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Veröffentlicht am 25.05.2025

Die roten Schuhe

Signalrot
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Kriminalhauptkommissarin Tara Kronberg hat sich nach schweren privaten Schicksalsschlägen eine zweijährige Auszeit in einem Kloster genommen. Doch nun ist ihre Ruhe vorbei. Die Sondereinheit "Signalrot" ...

Kriminalhauptkommissarin Tara Kronberg hat sich nach schweren privaten Schicksalsschlägen eine zweijährige Auszeit in einem Kloster genommen. Doch nun ist ihre Ruhe vorbei. Die Sondereinheit "Signalrot" wird neu ins Leben gerufen, spezialisiert auf brutale Serienstraftaten und braucht nun Taras Expertise. Ein Sadist foltert, tötet und verstümmelt junge Frauen in und um Dresden. Der Mörder ist besessen von seiner Sammelleidenschaft. Als die Polizei eine verstümmelte Frauenleiche in einem Keller findet, bleibt Tara nur wenig Zeit um sich in den Fall einzuarbeiten.

"Signalrot" ist der Auftakt in eine neue Reihe mit der Kriminalhauptkommissarin Tara Kronberg.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven (Tara, Opfer und Täter) im Wechsel erzählt. Das sorgt für Abwechslung, macht die Handlung vielschichtig und sorgt dabei immer wieder für neue interessante Einblicke. Die Spannung wird durch das hohe Tempo hoch gehalten. Immer wieder passiert etwas Neues. So wird es nie langweilig und man kommt kaum zum Durchatmen.

Außerdem sind die vielen unerwarteten Wendungen ein großer Pluspunkt. Hier weiß man nie was einem als Nächstes erwartet. Diese Entwicklungen tragen ebenso wie das hohe Erzähltempo zu der Spannung bei und sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte und wissen will wie es weitergeht.

Einige Szenen wirkten für mich allerdings etwas zu konstruiert und die ein oder andere Wendung auch etwas zu übertrieben. Es passte dann Manches nicht so zu einander und widerspricht sich zu dem Vorherigen. Alles nur um ein wenig Action in die Geschehnisse reinzubringen. Die Auflösung hat mir auch nicht so wirklich gefallen. Man wurde lange an der Nase herumgeführt und das Ende fand ich dann mit den Verdächtigen etwas zu sehr aus der Luft gegriffen. Es passte nicht so zu dem was vorher gesehen ist und war dadurch für mich nicht ganz schlüssig.

Die Hauptprotagonistin Tara empfand ich als sehr sympathisch und authentisch gezeichnet. Sie hat viel auf eigene Faust ermittelt. Ihren Ermittlungspartner Gabriel dagegen, fand ich noch sehr blass und rätselhaft.

Mein Fazit:
Es ist ein gelungener Thriller mit einigen Schwachstellen. Er konnte mich mit dem hohen Tempo und den vielen Wendungen absolut fesselnd. Leider wirkte die Handlung aber doch etwas zu sehr konstruiert und übertrieben, sodass es mich am Ende nicht ganz überzeugen konnte. Trotzdem finde ich, dass man dem Buch eine Leseempfehlung geben kann.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Dead-Mountain-Fall

Old Bones - Das neunte Opfer
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Ein neuer Fall für FBI-Agentin Corrie Swanson. In einer Höhle in den Bergen New Mexikos gab es einen Leichenfund. Bei den Toten handelt es sich um zwei verschollene Wanderer, die zu einer Gruppe von neun ...

Ein neuer Fall für FBI-Agentin Corrie Swanson. In einer Höhle in den Bergen New Mexikos gab es einen Leichenfund. Bei den Toten handelt es sich um zwei verschollene Wanderer, die zu einer Gruppe von neun Wanderern gehörte, die 2008 eine winterliche Rucksack-Tour in den Bergen machte. Keiner der neun kehrte damals zurück und es wurden trotz intensiver Suche nur sechs gefunden. Am Lagerplatz der Wanderer stießen die Retter auf eine bizarre Szene. Am Zelteingang muss etwas Furchterregendes aufgetaucht sein, dass die Wanderer mit ihren Messern die Zeltplane aufgeschlitzt haben um zu entkommen. Der Fall konnte nie gelöst werden und der neunte Wanderer gilt immer noch als verschollen. Corrie bittet die Archäologin Nora Kelly um Hilfe. Bei ihrer Suche wecken sie ein lange schlummerndes Übel, was mit aller Macht versucht zu verhindern, dass die letzte Leiche gefunden wird und der Fall gelöst wird.

