Profilbild von danielamariaursula

danielamariaursula

Lesejury Star
offline

danielamariaursula ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit danielamariaursula über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2025

Die Gedanken sind frei.... Frauen sollten es auch sein!

Im Herzen der Katze
0

Als die junge kurdische Iranierin Jina Mahsa Amini von der iranitschen Sittenpolizei ermordet wird, weil sie ihr Kopftuch zu lässig trug durchfährt es die iranisch-stämmige Autorin, wie ein körperlicher ...

Als die junge kurdische Iranierin Jina Mahsa Amini von der iranitschen Sittenpolizei ermordet wird, weil sie ihr Kopftuch zu lässig trug durchfährt es die iranisch-stämmige Autorin, wie ein körperlicher Schmerz. Sie dachte immer, ihre Mutter habe sich ihren Vornamen ausgedacht und außer ihr hieße niemand so. In Deutschland geboren und aufgewachsen, lebt und schreibt sie inzwischen in Südfrankreich. Auf Drängen ihrer Mutter kontaktiert sie sofort ihre 14 Jahre ältere Schwester Roya und ihre studierende Nichte Nika im Iran. Nika will ihre Tante unmittelbar an dieser ersten von Frauen geführten Revolution teilhaben lassen. Sie schickt ihr alle ihre Aufnahmen, von dem was auf den Straßen des Landes passiert auf ihr Handy und bittet sie es zu veröffentlichen, damit sie das Material zu ihrer eigenen Sicherheit von ihrem Handy wieder löschen kann. Derartige Aufnahmen bedeuten unter dem Mullahregime den sicheren Tod. Jina erinnert sich an ihren ersten Besuch bei ihrer großen Schwester, 2009 kurz nach der Geburt ihrer Nichte. Wie sie die Gerüche, Farben und Emotionen damals überwältigt haben, ebenso wie eine Liebe, die nicht sein durfte. Schon damals durchwehte das Land die Hoffnung auf Freiheit von der despotischen Unterdrückung der selbsternannten theologischen und militärischen Führer.

Die Autorin wuchs in Deutschland auf, da ihr Vater in den 60er Jahren nach Deutschland zum Studium kam. Sie selbst spricht Farsi, kann es aber nicht lesen und schreiben. Sie erzählt die Geschichte in drei Ebenen. Ihr hier und jetzt, als sie in ihrer Heimat von der Ermordung ihrer Namensschwester erfährt, von der aktuellen Revolution der Frauen im Iran und von 2009, ihrem erstem Besuch im Land ihrer Eltern. Der Wechsel dieser Ebenen ist mir beim Hören echt nicht leicht gefallen und ich habe es stets an Nikas Alter und der An- oder Abewesenheit von Reiseführerin Iman festgemacht. Zu Beginn der Reise 2009 waren aber beide nicht da, was mich etwas verwirrte.... Dennoch fand die Begegnung mit den zahlreichen Schwestern ihres Vaters, von denen sie z.T. Noch nie gehört hatte, die sie aber mit überschwänglicher Herzlichkeit und offenen Armen aufnahmen, sehr berührend. Da die Sprecherin und Schauspielerin Pegah Ferydoni selbst in Teheran geboren wurde, ehe sie im Alter von 2 Jahren nach Deutschland kam, spricht sie Farsi. Der Klang dieser sehr blumigen und poetischen Sprache vermittelt einem einen fühlbaren Eindruck der hochentwickelten iranischen Kultur, die vom Regime brutal unterdrückt wird. Denn nicht nur Frauen und ihre Körper und Gedanken sind den Mullahs ein Dorn im Auge, sondern auch Tanz und Musik und Dichtung und Literatur mit ihrem freien Gedankengut. Ihre Stimme macht die Lesung sehr persönlich und intensiv.

Die Autorin selbst steht für alles, was die Mullahs unterdrücken wollen, nicht nur ihr Beruf und ihre Gedanken, sondern auch ihre Liebe zu Frauen. Bei ihrem Besuch 2009 im Iran fleht Roya sie immer wieder an, nicht alles auszuprobieren, wonach ihr gerade der Sinn steht und sensibilisiert sie für die bisweilen aberwitzigen Gefahren, die dieses Regime für seine Bürgerinnen mit sich bringt. Selbstverständlichkeiten für uns, bedeuten für die Frauen dort den sicheren Tod. Sie spürt in sich eine unbändige, ungeahnte Liebe zu diesem ihr bis dato unbekannten Land, seiner Bewohner, ihrer Familie, seiner Sprache und seiner Kultur und gleichzeitig wächst in ihr das Verlangen, die Frauen dort zu befreien. Doch um welchen Preis?

