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Veröffentlicht am 05.05.2025

Wenn die Wahrheit ans Licht kommt.....

Sommer der Wahrheit (Sheridan-Grant-Serie 1)
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Wir befinden uns in den 90er Jahren irgendwo in Nebraska. Die junge Sheridan Grant lebt mit ihren Adoptiveltern auf einer großen Farm und langweilt sich in ihrer Pubertät, weil auf dem Land einfach nichts ...

Wir befinden uns in den 90er Jahren irgendwo in Nebraska. Die junge Sheridan Grant lebt mit ihren Adoptiveltern auf einer großen Farm und langweilt sich in ihrer Pubertät, weil auf dem Land einfach nichts los ist. Die Arbeit auf dem Land ist anstrengend und für den Teeanager eintönig und schnell wird dem Leser klar, dass die Beziehung zu ihren Adoptiveltern kompliziert ist. Der Vater, Vernon, fördert die einzige Tochter, liebt sie von Herzen und wirkt doch merkwürdig distanziert. Die Mutter herrscht mit strengem und Sheridan gegenüber sehr ungerechtem Regime im großen Haus und zeigt dem jungen Mädchen bei jeder Gelegenheit ihre Ablehnung. Dann wären noch ihre Brüder Malachi, Hiram, Joe und Esra, wobei Esra der unangenehmste der Brüderschar ist. Sheridan ist froh in ihrer Tante Isabella jemanden zu haben, der sie versteht und in ihrer Gabe der Musikalität fördert.

Sheridan befindet sich mitten in der Pubertät, ist ein hübsches Mädchen und entdeckt ihre Wirkung auf Männer. Dabei bevorzugt sie ältere Männer wie Danny, den Farmarbeiter, den Schriftsteller Christopher und den Rodeoreiter Nicolas, der auch eine besondere Geschichte hat. Während dieser amourösen Schilderungen und den überflüssig beschriebenen Details musste ich leider an den Film "Lolita" denken.

Das Mädchen sucht verzweifelt nach Liebe und Annahme, die sie weder bei diesen Männern findet noch bei ihrer Familie und die Ablehnung ihrer Adoptivmutter wird immer extremer. Überhaupt sind die Protagonisten entweder gut oder böse, es gibt nicht viel dazwischen und mir fiel es aufgrund der vielen bemühten amerikanischen Klischees schwer, eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen. Sheridan erlebt Dinge, die kein Mädchen erleben sollte und ist dann wieder dabei, sich in den nächsten älteren verheirateten Mann zu verlieben, der zudem der neue Pastor der Gemeinde ist.....

Während dieser ganzen Geschehnisse findet sie durch Zufall heraus, wer ihre wahre Mutter ist und dieses düstere Familiengeheimnis droht alles auseinander zu sprengen......spannend zu lesen und dennoch ist bei mir der Funke nicht übergesprungen!

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Selma und Nils

Selma Lagerlöf - sie lebte die Freiheit und erfand Nils Holgersson
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Die Autorin Charlotte von Feyerabend nimmt uns mit nach Schweden und teilt mit uns die Lebensgeschichte der wohl berühmtesten Frau Schwedens, Selma Lagerlöf. Sie erschuf unter vielen anderen Werken "Nils ...

Die Autorin Charlotte von Feyerabend nimmt uns mit nach Schweden und teilt mit uns die Lebensgeschichte der wohl berühmtesten Frau Schwedens, Selma Lagerlöf. Sie erschuf unter vielen anderen Werken "Nils Holgersson" und beschenkte mit dieser freiheitsliebenden Geschichte viele Generationen von Kindern, unter anderem auch mich.

Selma Lagerlöf wuchs auf einem großen Bauerngut in Schweden auf und hatte eine glückliche Kindheit. Schon von klein auf war sie tief mit der Natur und den Tieren verbunden, liebte ihre Heimat und hatte auch eine große Sehnsucht nach der Welt. Auf jeden Fall spürte sie schon früh, dass sie anders war, andere Lebensvorstellungen hatte wie damals üblich und sie wollte schon immer schreiben. Diese Gabe lag schon in der Familie.