"Old Bones. Das neunte Opfer" ist er vierte Teil der Reihe mit der Ärchologin Nora Kelly und FBI-Agentin Corrie Swanson. Der Fall ist in sich selbst abgeschlossen, sodass man das Buch auch ohne das Wissen aus den Vorgängern lesen kann. Wer aber auch die Story um Nora & Corrie verfolgen will, sollte die Vorgänger gelesen haben.

Die Handlung ist aufgeteilt in unterschiedliche Perspektiven und Handlungsstränge der Hauptprotagonisten, die immer im Wechsel erzählt werden. Das sorgt für Abwechslung. Die Cliffhänger an den Kapitelenden sorgen zusätzlich immer wieder für den Spannungsaufbau. Gegen Ende wird es nochmal sehr actiongeladen mit unerwarteten Wendungen und Überraschungen. Allerdings fand ich, dass das Ende sehr abrupt geendet hat. Hier hätte ich mir noch mehr von dem Showdown gewünscht. Es war einfach zu schnell abgehandelt. Dafür gab es die ein oder anderen Nebenhandlungen, die ich unrelevant fand und stattdessen hätten gekürzt werden können.

Der Schreibstil ist recht anspruchsvoll und man muss sich stark konzentrieren, um nichts zu verpassen. Man merkt hier aber, dass das Autoren-Duo wieder sehr ausführlich recherchiert hat und hier einen tollen Mix aus Thriller, Wissenschaft und Archäologie hinbekommen hat. Der Fall ist sehr rätselhaft und eignet sich sehr gut zum Miträtseln.

Die beiden Hauptprotagonisten Corrie und Nora sind mir bereits aus den Vorgängerbänden bekannt gewesen und ich bin auch sofort wieder mit ihnen vertraut gewesen. Sie haben zunächst erst viel unabhängig von einander ermittelt. Schöner und noch spannender finde ich es allerdings, wenn die beiden gemeinsam ermittlen. Beide wirken sehr authentisch und sympathisch.

Mein Fazit:
Ein sehr mysteriöser und rätselhafter Fall. Man kann hier toll miträtseln und gespannt Corrie und Nora verfolgen. Hier wurde wieder ein richtig guter Mix aus Thriller und Wissenschaft geschaffen mit einem ungewöhnlichen aber coolen Ermittlerinnen-Duo. Finde es sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

London Bridge

Die Brücke von London
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London, 1749: Es herrscht reges Treiben auf der London Bridge. Trotzdem muss die frischverwitwete Juliana Hamley mit allen Mitteln um ihren Tuchladen kämpfen. Der Bau einer zweiten Brücke über die Themse ...

London, 1749: Es herrscht reges Treiben auf der London Bridge. Trotzdem muss die frischverwitwete Juliana Hamley mit allen Mitteln um ihren Tuchladen kämpfen. Der Bau einer zweiten Brücke über die Themse bedroht die Existenz der alteingessenen Geschäfte auf der London Bridge. Viele Kunden zieht es zu günstigeren Händlern in die Stadt. Die Geschäfte gehen seit einiger Zeit schlecht und dann steht plötzlich auch noch ein Schuldeintreiber vor ihrer Tür. Juliana trifft zufällig auf den Straßenjungen Alder. Mit seiner Unterstützung steigt sie ins Schmugglergeschäft ein um ihre Existenz zu wahren. Doch sie müssen aufpassen, überall lauern stetig Gefahren erwischt zu werden. Sie trifft auf den neuen Gehilfen des Brückenmeisters. Doch kann sie ihm trauen? Die London Bridge und das Kapellhaus selbst, in denen die Geschäfte abgewickelt werden, brigen ein dunkles Geheimnis.