Die Katze? Ach ja, im Iran empfindet man die Konturen ihres Heimatlandes, als den Umriss einer Katze, weshalb der Iran liebevoll als Katze betrachtet wird.

Nachdem die Hoffnungen 2009 nicht erfüllt wurden, sind sich Roya und Nika einig, dass dieses Land Freiheit braucht, denn ohne Freiheit können und wollen die Frauen in ihrem geliebten Land nicht mehr leben und sie sind bereit, dafür alles zu riskieren. Wie weit sind wir bereit für unsere Überzeugungen zu gehen?

Ein sehr bildhaftes und intensives Porträts des Lebens, der Gefahren und der Leidenschaft der Frauen im Iran. Möge die Freiheit sie erreichen, möglichst bald.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.05.2025

Farbenfroher Quatsch mit Hund und Fantasie!

Kunterhund
0

Die Welt ist bunt und schön und deswegen malt der kleine Fritz auch so gerne bunte Bilder in allen Farben, doch halt: sein Hund Bert ist gar nicht bunt, er ist grau! Na sowas! Wenn er ihn einfach mit seinem ...

Die Welt ist bunt und schön und deswegen malt der kleine Fritz auch so gerne bunte Bilder in allen Farben, doch halt: sein Hund Bert ist gar nicht bunt, er ist grau! Na sowas! Wenn er ihn einfach mit seinem Pinsel und seinem Farben bunt anmalen würde, da sähe er so fröhlich und lustig aus wie er ist!

Diese Geschichte beginnt mit der Warnung, dass diese Geschichte ein Witz sei, äh, pardon, ein bisschen gelogen, damit sie nicht zu ernst genommen wird und vor allem, um Haustiere zu schützen. Natürlich werden Tiere nicht mit Farbe angemalt! Es ist eine Unfuggeschichte, über die Kinder ob ihrer Absurdität lachen sollen, denn Hunde mit einem Pinsel bunt anzumalen ist natürlich völliger Blödsinn! Aber lustig wäre es schon!

Da kleine Kinder aber schon auf dumme Gedanken kommen, wäre es noch besser, als diese Einleitung, am Ende zu zeigen, dass Fritz sich natürlich nur vorstellt, wie es wäre, wenn er Bert anmalen würde. Mir hätte es auch besser gefallen, wenn es bei der Warnung geblieben wäre, dass die Geschichte ein Witz ist und nicht ein bisschen gelogen. Das könnte Kinder in ein Dilemma führen, denn lügen darf man nicht, auch nicht ein bisschen, Witze machen darf man aber schon, das ist lustig.

Die Schrift von Maria Vohn ist riesig und sieht aus, wie in das Buch gepinselt, mit langweiliger grauer Farbe, wie gut, dass da nun auch noch Rot und Blau und Geld und Grün und Orange dazukommen! Sie Schrift ist so groß, dass Leseanfänger sie mühelos ihren kleinen Geschwistern vorlesen können, denn die Sätze sind auch einfach und das schwierigste Wort ist „entzücken“. Es ist also wirklich einfach lesbar. Dabei sind die Seiten aus ganz fester stabiler Pappe, die im Zweifel, falls man mal gekleckert hat, auch abwischen kann. Das Format ist sehr handlich und praktisch für unterwegs und kleine Kinderhände.

Zu Beginn sind die Illustrationen von Maria Vohn ganz grau und aber freundlich und es macht auch irgendwie neugierig, warum alles so farblos ist. Doch das bleibt natürlich nicht so, denn Fritz malt sich die Welt, wie sie ihm gefällt und das ist fröhlich und voller Farbe! So kommt Seite zu Seite eine neue Farbe dazu und am Ende ist alles Kunterbunt. Aber dann endet auch Berts Geduld! Die Illustrationen sind fröhlich und verbreiten gute Laune. Schon auf den ersten Blick erfassen die Kleinen ab 24 Monaten, für die das Buch bestimmt ist, den Kern der Geschichte: es geht um richtig viel Spaß, gute Laune, bunte Farben und die Liebe zu seinem Hund!

