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Veröffentlicht am 23.09.2025

Würdiger Abschluss

Dämmersee
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Mit dem fünften und letzten Band der Reihe um Hanna Duncker stehen neue Zeiten für die Ermittlerin an. Die Handlung ist wieder geschickt mit den persönlichen Entwicklungen und den neuen Mordfall verbunden, ...

Mit dem fünften und letzten Band der Reihe um Hanna Duncker stehen neue Zeiten für die Ermittlerin an. Die Handlung ist wieder geschickt mit den persönlichen Entwicklungen und den neuen Mordfall verbunden, der diesmal Hanna und ihr Team ganz besonders trifft.

Nach der Geburt ihrer kleinen Tochter Hedvig plant Hanna ihre Hochzeit, als sie früher als erwartet aus dem Mutterschaftsurlaub ins Ermittlerteam zurückkehren muss. Ihr Chef Ove Hultmark, der sich früher als erwartet ins Rentenleben zurückgezogen hat, wurde ermordet. Hanna ist entsetzt und kann es nicht fassen, dass ihr Mentor tot sein soll. Natürlich ist es dem Ermittlerteam ganz besonders wichtig, den Mörder ihres Chefs zu finden. Zusätzlich ist Oves Nachfolgerin Hanna nicht wirklich zugetan und beißt sich an ihr fest. Gemeinsam mit Erik versucht sie die Hintergründe des Mordes zu erkunden und beginnt im Umkreis von Oves neuem Hobby, der Vogelkunde, zu ermitteln.

In einzelnen Kapiteln, die mit "Der letzte Tag" beschrieben sind, begleiten wir Ove auf einer bestimmten Recherche, die er trotz seiner Pensionierung weiter verfolgt. Nicht alles ist erfreulich, was dabei ans Licht kommt.
Das Ermittlerteam schwankt zwischen Entsetzen und Trauer und die neue Chefin bringt einige Reibereien ins Team. Es kommt zu einigen Längen und Wiederholungen: Die Spannung fehlt an vielen Stellen und doch will man wissen, welche Nachforschungen Ove das Leben gekostet hat. Die Charaktere sind lebendig gezeichnet. Die neue Chefin war mir jedoch nicht wirklich sympathisch und ist schwer einzuschätzen.

Hanna muss sich in diesem fünften Band dem Stress zwischen Mutterrolle und ihren Job auseinandersetzen, den wohl jede Frau mehr oder weniger kennt. Dazu kommt die Trauer um ihren Chef und der Stress der Hochzeitsvorbereitungen, die genau in diese Zeit fallen.
Hanna hat sich im Laufe der Zeit und über fünf Bände zu einer Frau entwickelt, die endlich ihre Vergangenheit hinter sich lassen kann. Erst im letzten band konnte ich sie viel besser verstehen und einige ihrer Handlungen gutheißen.

Die Inselatmosphäre beschreibt Johanna Mo wieder sehr anschaulich. Der Schreibstil ist ruhig und bildhaft. Insgesamt ist die Reihe teilweise etwas spannungsarm, weckte aber trotzdem immer wieder meine Neugier. Als großes Finale hätte ich mir jedoch etwas mehr erwartet.


Fazit:
Dämmersee ist ein würdiger Abschluss der Krimireihe. Insgesamt ist die Reihe eher ruhig und punktet eher mit Atmosphäre und Charaktertiefe.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Hat mich enttäuscht

All Better Now
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Auf das neue Buch von Neal Shusterman war ich schon sehr gespannt. Ich mochte seine Dystopie "Dry", die er gemeinsam mit seinem Sohn geschrieben hat. "All better now" hat mich aber leider ziemlich enttäuscht ...

Auf das neue Buch von Neal Shusterman war ich schon sehr gespannt. Ich mochte seine Dystopie "Dry", die er gemeinsam mit seinem Sohn geschrieben hat. "All better now" hat mich aber leider ziemlich enttäuscht zurückgelassen. Es ist der erste Teil einer Dilogie und den Plot fand ich wirklich genial. Die Umsetzung war dann eher mittelmäßig und wenn ich das Buch nicht in einer Leserunde gelesen hätte, hätte ich es vielleicht sogar abgebrochen. Es war nicht schlecht und die Idee ist toll, aber irgendwie fand ich nicht richtig in die Geschichte.

