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Veröffentlicht am 04.10.2025

Expedition zur Monsterinsel

A Monster's Heart
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Xena ist eine Diebin. Als sich ihr eine einmalige Gelegenheit bietet, aus der weitverbreiteten Armut ihres kriegsgeplagten Landes zu entkommen, greift sie zu und stiehlt eine Identität. Und plötzlich ist ...

Xena ist eine Diebin. Als sich ihr eine einmalige Gelegenheit bietet, aus der weitverbreiteten Armut ihres kriegsgeplagten Landes zu entkommen, greift sie zu und stiehlt eine Identität. Und plötzlich ist sie, die noch nie ein Monster sah, eine berühmt-berüchtigte Monsterjägerin auf der Reise zu einer Insel voller Monster in Begleitung von einem Halbmonster. Doch die menschlichen Expeditionsmitglieder sind nicht weniger gefährlich…
Der Roman überzeugt von der ersten Seite an, der Schreibstil ist anschaulich und passt perfekt zu der Gedankenwelt von Xena, der Protagonistin. Es ist extrem unterhaltsam aus ihrer Sicht zu lesen, Handlung und Welt sind mit kleinen Details bespickt, die das Ganze sehr lebendig machen. Und Xena ist eine der viel zu seltenen Protagonisten, bei deren Entscheidungen ich nicht den Drang hatte sie lauthals anzuschreien. Das soll nicht heißen, dass sie perfekt ist und immer alles richtig macht, aber sie agiert in sich selbst schlüssig und nicht extrem weltfremd oder schlichtweg dämlich. Sie ist, wie auch die Nebenfiguren, gut und ausgewogen charakterisiert. Es hat mir sehr gut gefallen, dass alle Reisebeteiligten eigene Ziele mit komplexen Beweggründen verfolgten und es so ziemlich zwischen allen Figuren irgendeine Form von Konflikt gab. Dadurch entstand nicht nur durch die Bedrohung von außen Spannung, sondern eben auch immer wieder innerhalb der Gruppe der Eindruck von Gefahr. Und diese Spannung zog sich durch den gesamten Roman. Action und Gefühle sind gut ausbalanciert. Auch das Ende ist überaus gelungen: bedeutende Entwicklungen innerhalb der Figuren und ihrer Konstellationen sind erfolgt, es gab große handlungstechnische Wandlungen und ja, der Einschnitt hier tut etwas weh, weil ich nun monatelang auf Fortsetzung zu warten habe, aber es ist ein sinnvoll gewählter Abschlusspunkt für den ersten Band mit einer guten Menge offener Fragen für Teil zwei. Das Buch hat mich überaus positiv überrascht und für sich eingenommen. Besonders schön finde ich, dass sich die romantische Beziehung nicht überhastet ergibt, sondern langsam und authentisch erwächst. Dynamik und Chemie zwischen den Beiden stimmt einfach.
Expeditionen habe ich in Fantasyromanen bisher extrem selten gelesen, A Monster's Heart zeigt, wie spannend es sein kann.
Nicht zuletzt punktet auch das Worldbuilding durch originelle Ideen was die Monster und Halbmonster angeht, und ich kann es kaum erwarten, auch darüber mehr in der Fortsetzung zu erfahren.
Alles in allem unbedingte Empfehlung an alle, die mitreißende Fantasy mit einer guten Menge an Romantik suchen.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Serienauftakt mit Potenzial

Heart of Night and Fire
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Zarya wächst als Gefangene fernab von aller Zivilisation auf. Ihre einzige Gesellschaft sind ihr Ziehvater und Gefängniswärter Row, ihr Ziehbruder Aarav, den sie am liebsten töten würde und allgegenwärtige ...