Ein kurzweiliger, farbenfroher Spaß für kleine Bücherfreunde ab 24 Monaten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2025

Back to the 90's

Das Schweigen der Kegelrobben. Ein Inselkrimi
0

Kriminalkommissarin Nicole Stappenbek fragt sich, was sie sich denn eigentlich gedacht hat, als sie dem Revival-Treffen ihrer Allergikertruppe aus Jugendtagen auf Amrum zugestimmt hat. Damals 1998 war ...

Kriminalkommissarin Nicole Stappenbek fragt sich, was sie sich denn eigentlich gedacht hat, als sie dem Revival-Treffen ihrer Allergikertruppe aus Jugendtagen auf Amrum zugestimmt hat. Damals 1998 war alles irgendwie aufregend und neu, aber so richtig sympathisch waren sie ihr alle nicht. Doch natürlich ist sie neugierig, was aus der kessen Jacky oder dem schönen Alex geworden ist, oder gar Aufschneider Torben, aus dem Installationsbetrieb... Als sie unfreiwillig Alex kopfüber in der Toilette des ehemaligen Jugendheims ertrunken auffindet, dort, wo sie ihn abends zuvor noch zurück gestoßen hat, ist ihr klar dass es Mord war! Natürlich beordert sie ihren Kollegen Thies Detelfsen und den unwilligen Gerichtsmediziner auf die Insel, wo sich aus ganz unterschiedlichen Gründen bereits der übrige Trupp aus „de Hidde Kist“ inklusive ihres jüngsten Sohnes Fiete befindet. Sie ahnt schon, dass das kein Urlaub mehr für sie wird, aber nicht wie viele Leichen sie noch finden werden. Irgendeiner ihrer Jugendfreunde hat mehr als nur Dreck am Stecken, oder doch nicht?

Wer kennt das nicht? Bei Klassentreffen verfällt man wieder in alte Muster und Nicole geht es ganz ähnlich und ärgert sich vor allem über sich selbst, dass sie zugesagt hat. Immerhin passen Antje und passen auf Fiete auf, während Niggemeier und Finn erst nach Ferienbeginn nachkommen. Als sich der schöne Alex ausgerechnet an Nicole ranmacht, fühlt sie sich geschmeichelt, doch will sie noch mehr? Es ist eine Geschichte von Neid und Gier und die sind ja bekanntlich für reichlich Mordopfer verantwortlich, so auch auf Amrum. Da sie aber alle keine Lämmer sind, die Mitglieder der ehemaligen Allergikerfreizeit, ist es schwer zu sagen, wer denn hier so gierig, neidisch oder missgünstig ist, dass er über Leichen geht...

Das Schweigen der Kegelrobben ist gespickt nicht nur mit Anspielungen auf die Inselfauna, sondern auch auf den Horrorklassiker „Das Schweigen der Lämmer“ mit Jodie Foster und Anthony Hopkins als maliciös, bestialischem Hannibal Lector. Anders als Lämmer sind Kebelrobben aber Raubtiere und so fühlt sich Nicole auch, nicht unter Lämmern, eher unter Haifischen. Nach und nach verschwinden ihre Jugendgefährten verschwinden, ja es sind vor allem die damaligen Jungs, die plötzlich fehlen, bis... das will ich nicht spoilern. Dafür kann ich verraten, dass eigentlich das Who-is-Who von Fredenbüll bis auf den Frisiersalon und Thies Frau, mit auf Amrum ist. Mit all ihren Macken und Marotten und einige der Figuren aus einer früheren Episode auf Amrum. Auch wenn in der Wellness-Oase von Nicole das Essen vegetarisch-vegan ist, haben natürlich Antje und Nicoles Ex-Chef Petersen Erbarmen mit ihren Lieben und laden täglich zu köstlichen Küstenspezialitäten ein. Wer beim Hören Appetit bekommt, kann die Rezepte in der Papp-Klapp-Hülle des Tonträgers nachlesen, etwas Kocherfahrung hilft dabei schon, denn der Autor kocht mit viel Gefühl und Erfahrung.

Autor Krischan Koch spricht bereits seit geraumer Zeit diese Reihe selbst ein. Aber keine Sorge, er ist nicht nur Filmkritiker und macht Kurzfilme, er ist auch Kabarettist und als solcher kann er natürlich nicht nur mit Sprache, sondern auch mit seiner Stimme und dem norddeutschen Zungenschlag spielen. So bringt er die Absurditäten dieser Ermittlungen wunderbar auf den Punkt und die Betonung. Nicht nur bei Nicole kommen mit Kim von Echt und „Alles wird sich ändern wenn wir groß sind“ und Gwen Stephani von NO DOUBT mit „Don't Speak“ Jugenderinnerungen und solche an bisweilen unliebsame Wiedersehen zurück. Dabei spielt die Musik auch in Nicoles Kopf und kann sich schon mal mit Szenen und Zitaten von Hannibal Lector vermischen... Da kann man auch bei Sonnenschein schon mal eine Gänsehaut bekommen. Auf jeden Fall schafft es Krischan Koch uns beim Hören immer wieder gefühlsmäßig in die Vergangenheit zu transportieren.