Nach Corona gibt es eine neue Pandemie, die die Welt heimsucht: "Crown Royal". Auch dieser Virus kann tödlich sein, doch wenn man ihn überlebt ist man von nun an glücklich und zufrieden. Hört sich doch toll an, oder? Doch dieses faszinierende Gedankenspiel gefällt nicht allen Menschen. Die Reichen und Mächtigen in der Wirtschaft und Politik würden bald ihre Macht verlieren. Glückliche und zufriedene Menschen würden nicht nach mehr streben, denn sie sind zufrieden mit dem, was sie haben., Ebenso würde die Gewalt abnehmen, denn alle Genesenen helfen den anderen Menschen - selbstlos! Zusätzlich wittert die Pharmaindustrie ihr Geschäft mit neuen Produkten gegen Crown Royal....

Die Geschichte wird hauptsächlich aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Mariel, Morgan und Rón, Mariel ist heimatlos und wohnt mit ihrer Mutter in einem alten Ford Fiesta. Sie würde sich gerne mit Crown Royal infizieren, doch bei ihr klappt es einfach nicht.
Ròn kommt hingegen aus sehr reichem Hause. Sein Vater ist der drittreichste Mann der Welt, doch Ròn ist depressiv. Außerdem leidet er unter einer bestimmten Farbenblindheit und gehört deshalb zur Risikogruppe.
Morgan ist eine sehr intelligente junge Frau, die einen Job sucht und nach der Erkrankung von Dame Havilland in deren Fußstapfen tritt. Sie wird die neue Vorsitzende deren Firmenimperiums und agiert genauso intrigant und selbstsüchtig, wie ihre Vorgängerin, die an einer Impfung gegen den Virus gearbeitet hat. Es gibt noch viele weitere Figuren, die für kurze Zeit in den Fokus gerückt werden. Manche erhalten mehr Plattform, andere weniger.

Wir besuchen im Laufe der Geschichte viele verschiedene Schauplätze und erleben wie der Virus auf der ganzen Welt auftritt und wie die Menschen darauf reagieren. Hauptsächlich sind wir jedoch in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Spitzbergen unterwegs. Die letzte Location fand ich sehr interessant, weil es ein Thema streifte, worüber ich erst vor kurzem in einem anderen Buch gelesen habe.
Als Leser wird man mit Fragen konfrontiert, die zum Nachdenken anregen. Hier hat Shusterman wieder ganze Arbeit geleistet. Leider mangelt es jedoch an der Tiefe der Charaktere. Ebenso gibt es keine wirkliche sympathische Figur, was mich aber weniger gestört hat.
Der Autor greift auch einige ethische Themen auf, die die Menschen zum Nachdenken anregen sollen. Wie würde eine Welt aussehen, wo alle glücklich und zufrieden leben?

Am Ende kommt es zu einem Showdown, der zwar spannend, aber etwas unrealistisch ist. Es gibt einige Unstimmigkeiten, die das Gesamtbild stören. Für eine fast 600 Seiten lange Jugenddystopie hatte "All better now" für mich zu wenig Spannung und einige Längen - vor allem weil es sich eigentlich um einen ersten Band einer Dilogie handelt. Das Finale lässt den Leser mit einem Cliffhanger zurück. Der zweite Band soll erst im Herbst 2027 erscheinen. Ob ich ihn lesen werde? Ich denke eher nicht.

Fazit:
Leider konnte mich die Geschichte nicht ganz abholen, trotz des sehr interessanten Plots. Ich wurde solide unterhalten, aber das war diesmal leider auch schon alles.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Verliert sich in andere Themen

Der Sommer am Ende der Welt
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Von Eva Völler habe ich bereits einige Romane, wie die "Ruhrpott-Saga", die Dilogie um die Dorfschullehrerin und die historischen Krimis um Kriminalinspektor Carl Bruns gelesen. Mit "Der Sommer am Ende ...

