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Veröffentlicht am 16.04.2025

Team "Good Boy"

In jedem Atemzug nur Du
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Die Autorin beschreibt eine emotionale Coming-Of-Age Geschichte über Hazels Leben. Außergewöhnlich wird sie dadurch, dass die Protagonistin bis vor knapp zwei Jahren ums Überleben gekämpft und durch eine ...

Die Autorin beschreibt eine emotionale Coming-Of-Age Geschichte über Hazels Leben. Außergewöhnlich wird sie dadurch, dass die Protagonistin bis vor knapp zwei Jahren ums Überleben gekämpft und durch eine Lungentransplantation eine Chance auf mehr Lebenszeit erhalten hat. Mit neu gewonnener Kraft möchte sie das Leben einatmen können, ein neues Studium starten und etwas für die Welt bewegen. Und im Geheimen auch mehr über ihre Spenderin erfahren.

Das Setting für den neuen Lebensabschnitt, wurde sehr schön gewählt. Ihre neue Universität liegt direkt neben einem National Forest. Von atemberaubenden Beschreibungen über die Landschaft oder deren Bewohner, wie den Wildpferden, kann man sich kaum retten.

Auch wird die Natur stark eingebunden über das gewählte Studienfach der Protagonistin. Der Studienalltag wird sehr authentisch beschrieben, einige Studieninhalte werden an den Leser herangetragen und der Prüfungsstress weht durch die Seiten. Alle Studenten sind Umweltliebhaber, wandern häufig in ihrem Alltag, nutzen ihre Freizeit um den Wald zu entmüllen oder beschreiben ihre neuesten Bodenuntersuchungen.

Besonders Hazel betrachtet all das mit bewundernden Augen. Mit ihr erhält der Leser eine lebensbejahende und extrovertierte Protagonistin, die bereits eine lange Zeit in ihrem Leben stark sein musste. Ihr Krankheitsverlauf ist sehr greifbar beschrieben und informativ für jeden Leser. Trotzdem hatte ich so meine Schwierigkeiten mich in ihre Persönlichkeit hineinzuversetzen.

Ich fand ihre Art und Gedanken manchmal zu gespielt, um künstlich gewolltes Drama entstehen zu lassen. Manchmal fand sie Dinge schlimm oder dramatisch, die ich zu dem Zeitpunkt noch nicht authentisch gefunden hätte oder die auf mich gewirkt haben, als würden sie jetzt nur wegen der Story kommen. Aus meiner Perspektive wurde ihr Hauptziel in diesem Buch so groß gemacht, so dass Mitleid entstehen kann. Bei mir entstand jedoch eher das Gefühl, dass Konsequenzen für andere Menschen nicht so wichtig sind, weil "für sie alles schlimmer" ist. Dadurch hat sich für mich eine gewisse Distanz ihr und ihrem Hauptwunsch gegenüber entwickelt, die nicht ganz abgebaut werden konnte.

Dennoch habe ich einige Seiten an ihr zu schätzen gelernt. Sie holt Umstehende aus ihrer Komfortzone und ihre Liebe zum Leben ist ansteckend. Ihre offene und direkte Art, schlägt sich auch in ihrer Kommunikation wieder und führt (nach – aus meiner Sicht – etwas zu viel Drama) zu reifen und reflektieren Lösungsansätzen.

Dafür habe ich mich total gefreut über den männlichen Charakter. Lewis ist ein wenig introvertiert, meidet Gruppen und fühlt sich absolut wohl im Archiv. Ein ruhiger, geerdeter Junge, der endlich mal kein Bad Boy, sondern ein Good Boy ist. Er zeigt Hazel wunderschöne Fleckchen rund um die Universität und nach kürzester Zeit, sind sie Beide füreinander eine Bereicherung im Leben.

Mit einigen Twists am Ende, die den Fokus auch langsam auf seine Geschichte wenden, habe ich gar nicht gerechnet. Es hat angefangen weniger gewollt bzw. geplant auf mich zu wirken, wodurch ich seine Handlungsstory sehr begrüßt habe. Das Buch weiß damit definitiv zu überraschen und zeigt, dass es in verschiedene, gefühlsvolle Richtungen gehen kann.

