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MiriamDewi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2025

Liebe und Geheimnisse im kolonialen Malaya

Das Haus der Türen
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Im Jahr 1947 sitzt Lesley auf der Veranda ihres Hauses in Südafrika. Eines Tages erreicht sie ein Päckchen aus Penang in Malaya, dass ein Buch des Schriftstellers William Somerset Maugham enthält. Als ...

Im Jahr 1947 sitzt Lesley auf der Veranda ihres Hauses in Südafrika. Eines Tages erreicht sie ein Päckchen aus Penang in Malaya, dass ein Buch des Schriftstellers William Somerset Maugham enthält. Als sie das Buch öffnet, kehren die Erinnerungen zurück: an ihr Leben in Penang und die Zeit im Jahr 1921, als Willie Maugham und sein als Sekretär getarnter Geliebter zwei Wochen lang bei ihr und ihrem Mann Robert zu Gast waren.
Anfangs begegnet Lesley dem Schriftsteller mit Misstrauen, doch allmählich beginnt sie, sich ihm zu öffnen. Sie berichtet von ihrer unglücklichen Ehe, ihrer heimlichen Liebesbeziehung zu einem chinesischen Mann elf Jahre zuvor und ihrer Unterstützung chinesischer Aktivisten, die die alte Kaiserdynastie stürzen wollten. Auch das Schicksal ihrer Freundin Ethel, die 1910 wegen Mordes vor Gericht stand, wird in ihren Erinnerungen lebendig.
Das Buch entführt die Leser:innen in die britische Kolonialzeit von Malaya, dem heutigen Malaysia. Das koloniale Leben bestand aus Dinnern, Empfängen und gesellschaftlichen Veranstaltungen; man verfügte über Bedienstete und genoss zahlreiche Annehmlichkeiten. Dennoch war das Leben für viele Ehefrauen eintönig und geprägt von unglücklichen Ehen – was sich auch in der eher ruhigen Erzählweise widerspiegelt.
Lesley versucht immer wieder, ihre männlichen Gesprächspartner auf die Situation der Frauen aufmerksam zu machen: auf ihre Ungleichbehandlung und Unterdrückung.
Die Lage der Männer, die ihre Homosexualität nicht offen leben konnten und dadurch auch ihre Ehefrauen ins Unglück stürzten, hätte ausführlicher beleuchtet werden können. Denn während Männer oft trotz gesellschaftlicher Normen ihr Leben – auch mit einem Geliebten – weitgehend ungehindert gestalten konnten, waren Frauen erheblich stärker eingeschränkt. Ob diese unterschiedliche Gewichtung bewusst gesetzt wurde oder nicht, bleibt im Text offen.
An einigen Stellen hätte die Handlung gestrafft werden können, etwa bei den detaillierten Landschaftsbeschreibungen und den sich wiederholenden Zeugenbefragungen. Ein Glossar zur Erklärung der im Text verwendeten chinesischen und malaiischen Begriffe sowie eine Übersetzung des französischen Gedichts wären ebenfalls hilfreich gewesen. Auch der Umschlag des Buches passte nicht so ganz. Das „Shophouses“ auf das sich der Titel bezieht, sieht in Malaysia und auch Singapur anders aus. Die englische Ausgabe zeigt immerhin Dächer im chinesischen Stil.
Der Aufbau des Romans ist insgesamt sehr gelungen, und die Figuren basieren in Teilen auf historisch belegten Persönlichkeiten. Am Rande erfährt man Wissenswertes über Chinas Geschichte und über Sun Yat-sen, den Revolutionär und Staatsmann, der in Penang Zuflucht suchte. Besonders gefallen hat mir, wie sich die Geschichte entfaltet und wie geschickt die Handlungsstränge miteinander verwoben sind. Ebenso gelungen ist, wie sich Stück für Stück aus Lesleys Erinnerungen das Schicksal Ethels herauskristallisiert. Das offene Ende, das dezent andeutet, wie es weitergehen könnte, fand ich sehr schön.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Zwischen Anpassung und Aufbegehren

Himmlischer Frieden
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Die junge Lai wächst in einem lebhaften Arbeiterviertel in Peking mit ihren Eltern, ihrem jüngeren Bruder und der zupackenden und streitbaren Großmutter, die sie sehr mag, auf. Der Vater ist ein eher sanfter, ...