Auf zwei Zeitebenen wird in wechselnden Perspektiven interessant und spannend die Geschichte der London Bridge und das Schicksal der Menschen, die auf der Brücke leben, erzählt. In dem Handlungsstrang um 1202 wird die Geschichte von zwei Schwestern erzählt, die Seherinnen sind und das Schicksal des Brückenbaus vorhersehen. Es ist spannend gemacht, denn man fragt sich die ganze Zeit, was dieser Handlungsstrang von 1749 zu tun haben könnte. Erst ganz zum Schluss wird das fehlende Puzzleteil zur Verbindung gesetzt.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr bildhaft. Er hat eine gewisse Sogwirkung. Viele historische Details über die London Bridge werden hier toll vermittelt, ohne dass es ausschweifend wird. Hier geht es nicht um den eigentlichen Bau der Brücke, sondern viel mehr um die Geschichte von Juliana. Ich hätte trotzdem gerne noch etwas mehr über den damaligen Brückenbau erfahren.

Durch die sehr bildhaften Beschreibungen wurden die Charaktere sehr lebendig. Man hat schnell erkannt welche Charaktereigenschaft jeder Protagonist hat. Dabei gab es welche die einem sehr sympathisch waren, aber auch wiederrum unsympathische Charaketere, was sicherlich vom Autor bewusst gewollt war. Mir hat besonders die Entwicklung von Juliana gefallen, wie sich von der Witwe in eine starke, selbstbewusste Frau gewandelt hat. Äußerst spannend und ich habe hier regelrecht mit ihr mitgefiebert.

Das Ende hat mir nicht ganz so gut gefallen. Hier war es mir ein wenig zu zufallsmäßig und es wurde nicht so ganz logisch und schlüssig erklärt. Da blieb die ein oder andere Frage noch offen, die ich gerne aufgeklärt gewusst hätte.

Mein Fazit:
Ein äußerst spannend erzählter historischer Roman um und auf der London Bridge. Er wirkte mit historischen Details absolut nicht überladen und hatte viel mehr den Hauptaugenmerk auf das Schicksal der Menschen auf der Brücke. Tolle und lebendige Charaktere, die man beim Lesen gerne begleitet hat. Eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Thriller mit Sogwirkung

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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Die neue Kollegin bei Vixed ist seltsam. Darin sind sich alle Kollegen einig. Dawn Schiff ist anders. Sie sagt nie das Richtige, ist unbeholfen und schräg. Pünktlich um 8:45 Uhr ist sie jeden Morgen an ...

Die neue Kollegin bei Vixed ist seltsam. Darin sind sich alle Kollegen einig. Dawn Schiff ist anders. Sie sagt nie das Richtige, ist unbeholfen und schräg. Pünktlich um 8:45 Uhr ist sie jeden Morgen an ihrem Arbeitsplatz. Ihre Kollegin Natalie Farrell betrachtet sie ein wenig von oben herab, bis Dawn eines Morgens nicht auftaucht. Natalie wundert sich und erhält zufällig einen anonymen Anruf mit "Hilf mir". Sie glaubt, dass es Dawns Stimme gewesen ist und fährt zu ihrer Wohnung. Doch dort ist keine Spur von ihrer Kollegin zu sehen, nur ein Bild des Grauens. Schnell wird klar, dass jemand Dawn so sehr gehasst hat, dass er sie umgebracht hat. Nur wer? Je mehr Natalie herausfindet, desto mehr verstrickt sie sich selbst in ein Netz aus Lügen.

Dieser Thriller hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist einfach gehalten und lässt sich dadurch flüssig und schnell lesen.

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven im Wechsel erzählt. Die Perspektive von Natalie ist ICH-Erzähler gehalten, was nicht unbedingt meine bevorzugte Erzählweise ist, und die Perspektive von Dawn ist größtenteils in der Form von Emails und Briefen gehalten. Durch den fliegenden Wechsel zwischen diesen beiden Erzählperspektiven baut sich rasant die Spannung auf.

Die Charaktere werden ganz gut beschrieben, sodass man das Gefühl hat, das man demjenigen über die Schulter schaut bzw. gegenüber steht. Durch die unterschiedlich erzählten Sichtweisen von Dawn und Natalie wird alles so verstrickt, dass man irgendwann gar nicht mehr weiß wem man noch trauen kann und was nun Wahrheit oder einer Lüge entspricht. Durch sehr viele unerwartete Wendungen geht die Story auch immer wieder in eine neue Richtung. Man rätselt mit und stellt immer wieder neue Verdächtigungen auf. Die Story hat also einen sehr hohen Miträtsel-Faktor. Ein geübter Thriller-Leser kann hier aber auch schnell auf die richtige Theorie kommen, sodass es leicht vorhersehbar wird.

