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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2025

Ein tolles Buch mit einigen Abstrichen

Onigiri
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"Onigiri" erzählt eine stille, melancholische Geschichte über Herkunft, Erinnerung und die schwierige Nähe zwischen Mutter und Tochter. Yuko Kuhn verbindet dabei deutsche und japanische Lebenswelten auf ...

"Onigiri" erzählt eine stille, melancholische Geschichte über Herkunft, Erinnerung und die schwierige Nähe zwischen Mutter und Tochter. Yuko Kuhn verbindet dabei deutsche und japanische Lebenswelten auf feinfühlige Weise. Da ich erst vor kurzen in Japan war, war dieses Buch für mich ein Muss. Doch leider hat die Geschichte mich nicht zu 100% mitgenommen und war stellenweise enttäuscht. Die Handlung entfaltet sich leise und lebt weniger von großen Ereignissen als von kleinen Gesten, Stimmungen und inneren Entwicklungen.

Die Grundidee eine Reise nach Japan, auf der sich familiäre Wunden öffnen und heilen klingt erstmal gut, allerdings verspricht der Klappentext mehr als der Inhalt. Die einzelne Szenen, vor allem die mit der demenzkranken Mutter im alten Elternhaus, sind wirklich bewegend. Auch sprachlich hat das Buch schöne, ruhige Passagen, die zum Nachdenken anregen. Dennoch wirkt der Roman stellenweise langatmig und zusammengestückelt. Manche Figuren bleiben blass, und gelegentlich wünscht man sich mehr Spannung oder Tiefe in den Konflikten. Die emotionale Wucht, die das Thema eigentlich mit sich bringt, verpufft manchmal in der sehr zurückhaltenden Erzählweise.

"Onigiri" ist ein ruhiges, gefühlvolles Buch, welches seine Momente hat. Allerdings hat es für mich nicht ganz die emotionale Tiefe erreicht, welche ich mir vorgestellt habe.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Tolle Idee mit einigen Schwächen

Dark Labyrinth – Gefährliches Verlangen
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"Dark Labyrinth" von Adrianne May bietet eine spannende Grundidee und ein düster-verlockendes Setting, das Fantasy-Fans neugierig macht. Die Geschichte startet sofort mit einem Mysterium: Die Protagonistin ...

"Dark Labyrinth" von Adrianne May bietet eine spannende Grundidee und ein düster-verlockendes Setting, das Fantasy-Fans neugierig macht. Die Geschichte startet sofort mit einem Mysterium: Die Protagonistin Sadaré erwacht ohne Erinnerung auf einem spiegelglatten, schwarzen Boden und begegnet kurz darauf dem geheimnisvollen Daemon Daesra, der sie zu kennen scheint – und sie abgrundtief zu hassen behauptet.

Der Einstieg ist atmosphärisch dicht und erzeugt sofort eine bedrückende, spannende Stimmung. Das Konzept eines tödlichen Labyrinths als Prüfung der Götter ist faszinierend und sorgt für eine ständige Bedrohung, die für Spannung sorgt. Auch die Dynamik zwischen Sadaré und Daesra – ein Wechselspiel aus Anziehung, Misstrauen und unterschwelliger Gefahr – ist interessant angelegt.

Allerdings bleibt die Figurenentwicklung insgesamt etwas oberflächlich. Sadarés Identitätskrise wird zwar thematisiert, aber ihre emotionale Tiefe und die Entwicklung ihrer Beziehung zu Daesra hätten stärker und differenzierter herausgearbeitet werden können. Besonders in der Mitte des Buches schleichen sich einige Längen ein, in denen sich die Handlung wiederholt und der Fortschritt im Labyrinth eher schleppend wirkt.

Adrianne Mays Schreibstil ist insgesamt flüssig und leicht zu lesen, gelegentlich jedoch etwas zu einfach, wodurch einige der dramatischeren Szenen an Wirkung verlieren.

"Dark Labyrinth" ist eine solide Fantasy-Geschichte mit einem faszinierenden Setting und einer interessanten Ausgangssituation, welche jedoch im Verlauf der Story schwächelt.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Eine Artus-Saga

The Bright Sword
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Mit "The Bright Sword" wagt sich Lev Grossman an einen der ganz großen Mythen der Literatur und erzählt die Artus-Saga einmal anders. Uns erwartet nicht ein glanzvolles Heldenspektakel, sondern ein melancholischer, ...

Mit "The Bright Sword" wagt sich Lev Grossman an einen der ganz großen Mythen der Literatur und erzählt die Artus-Saga einmal anders. Uns erwartet nicht ein glanzvolles Heldenspektakel, sondern ein melancholischer, ruhiger Neuanfang mit den vergessenen Gestalten der Tafelrunde. Die Idee hat mich von Anfang an überzeugt, aber die Umsetzung ist leider etwas wackelig Über weite Strecken ist die Geschichte gelungen, auch wenn das Tempo manchmal etwas darunter leidet. Leider konnte ich aber auch einigen Passagen gar nichts abgewinnen und fand sie sehr langweilig.

