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Veröffentlicht am 22.05.2025

Kinder und ihre Schicksale

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
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Annegret und Charlotte arbeiten beim Kindersuchdienst des Roten Kreuzes. Beide Frauen haben eine bewegte Geschichte, die sie dorthin führt. Während Annegret sich als alleinerziehende Mutter durchs Leben ...

Annegret und Charlotte arbeiten beim Kindersuchdienst des Roten Kreuzes. Beide Frauen haben eine bewegte Geschichte, die sie dorthin führt. Während Annegret sich als alleinerziehende Mutter durchs Leben kämpft und ihren Sohn bei der Arbeit verschweigt, trennt sich Charlotte von ihrem Leben in Saus und Braus und versucht sich mit der Stelle beim Kindersuchdienst über Wasser zu halten. Während Annegret skeptisch gegenüber Charlotte ist, geht diese mit offenen Armen auf Annegret zu. Gemeinsam versuchen sie die Zukunft des Kindersuchdienstes zu retten.

„Der Kindersuchdienst - Für immer in deinem Herzen“ von Antonia Blum ist ein wunderschönes Buch über eine sehr wichtige und ernste Thematik.
Der Kindersuchdienst steht hier stellvertretend für eine Organisation, die bis heute tätig ist - Der DRK-Suchdienst. Eine Hilfestellung, die auch heute noch, 80 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges häufig genutzt wird und die in der Gesellschaft kaum beleuchtet wird. 
Antonia Blum stellt hier die Zeit 10 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges dar. Im Jahr 1955 kämpft der Kindersuchdienst in der Hansestadt Hamburg ums Überleben. Viele Schicksale sind weiterhin ungeklärt und jede der Mitarbeiterinnen agiert hier mit Herzblut. Genau diese Eigenschaft hat die Autorin eindrucksvoll rübergebracht. Die Begeisterung für den Job, aber auch die Hintergründe der dramatischen Schicksale werden hier zum Teil beleuchtet. Ebenso der Zusammenhalt zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kindersuchdienst. Aber auch die Ecken und Kanten, wie Intrigen, Machtspiele und Vorurteile lernt der Leser kennen.
Mit Charlotte und Annegret hat Antonia Blum zwei Frauen aus unterschiedlichen Welten gewählt. Sie stellt ihre Sorgen und Nöte dar und zeigt, dass es manchmal darauf ankommt, für was man arbeitet, um Vorurteile überwinden zu können.
Auch die Beispiele der Kinderschicksale finde ich beeindruckend. Wie Eltern kämpften und mit welchen Mitteln weitere Personen kämpften, ist schon interessant gewesen.
Gefallen hat mir der Abstecher mit Konrad Adenauer, auch wenn das vielleicht zu viel Zufall war, aber irgendwie hat die Situation, wie die Autorin ihn dargestellt hat, die Geschichte etwas geerdet. Gerade die Szene zum Abschluss konnte ich mir wirklich lebhaft vorstellen.

Alles in allem ein wirklich gelungener historischer Roman, der Lust auf den zweiten Teil macht, den ich mir auf jeden Fall gönnen werde. Wer eben solche geschichtlichen Romane mag, ist hier absolut richtig!

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Absolut spannend

Der dunkle Sommer
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Tilda flüchtet vor ihrem Leben in ein verlassenes Dorf in Italien, ohne zu ahnen, dass sie sich damit in die Vergangenheit des Dorfes als auch in ihre eigene Vergangenheit begibt.

„Der dunkle Sommer“ ...

Tilda flüchtet vor ihrem Leben in ein verlassenes Dorf in Italien, ohne zu ahnen, dass sie sich damit in die Vergangenheit des Dorfes als auch in ihre eigene Vergangenheit begibt.

„Der dunkle Sommer“ von Vera Buck war für mich das erste Buch der Autorin und ich bin absolut begeistert.
Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Dies sind die der Protagonisten Tilda, Franca und Enzo. Wobei man gerade bei Enzo das Gefühl hatte, das er eher eine Nebenrolle spielt. 
Drei Perspektiven fand ich am Anfang erst einmal ungewöhnlich und ein bisschen überfordernd, da gerade auch bei Franca viele Nebencharaktere mitspielen. Man findet sich aber schnell in die Eckdaten hinein. Was mir richtig gut gefällt, ist das Rüberbringen der italienischen Lebensweise und die Vorgeschichte. Es wird alles genauestens erklärt, ohne sich dabei in Details zu verlieren oder langweilig zu werden.
Alle drei Protagonisten sind sehr charakterstark. Besonders Franca hat mir sehr imponiert!
Bei der Geschichte Tildas bin ich am Anfang nicht ganz mitgekommen, weil ich die Ereignisse anders interpretiert hatte und deswegen an einer bestimmten Stelle irritiert war. Aber als die Autorin es dann im Verlauf auflöste, war alles wieder nachvollziehbar. 
Es gab aber oft Wendungen, die meine Vermutungen wieder in eine andere Richtung trieben, sodass es für mich wirklich spannend war. Erst kurz vor Ende konnte ich erahnen, wie die Geschichte stattgefunden haben musste. 
Bei der Beschreibung des kleinen Dorfes Botigalli musste ich immer an den Film Silent Hill denken, mit der Serpentinenstraße und den Mythen, die sich auftaten.
Was ich auch gut fand, war die Tatsache, dass man in diesem Buch nicht von zu vielen italienischen Sprachfetzen erschlagen wurde, wie es in anderen Büchern oft vorkommt.
Die Grundgeschichte war sehr spannend, aber auch das Verschwinden Ninos brachte nochmal ein bisschen mehr Schwung in die Geschichte!
Die Erklärungen im Nachwort waren nochmal richtig interessant. Mir was das so gar nicht bekannt, dass es eine solche „Industrie“ in Italien gab.