Die junge Lai wächst in einem lebhaften Arbeiterviertel in Peking mit ihren Eltern, ihrem jüngeren Bruder und der zupackenden und streitbaren Großmutter, die sie sehr mag, auf. Der Vater ist ein eher sanfter, zurückgezogener Mensch und von der Kulturrevolution versehrter Wissenschaftler. Die Mutter legt viel Wert auf Äußerlichkeiten und orientiert sich stark am Urteil der Nachbarschaft.
Lai selbst sieht sich als durchschnittlich, weder besonders hübsch noch begabt. Als sie eines Tages auf einen alten Buchhändler trifft, beginnt für sie eine Reise in die Welt der Literatur. Die Szenen in der Buchhandlung haben mir besonders gefallen, aufgrund der vielen literarischen Entdeckungen. Viele Bücher, die Lai empfohlen werden, gehören heute zum Kanon.
Lai ist ein stilles, kluges Mädchen, dass mit einem Stipendium an der Peking-Universität studieren kann. Aber das hat seinen Preis. Als Stipendiatin aus einfachen Verhältnissen muss Lai sich anpassen. Der Druck, unauffällig zu bleiben, ist groß, insbesondere während der Studentenunruhen.
Was diesen Roman für mich so besonders macht, ist die gekonnte Verbindung von Lais persönlicher Geschichte mit den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen in China, wie die Kulturrevolution unter dem „großen Vorsitzenden“ Mao, sowie die teils desaströsen Folgen für die chinesische Gesellschaft. Gerade die Schilderung der Studentenunruhen und die Ereignisse rund um den Tiananmen-Platz haben mich sehr bewegt. Hier ist der Text besonders kraftvoll und lebendig. Ein Glossar hätte ich mir dennoch gewünscht, um historische Hintergründe leichter nachvollziehen zu können.
Neben den politischen Themen geht es auch um Freundschaft, erste Liebe und Selbstfindung. Mit Gen, einem Jungen aus wohlhabenden, aber lieblos-kaltem Elternhaus hat sie eine toxische Beziehung. Die sich wiederholenden Szenen hätten gerafft werden können, zumal Gen später keine tragende Rolle mehr in ihrem Leben spielt. Schwierig zu lesen waren auch die Szenen mit den Selbstverletzungen und der Gewalt. Vielleicht wäre eine Trigger-Warnung angebracht. Schön dagegen fand ich die Szenen mit Madame Macaw, die Lais Nöte versteht, sie mit ihrer Theatergruppe auffängt und ihr neue Lebensperspektiven aufzeigt. Dabei zeigt sich deutlich, wie Lai sich persönlich weiterentwickelt und sich von den toxischen Beziehungen in ihrem Leben distanzieren kann.
Der Coming-of-Age Roman ist fiktiv, aber stark vom Leben der Autorin inspiriert. Er liest sich wie ein persönliches Zeugnis einer Generation, die zwischen Anpassung und Aufbegehren groß geworden ist. Mich hat das Buch sehr beeindruckt – durch seine ruhige, klare Sprache, seine dichte Atmosphäre und seine große erzählerische Kraft.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Zwischen Erinnerung und Gegenwart: Eine Geschichte über queere Liebe und Migration

Cinema Love
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Dieses Buch erzählt von Männern und ihrer queeren Liebe und die Geschichten ihrer Ehefrauen. Um Frauen, die sich betrogen fühlen und einer Vergangenheit, die sich nicht abschütteln lässt.
Im New Yorker ...