Zarya wächst als Gefangene fernab von aller Zivilisation auf. Ihre einzige Gesellschaft sind ihr Ziehvater und Gefängniswärter Row, ihr Ziehbruder Aarav, den sie am liebsten töten würde und allgegenwärtige Monster, die sie tatsächlich tötet. Doch als ihr eines Tages die Flucht gelingt, entdeckt sie eine Welt, die durch eine unaufhaltsame magische Seuche an den Rand der Vernichtung getrieben wurde. Zarya ist fest entschlossen, für den Erhalt von allem, was sie zuvor nie gekannt hat, zu kämpfen. Und vielleicht nebenbei herauszufinden, wieso sie als Gefangene aufwuchs.
Das Setting der indisch-inspirierten Fantasy ist spannend und originell. Bei manchen der Kreaturen hätten die Beschreibungen ausführlicher sein können, doch auch so sind sie durch den flüssig-anschaulichen Schreibstil sehr bildlich vorstellbar. Neben tödlichen Monstern begegnen uns auch weitere magische Wesen, die eine Gesellschaft bilden, die von rassistischen Vorbehalten gegeneinander durchzogen ist. Da die Protagonistin selbst nicht viel über die Welt weiß, lernt der Leser mit ihr. Dabei war es gelegentlich frustrierend, dass Zarya oftmals wichtige Frage über das Setting oder ihre eigene Herkunft nicht stellt, wenn sich gute Gelegenheiten bieten. Sie lebt oft lieber im Moment und liest sich generell mehr nach Young Adult als New Adult. Daran ändert sich auch im Laufe der Handlung wenig, sie durchläuft keine persönliche Entwicklung außer der bahnbrechenden Erkenntnis, dass die komplizierte Beziehung zu ihrem Ziehbruder nicht nur seine, sondern auch ihre Schuld ist.
Zaryas Beziehung zu Row und Aarav ist spannend zu lesen, weil sie ein Gemisch aus negativem und positivem ist. Noch interessanter allerdings ist ihre Freundschaft zu Yasen. Beide entdecken Gemeinsamkeiten in ihren tragischen Hintergründen und wie diese ihr Handeln beeinflussen. Genau das war eins der Highlights des Buches für mich, dass diese Backstories eben nicht nur genutzt wurden, um Sympathien zu wecken, sondern konkreten Einfluss auf die Handlung, die Figurenkonstellationen etc. haben. Alles romantische in Roman hat für mich nicht funktioniert. Zaryas Anziehung zu Vikram kam mir sehr blass vor und, ohne hier zu Spoilern, auch alle übrigen Romanzen waren mir ziemlich gleichgültig. Gegenüber den Freundschaften und familiären Konflikten waren sie einfach so langweilig und klischeehaft.
Zu Beginn war die Handlung etwas langsam, aber dann nahm sie einmal Fahrt auf und die actionreiche Spannung hielt bis zum Ende an. Es ist zwar ein erster Roman, doch jetzt im Nachhinein erinnert es von der Art und Weise, wie es die Figuren in die Konstellation bringt, die am Ende der Handlung herrscht, mehr an ein Prequel. Manche der Wendungen waren zwar vorhersehbar, aber einige haben mich angenehm überrascht. Ich bin gespannt, wie es mit Zarya weitergehen wird.
Alles in allem ein lesenswerter Fantasyroman, der durch ein spannendes Setting und interessante Figuren punktet.

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Veröffentlicht am 20.07.2025

Überzeugender Auftakt einer Trilogie über verschiedene Reisende im Mongolischen Reich

Die Truhe der Schamanin
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Im frühen 13. Jahrhundert sorgt ein Ereignis für Aufregung: eine Tochter Dschingis Khans heiratet. Aus allen Ecken des Mongolischen Reiches strömen Menschen herbei. Mitten darunter Rana, eine Schamanin ...