Doch der Weg zur Schriftstellerin war nicht leicht, denn Selma wollte auf jeden Fall finanziell unabhängig sein und schreiben. Aus diesem Grund zog sie nach Stockholm und absolvierte eine Ausbildung zur Lehrerin. Mit ihrem Gehalt finanzierte sie noch ihre Mutter, denn nach dem Tod ihres Vaters musste das Bauerngut verkauft werden, was Selma unfassbar schmerzte. Selma bleibt ihrem Traum zu schreiben treu, glaubt beharrlich an sich selbst und veröffentlicht etliche Erzählungen. In ihren Erzählungen bricht sie mit den damals auferlegten gesellschaftlichen Grenzen und macht sich in der damals von Männern dominierten Literaturszene nicht nur Freunde, sie erntet auch harsche Kritik.

Sie bleibt sich treu, heiraten kam für sie nie in Frage, dafür war sie zu freiheitsliebend und sie fühlte sich auch nicht zu Männern hingezogen. Selma lebte eine Dreiecksbeziehung mit zwei Frauen, einer Autorin und einer Aktivistin, teils platonisch, teils intim und das blieb nicht ohne Konflikte, denn wie auch gerne von polyamourös lebenden Menschen vertreten, haben sich nämlich nicht alle lieb, sondern werden verletzt, verletzen, sind eifersüchtig und leiden Schmerzen, die nicht sein müssten. Ich kann dieses Lebensmodell mit seiner angeblichen Freiheit und Liebe nicht nachvollziehen und diese Geschichte bestätigt es mal wieder.

Dennoch geht Selmas Weg immer weiter, sie unternimmt viele Reisen und auf einer Reise nach Lappland wird dann auch Nils Holgersson geboren, der alle Kinder mit auf die Reise durch Schweden nimmt und bis heute begeistert. Ihr größter Triumph über alle Kritiker war auf jeden Fall, dass sie als erste Frau den Literaturnobelpreis erhielt, doch ich glaube ihr Herz fand erst wirkliche Freude und Ruhe, nachdem sie das elterliche Bauerngut wieder zurückkaufen konnte. Dort lebte sie und half vielen Menschen auf eine ganz ruhige und stille Art, das machte sie dann für mich sehr sympathisch.

Charlotte von Feyerabend hat einen sprachlich sehr schönen Roman über diese unkonventionelle Schriftstellerin geschrieben, mit einem sehr gelungenen Cover und die Wildgänse begleiten den Leser auch in jedem Kapitel, der bis auf ihre amourösen Abenteuer für mich sehr schön zu lesen war und dass sie mir Nils Holgersson geschenkt hat, dafür bin ich ihr ewig dankbar.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Feministische Ikone -Nein Danke!

Die Frau von Montparnasse
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Wir befinden uns im Jahr 1929 und die junge Simone de Beauvoir ist von Jugend an regelrecht besessen vom Schreiben und möchte unbedingt studieren, lesen, schreiben, lesen. Die hochbegabte und hochintelligente ...

Wir befinden uns im Jahr 1929 und die junge Simone de Beauvoir ist von Jugend an regelrecht besessen vom Schreiben und möchte unbedingt studieren, lesen, schreiben, lesen. Die hochbegabte und hochintelligente Frau gibt nichts auf die von der Gesellschaft geforderten Ansprüche an Frauen und wie sie zu leben haben. Ihre Welt sind die Bücher, die Worte der Philosophen, sie saugt alles in sich auf, ist wissbegierig, stellt die richtigen Fragen und denkt selbstständig. Soweit, so gut. Das fand ich sehr sympathisch.

Im sozialen Miteinander war Simone jedoch oft sehr forsch und schroff, ungeduldig mit ihren Mitmenschen, meistens weil sie nicht so schnell denken konnte wie sie, dann wieder sehr sanft und empathisch, alles in allem keine einfache Persönlichkeit. Es zog sie schon immer zu den intellektuellen Außenseitern hin und so lernte sie auf der Universität den etwas älteren und ebenfalls hochbegabten Studenten Jean-Paul Sartre kennen, ein intellektuelles Genie, der was Bücher, Lesen und Schreiben betraf, völlig auf Simones Wellenlänge lag und die beiden konnten sich quasi Tag und Nacht über Bücher austauschen. Sartre war seiner Zeit ein Genie und er war ein Narzisst. Klein von Wuchs, völlig unattraktiv, jedoch absolut ehrgeizig, nicht nur intellektuell, sondern auch in seiner Manie jede Frau ins Bett zu bekommen, die nicht bei drei auf dem Baum war.

