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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2025

"Wir haben verlernt zu vergeben. Wir haben uns selbst vergessen."

Wächter der Morgenröte
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Ein herzliches Dankeschön an den Autor für das Rezensionsexemplar! Mit "Wächter der Morgenröte" bekommt der Leser eine spannende Dark Fantasy Story in einer faszinierenden und düsteren Welt, getragen von ...

Ein herzliches Dankeschön an den Autor für das Rezensionsexemplar! Mit "Wächter der Morgenröte" bekommt der Leser eine spannende Dark Fantasy Story in einer faszinierenden und düsteren Welt, getragen von Legenden, Mythen und Prophezeiungen. Nach einer kurzen Einführung wird man direkt ins Geschehen geworfen und begleitet den Protagonisten Azrael und seine Freunde durch die beklemmende und hoffnungslos wirkende Atmosphäre von Asean. Meist erleben wir die Story aus seiner Perspektive, ein Charakter, bei dem ich mir immer noch nicht sicher bin, ob ich ihn nun mag oder nicht. So wie auch Azrael weder eindeutig gut oder böse ist, so wenig eindeutig ist meine Haltung zu ihm. Allgemein haben die Charaktere in dem Buch ihre Ecken und Kanten, wirken gut durchdacht und haben viel Potenzial für Tiefe. Der Schreibstil ist wundervoll einnehmend, sodass ich angenehm leicht durch das Buch geflogen bin. Man spürt das Herzblut, das dahintersteckt.
Mein Hauptkritikpunkt ist dir Geschwindigkeit der Handlung. Mir war alles ein wenig zu schnell und komprimiert, es passiert sehr viel in kurzer Zeit, häufig wechselt der Ort des Geschehens. Manchmal hätte ich mir da eine Entschleunigung gewünscht und länger in bestimmten Momenten verweilen zu können.
Ein toller Einstieg in diese Welt und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 19.04.2025

"Realität wird zu Träumen. Träume werden zur Realität."

Entkörpert
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Bei "Entkörpert" bekommt man eine spannende Dystopie mit einem originellen Plot zur Trennung von Körper und Geist. Nach einem Blitzeinschlag gerät die Welt aus den Fugen. Nachts trennt sich der Geist vom ...

Bei "Entkörpert" bekommt man eine spannende Dystopie mit einem originellen Plot zur Trennung von Körper und Geist. Nach einem Blitzeinschlag gerät die Welt aus den Fugen. Nachts trennt sich der Geist vom Körper und wandert in einen anderen weiter, wo er bis zum nächsten Schlafen verbleibt.
Die Welt fühlt sich entsprechend einer Dystopie sehr atmosphärisch und düster an. Wir begleiten den Protagonisten Luka, der zunächst in dem klar strukturierten Gebiet der Einheit aufwächst, wo Autorität und Misstrauen regieren. Der Charakter ist toll ausgearbeitet und nahbar, ich habe mit ihm gerne das Geschehen verfolgt. Auch die abwechslungsreichen Nebencharaktere haben mich in den Bann gezogen. Manchmal hätten ein paar mehr Emotionen und Informationen für die Tiefe der Figuren sein können, was durch die schnellen Wechsel zwischen den Körpern und Schauplätzen auf der Strecke blieb.
Das Buch ist ein definitiv ein Pageturner mit einer konstant hohen Spannung und vielen Überraschungen. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm flüssig und bildhaft, was einen noch schneller durch die Seiten fliegen lässt.
Es werden im Buch immer wieder Fragen zur Identität und Wesens des Menschen aufgeworfen, Themen wie Bewusstsein und Vorbewusstsein sowie die Wissenschaft rund um Träume angerissen. Mehr als einmal ging ich in die Selbstreflexion: Wie würde ich mit der Situation umgehen? Wie würde ich dazu stehen und wo mich positionieren? Würde ich gerne zu den Reisenden gehören oder die Beständigkeit der Einheit vorziehen? Eine Antwort auf meine Fragen habe ich noch nicht gefunden, vielleicht helfen da die nächsten Bände. Ich freue mich jedenfalls Teil 2 zu lesen.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

"Du bist immer noch Du. Und trotz alldem musst du leben."

The Glass Girl
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Kathleen Glasgow ist nicht gerade für leichte Kost bekannt. So auch bei ihrem aktuellen Roman "The Glass Girl", in welchem sie sich dem Thema der Alkoholabhängigkeit widmet.

Wir begleiten die 15-jährige ...

