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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2025

Wunderschönes Bilder- und Vorlesebuch mit wichtiger Botschaft

Der Wal, der immer mehr wollte
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Der Titel von Rachel Brights und Jim Flields neuem Buch "Der Wal, der immer mehr wollte" wird dessen wunderbarem Inhalt und so wichtiger Kernbotschaft nur im Ansatz gerecht.

Die Hauptfigur Wendelin der ...

Der Titel von Rachel Brights und Jim Flields neuem Buch "Der Wal, der immer mehr wollte" wird dessen wunderbarem Inhalt und so wichtiger Kernbotschaft nur im Ansatz gerecht.

Die Hauptfigur Wendelin der Wal zeichnet sich durch eine ganz massive "Konsumsucht" aus und, ich lehne mich jetzt aus dem Fenster, Millionen von Erwachsenen könnten sich in dieser Figur wiedererkennen. Im Kern geht es jedoch um etwas viel Wichtigeres: Dass wir aus den Augen verloren haben, worum es uns eigentlich einmal ging, was irgendwann einmal unser Bedürfnis war. Konsum ist (normalerweise) kein Selbstzweck. Der Konsum oder das Sammeln soll unsere Wünsche und Bedürfnisse befriedigen. Was passiert, wenn das künstlich erzeugte Gefühl, immer mehr zu wollen oder gar zu brauchen, unkontrolliert wächst und das eigentliche Bedürfnis nach Verbundenheit, Gesehenwerden, Liebe, Gemeinschaft und Zugehörigkeit in Vergessenheit gerät, zeigt dieses Buch ganz wunderbar auf. - Und auch eine Lösung aus dem Dilemma

Ein tolles Vorlese- und Bilderbuch und zugleich eine Geschichte, die großen Teilen der erwachsenen Welt in den Industrienationen einen unbequemen Spiegel vorhalten dürfte. Wie auch schon die Titel zuvor, wunderschön getextet, gereimt und übersetzt und noch viel wunderschöner illustriert. Insbesondere dieser letzte Punkt kommt anhand des Covers nicht gebührend zum Tragen - ein kleiner Kritikpunkt an dieser Stelle.

Für mich ist dieses Buch eine absolute Empfehlung und mindestens genauso persönlich wertvoll wie "Der Löwe in dir".

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Veröffentlicht am 29.05.2025

Erfrischender Ratgeber für einen kühlen Kopf und kluge Konter in schwierigen Situationen

50 Sätze, die das Leben leichter machen
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Karin Kuschik liefert mit "50 Sätze, die das Leben leichter machen" einen kurzweiligen, erfrischenden Ratgeber, der selbst in den unmöglichsten Situationen das Wesentliche hervorhebt: Es liegt es an uns, ...

Karin Kuschik liefert mit "50 Sätze, die das Leben leichter machen" einen kurzweiligen, erfrischenden Ratgeber, der selbst in den unmöglichsten Situationen das Wesentliche hervorhebt: Es liegt es an uns, wie wir in Situationen, auf Menschen, auf Provokation reagieren. Wie sich andere verhalten, mag außerhalb unseres Einflusses sein, aber ob wir uns aufregen oder gelassen reagieren und damit Herr:in der Situation sind / bleiben / werden, das haben wir (mit etwas Übung) sehr wohl in der Hand. - Eine tolle Erkenntnis, die mir bis dato immer mal wieder abhanden gekommen war.

Ich habe das Buch ganz gemütlich über mehrere Monate hinweg gelesen, immer mal wieder ein oder mehrere Kapitel. Dank des durchdachten Aufbaus überhaupt kein Problem und gerne empfehle ich an dieser Stelle auch den Rat der Autorin, das Buch nicht klassisch von vorn nach hinten, sondern nach Bedarf und persönlicher Neugierde zu lesen.

Auch wenn ich nicht alle 50 Sätze uneingeschränkt gut fand, haben mich doch alle zum Nachdenken angeregt.

Der Schreibstil ist so locker, leicht und einladend, dass selbst die konfliktgeladenste Situation im Traum meisterbar erscheint, ist nur Karin Kuschiks tolles Repertoire zur Hand. Das Storytelling funktioniert ganz wunderbar und nur an einer Stelle habe ich kurz gezuckt, als nämlich in Frage gestellt wurde, warum sich Menschen den Job des Mediators / der Mediatorin antun und sich damit ganz bewusst zwischen zwei Konfliktparteien stellen. Das hätte ich mir in der Tat etwas wertfreier und reflektierter gewünscht, es aber nichtsdestotrotz als persönliche Meinung und damit vollkommen legitim verbucht.

Fazit: Ein kurzweiliges, sehr hilfreiches Buch, das in zahlreichen Situationen im Alltag seine Wirkung entfalten kann - daher eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Kraftvoll, wild, urwüchsig – Wild wuchern von Katharina Köller

Wild wuchern
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Marie ist ein hübsch anzusehendes Stadtgewächs aus Wien, das sich in großer Not zu ihrer eremitisch lebenden Cousine Johanna flüchtet. Beide Frauen verbinden lange verschwiegene Geheimnisse und die große ...

Marie ist ein hübsch anzusehendes Stadtgewächs aus Wien, das sich in großer Not zu ihrer eremitisch lebenden Cousine Johanna flüchtet. Beide Frauen verbinden lange verschwiegene Geheimnisse und die große Frage, ob sie wirklich sein dürfen, wer sie im tiefsten Inneren sind.