Fazit:

„In jedem Atemzug nur Du“ ist eine Bereicherung für gute Denkanstöße gegenüber der Umwelt. Naturverbundene Leser werden ihre Freude haben. Das Setting ist traumhaft, die Storyline originell und informativ. Für mich haben sich jedoch Schwierigkeiten mit der Protagonistin aufgetan, die mich nicht losgelassen haben, andere Leser jedoch auch mitfühlen lassen können. Erst im letzten Drittel mit dem Fokus auf Lewis, konnte ich abgeholt werden. Ein Buch für jeden im Team „Good Boy“.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Was ist so schlimm daran der Realität zu flüchten?

Die geflohene Geschichte
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Als Buchliebhaber ist es jedem schon Mal so ergangen, dass Realität und Fantasie ineinander verschwimmen. In einem Moment liest man noch, im nächsten befindet man sich als Prinzessin auf dem Turm, im Liebeschaos ...

Als Buchliebhaber ist es jedem schon Mal so ergangen, dass Realität und Fantasie ineinander verschwimmen. In einem Moment liest man noch, im nächsten befindet man sich als Prinzessin auf dem Turm, im Liebeschaos eines Tätowierers oder einer anderen Buchgeschichte. Wenn in „Die geflohene Geschichte“ die Realität mit der Fantasie verschwimmt, befindet man sich in Kapitolo, der Stadt der Buchfiguren.

Vom Buchplot war ich direkt fasziniert. Wenn Autoren in Kapitolo ihre Geschichten schreiben, ist es möglich, dass ihre Charaktere aus ihrer Buchwelt übertreten und in der Stadt umherschweifen. Selbstverständlich habe ich mir das Szenario einer Buchfigur gegenüberzustehen, beim Lesen auch zig Male schon vorgestellt. Umso begeisterter war ich, dass die Autorin eine Geschichte daraus gewoben hat.

Was sich wie ein wahrgewordener Lesertraum anhört, wird zum Albtraum von Protagonistin Kate. Denn ihre Buchfigur wird eines Mordes angeklagt. Mit dem Mord der Buchfigur nimmt der Roman langsam Krimizüge an, womit für unterschiedliche Genreliebhaber etwas dabei ist.

Was mir zudem besonders gut gefallen hat, waren die zahlreichen, literarischen Bezüge. Viele Elemente werden Buchliebhabern in dieser Geschichte hingehalten, wie Süßigkeiten. Es gibt einige Buchcharakterbeschreibungen, Bezüge zu bekannten Romanen, Schriftstellern oder Charakteren. Auch Schriftsteller werden an einigen Stellen hängen bleiben, weil ihnen das Geschriebene bekannt vorkommt. Kate erzählt nämlich auch was für seltsame Angewohnheiten Autoren teilweise beim Schreiben haben oder welche Gefühle sie mit ihrem Debüt verbinden.

Lediglich mit dem Schreibstil kam ich nicht ganz zurecht. Es wird etwas nüchterner erzählt und weniger lebendig. Es gibt mehr Beschreibungen als Dialoge, für mich war die Gefühlswelt der Figuren eher blass und das hat im Gesamtpaket dazu geführt, dass ich mich wenig in die in die Charaktere oder ihre Lebenssituationen hineinfühlen konnte.

Jeder einzelne Charakter und jede lebendige Buchfigur waren unfassbar originell beschrieben. Sie waren alle sehr skurril, künstlerisch, teilweise wie bunte Hunde. Insgesamt passte es zu den kreativen Geschichtenschreibern und dem fantasievollen Setting Kapitolo. Aber sie stehen durch den Schreibstil weniger im Fokus, als der Plot und das fantasievolle Setting.

Somit gestaltete sich das Leseerlebnis für mich mit ein paar Längen weniger als „mitreißend“ und mehr als „originell“.

Fazit:

Für alle Leser, für die die Realität gern etwas mehr mit der Fantasie verschwimmen darf. Fantasy-, Krimiliebhaber und Schriftsteller kriegen hier eine originelle Geschichte geliefert. Der Autorin mangelt es definitiv nicht an fantasievollen Elementen. Nur durch einen lebhafteren Schreibstil und der Möglichkeit mich mehr in die Charaktere hineinzufühlen, hätte sich meine Lesefreude noch gesteigert.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Wahrheit oder Lüge?