Von Eva Völler habe ich bereits einige Romane, wie die "Ruhrpott-Saga", die Dilogie um die Dorfschullehrerin und die historischen Krimis um Kriminalinspektor Carl Bruns gelesen. Mit "Der Sommer am Ende der Welt" hat sie nun einen Roman geschrieben, der in der Gegenwart spielt. Das Thema beinhaltet jedoch wieder etwas Vergangenes, nämlich geht es hier um die Kinderverschickungen zwischen den 1960iger und 1980iger Jahren. Kinder, die gesundheitlich Probleme hatten, wurden auf Anraten der Ärzte auf Kuren geschickt, um sie aufzupäppeln oder durch die frische Luft in den Bergen oder an der Nordsee gesunden zu lassen. Was jedoch oftmals zutraf, war das genaue Gegenteil und ein Aufenthalt, der traumatisierte Kinder zurückließ. Ein Thema, welches viel mehr Beachtung finden sollte!

Genau aus diesem Grund macht sich Journalistin Hanna auf den Weg zur Insel Borkum, wo in den Sechziger Jahren ihre Mutter eines dieser Kinder war. In der Villa Aurelia wurden die Mädchen und Jungen gequält und geschlagen. Hanna möchte mit einem Artikel aufdecken, wie es damals tatsächlich in vielen dieser Heime zuging. Dabei hilft ihr Sabine, die zu dieser Zeit sechs Wochen verbracht hat und mit der sie täglich kommuniziert. Besonders die unbarmherzige Tante Angela ist Sabine und auch Hannas Mutter in Erinnerung geblieben.
Aus der ehemaligen Villa Aurelia ist nun ein Luxushotel geworden, in dem Hanna sich mit ihrer 15jährigen Tochter Katie einquartiert. Als die Betreiber des Hotel erfahren, worüber Hanna tatsächlich schreiben möchte, ändert sich ihre Freundlichkeit zu Hass. Kurze Zeit später wird ihr ein altes Tagebuch vor die Tür gelegt, welches einiges enthüllt...

Der Schreibstil von Eva Völler liest sich flüssig und wie schon in all ihren anderen Geschichten mochte ich die bildhafte Erzählweise. Jedoch hätte ich die Geschichte um die Verschickungskinder lieber auf zwei verschiedenen Zeitebenen gelesen und nicht nur als kurze Telefonate oder Tagebucheintragungen, die sich in kursiver Schrift vom Hauptstrang abheben. Außerdem hätte ich es besser gefunden, wenn man nicht nur aus der Sicht von Sabine, sondern auch von weiteren Kindern, die zur selben Zeit in der Villa Aurelia zur Kur waren, gelesen hätte.
Viel zu schnell verliert sich das Hauptthema des Buches in weiteren Nebenhandlungen, die ich nicht gebraucht hätte. Schon auf den ersten Seiten lernt Hanna den hiesigen Inselarzt Ole kennen und ihre Tochter Katie den Sohn der Hotelinhaberin, Bengt. Und hier haben wir schon von Beginn an zwei Liebesgeschichten, die mir viel zu schnell abgelaufen sind. Ich konnte absolut keine der beiden Lovestories spüren und fand beide unpassend. Ein weiteres unnötiges Thema waren die Déjà-vus von Hanna und ihre gesundheitlichen Probleme. Im letzten Drittel kommt noch ein Mordfall ins Spiel, sowie Verbrechen während der Nazizeit. Letzteres kann ich noch verstehen, denn die Erziehungsmethoden in den Heimen waren von den Idealen der Nazis geprägt.
Durch die Menge an Themen verliert jedoch jedes einzelne an Wichtigkeit und vor allem bleibt das Thema Verschickungskinder viel zu sehr an der Oberfläche. Sehr schade!

Fazit:
Ein Thema, welches noch viel mehr aufgegriffen werden sollte. Eva Völler hat sich jedoch in ihrem Roman "Der Sommer am Ende der Welt" meiner Meinung etwas verzettelt. Das Hauptthema verliert an Wichtigkeit und weicht nichtssagenden Liebesgeschichten und Krankheitssymptomen. Leider bleibt der Roman zu oberflächlich und schrammt am Thema etwas vorbei. Schade!

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Roman mit so einigen Längen

Die unsichtbare Hand
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Nachdem ich die beiden Vorgänger der Autorin gelesen habe und diese als Thriller betitelt waren (und ich gerade bemerkt habe, dass ich "Der Tausch" gar nicht rezensiert habe) hatte ich mir von "Die unsichtbare ...

Nachdem ich die beiden Vorgänger der Autorin gelesen habe und diese als Thriller betitelt waren (und ich gerade bemerkt habe, dass ich "Der Tausch" gar nicht rezensiert habe) hatte ich mir von "Die unsichtbare Hand" ähnliches gedacht. Die Geschichte wird aber deutlich auf dem Cover als Roman betitelt und das ist sie auch....wenn auch eher ein Familiendrama.

Im Sommer 1975 wird in der kalifornischen Kleinstadt Ojai ein schlimmes Verbrechen verübt. Die 14-jährige Poppy und der 17-jährige Danny werden im Elternhaus brutal ermordet aufgefunden. Mit der Zeit macht das Gerücht die Runde, dass Vincent, der mittlere Bruder, der als Einziger überlebt hat, der Mörder sein könnte. Der Klatsch verstummt nie, jedoch gibt es keinerlei Indizien, die den Verdacht bestätigen.

Olivia Dumont, die Tochter von Vincent Taylor, der in der Zwischenzeit ein berühmter Thrillerautor geworden ist, leidet seit ihrer Kindheit darunter, die Tochter des mutmaßlichen Mörders zu sein. Sie bricht den Kontakt zu ihrem Vater ab und wird eine erfolgreiche Ghostwriterin. Nach einem Skandal hat sie jedoch Probleme wieder Arbeit zu bekommen. Da erhält sie das Angebot die Memoiren ihres Vaters zu schreiben, der an der Levy-Körper Demenz erkrankt ist. Er will sein jahrelanges Schweigen brechen. Die druckreifen Manuskripte soll ausschließlich Olivia überarbeiten. Wegen ihres finanziellen Engpasses nimmt Olivia das Angebot an, verschweigt dem Verlag aber, dass Vince Taylor ihr Vater ist. Zurück am Ort ihrer Kindheit holen sie nach und nach die Erinnerungen ein....

Auf zwei Zeitebenen erzählt Julie Clark über ein jahrealtes Familiengeheimnis und über die schwierige Vater-Tochter Beziehung. Olivia stellt sich dabei die Frage, ob Vince schuldig oder unschuldig ist. Die bereits niedergeschriebenen Seiten lassen sie bald verzweifeln, denn reale Erinnerungen und Wahnvorstellungen vermischen sich zu einem Ganzen.
Die Rückblicke werden aus der Sicht von Vincents jüngeren Schwester Poppy erzählt, die bei Olivia Zweifel an den Aussagen von Vince aufkommen lassen.
Der Roman beginnt spannend, aber entwickelt sich sehr langsam und wird zunehmend immer langatmiger. Die fehlende Spannung - besonders im Mittelteil - tut dem Roman nichts Gutes. Auf den restlichen Seiten ist die Atmosphäre oftmals bedrückend und auch unterschwellig dramatisch.
Nur die Handlungen aus den 1970iger Jahren ließen mich weiter an der Geschichte bleiben und das Buch beenden. Dabei wird es zum Ende hin wieder etwas aufregender, auch wenn die Lösung nicht so spektakulär ist, wie erhofft.

Der Schreibstil von Julie Clark ist flüssig, bildhaft und lässt sich genauso gut lesen, wie in ihren beiden Thriller zuvor. "Die unsichtbare Hand" ist auf jeden Fall mehr ein Spannungsroman, was auch die Bezeichnung "Roman" am Cover bestätigt.

Die deutsche Übersetzung des Titels lässt mich ein bisschen verwundert zurück. Das Original heißt "The Ghostwriter" und genau darum handelt die Geschichte auch. Den Titel hätte man auf jeden Fall übernehmen können, denn zurzeit kann man sich nicht über zu wenige englischsprachige Titel - auch auf Büchern von deutschsprachigen Autor:innen - beschweren.


Fazit:
Kann man lesen, muss man aber nicht. Kein Thriller und eher ein etwas langatmiges Familiendrama, das mich nicht wirklich überzeugen konnte. Ich vergebe gerade noch 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.04.2025

Kein Schauerroman

The Deep - Spuk auf der Titanic
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Der Klappentext war vielversprechend. Erwartet haben wir uns einen spannenden Schauerroman, der auf der Titanic spielt. Bekommen haben wir ein historisches Drama auf zwei Zeitebenen. Horror und Grusel ...

