Eine Artus-Saga
The Bright SwordMit "The Bright Sword" wagt sich Lev Grossman an einen der ganz großen Mythen der Literatur und erzählt die Artus-Saga einmal anders. Uns erwartet nicht ein glanzvolles Heldenspektakel, sondern ein melancholischer, ...
Mit "The Bright Sword" wagt sich Lev Grossman an einen der ganz großen Mythen der Literatur und erzählt die Artus-Saga einmal anders. Uns erwartet nicht ein glanzvolles Heldenspektakel, sondern ein melancholischer, ruhiger Neuanfang mit den vergessenen Gestalten der Tafelrunde. Die Idee hat mich von Anfang an überzeugt, aber die Umsetzung ist leider etwas wackelig Über weite Strecken ist die Geschichte gelungen, auch wenn das Tempo manchmal etwas darunter leidet. Leider konnte ich aber auch einigen Passagen gar nichts abgewinnen und fand sie sehr langweilig.
Im Zentrum steht Collum, ein junger Ritter, der Camelot erreichen will – doch als er ankommt, ist alles vorbei: Der König ist tot, die Tafelrunde zerschlagen, die Welt im Chaos. Was bleibt, sind nicht Lancelot und Gawain, sondern Außenseiter wie Sir Palomides, Sir Dagonet (Artus’ ehemaliger Hofnarr) und die zwielichtige Zauberin Nimue. Gemeinsam machen sie sich daran, etwas aufzubauen, wo nur noch Trümmer sind.
Grossmans Stil ist ruhig und atmosphärisch. Wer sich Action im klassischen Fantasy-Stil oder große magische Schlachten erhofft, könnte enttäuscht werden. Die Stärke des Romans liegt in den leisen Tönen: in den gebrochenen Figuren, in den inneren Konflikten, in der Frage, was es eigentlich bedeutet, wenn die Legende vorbei ist und das echte Leben beginnt.
"The Bright Sword" ist eine ruhige, nachdenkliche Fantasy, der viele Highlights, aber auch einige Tiefen hat.