Simone und Sartre begannen ein Verhältnis. Sie wurde seine Geliebte und schlossen einen Pakt, denn wie bürgerliche Leute einfach heiraten wäre spießig. Nein, ihre Seelenverwandtschaft und ihr intimes Zusammensein, sollte auf unbestimmte Zeit geschlossen sein, jedoch zu den Bedingungen, die sie gemäß ihrer intellektuellen Elite wie sie sie verstanden. Ihre Liebe, die ich während des Lesens als Hörigkeit empfand, sollte ihre sexuelle Freiheit sichern. Jeder sollte lieben können wen er gerade will und da sie sich ja alles erzählen, besonders Sartre schilderte in allen Einzelheiten seine Seitensprünge, die ja keine waren, denn sie waren ja beide so frei. Und somit schlossen und öffneten sich polyamouröse und bisexuelle Kreise, Partner und Partnerinnen wechselten sich munter ab, es gab etliche Nervenzusammenbrüche, es wurde gelogen und betrogen, teilweise über viele Jahre, Menschen wurden verletzt und es gab Verhältnisse mit Abhängigen und das alles wurde dann in den jeweiligen Büchern dieser so hochgelobten Autoren als Freiheit verkauft. Ich hatte schon das eine oder andere Mal Brechreiz verspürt beim Lesen. Simone litt sehr unter Sartres Fremdgehen und hielt dennoch an dieser hörigen Liebe fest, war auch kein Kind von Traurigkeit und ich konnte ihr das Schreiben und das Gerede von Freiheit am Ende nicht mehr abnehmen. Ich hatte den Eindruck, jeder rennt seiner Lust nach, doch verkauft es intellektuell als Freiheit und Liebe. Würde man es Egozentrik nennen, käme es der Wahrheit wohl näher.

Simone de Beauvoir kämpft um ihren schriftstellerischen Erfolg, viele Verlage lehnen ihre Texte als unpassend ab. Sie wird als Wegbereiterin des Feminismus gefeiert. Gemeinsam mit Sartre formulieren sie die Philosophie des Existenzialismus, sind der Mittelpunkt der Pariser Boheme. Jedoch hatte sie einige Verhältnisse mit ihren Schülerinnen, auch ehemaligen Schülerinnen, die sie fördert und unterstützt, #metoo lässt grüßen, doch damals und auch heute ist ja unter dem Wort "Freiheit" alles erlaubt, egal wie viele junge Menschen dabei auf der Strecke bleiben.

"Es war ein heilloses emotionales Durcheinander, und manchmal dachte Simone, dass sie eine unmögliche Ansammlung egozentrischer Menschen waren, die viel zu dicht aufeinanderhockten und immer neue Zwistigkeiten produzierten, die aber nicht ohne einander konnten."

Caroline Bernard hat das Leben und den Charakter von Simone de Beauvoir sehr gut eingefangen und ein sehr lebendiges Bild von ihr gemalt. Das hat mir sehr gut gefallen. An Simone de Beauvoir hat mir eigentlich nur ihre Liebe zur Literatur gefallen.

Simone de Beavoir sagte auch,"...dass die persönliche Freiheit da aufhört, wo sie andere betrifft. Und wie man damit umgeht." So beschreibt sie es in einem ihrer Bücher. Ihr Leben sprach jedoch eine andere Sprache, denn obwohl sie so verletzt von Sartre war, der ständig ihre Grenzen überschritt, nahm sie sich auch gerade den Menschen auf den sie Lust hatte. Ich bin dankbar diese Biografie von Simone de Beauvoir gelesen zu haben, sie kam zur richtigen Zeit und werde mit Sicherheit kein Buch dieser "Ikone des Feminismus" lesen. Jedoch freue ich mich auf weitere Bücher von Caroline Bernard, die es einfach versteht, schwierige Persönlichkeiten zu beschreiben.