Alles in allem bin ich absolut begeistert von dieser Geschichte und kann sie nur jedem empfehlen, der Spannung liebt und der auch Geschichten mag, die vor italienischer Kulisse spielen.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Wieder ein Volltreffer

Little Germany - Der Duft der Neuen Welt
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Lissi arbeitet als Dienstmagd in einem höhergestellten Haushalt. Als jedoch ihre Schwangerschaft, verursacht durch den Sohn des Hauses, herauskommt, muss sie das Haus umgehend verlassen. Über einen Umweg ...

Lissi arbeitet als Dienstmagd in einem höhergestellten Haushalt. Als jedoch ihre Schwangerschaft, verursacht durch den Sohn des Hauses, herauskommt, muss sie das Haus umgehend verlassen. Über einen Umweg bucht sie eine Überfahrt nach New York, um ein neues Leben zu beginnen.
Julia ist in einer unglücklichen Ehe gefangen. Als sie Erzählungen über ein wunderbares, neues Leben in den USA erreichen, gelingt auch ihr die Flucht.
Die Frauen begegnen sich kurz vor Beginn der Überfahrt und sind ab diesem Zeitpunkt unzertrennlich. Gemeinsam wagen sie den Schritt ins neue Leben!

„Little Germany - Der Duft der Neuen Welt“ ist Band 1 der neuen Saga „Die Bäckerinnen von Manhattan“ von Bestsellerautorin Maria Nikolai. Diese ist bereits durch die Trilogien der „Schokoladenvilla-Saga“ und der „Bodensee-Saga“ bekannt.
Da ich bereits die besagten Vorgängertrilogien gelesen und verschlungen habe, war ich gespannt, mit was Maria Nikolai dieses Mal aufgewartet hat. Ich muss sagen, ich wurde wieder kein bisschen enttäuscht, sondern flog nur so durch das Buch.
Mit den fiktiven Figuren Elisabeth und Julia hat Maria Nikolai zwei Frauen aus unterschiedlichen Welten geschaffen, die diese Standesunterschiede jedoch nie zum Thema machen und in meinen Augen eine wunderbare Symbiose bilden. Lissis Backkünste und Julias Kenntnisse aus ihrem vorherigen Leben bilden den Grundstein ihres neuen Lebens und so ging es zur damaligen Zeit vermutlich vielen.
Die Autorin beschreibt eindrucksvoll, wie die Abläufe vom Kauf der Tickets bis zur Ankunft auf Ellis Island zur damaligen Zeit abliefen. Ich fand diese Schilderungen hochinteressant, da diese Abläufe auf wahren Begebenheiten beruhen.
Auch die Beschreibungen von Little Germany und einigen Personen, die dort agierten, beruhen z.T. auf wahren Begebenheiten, was ebenso auf das Ende des Romans zutrifft. Hier habe ich auch viel erfahren dürfen, was mir bisher nicht bekannt war und so auch nicht im Geschichtsunterricht gelehrt wurde.
Gerade das Ende hat mich gefesselt. Von den vier Abschnitten war der letzte der spannendste und zwang mich dazu, dass Buch nicht mehr aus der Hand zu geben. 
Leider enthält das Buch auch noch einen Cliffhanger, sodass ich nun umso mehr dem nächsten Band entgegenfiebere.

Fazit: Maria Nikolai hat mit diesem Roman eine spannende Zeitreise mit wichtigen und interessanten historischen Fakten geschaffen. Die fiktiven Protagonistinnen schaffen mit ihrer strebsamen Art eine Wohlfühlatmosphäre, die ebenfalls dazu einlädt, dieses Buch zu verschlingen.
Das Buch ist daher eine Empfehlung für alle Maria Nikolai-Fans und alle Freunde historischer Romane.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Wer anderen eine Grube gräbt

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Art sucht bereits anderthalb Jahre seine Nachbarin Dana. Seit dieser Zeit kümmert er sich auch intensiv um deren Tochter Milla. Bei seiner Suche setzt er auf höhere Kreise und bekommt einen geheimen Tipp, ...

Art sucht bereits anderthalb Jahre seine Nachbarin Dana. Seit dieser Zeit kümmert er sich auch intensiv um deren Tochter Milla. Bei seiner Suche setzt er auf höhere Kreise und bekommt einen geheimen Tipp, der ihn und seiner Partnerin Nele, die eigentlich in Elternzeit ist, zur Leiche eines bekannten Richters führt. Als schließlich auch noch Milla verschwindet, weitet Art seine Suche aus und betritt dabei verbotene Pfade.