Kurzweilig vergnügliche Cosy Küsten Krimiunterhaltung, bei der es schön ist, die Vorgänger zu kennen (insbesondere für die running gags), aber nicht zwingend erforderlich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2025

Magischer Reihenauftakt!

Impossible Creatures – Das Geheimnis der unglaublichen Wesen
0

Christopher soll die Sommerferien bei seinem Opa in der schottischen Pampa verbringen. Klar gibt es kein Netz und sein Vater hat ihm auch noch streng verboten zum See hinter dem Hügel im Garten zu gehen.... ...

Christopher soll die Sommerferien bei seinem Opa in der schottischen Pampa verbringen. Klar gibt es kein Netz und sein Vater hat ihm auch noch streng verboten zum See hinter dem Hügel im Garten zu gehen.... Als er aus Angst vor einem unheimlichen Angreifer dorthin flüchtet, traut er seinen Augen nicht: ein Baby-Greiff schwimmt dort und er rettet ihn. Sein Opa erklärt ihm auch, dass dieser Greiff in Gefahr ist. Er kommt aus dem Archipel einer versteckten Welt voller magischer Wesen, zu denen man durch den dunklen See am Ende des Gartens gelangt. Genau wie Christopher hat auch er schon immer Tiere magisch angezogen, genau wie auch seine Tochter, Christophers verstorbene Mutter. Es liegt in der Familie, sie sind die auserkorenen Hüter des geheimen Zwischenweges. Auf der Suche nach dem Greiff taucht dann auch noch Mal auf, ein mutiges Mädchen namens Mal mit einem Flugmantel, direkt aus dem Archipel. Sie verdonnert Christopher ihnen zu helfen zurück in das Archipel zu gelangen, um dort den Greiff in Sicherheit zu bringen und all die anderen vom neuen Herrscher zur Ausrottung verdammten magischen Wesen zu schützen. Christopher ist etwas überfordert, erhält von seinem Großvater jedoch zur Hilfe sein Bestiarium des Hüters. Ein Nachschlagewerk über alle magischen Wesen des Archipels, denn dort leben viel mehr als nur Einhörner und Drachen....

Zu Beginn des Buches gewährt uns Tomislav Tomic einen Blick ins Bestiarium der Hüter und das ist ganz schön umfangreich und sehr praktisch. Im Archipel leben so viele unterschiedliche magische Tiere, dass auch ich sie noch nicht alle kannte und es hilft ungemein, wenn man beim Lesen oder Hören immer mal wieder nachschlagen kann, was das denn für Wesen genau waren, die gerade Christopher, Mal und ihren Begleitern das Leben schwer machen. Ich hätte mir allerdings sehr gewünscht, wenn hinter den jeweiligen Wesen in Klammern der Name des jeweiligen Begleiters gestanden hätte, der auch zu diesen Wesen gehört. Christopher und Mal sind sehr sympathisch und man wünscht ihnen gleich viel Glück auf ihrer Flucht, vor ihren (noch) unbekannten Verfolgern.

Markus J. Bachmann liest sehr lebendig und abwechslungsreich, da ich aber bisweilen viele Figuren bisweilen durcheinander warf, konnte es mich nicht so fesseln wie erwartet. Hier wäre ein Booklet echt hilfreich gewesen, weil die Charaktere teilweise auch recht komplizierte, zumindest aber ungewöhnliche Namen haben. Als ich allerdings mal in der Geschichte und ihren magischen Herausforderungen angekommen bin, war es nicht nur magisch, sondern auch aufregend und sehr viel tiefgründiger als gedacht. Ich war übrigens endlich mal froh, ein Jahr Latein gelernt zu haben, damit hatte ich den jungen Helden was voraus ;) Die Geschichte ist eigentlich abgeschlossen und doch eröffnet sie die Möglichkeit für weitere Abenteuer für den künftigen Hüter des Zwischenweges.