Im Zentrum steht Collum, ein junger Ritter, der Camelot erreichen will – doch als er ankommt, ist alles vorbei: Der König ist tot, die Tafelrunde zerschlagen, die Welt im Chaos. Was bleibt, sind nicht Lancelot und Gawain, sondern Außenseiter wie Sir Palomides, Sir Dagonet (Artus’ ehemaliger Hofnarr) und die zwielichtige Zauberin Nimue. Gemeinsam machen sie sich daran, etwas aufzubauen, wo nur noch Trümmer sind.

Grossmans Stil ist ruhig und atmosphärisch. Wer sich Action im klassischen Fantasy-Stil oder große magische Schlachten erhofft, könnte enttäuscht werden. Die Stärke des Romans liegt in den leisen Tönen: in den gebrochenen Figuren, in den inneren Konflikten, in der Frage, was es eigentlich bedeutet, wenn die Legende vorbei ist und das echte Leben beginnt.

"The Bright Sword" ist eine ruhige, nachdenkliche Fantasy, der viele Highlights, aber auch einige Tiefen hat.

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Ein Manga mit interessanten Thema

Hands off my Sub
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Mit "Hands Off My Sub" legt Same Zarame einen interessanten Boys-Love-Manga vor, der tief in die Dynamiken von Dominanz und Hingabe eintaucht, allerdings bleibt er dabei nicht ganz so intensiv und authentisch ...

Mit "Hands Off My Sub" legt Same Zarame einen interessanten Boys-Love-Manga vor, der tief in die Dynamiken von Dominanz und Hingabe eintaucht, allerdings bleibt er dabei nicht ganz so intensiv und authentisch wie ich es mir gewünscht hätte.

Die Grundidee ist spannend: Haruki, selbstbewusster Host mit Sub-Neigungen, sucht via App nach einem Dom für ein One-Night-Stand-Erlebnis und landet genau bei dem Mann, der wenig später in seinem beruflichen Alltag auftaucht. Die Ausgangslage verspricht jede Menge emotionale und erotische Spannung und ja, es knistert, es wird heiß, aber die Emotionen bleiben dabei stark im Hintergrund.

Was mich etwas enttäuscht hat: Die emotionale Tiefe bleibt hinter dem Potenzial zurück. Harukis innerer Konflikt wird angerissen, aber nicht so ausgebaut, wie ich es mir bei diesem Thema gewünscht hätte. Auch der Dom bleibt als Figur eher blass. Er ist zwar charmant,, aber ohne wirkliche Kanten.

Stilistisch ist der Manga aber absolut gelungen: Die Zeichnungen sind klar und das Spiel mit Körpersprache funktioniert hervorragend.

"Hands Off My Sub" ist ein solider, angenehm gezeichneter Boys-Love-Manga.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Mythologie und Realität

The Fox That Stole My Heart
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"The Fox That Stole My Heart" ist ein total crazy Boys-Love-Manga, der auf eine fesselnde Mischung aus Fantasy, Erotik und emotionaler Tiefe setzt. Mit einer Geschichte, die sowohl mystisch als auch leidenschaftlich ...

"The Fox That Stole My Heart" ist ein total crazy Boys-Love-Manga, der auf eine fesselnde Mischung aus Fantasy, Erotik und emotionaler Tiefe setzt. Mit einer Geschichte, die sowohl mystisch als auch leidenschaftlich ist, zieht dieser Einzelband die Leser*innen in eine Welt, in der die Grenzen zwischen Mythos und Realität verschwimmen.

Die Geschichte folgt Takeru, einem jungen Mann, der nach dem Tod seines Großvaters in das alte Familienhaus zurückkehrt, um sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Was er jedoch nicht erwartet, ist das Erscheinen von Kazune, einem atemberaubend schönen Fuchsgeist, der behauptet, seinen Großvater gekannt zu haben. Kazune ist stolz und zunächst unnahbar, doch er ist auch von Takeru angezogen – nicht nur aufgrund seiner spirituellen Kräfte, die er seit seiner Kindheit besitzt, sondern auch wegen einer tief verwobenen Verbindung zu Takerus Familie. Diese Verbindung führt dazu, dass die beiden beginnen, eine komplexe Beziehung zu entwickeln, die von Anziehung und Entfremdung gleichermaßen geprägt ist.

Das zentrale Thema des Mangas ist die außergewöhnliche Beziehung zwischen einem Menschen und einem Geist, die beide mit inneren Konflikten und der Frage nach Akzeptanz und Nähe kämpfen. Die Erzählung zwischen den beiden entfaltet sich langsam und wird von intensiven, emotionalen Momenten geprägt, die sich in leidenschaftlichen Szenen entladen. Aber Achtung das Spice-Level beträgt hier 3 von 4 Flammen

Die fantasievollen und heißen Szenen sind explizit und tragen zur Spannung der Beziehung zwischen Takeru und Kazune bei, jedoch fehlte mir hier klar und deutlich die emotionale Eben der beiden Charaktere. Es geht immer nur um die körperliche Anziehung der beiden.

Visuell ist der Manga wunderschön gestaltet, mit kunstvollen Zeichnungen, die die mystische Atmosphäre perfekt einfangen. Kazune, als stolzer Fuchsgeist, wird in seiner ganzen Eleganz und Schönheit dargestellt.

"The Fox That Stole My Heart" ist Boys-Love-Manga mit hohen Spice-Level, welcher mit seiner fantasievollen Story punktet.

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