Katharina Köller schreibt in wunderbar authentischer Sprache aus der Perspektive von Marie, die sich mit blutender Platzwunde an einen sicheren Ort flüchtet. Ausgerechnet die Alm der Großeltern, mit der sie ein dunkles Geheimnis verbindet, und die heute von ihrer gänzlich zurückgezogen lebenden und schon immer irgendwie sonderbaren Cousine Johanna bewohnt wird.

Eingerahmt in die Naturgewalt und Schönheit der Tiroler Berge erleben die beiden Frauen Momente im Hier und Jetzt. Um die Gegenwart und auch ihre persönliche Verschiedenheit in ihrer ganzen Tragweite zu begreifen, schweifen sie in Sequenzen immer wieder in ihre Vergangenheit und jeweils eigenen Geschichten ab.

„Wild wuchern“ geht mit klugem Sachverstand und einfachen Worten großen Fragen auf den Grund. Unterlegt mit wohldosiert eingesetzter, kraftvoller Bildsprache dürfen Leser:innen die beiden Protagonistinnen dabei begleiten, herauszufinden, wer hier „richtig“ und „falsch“ ist, wer Schuld trägt und was Schuld denn überhaupt ist.

Ein kraftvolles, wundervolles Plädoyer für Individualität, Emanzipation und Toleranz, eingebettet in eine atemberaubende Kulisse.

Dieses Buch ist auch ganz ohne große Action und wortreich ausformulierte Dramen eine klare Leseempfehlung und geht unter die Haut!

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Süßes, unaufgeregtes Kinderbuch mit putzigen Illustrationen

Mister O'Lui und das Mutigsein
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In „Mister O’Lui und das Mutigsein“ erleben der Biberbär Mr. O’Lui und sein bester Freund Rupert, ein Streifenschwein, ihr nächstes gemeinsames Abenteuer. Zunächst verschwinden auf merkwürdige Art und ...

In „Mister O’Lui und das Mutigsein“ erleben der Biberbär Mr. O’Lui und sein bester Freund Rupert, ein Streifenschwein, ihr nächstes gemeinsames Abenteuer. Zunächst verschwinden auf merkwürdige Art und Weise Blumen und Früchte aus Mr. O’Lui’s Garten, dann taucht auch noch ein Monster auf. Oder ist es gar kein Monster, das da Anschluss an die beiden Helden der Geschichte sucht?

Das Intro klingt vermutlich spannender auf aufregender als die sehr ruhig und in weiten Teilen ganz unaufgeregte Geschichte vermuten lässt. Durch die entspannte Art von Mr. O’Lui, der so liebend gerne „Päuschen“ macht, gruseln sich selbst schreckhafte Kinder wohl kaum. Der zuckersüße Rupert tut sein Übriges.

In sehr kindgerechter Sprache und Illustration führt Silke Siefert durch diese Geschichte, ruft an vielen Stellen zur Besonnenheit auf, wenn der oder die Schuldige offensichtlich zu sein scheint. Am Ende werden die beiden Helden ganz wunderbar belohnt und die kleinen Leser:innen dürften sich sehr freuen, wenn das vermeintliche Monster enttarnt ist.

Eine niedliche Geschichte, die ich für 3- bis ca. 6-Jährige empfehle.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Bislang der spannendste Band aus Lichterland - und wieder hervorragend!

Lichterland 3. Das Geheimnis des schlafenden Drachen
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Auch im dritten und bislang letzten Band der Lichterland-Reihe erleben Karla und Frederick mit alten und neuen Freunden ein aufregendes Abenteuer und müssen ihren Mut unter Beweis stellen. Dieses Mal verschwindet ...

Auch im dritten und bislang letzten Band der Lichterland-Reihe erleben Karla und Frederick mit alten und neuen Freunden ein aufregendes Abenteuer und müssen ihren Mut unter Beweis stellen. Dieses Mal verschwindet das Licht aus Lichterland und es halten finstere Gestalten, die Finsterflügel, Einzug in den einst so behaglichen und magischen Ort. Was hat es mit diesen gruseligen Gestalten auf sich? Werden Karla, Frederick und ihre Freunde auch dieses Mal Erfolg haben und auf ihre ganz besondere Art das Rätsel um die Geschehnisse lösen?

"Lichterland: Das Geheimnis des schlafenden Drachen" ist mit Abstand der spannendste und auch grusteligste Band der bisher erschienenen Lichterland-Bücher. Mit ganz viel sprachlichem Feingefühl und Wärme gelingt es Carolin Jelden auch dieses Mal wieder, begleitet durch die zauberhaften Illustrationen von Laura Bednarski, eine wundervolle, magische, mitreißende sowie kluge Geschichte zu erzählen. Auch wenn es spannend und in Teilen gruselig ist, passt die Altersempfehlung mit ab 5 Jahren sehr gut. Wir haben spannendere Passagen (ab ca. Seite 130) unter Tag gelesen, damit es abends mit dem Einschlafen auch gut klappt und ein möglicher Cliff Hanger nicht für unruhige Nächte sorgt. - Einer meiner Söhne ist empfindlich, was das angeht, für die anderen beiden wären die Inhalte auch abends überhaupt kein Problem gewesen.

Das Buch hat für alle drei (4, 6 und 9 Jahre) hervorragend funktioniert. Wir sind mittlerweile echte Jelden / Bednarski-Fans!

Eine absolute Lese- und Vorleseempfehlung für Groß und Klein!

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