibt Momente, in denen es fast zu viel wird. Dazu kommt dann auch noch Tommies naive, nervige, fast unsympathische Art, man weiß nicht, soll man ihm jetzt tröstend über den Kopf streichen, oder ihn mal richtig schütteln damit er klar kommt, sein Vater in der Rolle des Altenheimcasanovas, eine gemobbte Polizistin und ein so was von, Achtung Klischee, typisch deutscher Beamter vom Ordnungsamt, der pflichtbewusst, sogar wärend seiner Spaziergänge mit Dackel, Knöllchen verteilt.
Generell ist Humor ja immer eine Gratwanderung, was eben noch zum schmunzeln anregt, wird schnell zum Klamauk, wenn man nicht aufpasst und so ist es auch hier. Wenn Tommie mit seinen Rommebekanntschaften am Tisch sitz, ist das Geplänkel witzig, eine Knutscheinlage beim Showdown dann für den Ein, oder Anderen schon nicht mehr so unbedingt. Ich persönlich mag diese Art von Humor eigentlich ganz gern und auch ich fand es manchmal etwas drüber, habe mich in der Gesamtheit ziemlich gut unterhalten gefühlt. Natürlich ist die Geschichte nicht unbedingt dicht an der Realität und in Teilen skuril bis absurd, aber die Mischung stimmt. Die Figuren könnten etwas mehr Substanz vertragen, aber hier baue ich auf die weiteren Bände der Reihe. Wer "Mrs Potts Mordclub", oder "Agatha Raisin" mag wird sich hier sicher auch köstlich amüsieren.
Lara und Ingo sind seit Jahren ein Paar, haben zwei Kinder und leben in Hamburg, wo Ingo sein eigenes Start-Up leitet. Nach einigen Besuchen bei Familie und Freunden auf dem Land träumt auch Lara von diesem ...
Lara und Ingo sind seit Jahren ein Paar, haben zwei Kinder und leben in Hamburg, wo Ingo sein eigenes Start-Up leitet. Nach einigen Besuchen bei Familie und Freunden auf dem Land träumt auch Lara von diesem idyllischen Leben im Grünen, inklusive Gemüse aus dem Garten hinterm Haus, selbstgemachter Marmelade und Eiern von den eigenen Hühnern. Und nun sind sie hier, in Fehrdorf, auf ihrem frisch renovierten Resthof in Alleinlage, aber von Ruhe, mehr Zeit für die Kinder und Anschluss an die gesellige Dorfgemeinschaft sind sie weit entfernt. Der gestresste Ingo pendelt täglich nach Hamburg und als ihm eines Abends auf dem Heimweg eine weiße Hirschkuh vors Auto läuft, bringt sorgt das für ziemlich viel Unruhe.
Martina Behm ist mir und vielen Anderen bisher eher durch ihre wunderbaren Strickdesigns bekannt und hat in diesem Bereich bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Natürlich ist das etwas vollkommen anderes als einen roman zu schreiben und dementsprechend gespannt war ich auf ihr Debüt. Die Autorin nimmt den Leser mit in ein holsteinisches Dorf und lässt uns dieses und seine Bewohner in den einzelnen Kapiteln kennenlernen. Nach und nach kommen immer mehr Figuren dazu, beginnend natürlich mit Lara und Ingo, später Schweinebauer Uwe, die Uhlmanns mit ihrer Hähnchenmast, Bauer Enno Wirtz und seine Frau Tove, Jutta und Armin mit ihrem Traum von der alternativen WG auf dem Land, oder auch die Lüdkes mit ihren schottischen Hochlandrindern. Viele verschiedene Figuren mit vielen verschiedenen Geschichten.
Ich bin gut in das Buch gestartet, denn schreiben und eine Geschichte erzählen kann Martina Behm auf jeden Fall. Ich habe mich aber relativ früh gefragt, wo genau die Geschichte hinführt, eben weil man nicht bei Lara und Ingo bleibt sondern eben direkt seinen Rundgang durchs Dorf antritt. Tatsächlich habe ich so die ersten einhundert Seiten lang den roten Faden vermisst, ich konnte dieses noch unzusammenhängende Springen von einer Familie zur Nächsten nicht wirklich einordnen, schließlich dachte ich es geht hier um Lara, Ingo, die tote weiße Hirschkuh und den damit verbundenen Aberglauben zum baldigen Ableben der Beteiligten. Nach und nach hat sich dies Geschichte aber immer mehr entwickelt und Lara und Ingo entpuppen sich bei genauerm Hinsehen genau als der rote Faden, den ich zuerst noch vermisst habe. Mit jeder weiteren Seite bin ich tiefer in das Buch eingetaucht, hat die Dorfgemeinschaft mich aufgenommen und mir einen Blick hinter die idyllische Fassade gestattet. Was dort zum Vorschein kommt hat nichts mehr mit dem idealisierten Bild zu tun, das Lara sich zu Beginn gemacht hat, wir stellen schnell fest, das die Freiheit des Landlebens für manche auch ein Gefängnis sein kann. Zwischen Feuerwehrfesten, Vogelschießen und kuchenbackenden Landfrauen gibt es Einsamkeit, Lieblosigkeit, Geldsorgen, Stress, geplatzte Träume, festgefahrene Ansichten, überholte Traditionen und oft ganz viel Schweigen.
