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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2025

Flüssig, abwechslungsreich, aber Darstellung wenig durchdacht

Miau
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Ich habe das Buch nach dem ersten Kapitel und ein bißchen Blättern abgebrochen. Einerseits fand ich es nicht sooo schlecht - es liest sich flüssig und scheint sich abwechslungsreich, lebhaft und mit überraschenden ...

Ich habe das Buch nach dem ersten Kapitel und ein bißchen Blättern abgebrochen. Einerseits fand ich es nicht sooo schlecht - es liest sich flüssig und scheint sich abwechslungsreich, lebhaft und mit überraschenden Wendungen zu gestalten. Andererseits gab es vieles, das ich nicht mochte. Einmal wirkte es auf mich unstimmig, die Geschichte aus der Ich-Perspektive im Präsens zu schreiben UND in die Handlung ausholende Erklärungen einzustreuen. Ich mag es sowieso nicht, wenn ein spannender Moment, der in der Realität sehr kurzweilig erlebt würde, durch Beschreibungen und Erinnerungen unnatürlich gedehnt wird. Tut man das nicht bloß in der Rückschau, sondern quasi in der Gegenwart (wie hier), dann wirkt das auf mich umso unwirklicher und störender. Zudem gab es bereits im ersten Kapitel einige unlogische Stellen (man schleicht über ein Dach und hat Angst, gehört zu werden; tritt danach ein Fenster ein und nimmt an, dass das "die Zielperson" nicht geweckt hätte / jemand trägt zuhause einen Zylinder / das Gespräch zwischen Mörderin und Zielperson empfand ich als unrealistisch und unverständlich); mir erschien die Darstellung wenig durchdacht und das störte mich. Ich habe zudem festgestellt, dass ich die Thematik überhaupt nicht mag: Mörder sollen Wesen sein, die man bewundern möchte für ihr Können und ihren Witz - ich habe natürlich auch bereits Ähnliches gesehen oder gelesen (z. B. die Serie Dexter oder Lord Vetinari von der Scheibenwelt). Aber irgendwie wurde nach meinem Empfinden bisher Sympathie für solche Gestalten weniger deutlich eingefordert als in diesem Roman. Ich hatte den Eindruck, der Alltag eines Auftragsmörders sollte an mancher Stelle sogar lustig klingen (Kopf im Kühlschrank). Das war nichts für mich. Ich gebe dem Roman 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Reihenauftakt, der mit vielen losen Fäden endet, überdramatisch

Die Schwarzen Perlen - Folge 01
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Inhalt: Stella Douglas ist 18 Jahre alt, als ihr Vater plötzlich stirbt. Sie kommt aus dem Schweizer Internat zum schottischen Sitz der Familie, Ferrymoore Castle, um dem Vater die letzte Ehre zu erweisen. ...

Inhalt: Stella Douglas ist 18 Jahre alt, als ihr Vater plötzlich stirbt. Sie kommt aus dem Schweizer Internat zum schottischen Sitz der Familie, Ferrymoore Castle, um dem Vater die letzte Ehre zu erweisen. Ihre Mutter starb bereits 16 Jahre zuvor und seither durften ihre Räume nicht mehr betreten werden. Warum die Mutter totgeschwiegen wurde, ist allerdings nicht das einzige Rätsel, mit dem die neue Herrin auf Ferrymoore konfrontiert wird.
Bewertung: Ich kam mir zunächst etwas betrogen vor, weil so wenig aufgelöst wird im Roman, der abrupt endet. Dann fiel mir ein, dass es der erste Band einer Reihe ist. Und die Strategie war eben, dem Leser eine Menge Köder vorzuwerfen, um ihn daran durch die Reihe zu schleifen. Mit den vielen Themen, die da angerissen werden, wurde die Handlung zwar ereignis- und abwechslungsreich. Allerdings gibt es auch Längen, da recht viel und lange um Aufklärung gebettelt werden muss. Mitunter hat man den Gedanken: nun spucke es schon aus! Mich hat das alles nicht genug interessiert, um es en detail zu lesen. Die Figuren wirkten auch sehr eindimensional, und das Gefühl, das oft auf den Anschlag knallt, war mir zu viel und zu wenig moduliert. Mich störte zudem die zeitliche Einordnung. Die Geschichte sitzt in der Vergangenheit, wo man noch Telegramme schickt, ok. Ich fand allerdings die Vorstellung befremdlich, dass im Zeitalter von Bushaltestellen noch ein bäuerlicher Mob nachts zum Schloss kommt, um die Schlossherrin als Grabschänderin oder Hexe im Moor zu versenken. 3 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Unterhaltsam, Spannung verliert sich in Details