Honesty. Was die Wahrheit verbirgt
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„Honesty“ bedient sich an einem klassischen Sci-Fi-Plot. Hier begegnen wir einer Utopie, die zu perfekt scheint und die man schnell hinterfragt. Eine Hauptfigur, die nicht in das Raster der „perfekten“ ...

„Honesty“ bedient sich an einem klassischen Sci-Fi-Plot. Hier begegnen wir einer Utopie, die zu perfekt scheint und die man schnell hinterfragt. Eine Hauptfigur, die nicht in das Raster der „perfekten“ Regierung hineinpasst und deswegen ständig in Gefahr ist. Doch Franzi Kopka verbindet das mit einer großartigen neuen Idee und fokussiert sich in ihrer Utopie insbesondere auf das menschliche Verhalten. Denn Menschen können in der neuen Welt weder Lügen noch negative Emotionen fühlen.

Der Weltenentwurf wird mit spannenden Details ausgeschmückt. Menschen nehmen Tabletten, die dazu zwingen die Wahrheit zu sagen und haben eine hochmoderne KI, die das Leben für sie erleichtert, aber auch über jede Kamera und Mikrofone auf Unregelmäßigkeiten überprüft. Was ich an gesellschaftskritischen Zukunftsszenarien in Büchern ja besonders liebe, ist die realitätsnähe. KIs sind ein Zukunftstrend und die Autorin beschreibt absolut realistisch über das Szenario, dass wir fast schon gezwungen werden uns perfekt zu verhalten, wenn wir unter dauerhafter Überprüfung stehen.

Trotzdem hätte ich mir noch mehr Details zum Weltenentwurf gewünscht. Mir wird die Welt im Auftakt zu wenig erklärt. Stattdessen wird das neue Zukunftsszenario wie selbstverständlich gelebt, so dass ich beim Lesen die Unterschiede zur heutigen Zeit eher nebenbei herauslesen konnte. Das ist natürlich sehr authentisch und man wird nicht mit Informationen überladen oder im Lesefluss gestört. Gerade zu Beginn hätte ich die Informationen aber gerne etwas mehr in die Tiefe gehabt. Wie die Utopie aufgebaut wurde, wieso niemand lügt und warum gerade das zu einer Utopie geführt hat.

Dafür kam ich schnell in der Gefühlswelt der Hauptfigur Mae an. Sie lügt nicht, kann aber negative Emotionen kaum regulieren. Es wird schnell klar, dass sie sich anders verhält als andere Menschen in ihrer Umgebung. Und, dass das gefährlich für sie ist. Für mich, hat sie das nur menschlicher gemacht.

Die Menschen in dieser Utopie sind unverschämt ehrlich und in solchen Momenten, wollte ich zusammen mit ihr Wut fühlen. Verzweiflung, wenn etwas ungerechtfertigt ist. Ich habe es geliebt, wie die Geschichte zum Nachdenken anregt über den eigenen Blickwinkel gegenüber Lügen und negative Emotionen. Das Buch zeigt, wie befreiend diese Gefühle sein können und wie ungesund es ist, sie zu unterdrücken. Wunderschöne Botschaften, die hier übermittelt werden.

All das verpackt die Autorin in einen sehr bildhaften Schreibstil. Insbesondere die technischen Details, konnte sie mir bildhaft vor Augen führen. Sie hat außerdem ein Talent dafür, ihren Charakteren Hand und Fuß zu geben. Ich konnte mich sehr gut in die Hauptfigur hineinversetzen und ein Gefühl für die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Nebencharaktere bekommen.

Dennoch waren es für mich stellenweise zu viele Seiten, in denen wenig Plot vorkam. Die Geschichte verliert sich teilweise in Alltagsbeschreibungen. Ich war bereit für einen spannenden Utopie-Plot. Doch der Auftakt geht eher gemächlich los, beschreibt lange Maes Angst vor ihren Emotionen und das Partnerschaftsprogramm, während ich auf Action, Ermittlungen und Enthüllungen gewartet habe. Dadurch kam es für mich zu einigen Längen.