Im frühen 13. Jahrhundert sorgt ein Ereignis für Aufregung: eine Tochter Dschingis Khans heiratet. Aus allen Ecken des Mongolischen Reiches strömen Menschen herbei. Mitten darunter Rana, eine Schamanin und jüngst Großmutter, die die im Buchtitel genannte entwendete Truhe verfolgt. In ihrer Obhut befindet sich auch Asena, ein kämpferisches Mädchen, das ihr Mutter durch Männer des Khan verlor. Doch auch andere Reisende verfolgen eigene Ziele: Lewellyn, ein verkleideter Ire in Begleitung seines druidischen Großvaters und Dawa, ein tibetischer Mönch, dessen Vergangenheit mit Lewellyns verwoben ist.
Der historische Alltag der Figuren wird lebendig und anschaulich erzählt, ohne gekünstelt zu wirken. In diesen historisch-alltäglichen Details zeigt sich die hervorragende Recherche der Autorin. Es geht rau, locker und humorvoll zu. Besonders gut gefiel mir, wie Spiritualität und Mystik nahtlos in den Alltag eingebunden wird und je nach Person auch nicht immer ganz ernst genommen wird. Gleichzeitig tuen sich durch das Zusammentreffen und den Austausch verschiedener Kulturen und Völker Differenzen und Gemeinsamkeiten auf.
Erzähltechnisch gibt es ebenfalls mehrere Reisen. Rana bewegt sich in der Gegenwart, doch über Lewellyn erfahren wir nach und nach mehr über eine komplexe Vergangenheit, die verschiedene Figuren und weitentfernte Orte miteinander verbindet und deren Konsequenzen die Gegenwart und Figurenkonstellationen des Jahres 1209 prägen.
Die Charaktere sind allesamt sehr distinktiv geschrieben, selbst Nebenfiguren, die nur ein- oder zweimal vorkommen, sind anschauliche und erinnerungswürdige Gestalten. In diesem Zusammenhang sei auch gesagt, dass die Darstellung von historischen und fiktiven Charakteren gut zusammenpasst, es gibt bei Begegnungen mit realhistorischen Personen keinen stilistischen Bruch.
Das Buch endet an einer spannenden Stelle mit einem gemeinen Cliffhanger, durch den man sich die Fortsetzung baldmöglich herbeiwünscht.
Im Anhang finden sich ausführliche Listen zu den historischen und fiktiven Personen sowie den Begrifflichkeiten.
Alles in allem ein gelungener historischer Roman, besonders geeignet für Leser mit Interesse an Alltagskulturen.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Fesselnd

Das Beste sind die Augen
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Ji-Won lebt mit ihrer jüngeren Schwester und der gemeinsamen Mutter in einer kleinen Wohnung und finanziellen Not. Der Vater hat die Familie kürzlich verlassen, was keine der Frauen überwunden hat. Unterdrückte ...

Ji-Won lebt mit ihrer jüngeren Schwester und der gemeinsamen Mutter in einer kleinen Wohnung und finanziellen Not. Der Vater hat die Familie kürzlich verlassen, was keine der Frauen überwunden hat. Unterdrückte Gefühle, der neue Freund der Mutter und der Stress des Studierens lösen eine Teufelsspirale aus, in deren Verlauf die Grenzen der Realität für die Protagonistin verschwinden und eine krankhafte Obsession mit blauen Augen ihr ganzes Denken einnimmt, während rassistische und sexistische Momente ihr Handeln zusätzlich befeuern.
Der Schreibstil ist schnell, bildlich und stellenweise überraschend humorvoll. Spannungstechnisch geht es hoch her, ich war von der ersten Seite an gefesselt und habe den gesamten Roman an einem Nachmittag verschlungen. Es ist weniger Gänsehaut-Horror oder Schock-Horror als ein stetiges Ansteigen der Spannung, wie ein aufziehendes Gewitter. Und ja, was das Cover verspricht, ist absolut zutreffend.
Alle Charaktere sind irgendwie seltsam, und das macht ihren Charm aus. Obwohl Charm vielleicht das falsche Wort ist, aber es entwickelt sich im Laufe der Handlung weniger Sympathie für die Protagonistin als vielmehr eine dunkle Faszination. Ji-Won ist eine überaus interessante Figur, stellenweise agiert sie nachvollziehbar, dann wieder auf eine Weise, die nur ihrem eigenen moralischen Kompass folgt.
Ich persönlich hätte es nicht als „feministisch“ beschrieben, nur weil Themen erwähnt werden, mit denen Feminismus sich beschäftigt. Dann müsste man ja quasi jeden Roman so nennen, der gesellschaftliche Missstände nicht verheimlicht.
In der zweiten Hälfte kommen vermehrt Traumsequenzen auf. Generell bin ich kein Fan davon, doch hier waren sie gut platziert und sinnvoll in die Entwicklung der Protagonistin eingewoben. Kleiner Kritikpunkt, diese Entwicklung ging mir stellenweise zu schnell, da hätte ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht.
Besonders gefreut hat mich gegen Ende des Romans, dass ihr Handeln weder verharmlost noch rechtfertigt wurde.
Alles in allem, unbedingt lesen, wenn man einen starken Magen besitzt.

