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Veröffentlicht am 06.05.2025

Ein erschreckend realistischer Politthriller mit Tiefgang

Echokammer
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Meine Meinung und Inhalt

Als großer Fan skandinavischer Spannungsliteratur bin ich mit einer gewissen Erwartungshaltung an Echokammer von Ingar Johnsrud herangegangen – und wurde nicht enttäuscht. Schon ...

Meine Meinung und Inhalt

Als großer Fan skandinavischer Spannungsliteratur bin ich mit einer gewissen Erwartungshaltung an Echokammer von Ingar Johnsrud herangegangen – und wurde nicht enttäuscht. Schon der erste Band seiner neuen Trilogie hat mich auf mehreren Ebenen gepackt: inhaltlich, stilistisch und emotional.

Packender Einstieg in ein realistisches Szenario

Die Geschichte spielt in einem Norwegen am Rande der Parlamentswahlen – ein Land im Ausnahmezustand. Als bekannt wird, dass eine rechtsextreme Gruppe einen Anschlag mit Rizin plant, geraten nicht nur die Ermittler Liselott Benjamin und Martin Tong unter Druck, sondern auch politische Entscheidungsträger. Besonders faszinierend fand ich die Figur des politischen Beraters Jens Meidell: ein Getriebener, zerrissen zwischen Loyalitäten, Ambitionen und einer persönlichen Schuld, die ihn innerlich auffrisst.

Johnsrud gelingt es meisterhaft, Realität und Fiktion miteinander zu verweben. Die politischen Verflechtungen, die Mechanismen der Macht, aber auch die unterschwellige Bedrohung durch rechtsextreme Netzwerke – all das wirkt beängstigend aktuell. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung fand ich den Titel Echokammer sehr treffend gewählt.

Was mich besonders überzeugt hat

Was mich an diesem Roman besonders beeindruckt hat, ist seine Vielschichtigkeit. Die Handlung ist komplex, aber nie unübersichtlich. Es gibt mehrere parallele Erzählstränge, die sich gegen Ende geschickt zusammenfügen. Auch wenn der Einstieg etwas Zeit braucht – die Spannung steigert sich stetig.

Johnsruds Sprache ist klar, sachlich und gleichzeitig atmosphärisch dicht. Man merkt, dass er journalistische Wurzeln hat. Alles wirkt präzise recherchiert, besonders die politischen Hintergründe und die Darstellung der Polizei- und Geheimdienstarbeit.

Kleine Schwächen, die ich wahrgenommen habe

Ein kleiner Kritikpunkt für mich: Während Jens Meidell als Figur tief und ambivalent gezeichnet ist, hätte ich mir gewünscht, dass auch Liselott Benjamin als Ermittlerin etwas mehr Tiefe bekommt. Ich hoffe, dass sie in den kommenden Bänden noch stärker zur Geltung kommt.

Mein Fazit

Echokammer ist für mich ein spannender Thriller. Er stellt unbequeme Fragen: Wie angreifbar ist eine Demokratie wirklich? Wie leicht ist es, Ängste für politische Zwecke zu instrumentalisieren? Und wie weit gehen Menschen, wenn sie glauben, für eine "größere Sache" zu kämpfen?

Wer politisch brisante Thriller mit realitätsnahem Plot und glaubwürdigen Figuren schätzt, sollte diesem Buch eine Chance geben. Für mich ist klar: Ich freue mich schon auf den zweiten Band der Reihe.


Inhalt

Während die Wahl des norwegischen Parlaments immer näher rückt, herrscht bei der Terrorabwehr höchste Alarmbereitschaft: Es gibt Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag. Im Verdacht steht eine Gruppe rechtsnationaler Extremisten, die im Besitz einer großen Menge Rizin sein sollen. Doch was genau haben die Terroristen damit vor?



Die Anti-Terror-Ermittler Liselott Benjamin und Martin Tong versuchen fieberhaft, den Anschlag zu vereiteln. Währenddessen geht der Wahlkampf in die heiße Phase. Die Spitzenkandidatin der Arbeiterpartei sieht sich auf der Zielgeraden zur Machtübernahme – und nimmt dafür zunehmend zweifelhafte Mittel in Kauf.