Dieses Buch erzählt von Männern und ihrer queeren Liebe und die Geschichten ihrer Ehefrauen. Um Frauen, die sich betrogen fühlen und einer Vergangenheit, die sich nicht abschütteln lässt.
Im New Yorker Chinatown erinnert sich Old Second an seine Kindheit in einem kleinen Dorf in China ohne Strom und Gas. Eine Kindheit geprägt von harter Arbeit, Gewalt und Armut. Schon früh müssen seine Geschwister und er arbeiten. Sie besuchen die Schule nur kurz und ihr Leben ist vorherbestimmt. Zu dieser Zeit trifft Old Second einen besonderen Freund, Shun-Er. Doch es gibt keinen Raum für persönliche Eigenheiten und eine Liebe, die nicht sein darf.
Eine besondere Rolle spielt das Arbeiterkino in Mawei, dass als geheimer Sehnsuchtsort für die Liebenden dient. Der Filmvorführer, der in Filmen mehr sieht als eine auf Wand projizierte Bilderfolge, wird zum Schutzpatron der geheimen Liebesstätte. Doch die Liebe zueinander und das Arbeiterkino werden Old Second und Shun Er zu Verhängnis.
Jahre später lebt Old Second mit seiner Frau Bao Mei, die im Arbeiterkino an der Kasse saß, in Amerika. Auch Bao Mei trägt ein schweres Schicksal, welches sie mit in ihre neue Heimat nimmt.
Der Roman erzählt über Liebe, Verlust, Trauer und Migration. Von einem entbehrungsreichen Leben chinesischen Arbeiter und Migrantinnen in den USA, deren Perspektiven sich erst Jahrzehnte später vermeintlich zu verbessern scheinen. Zeitlich erstreckt sich die Handlung der Geschichte von den 1980ern in China bis zur Corona Pandemie. Spannend ist, wie Tang viele Handlungsstränge in seinem Text verwebt, die am Ende wieder zusammenfinden.
Die Szene in der Bao Mei die Geschichten all jener Menschen, die ihr Leben gestreift haben in literarischen Briefen weiterschreibt, hat mir sehr gut gefallen: eine prekäre Arbeiterin und Migrantin als Autorin. Bao Mei geht um die Würde eines queeren Lebens und um die Männer, die sie einst im Arbeiterkino vor unerwünschten Fragen und Besuchen schützte.
Leider hat die Spannung des Buches im letzten Drittel deutlich nachgelassen. Am Ende ging alles etwas schnell, sozusagen im Zeitraffer erzählt. Die Zeit- und Erzählerwechsel sind literarisch gut gemacht, allerdings erschweren sie an manchen Stellen das Lesen.
Trotzdem ist dieses Buch wichtig. Es thematisiert Queer Sein, gesellschaftliche Intoleranz, Rigidität und Migration – und es zeigt die persönliche Ebene mit all dem Schmerz und der Wut von Menschen, die ihr Leben nicht leben dürfen.

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Veröffentlicht am 11.08.2024

Salonnièren zur Zeit des Sonnenkönigs in Frankreich

Der Salon der kühnen Frauen
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Marie d´Aulnoy lädt in ihren Salon ein, in dem sich hohe Damen und zwei Herren Märchen erzählen. Heute sind die Märchen als Rapunzel, Blaubart und Aschenputtel bekannt. Die Damen nutzen die Geschichten, ...