Martina Behm beweist in ihrem Roman ein gutes Gespür für Menschen und zwischenmenschliche Beziehungen. Natürlich kann man ihr an der ein, oder anderen Stelle etwas Klischee unterstellen, aber ich komme selbst vom Dorf und ich kann nur bestätigen, viele dieser Klischees stimmen eben auch. In so mancher Beschreibung habe ich mich selbst, oder auch meine Nachbarn wiedergefunden, etwa wenn es um die Strukturen und die Arbeitsverteilung im Festkomitee geht, oder die Zurückhaltung gegenüber Zugezogenen. An manchen Stellen im Buch musste ich über den wohldosierten Humor schmunzeln und an anderen hatte ich kurz Tränen in den Augen. Die Autorin zerstört das verklärte Bild vom Landleben, das eben nichts mit den Interiorseiten diverser Hochglanzmagazine zu tun hat, andererseits ist ihr Buch aber ein herzerwärmendes Plädoyer für genau dieses. Jeder, der nach dem nächsten Urlaub auf dem Bauernhof direkt im Internet auf Häusersuche geht, sei dieses Buch ans Herz gelegt. Ich will niemandem den Traum vom Landleben ausreden, aber sagen sie hinterher nicht, ich hätte sie nicht gewarnt.
Paul Zeitler, Kommissar im Ruhestand, hat seiner Heimat Deutschland den Rücken gekehrt und lebt nun seinen Traum mit einem Cafe am Gardasee. Zufällig ist er vor Ort, als ein Tourist eine bewusstlose Person ...
Paul Zeitler, Kommissar im Ruhestand, hat seiner Heimat Deutschland den Rücken gekehrt und lebt nun seinen Traum mit einem Cafe am Gardasee. Zufällig ist er vor Ort, als ein Tourist eine bewusstlose Person aus dem Wasser zieht und eilt zu Hilfe, doch der Mann ist tot und um ihn herum schwimmen Geldscheine im Wasser. Zeitlerˋs Instinkt springt an und er holt ein paar Erkundigungen ein.
Die letzte Fahrt ist bereits der zweite Gardasee-Krimi um das unfreiwillige Ermittlerduo Zeitler und Lanza, den örtlichen Comissario. Das erste Buch habe ich allerdings nicht gelesen und das ist für die Geschichte nicht weiter schlimm, da jeder Fall in sich abgeschlossen ist. Ab und zu gibt es mal einen kleinen Hinweis auf den vorherigen Fall, aber nichts wo man Hintergrundwissen bräuchte. Perfekt für notorische Quereinsteiger wie mich.
Friedrich Kalpenstein hat einen angenehmen Schreibstil, der sich leicht lesen lässt. Seine Figuren sind sympatisch ausgearbeitet, haben die ein, oder andere Besonderheit, sind aber nicht zu speziell und man kann sie sich gut als reale Person vorstellen. Auch die Mischung aus Kriminalfall und privatem Drumherum ist ausgewogen und gibt den Figuren und der Geschichte die nötige Substanz, ohne abzulenken. Die Geschichte rund um den toten Bootsbauer Vincenzo Morelli wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, hauptsächlich natürlich aus der von Zeitler. Der Leser begleitet aber auch Comissario Lanza bei seiner Arbeit, oder die Lebensgefährtin des Toten. Lange Zeit ist nicht klar, warum Morelli sterben musste und woher das gefundene Geld stammt. Bei den Ermittlungen taucht man in die Familienverhältnisse des Opfers und in dessen Privatleben ein, in dem sich bald ein Grund für seine Ermordung findet. Geschickt lenkt der Autor seine Ermittler und seine Leser in eine bestimmte Richtung, aber natürlich ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint.
Den Leser erwartet hier ein spannender Fall, mit einer überraschenden Wendung, der ohne große Schockmomente auskommt. Ruhig mit ein paar wohl dosierten Actionszenen ist das Buch eine spannende Krimilektüre, mit einer gehörigen Portion Urlaubsfeeling. Das hat Potential für weitere Bücher.
Vor Jahrzehnten wurde die Erde durch eine mysteriöse Naturkatastrophen unbewohnbar, nur wenige Menschen konnten sich auf einer kleinen griechischen Insel in Sicherheit bringen. Emory ist eine Nachfahrin ...
Vor Jahrzehnten wurde die Erde durch eine mysteriöse Naturkatastrophen unbewohnbar, nur wenige Menschen konnten sich auf einer kleinen griechischen Insel in Sicherheit bringen. Emory ist eine Nachfahrin dieser Überlebenden, 122 von ihnen leben heute friedlich und im Einklang miteinander in einer Dorfgemeinschaft, geführt von den drei Ältesten, überwacht und beschützt durch Abi, das Sicherheitssystem der Insel. Eine Idylle, aber nur auf den ersten Blick, denn als in dieser Idylle ein Mord geschieht steht plötzlich das Überleben aller auf dem Spiel.