Mittendrin: Jens Meidell, ihr juristischer Berater. Je tiefer er sich in die politischen Ränkespiele verstrickt, umso mehr gerät er mit dem Rücken zur Wand: Wie weit ist er bereit zu gehen: um der Partei zurück an die Macht zu verhelfen? Um die Demokratie vor rechten Umsturzplänen zu retten? Und vor allem: um seine eigenen dunklen Geheimnisse ein für alle Mal zu begraben?

Über den Autor

Auf mörderischen Pfaden in Norwegen: Dem norwegischen Journalisten Ingar Johnsrud gelang mit seinem Romandebüt „Der Hirte“ (2017), das im Jahr 2015 unter dem Originaltitel „Wienerbrorskapet“ erschien, auf Anhieb der große Durchbruch. Wie es der Titel andeutet, handelt es sich hierbei um einen Thriller mit religiösem Hintergrund. In diesem Kriminalfall geht es um eine christliche Sekte, deren Mitglieder spurlos verschwunden sind. Zu diesen gehört die Tochter eines einflussreichen Politikers. Hauptkommissar Fredrik Beier begibt sich auf die Suche nach der Vermissten. Für diesen spannenden Krimi erhielt der Autor den Maurits Hansen Prisen. Die Norweger feiern den 1974 geborenen Schriftsteller als aufgehenden Stern am Himmel der erstklassigen skandinavischen Spannungsliteratur. In seinem 2018 erschienenen zweiten Kriminalroman „Der Bote“ („Kalypso“, 2016) geht Fredrik Beier, der Protagonist des Erstlingswerkes, erneut auf Spurensuche. Die Handlung des Kriminalfalls beginnt in einem Vorort von Oslo, in dem eine wohlhabende Bewohnerin, die Mutter eines in ihrem Haus tot aufgefundenen jungen Mannes, vermisst wird. Ingar Johnsrud studierte Film- und Medienwissenschaften und arbeitete vor seiner Tätigkeit als Schriftsteller fünfzehn Jahre lang als Journalist bei einem großen norwegischen Medienunternehmen.


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Veröffentlicht am 05.05.2025

Weg zu innerer Balance und Lebensfreude

Therapie für die Seele
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Meine
Meinung und Inhalt

Mit „Therapie für die Seele“ hat Miriam Hoff ein bemerkenswert einfühlsames Werk geschaffen, das Leserinnen und Leser auf eine innere Reise mitnimmt – durch die Tiefen der eigenen ...

Meine
Meinung und Inhalt

Mit „Therapie für die Seele“ hat Miriam Hoff ein bemerkenswert einfühlsames Werk geschaffen, das Leserinnen und Leser auf eine innere Reise mitnimmt – durch die Tiefen der eigenen Vergangenheit bis hin zu einem neuen Verständnis von sich selbst. Das Buch ist mehr als ein klassischer Ratgeber: Es ist ein praxisnahes, liebevoll gestaltetes Werkzeug zur Selbstreflexion, das psychologisches Fachwissen in verständlicher und greifbarer Form vermittelt.

Die Autorin, selbst erfahrene Psychotherapeutin, nutzt das Bild eines Seelenhauses, das in verschiedene Ebenen gegliedert ist – vom Keller der Jugend bis zum luftigen Rooftop, das die Zukunft symbolisiert. Dieser kreative Aufbau macht das Buch nicht nur anschaulich, sondern auch motivierend.

Der Schreibstil ist gleichzeitig tiefgründig und leicht zugänglich. Hoff gelingt es, komplexe psychologische Konzepte mit einer klaren Sprache, Metaphern und einer Prise Humor zu vermitteln. Dadurch fühlt man sich als Leser nicht belehrt, sondern begleitet – fast so, als hätte man die Autorin als persönliche Wegbegleiterin an der Seite.