Fazit:

Gesellschaftskritisch, realitätsnah und mit tollen Botschaften. Dennoch stellenweise etwas langatmig.

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Veröffentlicht am 16.10.2024

Schön geschrieben, aber mit ein paar Längen

Shadow Crown – Die Kriegerin der Fae
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Ich habe mich so sehr auf die Fortsetzung zu „Broken Blade“ gefreut. Der Auftakt hat mir damals sehr gut gefallen und ein düsteres Setting entworfen. Allerdings lag der Roman bereits eine Weile bei mir ...

Ich habe mich so sehr auf die Fortsetzung zu „Broken Blade“ gefreut. Der Auftakt hat mir damals sehr gut gefallen und ein düsteres Setting entworfen. Allerdings lag der Roman bereits eine Weile bei mir zurück und mir waren nicht mehr alle Details präsent. Daher hätte ich mir zu Beginn von "Shadow Crown" mehr Wiederholungen aus dem Vorband gewünscht.

Trotzdem beginnt es so rasant und mit düsteren, aber auch eindrucksvollen Fantasy-Details, so dass ich mich schnell an den Seiten gefesselt vorfand. Die Autorin entwirft Ungeheuer mit Hirschgeweih, scharfen Zähnen und Krallen, geeignet zum Reißen von Fleisch und dennoch sind es ihre Charaktere, die am gefährlichsten sind.

Nachdem es so stark begann, flaute der Spannungsbogen jedoch recht schnell ab. Es gibt mehrere Sequenzen, in denen die Charaktere sich in Geduld üben und teilweise nicht viel handeln. Keera beginnt mit den Faen zusammenzuarbeiten, aber muss erst ihr Vertrauen gewinnen, tut aber nicht viel dafür. Gemeinsam versuchen sie weiterhin den König zu Fall zu bringen, aber es kommt nicht wirklich zu einer Planung dafür.

Es passiert mehr auf der Beziehungsebene oder es kommen zur Geschichte dieser Welt mehr Details hinzu. Mit einem klassischen Cliffhanger-Ende, nimmt die Handlung auf den letzten Seiten nochmal Fahrt auf. Für mich war der Spannungsbogen bei über 500 Seiten dennoch etwas zu wenig.

Dennoch konnte ich das Buch kaum zur Seite legen. Melissa Blair kann wirklich gut schreiben. Ihr Schreibstil ist schon fast schmerzhaft schön. Sie schreibt poetisch, gefühlsstark und emotional.

„Eine einzelne Träne rann über ihre Wange. Dieser Anblick traf mich hart; es war als rollte ein Felsbock einen Berg hinab.“ – S. 310

Auf charakterlicher Ebene fand ich die Hauptfigur weiterhin sehr spannend. Als bekannte Assassine des Reichs hat Keera bereits einige Leben beendet. Sie ist talentiert, aber auch voller Reue und kämpft täglich mit der Bürde. Ich finde, sie ist weiterhin genial ausgearbeitet. Zudem mochte ich ihre Entwicklung dahingehend, mehr Freundschaften einzugehen und sich auf andere zu verlassen.

Riven war im Vergleich zum 1. Band leider etwas blass und kam in den ersten knapp 100 Seiten nicht mal vor, obwohl er zu den Hauptfiguren gehört. Dafür fand ich die Freundschaften besser ausgearbeitet. Man erfährt deutlich mehr über Nikolai und Syrra, die Abgründe, aber auch liebevolle Geschichten mit Keera teilen.

Was mich wiederum wenig abholen konnte, war die Lovestory. Während der erste Band eher mit einer slow burn Romanze glänzte, kam sie hier trotz schwerer Konflikte und Problematiken überstürzt oder oft unpassend vor (Spicy Szene kurz nach einem Beinahe Tod – um ein Beispiel zu nennen).

Fazit:

Das Buch ist wieder mal richtig toll geschrieben. Poetisch, fantasievoll und tiefgründig. Es beginnt und endet spannend, aber in der Mitte kommt es zu mehreren Längen, wodurch sich die 500 Seiten für mich teilweise gezogen haben. Zwischendurch passiert nicht viel Plot - aus meiner Sicht ein klassischer Filler-Teil.