Kathleen Glasgow ist nicht gerade für leichte Kost bekannt. So auch bei ihrem aktuellen Roman "The Glass Girl", in welchem sie sich dem Thema der Alkoholabhängigkeit widmet.

Wir begleiten die 15-jährige Bella, die nach der Trennung der Eltern, dem Tod der Großmutter und dem Schlussmachen ihrer ersten großen Liebe zum Alkohol greift, um weiter funktionieren zu können. Die Autorin beschreibt erschreckend realitätsnah den Weg in die Sucht, das innere Erleben und daraus resultierende Verhalten. Durch den Kontakt mit meinen Patienten erkannte ich beim Lesen viel wieder und man spürt den persönlichen Bezug Glasgows zu dem Thema. Selten habe ich mit einer Protagonistin so mitgelitten und Tränen an Stellen in den Augen gehabt, wo ich damit gar nicht gerechnet habe. Ich habe von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert und konnte das Buch nur schwer weglegen.

Eine Leseempfehlung von Herzen!

Anmerkung: Dem Buch fehlt eine Triggerwarnung. Wer Schwierigkeiten mit Themen wie Sucht, selbstverletzendem Verhalten und Suizid hat, sollte hier mit Vorsicht rangehen.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Tolles Projekt

Crime Between the Pages
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Am 20. März erscheint die Anthologie mit den 18 besten Geschichten des Schreibwettbewerbs von @booksondemand . Ich durfte das Buch bereits vorablesen und habe mich währenddessen immer wieder gefragt: Warum ...

Am 20. März erscheint die Anthologie mit den 18 besten Geschichten des Schreibwettbewerbs von @booksondemand . Ich durfte das Buch bereits vorablesen und habe mich währenddessen immer wieder gefragt: Warum lese ich eigentlich so selten Kurzgeschichten? Ich bin durch das Buch geflogen, jede Story war für sich spannend und besonders. Viele hatten Potenzial für ein eigenes komplettes Buch. Durch die Kürze der einzelnen Geschichten super für zwischendurch geeignet und grade die schnelle Abwechslung tat mal sehr gut.
Neben Bestellungen kann das Buch auch auf der @leipzigerbuchmesse in der exklusiven Messe-Edition erworben werden.
Alle Gewinne der Verkäufe werden an die gemeinnützige Organisation @literanauten_akj gespendet. ❤️

Daher eine Herzensempfehlung. ⭐️

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Veröffentlicht am 14.04.2025

"Möge das Glück stets mit euch sein."

Die Tribute von Panem L. Der Tag bricht an
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"Die Tribute von Panem" sind schon lange meine Lieblingsbücher, dementsprechend groß war meine Vorfreude auf das neue Buch. Als Kirsche auf der Sahnetorte wurde es als Vorgeschichte zu dem Charakter Haymitch ...

"Die Tribute von Panem" sind schon lange meine Lieblingsbücher, dementsprechend groß war meine Vorfreude auf das neue Buch. Als Kirsche auf der Sahnetorte wurde es als Vorgeschichte zu dem Charakter Haymitch angekündigt, der mich schon in den früheren Werken begeistert hat. Das konnte nur gut werden.
Ich war ab Seite 1 wieder voll drin. Es fühlte sich an, als würde man nach Hause kommen. Da ich auch die Filme liebe, hat mein Hirn zuverlässig passend die Filmmusik im Hintergrund gedudelt.

Die Atmosphäre bleibt von Anfang bis Ende düster und grausam. Es ist aus den früheren Werken ja bereits bekannt, dass Haymitch im Erwachsenenalter unter einer Alkoholabhängigkeit leidet, in diesem Buch erfahren wir auch warum und was er versucht im Alkohol zu ertränken. Der Ablauf, das Setting und die Gegebenheiten sind nicht neu, allerdings erreichen für mich die 50. Hungerspiele und die Handlung drumherum ein neues Level an Grausamkeit, das mir mehr als einmal die Tränen in die Augen getrieben hat. Untermalt wird das ganze von den zentralen Themen der stillschweigenden Unterwerfung und Propaganda als gezieltes Mittel der Falschinformation, was sich bereits durch die einleitenden Zitate von Orwell und Hume andeutet. Den Fokus im aktuellen Buch darauf zu lenken und die dezenten Parallelen zu 1984 haben mir extrem gut gefallen.

Das Buch ist für mich ein echtes Meisterwerk mit viel Tiefe, starken Emotionen und tollen Charakteren. Ein besonderer Dank noch an die Autorin für den Fanservice in Form von vielen bekannten Figuren und einem wundervollen Prolog.

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