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Veröffentlicht am 03.12.2024

Der etwas andere Adventsbegleiter

24 x Weihnachten neu erleben
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Oskar König ist es gelungen einen etwas anderen, lockeren, flüssig zu lesenden und doch tiefgehenden Advents- und Weihnachtsbegleiter zu schreiben. In 24 Türen öffnen sich ganz neue Sichtweisen auf Weihnachten ...

Oskar König ist es gelungen einen etwas anderen, lockeren, flüssig zu lesenden und doch tiefgehenden Advents- und Weihnachtsbegleiter zu schreiben. In 24 Türen öffnen sich ganz neue Sichtweisen auf Weihnachten und es ist spannend jeden Morgen ein Türchen wie bei einem Adventskalender zu öffnen und sich mit hinein nehmen zu lassen in die größte Geschichte, die es überhaupt auf Erden gab. Dabei gibt es immer wieder Verbindungen zu dem Leben heute, sei es Knud, Netflix....oder All I want for Christmas is you....

Gott wurde Mensch, dieses Ereignis erleben wir durch verschiedene Personen der realen Weihnachtsgeschichte und auch durch einige Traditionen und Weihnachtslieder ob modern oder klassisch, die immer mehr Licht in die Geschichte lassen und mit einigen Annahmen ganz gut aufräumen. Das alles mit einer lockeren Sprache, die es auch Menschen ermöglicht, die nichts mit Glauben im persönlichen zu tun haben den Blick auf dieses Wunder zu öffnen, dass an Weihnachten geschehen ist. Gott wurde Mensch, wie wir.

Dann kann ich am Ende des Buches entscheiden ob ich mich adoptieren lassen und Teil der royalen Familie werden möchte. Ganz nach dem Autor Max Lucado, "Es gibt ungeplante Schwangerschaften, (siehe Maria) aber keine ungeplanten Adoptionen."

In der Krippe ist für jeden Platz und und Gott wurde Mensch um alle Menschen zu adoptieren, die Ja zu ihm sagen. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen dieses Buches,

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Veröffentlicht am 16.06.2024

Für zwischendurch

Fliedernächte
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Nora Roberts nimmt uns mit in den letzten Teil einer Trilogie, die in einer kleinen Stadt in Amerika spielt und in dem es um ein geheimnisvolles romantisches Hotel geht, das einer Familie gehört mit drei ...

Nora Roberts nimmt uns mit in den letzten Teil einer Trilogie, die in einer kleinen Stadt in Amerika spielt und in dem es um ein geheimnisvolles romantisches Hotel geht, das einer Familie gehört mit drei unverwechselbaren attraktiven Söhnen, wie soll es auch anders sein, die natürlich alle super zusammenarbeiten und zwei sind schon unter der Haube und nun ist der älteste und dritte der Brüder dran, Ryder, ein ungehobelter Bauunternehmer, supergut aussehend und einer der begehrtesten Jungesellen der Stadt, hatte ich das schon erwähnt...? Alle Frauen finden ihn klasse, er findet Frauen auch klasse, logisch, aber keine konnte sein Herz erobern, weil es ging ja auch so...

Da kommt Hope ins Spiel, eine Freundin der anderen Frauen der Brüder, die schon unter der Haube sind oder unmittelbar davor stehen und sie ist natürlich supergutaussehend, läuft gerne in meterhohen Highheels den ganzen Tag durch die Gegend, habe schon beim Lesen einen Bänderriss bekommen und .....sie sieht Ryder, er sieht sie, sie finden sich blöd, küssen sich trotzdem, finden sich dann noch blöder und weil das mit dem Küssen nicht aufhört, treffen sie eine Vereinbarung die ganze Geschichte ins Bett zu verlegen, so lange bis man sich wirklich blöd findet....das funktioniert so natürlich nicht und was der Geißblattduft und die Vergangenheit aus dem Bürgerkrieg mit dieser zugegeben nicht wirklich romantischen Geschichte, die manchmal jedoch recht amüsant ist, zu tun hat, darf der Leser selbst rausfinden

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