Die letzten Menschen / Oasis - The Last Humans
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Jemand beschrieb seinen Eindruck von diesem Buch als "interessant, aber verwirrend" und dem schliesse ich mich an. Der Anfang der Geschichte, die Unterhaltung mit der eingebildeten Freundin über verbotene ...

Jemand beschrieb seinen Eindruck von diesem Buch als "interessant, aber verwirrend" und dem schliesse ich mich an. Der Anfang der Geschichte, die Unterhaltung mit der eingebildeten Freundin über verbotene Worte, hat mich einfach mitgezogen. Aber es ist eins der Bücher, wo man zunächst über verschiedene Vokabeln stolpert. Seien es futuristische wie Utility Fog oder schlicht geometrische wie Ikosaeder. Irgendwann hat sich das dann gegeben. Jedoch wusste ich bis zum Schluß nicht wirklich, wie ich mir Theodore oder seine Art vorstellen soll. Trotzdem ist das Ende befriedigend. Die Story fand ihren Abschluss (zumindest für diesen Teil der Trilogie) und für mich war sie insgesamt rund, wenn auch nicht immer sehr gut erzählt. Die Figuren blieben etwas blass; möglicherweise musste das so sein, damit das Ende offen bleibt. Jedoch kann man die Darstellung von Handlungen durchaus kritisieren. Anfangs nervte es mich ein bißchen, dass der Leser so oft wissen muss, dass Theo mit Phoe in Gedanken spricht. Man versteht das eigentlich recht schnell, und auch, dass stimmloses und besonders lautes Sprechen die gefährliche Ausnahmen sein müssen. Als zum Ende hin gekämpft wird, wurde es mir mit den ganzen Armen und Drähten zu kleinteilig. Hinter diesen Details verschwand für mich die Spannung. Trotzdem kann ich mir vorstellen, noch mehr von diesen Autoren zu lesen. Sie haben es geschafft, die von ihnen fantasierte Welt/Gesellschaft unterhaltsam darzustellen. Auch wenn man bei näherer Betrachtung sicher Ähnlichkeiten zum Werk anderer Autoren finden wird. Ich bewerte den Roman mit insgesamt 3 Sternen.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

Abwechslungsreiche Story, aber zu viel Hin und Her und billige Cliffhanger

Allein gegen die Lüge
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Mich konnte der Roman nicht überzeugen. Ich stimme zu: Er unterhält solide, aber den Namen des Autors merke ich mir nur zum zukünftigen Vermeiden. Es beginnt auf dem Cover mit der Genre-Zuweisung, dem ...