Marie d´Aulnoy lädt in ihren Salon ein, in dem sich hohe Damen und zwei Herren Märchen erzählen. Heute sind die Märchen als Rapunzel, Blaubart und Aschenputtel bekannt. Die Damen nutzen die Geschichten, um sich geschützt und fernab vom Klatsch und den Intrigen am Hof Ludwigs XIV. über ihr Leben nachzudenken. Ein Leben, dass nicht nur voll Glanz, sondern auch von schweren Schicksalsschlägen geprägt ist. Allerdings müssen die hohen Damen mit der Zeit feststellen, dass das Märchenerzählen immer gefährlicher für sie wird und man ihnen auf den Fersen ist.
Wir erhalten Einblicke in das höfische Leben zur Zeit Ludwig XIV., voll von Dekadenz und Opulenz auf der einen Seite, aber auch großer Armut und viel Elend auf der anderen Seite. Vor allen Dingen war Kritik gegenüber dem König lebensgefährlich. Und das Leben einer Frau, egal ob adelig oder nicht, war oft erbarmungslos dem Willen und Eigennutz eines Mannes beziehungsweise ihres Mannes ausgeliefert und damit nicht ungefährlich.
Die Kapitel wechseln sich ab mit Märchen und Handlungen, wobei einige Märchen einen kleinen Hinweis auf die Handlung geben. Das hat mir gut gefallen. An einigen Stellen zogen sich die vielen Märchen etwas, da sie nicht viel zur Handlung oder zur Spannung beitrugen. Die Handlung generell plätschert gerne mal vor sich hin, gewinnt an einigen Stellen dann an Fahrt, um dann wieder abzuflachen.
Sehr gut gefallen hat mir der Einblick in die Welt des ausgehenden 17. Jahrhundert am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Aber auch die Welt, in der die Armen leben, ist sehr plastisch beschrieben. Die Beschreibungen der Dekoration hätte an manchen Stellen kürzer ausfallen können.
Ein historischer Roman, der die schöne Fassade, aber auch den Blick hinter die Kulissen in der damaligen Zeit in Frankreich aufzeigt, einige bekannte Märchen einarbeitet und das damalige Leben von vielen Seiten beleuchtet.
Trotz seines historischen Hintergrunds ist das Buch für mich dennoch sehr aktuell. Denn Kritik an Regierenden und ein freies Leben als Frau sind auch heute noch nicht überall möglich. Auch die heimliche Bespitzelung der Bevölkerung ist in anderen Teilen der Welt nicht abgeschafft.

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Liebesgeschichte mit wichtigen gesellschaftskritischen Themen

Ava liebt noch
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Ava ist 43, hat 3 Kinder, lebt in einem großen Haus mit ihrem Mann, der eine Kanzlei hat. Ihr Mann überlässt die Kinderversorgung und Familienarbeit ihr. Finanziell geht es ihnen gut. Doch Ava fühlt sich ...

Ava ist 43, hat 3 Kinder, lebt in einem großen Haus mit ihrem Mann, der eine Kanzlei hat. Ihr Mann überlässt die Kinderversorgung und Familienarbeit ihr. Finanziell geht es ihnen gut. Doch Ava fühlt sich in ihrem Leben gefangen und erschöpft durch die Familienarbeit.
Beim Einkaufen im Supermarkt begegnet sie Kieran, der dort Regale einräumt. Für Ava ist Kieran eine besondere Begegnung. Sie schwärmt von ihm und sucht jedes Mal nach ihm, wenn sie einkaufen ist, nur um ihn zu sehen.