Nachdem die Story auf dem Höhepunkt angekommen ist, war das letzte Viertel, der Auflösung, für mich leider nicht ganz so überzeugend. Es war leider nicht ganz so gut durchdacht, nicht alles wird schlüssig und logisch aufgeklärt. Außerdem hat sich die Auflösung der Story direkt nach der Wendung noch recht gezogen. Ein paar Seiten weniger und dafür etwas kompakter hätte ich besser gefunden.

Mein Fazit:
Ein Thriller mit Sogwirkung. Nach den ersten Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen so gefesseld und geflasht war ich von der Story. Das Ende fand ich leider nicht ganz so überzeugend und ich bin auch sehr schnell auf die richtige Theorie gekommen, sodass hier hier leider einen Punkt abziehen muss. Trotzdem war es ein absolutes Lesehighlight und dementsprechend auch eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Bedrückende Spannung

Schattenschwester
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Bei einer Trauung stürzte ein Mädchen vom Kirchturm in den Tod. Bei dem Mädchen handelte es sich um die vor drei Jahren spurlos verschwundene Elvira aus dem Kinderheim. War es ihre eigene Absicht sich ...

Bei einer Trauung stürzte ein Mädchen vom Kirchturm in den Tod. Bei dem Mädchen handelte es sich um die vor drei Jahren spurlos verschwundene Elvira aus dem Kinderheim. War es ihre eigene Absicht sich in den Tod zu stürzen oder wurde sie gestoßen? Mit ihrem Partner Calle Brand beginnt Idun Lind in dem Kinderheim ihre Ermittlungen und stoßen dabei auf sehr rätselhafte Dinge. Dann finden sie heraus, dass vor wenigen Monaten ein weiteres Mädchen aus dem Heim spurlos verschwunden ist. Sie ahnen nicht in was für einem schrecklichen Gefängnis sich das Mädchen befindet.

"Schattenschwester" ist der dritte Band mit der Kriminalkommissarin Idun Lind. Der Fall ist in sich selbst abgeschlossen, aber es empfiehlt sich auch die Vorgängerbände zu kennen, da die persönliche Geschichte von Idun und Calle weiter aufbaut.

Die Handlung wird in wechselnden Perspektiven erzählt und hat dabei auch Sprünge in die Vergangenheit. So bleibt es rätselhaft und erst Stück für Stück kommen die Verknüpfungen zu den einzelnen Stücken. Den Anfang fand ich sehr spannend. Danach hatte die Handlung einige Längen. Hier hätten es einige Seiten weniger vielleicht auch getan. Zum Schluss gab es dann wieder einen spannenden Showdown, allerding mit einigen Aspekten, die mir etwas zu unglaubwürdig und überzogen vorgekommen sind.

Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und fesselnd einen auch an die Story. Es gibt einige Wendungen in dem Fall und es lässt sich ganz gut Miträtseln. Die Stimmung in dem Kinderheim ist sehr traurig und bedrückend. Man merkt schnell, dass damit etwas nicht stimmen kann. Es werden sehr brisante Themen, wie Jugendliche auf der schiefen Bahn mit Drogen- & Alkoholsucht durch das Versagen einiger Eltern angesprochen. Das regt zum Nachdenken an und macht einen auch recht traurig.

Idun privat wirkt für mich sehr kühl. Irgendwie legt sie nicht so wirklich viel wert auf ihre privaten Beziehungen bzw. will dies nicht zulassen. Calle ist für mich eher ein Nebencharakter. Er bleibt weiterhin noch sehr blass neben Idun.

Mein Fazit:
Ein bedrückender aber spannender Thriller. Es gab ein paar Längen auf der Hälfte, aber ich wollte trotzdem wissen wie es weitergeht und was der Hintergrund in diesem Kinderheim ist. Ich bin gespannt darauf, wie die Reihe weitergehen wird.

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