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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2025

Spannung, aber mit Abstrichen

The Business Trip
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Ein Thriller über zwei Frauen, die sich zufällig im Flugzeug begegnen und deren Leben sich für immer verändern wird. Die erfolgreiche Nachrichtenchefin Stephanie und die aus armen Verhältnissen stammende ...

Ein Thriller über zwei Frauen, die sich zufällig im Flugzeug begegnen und deren Leben sich für immer verändern wird. Die erfolgreiche Nachrichtenchefin Stephanie und die aus armen Verhältnissen stammende Jasmine könnten unterschiedlicher kaum sein, sehen sich äußerlich aber recht ähnlich. So entspinnt sich ein rätselhaftes Puzzle aus Wahrheit, Lügen, falschen Spuren und einem Netz aus Intrigen. Der Leser wechselt ständig die Perspektive, was durchaus spannend ist und den Lesefluss hoch hält. Dabei kommen nicht nur die beiden Frauen sondern auch Freunde, Kollegen, Nachbarn, Ex-Freunde und andere zu Wort. Das ist sehr gut und abwechslungsreich gemacht. Am Ende ist doch alles ganz anders als es zunächst scheint. Es gibt einige Wendungen und auf den letzten Seiten für meinen Geschmack einige zuviel. Das ist schade, da es den eigentlich positiven Eindruck schmälert.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Wenn die Wohnung zur Falle wird

Der Tower
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Es beginnt fast ein bisschen wie bei Aschenputtel: das arme Mädchen verliert ihren Job und ihre Wohnung und kurz bevor sie auf der Straße sitzt, gewinnt sie ein Jahr kostenloses Wohnen in einem Luxusappartement ...

Es beginnt fast ein bisschen wie bei Aschenputtel: das arme Mädchen verliert ihren Job und ihre Wohnung und kurz bevor sie auf der Straße sitzt, gewinnt sie ein Jahr kostenloses Wohnen in einem Luxusappartement der Extraklasse. Was wie ein Traum klingt, wird schnell zur Falle. Obwohl der Beginn des Klappentextes mich entfernt an einen Ballermann-Song erinnert, habe ich zum Buch gegriffen. Das erste Buch des Autors hat mich begeistert, vom zweiten war ich enttäuscht. Dann habe ich einmal ausgesetzt, um es jetzt erneut zu versuchen. Dieses Mal überzeugt die Spannung wieder. Der packende Schreibstil und die kurzen Kapitel sorgen für Spannung und ich fliege regelrecht durch die Seiten. Dennoch springt der Funke nicht ganz über. Ob es an den Nachbarn liegt, die ich alle überaus seltsam und sehr schablonenhaft finde? Oder an Nova selbst, die mir auch noch nach den ersten Bedenken lange Zeit recht naiv erscheint? Trotz KI mit Abhörfunktion legt sie ihre Ängste und Fluchtpläne wiederholt ausschweifend in ihre Wohnung dar? Am liebsten hätte ich sie geschüttelt. Oder liegt es an der etwas konstruierten Auflösung, die doch ein wenig plump daher kommt? Ich weiß es nicht. Alles in allem ein wendungsreicher Thriller, aber nichts was mir lange im Kopf bleibt.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Beklemmendes Dorfleben

Heimat
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Was zunächst wie ein ruhiges, beschauliches Leben auf dem Dorf anmutet, entpuppt sich mit der Zeit als beklemmendes System von konservativen Ansichten und Traditionen. Jana zieht mit ihrer kleinen Familie ...

Was zunächst wie ein ruhiges, beschauliches Leben auf dem Dorf anmutet, entpuppt sich mit der Zeit als beklemmendes System von konservativen Ansichten und Traditionen. Jana zieht mit ihrer kleinen Familie aus der Stadt aufs Land. Nur langsam wird sie dort heimisch. Nachdem sie völlig überstürzt ihren Job gekündigt hat, füllt sie die Zeit mit Hausarbeit, Langeweile und dem Warten auf ihr drittes Kind. Als sie der charismatischen Karolin begegnet, fühlt sie sich sofort verstanden und schnell immer heimischer in der Gemeinschaft von Freundinnen, die sich mit Backen, Filzen und Gartenarbeit die Zeit vertreiben, während sie wie ganz nebenbei ihre Kinder in völliger Freiheit und Naturverbundenheit großziehen. Jana bewundert die Frauen, insbesondere Karolin, die ihren traditionellen Lebensstil als Tradwife auch auf Social Media auslebt. Anfangs mischen sich noch leichte Misstöne und Zweifel in ihre Gedanken, doch schon bald geht sie ganz in ihrer Begeisterung auf. Von ihrem Ehemann entfremdet sie sich mehr und mehr und auch die Freunde aus der Stadt stoßen sie ab. Erschreckend wie schnell und leicht so ein Funke überspringt. Die nationalistischen Tendenzen und Gedanken sieht sie nicht. In einem gesellschaftlichen Klima, das sich immer mehr aufheizt, verschwimmen für Jana ihre Haltung und ihre Werte immer mehr. Dabei schildert die Autorin sehr sachlich, ohne zu werten. Das erhöht die Beklemmung zusätzlich. Wie schnell verfängt man sich in diesem Netz aus Freundschaft, Nähe, Heimat und oberflächlicher Geborgenheit. Die letzten Seiten lassen mich allerdings ratlos zurück. Das hinterlässt nach der Lektüre ein seltsam unfertiges Gefühl. Ich blättere vor und zurück, überlege ob ich etwas übersehen habe, aber kann den Faden einfach nicht finden. Das Ende soll sicher überraschen und originell sein, mir erschließt es sich leider nicht. Das ist schade und trübt den eigentlich guten Gesamteindruck des Buches.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Nicht so ganz warm geworden

