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Veröffentlicht am 07.05.2025

Nachkriegsjahre in der Schweiz aus kindlicher Perspektive

Wegen Wersai
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Das Cover zeigt ein Seilchen-springendes Mädchen von 12 Jahren, das als Ich-Erzählerin namens Katharina durch ihre Sechzigerjahre-Jugend in der Schweiz um Wollishofen berichtet. Historische Fakten werden ...

Das Cover zeigt ein Seilchen-springendes Mädchen von 12 Jahren, das als Ich-Erzählerin namens Katharina durch ihre Sechzigerjahre-Jugend in der Schweiz um Wollishofen berichtet. Historische Fakten werden angeschnitten. Teils geht es um die Zeit nach dem 1. Weltkrieg mit dem Versailler Vertrag ( siehe Buchtitel), teils um Fremdenfeindlichkeit gegenüber Italienern, teils um kritische Gedanken zum Gebaren der katholischen Kirche, der Bibel, ihrer Verlogenheit. Die Judenfrage und Internierungslager in der Schweiz werden ebenfalls in Gesprächen innerhalb der Familie angesprochen.
Mit dem Tot der schwer kranken Mutter verändert sich die familiäre Situation der Ich-Erzählerin sehr stark zum Negativen. Sie verliert ihren Halt und ihr Vertrauen zu bisherigen Bezugspersonen, ebenso wie ihr älterer Bruder Tommy. Das Leben in einem von Nonnen geführten Internat wird äußerst kritisch beschrieben. Die kindlich gehaltenen Gedankengänge und Gespräche berühren durch ihre Direktheit in Form von Kritik, Ehrlichkeit, Offenheit, ohne Vorurteile. Der Schreibstil ist gut daran angepasst. Das offene, schnelle Ende überrascht.
Ein Buch zum Nachdenken!

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Trauerbewältigung und Neuanfang – einfühlsam beschrieben.

Die Frau und der Fjord
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Neben der Bewältigung von Trauer, Selbstmitleid und Schuldgefühlen durch den überraschten Verlust des geliebten Ehepartners geht es in fünf Jahreszeiten um ein Leben in bewusst gesuchter Einsamkeit ...

Neben der Bewältigung von Trauer, Selbstmitleid und Schuldgefühlen durch den überraschten Verlust des geliebten Ehepartners geht es in fünf Jahreszeiten um ein Leben in bewusst gesuchter Einsamkeit in einem Fjord in den Lofoten. Nicht nur Fauna und Flora der Arktis neben geologischen Besonderheiten werden beschrieben, sondern auch die besondere Wirkung der umgebenden Naturereignisse gefällt. Das Cover fängt dieses Ambiente mit dem tatsächlich existenten einsamen Haus im Djupfjord nördlich von Sørvågen auf der Insel Moskenesøya gut ein. Mit der Protestbewegung gegen Erdölbohrungen in den Lofoten greift dieser Roman geschickt ein wichtiges, aktuelles Umweltthema auf und macht gleichzeitig gute Werbung für diesen Landstrich Norwegens. Der Weg der Geologin Gro als Hauptperson zurück ins Leben mag ähnlich Betroffenen eine mentale Stütze sein. Die Informationen zum genauen Vorgang der Erdölförderung und das monatelange bescheidene Zusammenleben auf einer Ölplattform sind interessant.
Sehr informativ und voller Emotionen!

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Ein interessanter Einblick in das Leben eines Spions.

Ashenden oder Der britische Geheimagent
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Das Cover des Ullstein Buchs Nr. 2770 , einer Ausgabe aus dem Jahr 1971, passt ideal zu den zwei Geschichten im Buch rund um die Tänzerin Giulia Lazzari. Die insgesamt 14 Episoden entsprechen den Auslandseinsätzen ...