Magisch, tiefgründig, sehr komplex ab 10 Jahren. Ein aufregender Reihenauftakt mit vielen Fans weltweit.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2024

So machen Klassiker Kindern Spaß

MANHWA – Klassiker für Kids – Arsène Lupin (komplett in Farbe)
0

Maurice Leblanc, der Schöpfer von Arsène Lupin, kam aus einer wohlhabenden französischen Familie und kam vor 160 Jahren auf die Welt. Er lehnte es ab, die väterlichen Geschäfte zu übernehmen und wollte ...

Maurice Leblanc, der Schöpfer von Arsène Lupin, kam aus einer wohlhabenden französischen Familie und kam vor 160 Jahren auf die Welt. Er lehnte es ab, die väterlichen Geschäfte zu übernehmen und wollte stattdessen Schriftsteller werden. Sein literarisches Vermächtnis sind die Geschichten des Gentleman Diebes Arsène Lupin, der seine Opfer vorwarnte und weder Opfer noch Schäden hinterließ, nur die Geschädigten um etwas ihres Vermögens, das sie eventuell zu unrecht besaßen, erleichterte. Anfangs veröffentlichte er Kurzgeschichten rund um seinen Helden, dessen Fangemeinde stetig wuchs. Hier sind einige seiner beliebtesten Kurzgeschichten in der koreanischen Manhwa Form für Euch zusammengestellt. Manhwas werden anders als Mangas von vorne nach hinten gelesen, was ich deutlich angenehmer finde:

Arsène Lupin, ist ein junger gutaussehender Mann, mit ausgezeichneten Manieren und Zugang zu höchsten Kreisen. Durch seine Tricks und Cleverness konnte er der Polizei und insbesondere seinem erbitterten Gegner Inspecteur Ganimard stets entkommen. So erfährt durch seine unzähligen Verwandlungstricks auch niemand, wie er wirklich aussieht. Bis der junge Meisterdieb sich auf einer Seereise in die junge und schöne Mitreisende, Nelly Underdown verliebt. Doch auch wenn er festgenommen wird, erkennt sie, dass es Arsène nicht um Bereicherung geht, sondern vor allem um Gerechtigkeit und greift beherzt ein. Seine Inhaftierung kann sie nicht verhindern, aber als Meister der Tricks und der Verwandlung kann er natürlich der Justiz ein Schnippchen schlagen und uns mit zu weiteren Gaunereien nehmen.

Hier werden wir mit auf eine Reise in eine andere Zeit, mit zur Oberschicht genommen. Es hat etwas von Bridgerton meets Manhwa, was durchaus sehr reizvoll ist. Auch wenn ich ja ansonsten auf der Seite der „Guten“ also der Ermittler stehe, kann ich mich des Charmes des jungen Meisterdiebes, der oft genug ausgleichende Gerechtigkeit anstrebt nicht entziehen. Natürlich sind es nur kurze Einblicke in das Werk und selbst die Kurzgeschichten werden erheblich gekürzt, aber auf diese Weise, kann man auch Kindern und Jugendlichen faszinierenden Gestalten der Weltliteratur zu neuem Glanz und Kinder zum Lesen bringen. Wie ich an meinen Teenager-Töchtern sehe, sind asiatische Comics gerade ganz angesagt und tatsächlich wollen auch sie den guten Arsène kennenlernen. Auch wenn Lupin ein französischer Klassiker ist, erfreut er sich auch in Asien großer Beliebtheit und wurde auch dort schon verfilmt und immer wieder neu verlegt. Er ist so eine Art französischer Robin Hood ohne Strumpfhosen, aber jeder Menge Tricks und stilvoller Visitenkarten und jeder Menge Charme.

Die Zeichnungen stammen aus dem Lime Studio, das eine Reihe von Künstlern beschäftigt, die sich auf Manhwas für Kinder und Jugendliche spezialisiert hat. Die Illustratione sind farbenfroh und mit Esprit. Allerdings gefällt mir die Darstellung von Charakteren mit offenem Mund nicht, ansonsten finde ich sie aber sehr ansprechend. Meine Große war schon sehr neugierig, in was ich denn da immer meine Nase stecke. Aber da die Geschichten so kurz und reich illustriert sind, lassen sie sich wunderbar zwischendurch weglesen, z.B. wenn man mal wieder auf seine Kinder warten muss...
Meine Manga/Manhwa-Fans haben mir bestätigt, dass der Stil mit seinen klaren Linien ganz typisch sei, aber eben auch an das kindliche Publikum mit seiner Freundlichkeit angepasst.

Eine klare Leseempfehlung gibt es von uns!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere