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JohannaMaus

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2025

Ein Buch, das zum Innehalten einlädt

50 Wörter für Liebe
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„50 Wörter für Liebe“ von Thomas Lambert Schöberl ist weit mehr als ein Buch – es ist eine Einladung, die Liebe in all ihren Facetten zu entdecken. Mit 50 sorgfältig gewählten Begriffen zeigt der Autor, ...

„50 Wörter für Liebe“ von Thomas Lambert Schöberl ist weit mehr als ein Buch – es ist eine Einladung, die Liebe in all ihren Facetten zu entdecken. Mit 50 sorgfältig gewählten Begriffen zeigt der Autor, wie vielseitig, tiefgründig und bedeutungsvoll Liebe sein kann.

Dieses Buch ist kein leichter Lesestoff für zwischendurch. Jeder Abschnitt lädt dazu ein, sich bewusst Zeit zu nehmen, den Text auf sich wirken zu lassen und Raum für eigene Gedanken zu schaffen. Die Mischung aus Essays, Geschichten, Gedichten und Impulsen macht es zu einem inspirierenden Begleiter, der zum Nachdenken anregt.

Besonders beeindruckend ist die Art, wie Schöberl Liebe nicht nur als romantisches Gefühl, sondern als grundlegende Lebenshaltung beschreibt. Ob in zwischenmenschlichen Beziehungen, in der Selbstliebe oder in kleinen, alltäglichen Momenten – jede Seite regt dazu an, Liebe aus neuen Perspektiven zu betrachten.

Wer bereit ist, sich auf diese Reise einzulassen, wird mit wertvollen Erkenntnissen belohnt. Ein Buch, das inspiriert, berührt und lange nachhallt.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2026

Gefangen im Sturm – und unter Verdacht

Stürmische Klippe
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Mit Stürmische Klippe liefert Sabine Weiß den mittlerweile zehnten Fall für ihre Ermittlerin Liv Lammers – und dieser hat es in sich. Die Kulisse ist das herbstliche Sylt, genauer gesagt Rantum, wo eine ...

Mit Stürmische Klippe liefert Sabine Weiß den mittlerweile zehnten Fall für ihre Ermittlerin Liv Lammers – und dieser hat es in sich. Die Kulisse ist das herbstliche Sylt, genauer gesagt Rantum, wo eine ehemalige Ministerin zu einer brisanten Geburtstagsfeier geladen hat. Als ein Anschlag auf sie verübt wird, ist schnell klar: Der Täter muss aus dem engsten Kreis stammen.

Gemeinsam mit ihrer Chefin Hilke Hasselbrecht beginnt Liv Lammers, inoffiziell zu ermitteln – mitten unter Politikern, Wirtschaftsgrößen und Personal. Während draußen ein Sturm aufzieht, spitzt sich auch die Lage im Inneren der Villa immer weiter zu. Misstrauen, Geheimnisse und persönliche Verstrickungen sorgen dafür, dass die Leser ständig miträtseln.

Der Krimi punktet vor allem mit seiner dichten, fast schon beklemmenden Atmosphäre. Das Unwetter verstärkt die ohnehin schon angespannte Stimmung zusätzlich und sorgt dafür, dass man sich als Leser regelrecht mit in der Villa eingeschlossen fühlt. Auch die Vielzahl an Verdächtigen und die unterschiedlichen Handlungsstränge steigern die Spannung.

Allerdings wirkt die Handlung stellenweise etwas überladen. Neben dem Anschlag, einem weiteren Mordfall und den politischen Hintergründen spielt auch das Privatleben von Liv eine größere Rolle, was nicht immer ganz ausgewogen wirkt. Manche Entwicklungen hätten etwas mehr Tiefe vertragen, während andere schneller voranschreiten als erwartet.

Trotzdem ist „Stürmische Klippe“ ein unterhaltsamer und spannender Krimi, der vor allem durch seine besondere Kulisse und die vielschichtigen Figuren überzeugt. Fans der Reihe kommen hier definitiv auf ihre Kosten und auch Neueinsteiger finden gut in die Geschichte hinein.

Fazit: Ein atmosphärischer Sylt-Krimi mit viel Spannung und interessanten Figuren, bei dem es nur kleine Abzüge bei der Ausarbeitung der zahlreichen Handlungsstränge gibt.

Veröffentlicht am 28.11.2025

Zwischen Frost und Finsternis – eine Reise, die sofort fesselt!

Der Weg des ewigen Winters
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Niilo Sevänens „Der Weg des ewigen Winters“ hat mich vom ersten Kapitel an mit seiner kraftvollen Atmosphäre gepackt. Die Geschichte wirft einen ohne große Vorwarnung in eine Welt, die von Kälte, Angst ...

Niilo Sevänens „Der Weg des ewigen Winters“ hat mich vom ersten Kapitel an mit seiner kraftvollen Atmosphäre gepackt. Die Geschichte wirft einen ohne große Vorwarnung in eine Welt, die von Kälte, Angst und Zusammenbruch geprägt ist – genau dieser rasante Einstieg hat mich überrascht. Nach einem kurzen, stimmungsvollen Prolog beginnt der Roman unmittelbar mit einer Szene, die zeigt, wie unerbittlich dieser Winter geworden ist. Die Spannung baut sich sofort auf und bleibt bis zum Ende bestehen.
Im Mittelpunkt steht Halla, ein kleines Mädchen, das von Beginn an eine beinahe mystische Ausstrahlung besitzt. Ihre Träume, ihre Begegnungen mit dem Vogel und dem Fuchs sowie die immer wieder aufblitzenden Hinweise auf ihre besondere Herkunft verleihen dem Roman etwas Märchenhaftes, ohne dass die Geschichte an Härte verliert. Gerade ihre Mischung aus kindlicher Verletzlichkeit und innerer Stärke macht sie zu einer faszinierenden Figur.
Orpheus, ihr unfreiwilliger Beschützer, war mir anfangs unsympathisch: ein verantwortungsloser, planloser Taugenichts, der nur seinen eigenen Vorteil sucht. Aber genau diese Unvollkommenheiten machen seine Entwicklung glaubwürdig. Im Laufe der Geschichte wächst er über sich hinaus und wird zu einer der Figuren, denen ich am meisten vertraue.
Sehr gelungen fand ich auch die verschiedenen Handlungsstränge. Besonders die Szenen um Kaiserin Theophanu haben mein Interesse geweckt, auch wenn der Zusammenhang zur Haupthandlung zunächst nur angedeutet wird. Diese historische Verankerung verleiht dem Roman zusätzliche Tiefe, auch wenn manches nicht historisch exakt ist, und wirkt dennoch atmosphärisch stimmig.
Die Spannung steigt kontinuierlich an. Viele Figuren wirken, als hätten sie ihre eigenen Ziele, und bei den wenigsten weiß man wirklich, ob sie Freund oder Feind sind.
Das ende ist offen gehalten Doch für mich ist das kein Kritikpunkt. Bei einem Mehrteiler erwarte ich nicht, dass nach Band eins alles abgeschlossen ist. Im Gegenteil: Die vielen offenen Fragen sorgen dafür, dass ich unbedingt weiterlesen möchte. Ich will wissen, welche Rolle die Weiße Hexe spielt, wem man wirklich trauen kann und wie sich Hallas Kräfte entwickeln.

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  • Fantasy
Veröffentlicht am 19.04.2025

Selbstständigkeit mit Herz, Verstand und Praxisbezug – motivierend bis zur letzten Seite

Das Unternehmen bist du.
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„Das Unternehmen bist du“ von Matthias Henze ist ein praxisnaher Begleiter für alle, die selbstständig sind oder es werden wollen – ganz gleich, ob man gerade erst überlegt zu gründen oder schon mittendrin ...

„Das Unternehmen bist du“ von Matthias Henze ist ein praxisnaher Begleiter für alle, die selbstständig sind oder es werden wollen – ganz gleich, ob man gerade erst überlegt zu gründen oder schon mittendrin steckt. Besonders angesprochen fühlen sich hier Solopreneure und Kleinunternehmer:innen, die mit viel Eigenverantwortung durchs unternehmerische Leben gehen.

Mir persönlich hat das Buch richtig gut gefallen – sowohl vom Inhalt als auch von der äußeren Aufmachung her. Die Kapitel waren klar gegliedert, gut portioniert und leicht zu verarbeiten. Der Sprachstil ist angenehm locker, dabei aber keineswegs oberflächlich oder belehrend. Henze trifft genau den Ton, der motiviert, ohne in leere Phrasen abzudriften. Und auch wenn ich nicht alles neu fand – das stört mich überhaupt nicht. Jeder bringt ja unterschiedliches Vorwissen mit, und Wiederholungen helfen oft beim Festigen.

Was mir besonders positiv aufgefallen ist: Die vielen echten Beispiele und Erfahrungen. Es ist kein Buch voller theoretischer Modelle, sondern eines, das Menschen und ihre Geschichten in den Mittelpunkt stellt. Das macht Mut, holt einen ab – und zeigt, dass Selbstständigkeit in vielen Formen funktionieren kann.

Ein Punkt hat mir allerdings gefehlt – und das war der visuelle Aspekt. Gerade bei den Fazits oder zusammenfassenden Impulsen hätte ich mir ein paar übersichtliche Grafiken oder Visuals gewünscht. Das hätte den ohnehin guten Inhalt noch anschaulicher gemacht.

Mein Fazit: Ein ehrlicher, motivierender Ratgeber, der nah an der Realität bleibt und zum Dranbleiben oder Loslegen ermutigt.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Stimmungsvolle 80er-Jahre-Kulisse mit leisen Tönen

Tainted Love
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Mit Tainted Love gelingt Vincent Tal ein atmosphärisch dichter Auftakt, der weniger durch rasante Spannung als vielmehr durch sein besonderes Setting und die leisen Zwischentöne überzeugt.

Die Handlung ...

Mit Tainted Love gelingt Vincent Tal ein atmosphärisch dichter Auftakt, der weniger durch rasante Spannung als vielmehr durch sein besonderes Setting und die leisen Zwischentöne überzeugt.

Die Handlung führt ins nordhessische Zonenrandgebiet im Sommer 1986, einer Zeit, die geprägt ist von flirrender Hitze, sterbenden Wäldern und der allgegenwärtigen Nähe zur DDR. Diese Kulisse verleiht dem Roman eine leicht bedrückende, fast schon mystische Stimmung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Besonders die vielen kleinen Details und Anspielungen auf die 80er-Jahre sorgen für ein intensives, nostalgisches Lesegefühl.

Im Mittelpunkt stehen Martin Ritter und Christine Lehmann, zwei Figuren, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade dadurch interessant wirken. Während Martin eher zurückhaltend und schwer greifbar bleibt, bringt Christine mit ihrer direkten Art mehr Dynamik in die Geschichte. Ihre Beziehung entwickelt sich ruhig, aber spürbar und verleiht dem Roman eine zusätzliche emotionale Ebene.

Der eigentliche Kriminalfall rund um das im See entdeckte Auto entfaltet sich hingegen eher gemächlich. Zwar bauen viele Hinweise, Nebenfiguren und Andeutungen Spannung auf, doch die Auflösung wirkt am Ende etwas gerafft. Hier hätte man sich mehr Raum gewünscht, um die zuvor gelegten Spuren vollständig auszuleuchten.

Die Stärke des Romans liegt eindeutig in der Atmosphäre: „Tainted Love” ist kein lauter Thriller, sondern ein ruhiger, fast schon nachdenklicher Krimi, der vom Lebensgefühl einer vergangenen Zeit lebt. Die Mischung aus Hitze, Geheimnissen und unterschwelliger Unruhe macht den Reiz dieses Romans aus.

Fazit: Ein ruhiger Krimi mit starkem 80er-Jahre-Flair, der vor allem durch seine Stimmung und Figuren überzeugt. Wer auf actionreiche Spannung hofft, wird hier weniger fündig, wer jedoch atmosphärische Geschichten mit Tiefgang schätzt, dürfte auf seine Kosten kommen. Ein gelungener Reihenauftakt mit Potenzial nach oben.

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