Auch die Liebesgeschichte fand ich oft unpassend, wohingegen mich die freundschaftlichen Momente berühren und abholen konnten. Zudem sind die Fantasy-Elemente wieder mal fantastisch düster ausgearbeitet.

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Veröffentlicht am 01.12.2023

Winterklassiker Adaption

Frozen Queen. Das Lied des Winters
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„Frozen Queen“ öffnet dem Leser mit einem kalten Windhauch die Türen in eine Adaption des Klassikers „Die Schneekönigin“. Ab der ersten Seite ist die Geschichte gesponnen und geschrieben, als befände man ...

„Frozen Queen“ öffnet dem Leser mit einem kalten Windhauch die Türen in eine Adaption des Klassikers „Die Schneekönigin“. Ab der ersten Seite ist die Geschichte gesponnen und geschrieben, als befände man sich mitten im Märchen. Nichts anderes bin ich auch von Jennifer Alice Jager gewohnt.

Den Einstieg fand ich auch direkt schon schön und mystisch. Das Setting ist winterlich und zugeschneit. Soweit das Auge reicht, sieht es glitzernde Landschaft, frostigen Atem und ein Schloss, das aussieht wie eine gefrorene Krone. Hiervon habe ich mich direkt verzaubern lassen.

Beherrscht wird das Königreich von einer kalten Herrscherin, die für ihre willkürliche Grausamkeit bekannt ist. Ihr Herz aus Eis. Ihre Macht Atem- und Erinnerungsraubend. Alle Personen ohne Erinnerung, gelten in diesem Land als Kriminell. Nur, wer sich der Königin in den Weg stellt oder ein Gesetz von ihr bricht, wird mit Gedächtnisverlust bestraft. So ergeht es auch der Hauptfigur Malin. Verstoßen und vor Kälte bibbernd, führt ihr Weg sie zum Schloss der Königin. Hier zu arbeiten bedeutet auf viele Geheimnisse zu stoßen.

Nach dem 1/3, in dem man das Setting, die Situation am Königreich, den Weltenentwurf kennenlernt, ändert sich plötzlich das Geschehen um 180 Grad. Die Autorin gliedert ihre Geschichte in drei Abschnitte auf und im Zweiten landet der Leser gefühlt in einem Paralleluniversum. Malin hat ein Gedächtnis, es ist Sommer und ihr Kindheitsfreund, der Prinz, kehrt nach 10 Jahren Königslehre zurück.

Malin empfand ich als süß, liebevoll und mitfühlend. Wie man sich eine Hauptfigur im Märchen wünscht. Doch gefiel mir an ihr insbesondere, dass sie hinter die Fassade der Menschen blickt. Keine Verurteilung trübt ihren Blick. Dennoch steht eindeutig der Plot im Vordergrund. So taucht man nicht allzu tief in die Buchfiguren ein. Vielmehr begegnet man hier auf Magie, Flüche, Ungereimtheiten und Gefühle.

Ich wurde Zeuge einer niedlichen Freundschaft, bei der zarte Gefühle wachsen, wie bei einer Blüte. Für mich waren die unterschiedlichen Abschnitte jedoch völlig aus dem Kontext gerissen. Mir hat der Übergang gefehlt und auch eine Erklärung, wie das alles zusammenhängt. So haben sich die zwei Teile erst Mal wie völlig unterschiedliche Geschichten gelesen. Trotzdem fand ich über die Seiten gefallen an der sommerlichen Lovestory. Gegen Ende gefiel mir die Auflösung auch so gut, dass es meinen Unmut über die lange Verwirrung etwas glattgebügelt hat. Dennoch hätte mir ein sauberer Übergang meinem Lesevergnügen gutgetan.

Fazit:

Atmosphärisch, frostig und viel Märchenzauber. Alle Leser, die im Winter etwas passendes zur Jahreszeit lesen wollen, aber sich auch nach etwas Sonnenschein sehnen, können sich hier beides zwischen den Seiten holen. Auch die Hauptfigur bezaubert mit ihrer lieben Art. Allerdings wirkt der Plot stellenweise unzusammenhängend, mich hat der Fortgang lange Zeit verwirrt und erst spät wieder abgeholt.

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