Nachdem ihre Tochter einen Unfall im Schwimmunterricht hat, sieht sie Kieran, den Schwimmlehrer ihrer Tochter, im Krankenhaus wieder. Was für Ava anfangs nur eine Schwärmerei ist, entwickelt sich zu einer großen Liebe, die die Jahre überdauert. Ava genießt kurze Zeiten der Freiheit mit Kieran, die sie zuletzt erlebt hat, bevor sie Kinder bekommen hat. Aber auch Kieran trägt sein Päckchen und hat Lebensaufgaben zu bewältigen.
Das erste Drittel des Buches gefällt mir gut. Besonders der Aufbau und die Entwicklung der Geschichte. Ich konnte mich in Avas und in Kierans Geschichte einfühlen. Über das Buch hinweg gab es immer wieder Stellen, die ich schön geschrieben fand, weil die Sätze für mich zeitlos sind. Dass Ava und Kieran ihre Gedanken und Erlebnisse jeweils aus ihrer Sicht erzählen, hat mir sehr gut gefallen. Zeitweise hatte ich dennoch Probleme mich zu orientieren, wer gerade erzählt.
Nach dem ersten Drittel des Buches ging mir einiges zu schnell, war zu glatt oder zu einfach. Vielleicht war es auch zu viel für diesen Text, sodass einiges zu kurz kam. Da war z.B. der berufliche Wiedereinstieg von Ava. Als dreifache Mutter sieben Jahre aus dem Beruf zu sein und dann scheinbar so einfach einen Teilzeitjob als Lektorin zu finden. Das entspricht nicht der Realität.
Die Krebserkrankung ist mir auch zu einfach und schnell abgehandelt. Das wirkt unrealistisch. Ich empfand es als zu viel Drama, das wiederum textlich nicht tief genug ausgearbeitet wurde. Man hätte es auch weglassen können, ohne dass es sich nachteilig für die Geschichte ausgewirkt hätte oder bearbeitet das Thema tiefer.
Die „Aufsteigergeschichte“ von Kieran ist mir zu glatt. Das Literaturstudium und die Herausforderungen als Kind aus einfachen Verhältnissen waren teilweise noch gut dargestellt. Der Master in den USA, der „einfach“ erhaltene Platz an einer der renommiertesten Journalistenschulen und die anschließende Journalistenkarriere fand ich etwas konstruiert. Da muss man schon sehr viel Glück haben. Kierans Laufbahn ist einfach nicht repräsentativ. Selbst die renommierten Journalistenschulen schreiben, dass sie nicht mehr alle Absolventen prominent unterbringen. Ganz zu schweigen von Menschen, die aus einfachen sozialen Milieus im Journalismus aufsteigen wollen.
Ab Seite 140 fliegen die Jahre nur so dahin. Mit dem Alter der Protagonisten habe ich mich deshalb im Laufe des Romans schwergetan. Oft habe ich mich gefragt, wie alt wer jetzt gerade ist, in dieser speziellen Situation bzw. wann was passiert.
Als Film würde sich die Story sicherlich sehr gut eignen. Da hätten die vielen Szenenwechsel über die vielen Jahre besser gepasst. In einem 300-Seiten-Buch die Lebensgeschichte einer Person von 43 Jahren bis in ihre 60er und einer weiteren Person von 24 bis in die 40er zu beschreiben, finde ich ambitioniert. Wichtige Themen sind mir zu kurz gekommen.
Über die Kinder erfährt man und ihre Gefühle erfährt man wenig. E sind eher „Schlaglichter“. Über Kierans Vergangenheit erfährt man nicht viel, über Avas Vergangenheit nichts. Dennoch finden sich gute Ansätze und wichtige Themen im Buch, wie die Tochter, die später als alleinerziehende Mutter lebt. Dann der Sohn, der Herausforderungen hat und die zweite Tochter, die mit einer Frau zusammenlebt.
Aufgrund der inhaltlichen Anmerkungen ist es für mich in erster Linie ein Liebesroman. Durch den Klappentext hatte ich etwas anderes erwartet. In Teilen ist es eine traurige Geschichte mit tränenreichen Szenen, wobei das Ende wieder versöhnlich stimmt. Es hätte auch ein gesellschaftskritischer Roman werden können, aufgrund der im Buch erwähnten wichtigen Themen.
Am Ende hat mich das Buch dennoch tief bewegt und nachdenklich gemacht. Es ist aber ein in erster Linie unterhaltsames Buch. Als Liebesroman völlig in Ordnung. Die benannten Themen, die sehr aktuell sind, finde ich aber zu wichtig, um sie ausschließlich in dieser Form zu verarbeiten. Daher meine inhaltlichen Einschränkungen. Sprachlich betrachtet ist der Roman flüssig und schnell zu lesen.

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