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Fesselnde Fantasy von deren Kaliber es mehr geben sollte

Heir
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In Sabaa Tahirs neuen Roman folgen wir den verschlungenen Wegen von drei Hauptfiguren: Aiz, einer Waise, die ihr hungerndes Volk retten will, Quil, der seinen Pflichten als Kronprinz nicht entkommen kann ...

In Sabaa Tahirs neuen Roman folgen wir den verschlungenen Wegen von drei Hauptfiguren: Aiz, einer Waise, die ihr hungerndes Volk retten will, Quil, der seinen Pflichten als Kronprinz nicht entkommen kann und Sirsha, einer Verstoßene, die sich mit gefährlichen Aufträgen über Wasser hält. Der Fokus zwischen diesen dreien ist ausgewogen, keiner wird benachteiligt und alle drei Perspektiven sind tatsächlich für die Handlung notwendig. Spannung, Aktion und Charakterentwicklung sind gleichermaßen in allen der miteinander verwobenen Stränge. Alle drei sind hervorragend charakterisiert und auch die Nebenfiguren sprühen vor Leben. Passend zu den distinktiven Charakteren ist auch das Worldbuilding gut durchdacht, es ist sehr eingänglich. Die Magiekonzepte sind auch cool, erfrischend neu und durch Regeln begrenzt sodass keine Figur zu mächtig wirkt. Obwohl man gut in alles eingeführt wird, wäre ein Glossar dennoch hilfreich gewesen.
Die Handlung selbst ist abwechslungsreich und teilweise extrem unvorhersehbar. Gegen Kapitelende gibt es meist fiese Cliffhanger, bei denen man einfach weiterlesen muss. Auch am Ende des Buches werden viele Fragen aufgeworfen, gleichzeitig hat man jedoch auch das Gefühl, dass es für einen ersten Band nicht zu offen ist. Leider scheine ich jetzt erstmal eine Weile auf die Fortsetzung warten zu müssen…
Sabaa Tahirs Heir spielt zwei Jahrzehnte nach ihrer vorherigen Buchreihe um Laia und Elias. Ich habe besagte Bücher nicht gelesen und trotzdem viel Spaß an Heir gehabt, glaube aber, dass man mit Vorkenntnis der Welt und Charakter ein noch besseres Leseerlebnis hat. Der schönen, anschauliche Schreibstil der Autorin hat mich auf jeden Fall davon überzeugt, mehr Werke aus ihrer Feder zu lesen. Man fiebert mit den Figuren mit, rätselt und wird überrascht. Bei mir kommt es öfters vor, dass der romantische Subplot eines Fantasyromans mich bestenfalls langweilt und schlimmstenfalls abstößt. Hier jedoch stimmte die Chemie, die Gespräche zwischen den betreffenden Figuren waren angenehm, unterhaltsam und pfiffig zu lesen. Derart positiv überrascht hat mich seit langem kein Autor.
Alles in allem ein toller Fantasyroman für Sabaa Tahir Fans und alle, die es werden wollen.

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