„Die Nacht“ ist Teil drei der „Art Mayer“-Serie von Autor Marc Raabe.
Für mich war es der erste Band der Reihe, sodass mir nicht bekannt ist, was bereits in den Vorgängerromanen von Art oder Nele preisgegeben wurde. Ich hatte aber auch nicht das Gefühl, dass mich das in meinem Hör- bzw. Leseerlebnis einschränkt.
Gesprochen wird das Ganze von Peter Lontzek. Auch ihn kannte ich bisher nicht. Er hat sich jedenfalls wunderbar in die Charaktere eingefügt und jeden mit eigenen Besonderheiten rübergebracht.
Die Story hat mir wirklich gut gefallen. Was aber, wie in irgendwie allen Polizeigeschichten, wieder prägend war, dass die leitenden Ermittler immer ein Familienproblem haben - so auf jeden Fall bei Art und auch bei Nele scheint die Situation nicht so viel besser zu sein.
Art ist ein sehr verschlossener Typ Mensch. Aber sein Charakter hat rundherum gepasst und auch zur Geschichte gepasst. Trotz allem ist er ein sehr fürsorglicher Mensch, was man vor allem an seinem Verhalten Nele und Milla gegenüber merkt.
Bei Nele bin ich nicht ganz durchgestiegen, was es mit ihrem Privatleben auf sich hat. Da könnte ich mir vorstellen, dass es vielleicht in den vorherigen Bänden Infos gab.
Die Geschichte der Karraschs war erstklassig dargestellt und während ich so manche Wendung erahnt habe, haben mich viele andere doch überrascht. Das Gleiche gilt für die leitenden Ermittler Buchwald und Sühle.
Damit war der Spannungsbogen wirklich von der ersten bis zur letzten Minute vorhanden. Es war alles plausibel erklärt und gerade was das letzte Gespräch zwischen Sühle und Art betrifft, ist eine klasse Zusammenfassung der Ereignisse gewesen.
Auch die Geschichte der Lissy ist interessant, traurig, aber dient auch der Aufklärung einer Krankheit, die oft unterschätzt oder verschwiegen wird.

Alles in allem hat mir dieses Hörbuch wirklich super gefallen und ich kann es allen, die spannende Thriller mögen, nur ans Herz legen!

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Lass uns spielen

Mörderfinder – Die Spur der Mädchen
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Max hat nach einem einschneidenden Erlebnis seinen Job als Polizist an den Nagel gehangen und unterrichtet nun an der Hochschule. Dabei erhält er einen Anruf von Robert Benz, dessen Tochter Leni seit sechs ...

Max hat nach einem einschneidenden Erlebnis seinen Job als Polizist an den Nagel gehangen und unterrichtet nun an der Hochschule. Dabei erhält er einen Anruf von Robert Benz, dessen Tochter Leni seit sechs Jahren verschwunden ist. Leni scheint wieder zurück zu sein und Robert bittet Max um dessen Hilfe bei der Suche nach Leni.
Dann kommt es zu zwei weiteren Entführungen. Max sucht nach eventuellen Verbindungen zum Fall Leni Benz.

„Mörderfinder-Die Spur der Mädchen“ von Arno Strobel ist der erste Band und damit der Einstief in die Reihe um den Ermittler Max Bischoff.
Für mich war es das erste Hörbuch aus dieser Reihe, gelesen habe ich bereits den vierten Band. Damit war es auch interessant zu erfahren, wie überhaupt es zur Situation von Max gekommen ist.
Als absoluter Gilmore Girls-Fan ist mir die Stimme von Dietmar Wunder, der dort den Jackson spricht, sofort aufgefallen. Ich fand es grandios, wie er das Buch gelesen hat. Seine eindringliche, aber nicht aufdringliche Stimme hat mich von der ersten Sekunde mitgenommen und gefesselt.
Das lag sicher auch an der Geschichte selber. Das Verhältnis der beiden Ermittler, Max und Bernd ließ mich am Anfang zweifeln. Doch Arno Strobel hat die beiden in einer spannenden Art und Weise zusammenfinden lassen, die für mich fast interessanter zu verfolgen war, als die Geschichte selbst.
Der Spannungsbogen war von der ersten Sekunde an da und dauerte bis zur letzten an.
Das Ende überraschte mich wirklich. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, weil es nicht mal annähernd Anzeichen dieser Art gab. Genau das finde ich wirklich fesselnd, da eine Vorhersehbarkeit nicht gegeben war.
Auch die Nebencharaktere wie Böhme und Max’ Schwester waren super in die Geschichte integriert. Sie waren für mich Max’ heimliche Berater.

Fazit: Ein toller und unwahrscheinlich spannender Einstieg in die Geschichten um einen außergewöhnlichen Ermittler, der aber trotz allem Mensch geblieben ist. Die Krönung des Ganzen war für mich die tolle Leseweise Dietmar Wunders.
Eine Empfehlung für alle Krimiliebhaber!

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