Der Klappentext war vielversprechend. Erwartet haben wir uns einen spannenden Schauerroman, der auf der Titanic spielt. Bekommen haben wir ein historisches Drama auf zwei Zeitebenen. Horror und Grusel hat fast komplett gefehlt, was sehr schade ist. Trotzdem hat Alma Katsu dieses Unheilvolle auf der Titanic sehr gut eingefangen.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und springt zwischen 1912 und 1916 hin und her.
Annie Hebbley, unsere Hauptprotagonistin, erlebt die Jungfernfahrt der Titanic mit. Sie soll sich als Stewardess um die Gäste aus der 1. Klasse kümmern. Ihr zugeteilt ist auch das junge Ehepaar Mark und Caroline Fletcher und ihr Baby Odine.
Die illustren Gäste der Oberschicht sind so bekannte Namen wie die Astors, Benjamin Guggenheim, die Modeschöpferin Lady Lucille Duff-Gordon und ihr Mann Cosmo, sowie der Journalist und Spiritist W.T. Stead.
Bereits in den ersten Tagen stirbt der Dienstjunge Teddy der Familie Astor, während einer Séance, die zu dieser Zeit in der Oberschicht sehr beliebt war. Die sonderbaren Ereignisse auf dem Schiff häufen sich und die Menschen an Bord glauben, dass sich etwas Übernatürliches an Bord befindet. Auch die abergläubische Annie sieht immer wieder den einen oder anderen Schatten und fühlt sich vom Meer angezogen.
Trotzdem geht es hier auf und unter dem Deck der Titanic größtenteils um die Beschreibung der verschiedenen Charaktere und dessen Tagesabläufe.

Aber wir sind nicht nur auf der Titanic, sondern auch auf dem Schwesternschiff, der Britannic und zwar vier Jahre später. Annie Hebbley, die den Untergang der Titanic überlebt hat und danach einige Zeit in einer Nervenheilanstalt in Liverpool verbracht hat, arbeitet als Krankenschwester auf dem Lazarettschiff. Der erste Weltkrieg fordert viele Verletzte, die auf der Britannic versorgt werden. Abbie erkennt unter den Verwundeten Mark Fletcher, den sie und seine Frau, sowie Baby Odine versorgt hat. Sie dachte der Mann sei beim Untergang der Titanic ertrunken. Die Verbindung zu diesem Soldaten ist etwas seltsam.

Natürlich weiß man, was mit der Titanic passiert und wartet auf den Untergang, der ziemlich spät bei den insgesamt 560 Seiten startet.
Leider fand ich auch zu Annie nicht wirklich Zugang. Sie bleibt blass, distanziert und wirkt unnahbar. Außerdem wird nicht wirklich aufgeklärt, ob Annies Wahnvorstellungen ernst zu nehmen sind oder nicht. Auch den Rest der Figuren fehlte es an Charaktertiefe. Der Schreibstil ist sehr detailverliebt und beschreibend.
Die Atmosphäre und die Darstellung der beiden Schiffe fand ich allerdings gelungen und sehr bildhaft. Die Längen - vor allem im Mittelteil - konnten diese Beschreibungen jedoch auch nicht richtig auffüllen. Das Übernatürlich und Gruselige vermisste ich gleichfalls.
Das Ende ließ mich eher etwas unzufrieden zurück und trotzdem war das Buch nicht so schlecht, wie es sich jetzt anhört. Es war ganz einfach anders, als ich es mir erwartet hatte.

Mein Senf dazu: Eigentlich wäre die Geschichte um Violet Jessop, der Freundin von Annie, viel interessanter gewesen. Während Annie eine fiktive Figur im Roman ist, hat Violet wirklich gelebt. Ihre Lebensgeschichte ist außerordentlich! Sie hat 1911 den Zusammenstoß der Olympic mit dem britischen Kreuzer Hawke miterlebt. Danach war sie 1912 auf der Titanic und 1916 ebenfalls auf der Britannic, dessen Untergang sie ebenfalls überlebte. Eine wahre Geschichte, die grandioser Stoff wäre. Violet Jessop starb 1971 als 83jährige an Herzinsuffizienz.

Fazit:
Leider nicht die erwartete Schauergeschichte, sondern eher ein Drama mit vielen Längen und zum Ende hin einigen Ungereimtheiten. Der Grusel blieb ebenfalls aus. Hier wäre so viel rauszuholen gewesen, was die Autorin schlicht versäumt hat. Trotzdem ist es kein schlechtes Buch und ich gebe noch 3 Sterne.

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