Autor Stuart Turton siedelt seine Kriminalgeschichte in einer undatierten Zukunft an, anhand der Technologien, die aus der Zeit vor der Katastrophe, dem Nebel, noch auf der Insel zu finden sind und aus den Äußerungen der Ältesten lässt sich aber schließen, dass uns noch Zeit bleibt. Die Probleme der Zivilisation sind aber den unseren gar nicht unähnlich, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, Klimawandel, eine große Diskrepanz zwischen arm und reich etc, etc. Alles Dinge, die uns bekannt sind und wahrscheinlich irgenwann mal unser Untergang, sollten wir nicht endlich die Kurve kriegen. Turton wählt für seinen Untergang einen mysteriösen Nebel, der plötzlich auftaucht und die Erde überzieht, die Insekten in seinem Inneren töten alle Lebewesen, die mit dem Nebel in Berührung kommen. Nicht neu, hatte Stephen King so ähnlich auch schon mal. In einer hochmodernen Forschungseinrichtung auf einer kleinen Insel haben Wissenschaftler mithilfe einer KI eine Art Barriere erschaffen, die die Insel umgibt und so das Überleben der Menschen hier sichert.
Zu Beginn lernt der Leser erstmal einige der handelnden Figuren kennen, erfährt etwas über ihre Stellung innerhalb der Gemeinschaft und über den Inselalltag. Hier hilft eine Karte der Insel, vorn im Buch und eine Liste der wichtigsten Figuren bei der Orientierung. Eine der Figuren fehlt in dieser Aufzählung allerdings, Abi, die KI, das Sicherheitssystem, einzig den Ältesten, allen voran der Wissenschaftlerin Niema, Rechenschaft schuldig. Abi fällt eine bedeutende Rolle innerhalb der Geschichte zu, fungiert sie doch im Grunde als Erzähler, denn dadurch, dass sie mit den Gehirnen der Dorfbewohner vernetzt ist, kennt sie jeden ihrer Schritte, jeden ihrer Gedanken, jede ihrer Fragen und sie beantwortet diese auch im teils telepathischen Dialog. Anfangs war es etwas gewöhnungsbedürftig, wenn plötzlich aus dem Nichts Abi in Funktion eines Ich-Erzählers in die Geschichte eingreift. Andererseits gut gemacht, wird so doch deutlich, dass Abi im Hintergrund omnipräsent und quasi allwissend ist. Und Abi ist es dann auch, die den drohenden Untergang einleitet, indem sie nach einem Mord das Sicherheitssystem der Insel herunterfährt.
Im Groben ist das Buch also natürlich ein Krimi, es geschieht ein Mord und die Beteiligten versuchen den Täter zu finden, Emory und ihre Tochter Clara finden sich in der Rolle der Ermittler wieder und versuchen recht klassisch, durch Befragungen und die Suche nach Hinweisen die Ereignisse zu rekonstruieren. Hier kommt es dann aber oft zu ein paar Längen, die irgendwie typisch für den Autor sind, denn er verzettelt sich dann sehr leicht, schweift ab, springt innerhalb der Geschichte immer wieder unkontrolliert hin und her und macht es so manchmal recht anstrengend. Hier schafft er es dann durch die Hintergrundgeschichte, die sich im Verlauf der Ermittlungen Emory und dem Leser offenbart, das man bei der Stange bleibt. Im Grunde weiß der Leser recht schnell, dass hier irgendetwas nicht stimmt, das Ausmaß wird aber erst nach und nach richtig klar.
Der Autor macht es mir etwas schwer mehr ins Detail zu gehen, ohne zu spoilern, es juckt mich in den Fingern, denn ich könnte so viel schreiben. Mich hat er mit seinem Genremix gut unterhalten, das werden aber sicher nicht alle so sehen. Die Story hat natürlich dystopische Anklänge, stellt in diesem Zusammenhang aber auch tiefgründige philosophische Fragen. Wenn etwa thematisiert wird, wie sich die Menschen angesichts der Katastrophe verhalten, oder beim Thema, ein Leben opfern, um viele zu retten. Viele der im Buch verarbeiteten Details wird man vielleicht wiedererkennen, aus Serien wie Humans, West World, Walking Dead, oder Last of us, direkt zu Beginn des Buches fühlte ich mich an Die Zeitmaschine erinnert, die Dorfbewohner hier im Buch haben viel gemeinsam mit den friedvollen, naiven Eloi aus Wells Roman.
Turton hat sich wieder auf verschiedenste Weise inspirieren lassen und daraus etwas ganz eigenes kreiert. Mir gefällt diese Mischung sehr, vereint sie doch alle meine Lieblingsgenres miteinander. An manchen Stellen lässt die Spannung etwas nach weil es zu kleinteilig wird, an manchen hätte ich mir hingegen noch ein bisschen mehr gewünscht, schafft der Autor hier noch die Balance, gibt es beim nächsten mal 5 Sterne.