Das Cover des Ullstein Buchs Nr. 2770 , einer Ausgabe aus dem Jahr 1971, passt ideal zu den zwei Geschichten im Buch rund um die Tänzerin Giulia Lazzari. Die insgesamt 14 Episoden entsprechen den Auslandseinsätzen des Autors Somerset Maugham in der Person des Spions Ashenden. Seine Erfahrungen im Dienst des britischen Intelligence Department hat er fiktiv abgewandelt in einem Schreibstil und einer gepflegten Wortwahl der damaligen britischen Bourgeoisie. Die Wortgewandtheit, seine feine, detaillierte Beobachtungsgabe gefallen. Seine Tätigkeit als britischer Geheimagent im Ausland hat interessante Memoiren mit riskanten Abenteuern entstehen lassen. Die Charakterisierung einiger Akteure wird in bildhafter Wortwahl schillernd beschrieben. Auch wenn einzelne, unzusammenhängende Erfahrungen verarbeitet wurden, vermitteln diese Episoden einen spannenden Teil aus dem Leben des Schriftstellers als Mr. Ashenden um 1916, immer in sehr taktvollem Umgang miteinander, ganz Gentleman like.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Über Verlust und Liebe zweier Familien

Beeren pflücken
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Auf dem Cover springen die Blaubeeren fast dreidimensional heraus, zum Zugreifen nahe. Die Szenerien spielen hauptsächlich in Maine und Nova Scotia. Auf zwei Erzählebenen geht es ab Juli 1962 um zwei Familien: ...

Auf dem Cover springen die Blaubeeren fast dreidimensional heraus, zum Zugreifen nahe. Die Szenerien spielen hauptsächlich in Maine und Nova Scotia. Auf zwei Erzählebenen geht es ab Juli 1962 um zwei Familien: Eine Mi'kmaq-Familie mit ihren vielen Kindern und eine wohlhabende, weiße Familie mit Norma als Einzelkind. Über 50 Jahre verfolgt man in wechselnden Perspektiven je Kapitel aus der Sicht von Joe bzw. von Norma die langsame Enthüllung eines großen Geheimnisses in angenehmem, berührendem Schreibstil. Interessant dabei ist der Verlust der traditionellen Lebensweise und auch der Sprache der Mi'kmaq. Wie erfolgreich die Christianisierung bei diesem indigenen Volk war, ist ebenfalls kurz festgehalten. Thematisiert werden neben der Lebenssituation und den Alltagsproblemen nicht nur dieser Indianer auch Albträume, Alkoholismus, Gewalt, Schuldgefühle, Krankheit, Tod, Lügen, Rassismus und Hoffnung.
Ein informativer, teils sehr berührender Lesespass!

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Wildlife und Thriller – passt hier.

Kodiak Echoes – Hide me
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Die abenteuerliche Szenerie in der abgelegenen Kleinstadt Echo Cove auf Kodiak Island in Alaska mit dem Wildtierschutzgebiet für Kodiakbären und weiteren Tierarten sorgt für Spannung. Auch die Einbeziehung ...

Die abenteuerliche Szenerie in der abgelegenen Kleinstadt Echo Cove auf Kodiak Island in Alaska mit dem Wildtierschutzgebiet für Kodiakbären und weiteren Tierarten sorgt für Spannung. Auch die Einbeziehung der Geschichte und Lebensrealität der Alutiiq ist interessant, wäre sicher ausbaufähig gewesen in diesem Thriller hinsichtlich deren Kultur und Traditionen. Die Hauptfiguren, die Nachbarn Archer Flint und Brynn Callahan sind charakterlich und beruflich sehr verschieden. Ihre wachsende Zuneigung und Vertrauensbasis wird realistisch beschrieben. Deren Kontakt mit einer Kodiakbärin und einem Vielfraß er frischt die allgemeine Atmosphäre und betont den richtigen Umgang mit Wildtieren. Die Nachlässigkeiten im Zeugenschutzprogramm wirken hingegen sehr konstruiert. Thematisiert werden überdies Wilderei und Trauerbewältigung eines jungen Familienmitgliedes nebst Rache selbst nach zehn Jahren noch und sehr schmerzhaftes Mobbing innerhalb einer kleinen Gemeinde. Der Schreibstil gefällt.
Insgesamt ein spannendes Lesevergnügen!

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