Die Garnett Girls
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Ich muss zugeben, dass ich mich etwas schwergetan habe. Das wunderschöne Cover verspricht eine Familiengeschichte, Sommer, Leichtigkeit und sicher auch die ein oder andere Differenz zwischen den Frauen. ...

Ich muss zugeben, dass ich mich etwas schwergetan habe. Das wunderschöne Cover verspricht eine Familiengeschichte, Sommer, Leichtigkeit und sicher auch die ein oder andere Differenz zwischen den Frauen. Doch die Beziehungen in diesem Roman sind durchweg schwierig, negativ aufgeladen und berühren mich nicht. Die Figuren sind starke Charaktere, aber auch hier springt der Funke nicht über. Ich kann mich in keine der Personen hineinversetzen. Die geschilderten Konflikte reichen weit zurück und belasten die Familie, doch ich finde keine emotionale Beziehungen. Ab der Mitte des Buches wirkt auch das Cover nicht mehr luftig und unbeschwert, sondern die Frauen stehen isoliert, einsam. Der Schreibstil hat mir gefallen, aber dennoch bleibt mir das Buch seltsam fremd.

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Veröffentlicht am 22.10.2024

Etwas ratlos

Nach uns der Himmel
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Dieses Buch lässt mich etwas ratlos zurück. Die Idee, eine kleine Gruppe Reisender in einer Art Zwischenwelt zwischen Leben und Tod stranden zu lassen, finde ich originell. Doch leider kann ich beim Lesen ...

Dieses Buch lässt mich etwas ratlos zurück. Die Idee, eine kleine Gruppe Reisender in einer Art Zwischenwelt zwischen Leben und Tod stranden zu lassen, finde ich originell. Doch leider kann ich beim Lesen keine Verbindung zu den Figuren aufbauen. Die Charaktere bleiben sehr distanziert, sie sind auch recht schablonenhaft und mit wenig Facetten gezeichnet. Vielleicht war dafür keine Zeit, das Buch ist ja nicht sehr dick, oder es soll unterstreichen, dass es am Ende darauf nicht mehr ankommt. Ich finde es dennoch schade. Da ist der reiche ältere Mann, der denkt, wenn er zahlt, müssen alle nach seiner Pfeife tanzen. Dessen Freundin schwebt auf einer Wolke der Leichtigkeit oder vielleicht ist ihr auch alles egal, allerdings betrügt sie ihn mit seinem Freund Benedikt. Dieser findet im Joggen die Erfüllung, die er bei seiner deprimierten Frau nicht findet. Das andere Paar hat sich aus Sorge um ihren kranken Sohn entfremdet, die Frau trinkt, der Mann ist wütend. Vincent, der Sohn, ist für mich das Herzstück und mit Heidi, der er sich langsam in einer ungleichen Beziehung annähert, sind es die zwei Figuren, die mich über das Buch tragen. Die ersten Stunden auf der Insel finde ich auch ganz amüsant. Doch nach und nach wird die Szenerie unwirklicher, der Radius kleiner, was sich mir nicht erschließt. Recht abstrus wird die Situation, als das Zimmer bzw. die Wohnung immer weiter schrumpft. Parallel wird aus der Perspektive von zwei Figuren aus dem Jenseits berichtet. Einer hat einen Fehler begangen, die Geschichte warum es dazu kam, ist hanebüchen. Nun muss die Sache in Ordnung gebracht und die Toten, die nicht tot sind, ins Jenseits befördert werden. Also ab auf die Insel. Letztlich treffen alle aufeinander und nach einem Ringelreihen an Liebelei und Sex, geschieht das Unausweichliche. Es gibt einige Abschnitte, die ich ganz gelungen finde. Vincents Verwandlung zum Mann oder auch das Auftreten des Fährmannes. Alles in allem wirkt mir die Geschichte aber zu konstruiert und irgendwie unfertig. Außerdem kann ich einige Kniffe im Schreibstil nicht nachvollziehen. Warum ist ein kleiner Absatz in Versform geschrieben? Auch die Betonung der Pilotin und der Stewards am Anfang ist mir etwas zu bemüht. Leider hat es hier für mich nicht so ganz gepasst.

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