Mich konnte der Roman nicht überzeugen. Ich stimme zu: Er unterhält solide, aber den Namen des Autors merke ich mir nur zum zukünftigen Vermeiden. Es beginnt auf dem Cover mit der Genre-Zuweisung, dem Titel und der Inhaltsangabe im Klappentext: alles unzutreffend. "Allein gegen die Lüge" ist in diesem Roman niemand unterwegs. Vielmehr fällt auf, dass so ziemlich jede der Figuren ein größeres, unterstützendes Netzwerk hat. Matt (der eine überlebende Sohn) muss ausserdem überhaupt nichts herausfinden - die Story ist stattdessen, dass er vom FBI wegen des Tods seiner Eltern kontaktiert wird, er dann wegen Formalitäten der Überführung nach Mexiko fliegt und dann nahtlos anschließend zur Beerdigung in Nebraska, wo die Story dann ihr Ende findet. Man hat vollkommen falsche Erwartungen, wenn man aufgrund Titel und Klappentext denkt, man bekäme eine Art Ermittlung erzählt. Der Fall wird durch Rückblenden dargestellt und aufgedeckt und kaum durch Ermittlung, die dann sowieso das FBI übernimmt. Diese Rückblenden und die vielen Perspektivenwechsel machen die Geschichte abwechslungsreich, dem stimme ich zu. Aber mir wurde es ehrlich gesagt zu viel. Bei mir hat es z. B. so gar nicht gefunkt, das Private der Agentin zu erfahren. Es ging mir zu viel hin und her. Ich fand es auch schlecht gemacht, dass der Autor oft mit einem Knalleffekt raus aus einer Perspektive geht und, bis man dann zur Auflösung dieses Knallers kommt, fragt man sich: Wer war das nochmal? (Ach so, da war ja was.) Ich finde es sowieso recht billig, wenn man versucht Spannung und Interesse zu erzeugen, indem man einfach aus einer Situation rausgeht. Ich finde das nicht spannend, sondern eher frustrierend. In diesem Roman sind einige Cliffhanger bei mir abgestürzt. Dagegen finden sich für einen Thriller recht wenige Szenen mit Spannung im Sinne von Gefahr. Für mich ist die Genre-Zuweisung verfehlt. Plot-twists, die der Roman ja auch enthalten soll, fand ich keinen einzigen. Ich fand jedoch auch, dass der Roman recht viele Klischees enthält, auch wenn die FBI-Agentin einen Hausmann zuhause hat. Auch sprachlich war er recht konventionell und enthielt die üblichen Bilder und Redewendungen. Die Figuren waren teils sympathisch. Allerdings fiel mir auch auf, dass sie hochgejubelt wurden. Möglicherweise ist das was Amerikanisches. Amerika eben, das Land der Superlative. Zusammengefasst bewerte ich diesen Krimi mit 3 Sternen.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Berührend, ja, aber Hape Kerkeling ist mir auch unsympathisch geworden

Der Junge muss an die frische Luft
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Ich hatte den Film gesehen und nach dieser bereits berührenden Draufsicht hatte mich die von Hape Kerkeling vermittelte Einsicht interessiert. Diese habe ich in der Tat bekommen und die von ihm persönlich ...

Ich hatte den Film gesehen und nach dieser bereits berührenden Draufsicht hatte mich die von Hape Kerkeling vermittelte Einsicht interessiert. Diese habe ich in der Tat bekommen und die von ihm persönlich erzählte Geschichte wirkte auf mich deutlich weniger positiv als der Film. Das hatte ich bereits erwartet und ich hätte mich gewundert, wenn es anders gewesen wäre. Wie verzweifelt der kleine Peterhansel in den letzten Jahren, wo er fast allein mit seiner kranken Mutter war, gewesen war, und auch seine Trauer nach ihrem Tod war anrührend. Allerdings nahm der Autor einen Kilometer Anlauf, um die Geschichte seiner Kindheit zu erzählen. Er brauchte einen "Gruß an die Leser" und drei ganze Kapitel, um zu schildern wie es kommt, dass er davon sprechen möchte. Dieser lange Anfang liest sich wie eine Bewerbung oder eine Dankesrede - was habe ich alles Tolles gemacht, wenn kenne ich alles Wichtiges. Im weiteren Verlauf gibt es immer wieder diese Einschübe und die wenigsten sind so interessant wie der, als der Autor einmal hinter der Schauspielerin Barbara Valentin im Laden stand und überlegte, sie zu bitten seine Mutter zu werden. Auch die Oma wusste schon immer, dass aus dem Hans-Peter was ganz Großes wird. Dann aber kontrastrierend seine Bescheidenheit: "Ich kann mir selbst kaum vorstellen, dass ich dem (beinahe vermessenen Anspruch) immer gerecht geworden bin." Die kommt mir dann irgendwie unehrlich vor. Zudem entstand bei mir der Eindruck, dass der Autor von sich glaubt, die Menschen und die Welt in hohem Maße durchschaut zu haben. Insgesamt wurde mir durch dieses Buch Hape Kerkeling unsympathisch. Ich schätze durchaus den gewährten Einblick in die Familie. Aber mich hat an dem Buch zuviel gestört z. B. auch die Sprache. Die war für mich überfrachtet mit Adjektiven und Adverben und wirkte bemüht. Die vielen Einschübe waren oft auch störend für mich. Drei Sterne von mir für das Buch.

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