Besonders wertvoll fand ich persönlich die vielen Übungen und Rituale, die in den Alltag integriert werden können. Ob es ums Loslassen, innere Balance oder einen Neustart geht.

"Therapie für die Seele" ist wirklich ein liebevoll gestaltetes Buch für alle, die ihre Vergangenheit verstehen, ihr emotionales Gepäck sortieren und neue Lebenskraft schöpfen möchten. Es eignet sich sowohl für Menschen in Umbruchsphasen als auch für jene, die einfach wieder näher bei sich selbst ankommen wollen. Ein leiser, aber kraftvoller Impulsgeber auf dem Weg zu innerer Klarheit und echter Lebensfreude.

Über die Autorin

Mein Name ist Miriam Hoff. Als approbierte Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche bringe ich neben 15 Jahren Berufserfahrung auch Erfahrungen in den Medien als ehemaliges Model und Miss Germany mit.Zudem arbeite ich seit Jahren als psychologische Expertin in TV und für Print Medien – auf Englisch und Deutsch. Die Summe meiner Erfahrungen macht mich zur kompetenten Vermittlerin von Tools und Techniken rund um die Themen Selbstwert und die Psyche junger Menschen.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Klassenfahrt ins Verderben

Schnick, schnack, tot
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Meine Meinung und Inhalt

Mel Wallis de Vries nimmt uns in Schnick, schnack, tot mit auf eine scheinbar harmlose Klassenfahrt zur niederländischen Insel Vlieland – doch was wie ein entspannter Schulausflug ...

Meine Meinung und Inhalt

Mel Wallis de Vries nimmt uns in Schnick, schnack, tot mit auf eine scheinbar harmlose Klassenfahrt zur niederländischen Insel Vlieland – doch was wie ein entspannter Schulausflug beginnt, kippt schnell in puren Horror. Die beliebte, aber nicht unumstrittene Schülerin Kiki wird ermordet aufgefunden. Als ein Sturm die Gruppe auf der Insel einschließt, wird klar: Der Mörder ist mitten unter ihnen.

Was mich besonders überzeugt hat, ist die ungewöhnliche Erzählweise. Jede Figur bekommt ihre eigene Stimme – Schüler, Lehrer und sogar der Täter selbst – was der Geschichte eine unheimliche Dynamik verleiht. So entstehen ganz unterschiedliche Perspektiven auf die Ereignisse, die sich wie ein Puzzle nach und nach zusammensetzen.

Die Charaktere sind dabei bewusst vielschichtig gezeichnet: Kiki etwa wird nicht nur als das beliebte, sondern auch als ein eher manipulierendes Mädchen dargestellt. Auch ihre Mitschüler und die begleitenden Lehrer haben alle ihre dunklen Seiten, was das Miträtseln um den Täter unglaublich spannend macht.

Allerdings – und das ist meine persönliche Empfindung – fand ich manche Charaktere nicht besonders sympathisch, was es teilweise schwierig machte, wirklich mitzufiebern. Auch der Schreibstil ist sehr direkt und manchmal etwas derb, was nicht jedem gefallen wird. Dafür sorgt gerade diese Geradlinigkeit für ein authentisches Jugendbuchgefühl, das die Zielgruppe sicher anspricht.

Insgesamt ist Schnick, schnack, tot für mich ein spannender Jugend-Thriller, der die Nerven kitzelt, überraschende Wendungen bereithält und bis zum Schluss spannend bleibt.


Klappentext

Endlich Klassenfahrt! Alle freuen sich auf das lange Wochenende auf der Insel Vlieland. Doch dann wird die Klassenqueen ermordet aufgefunden - und schnell stellt sich heraus: So beliebt war sie gar nicht ... Jeder hätte ein Motiv. Jeder ist verdächtig. Während Schülerinnen und Lehrer immer tiefer in einem Sumpf aus Lügen versinken, sammelt die Polizei fieberhaft Beweise. Dann zieht ein Sturm auf, und plötzlich ist die Insel von der Außenwelt abgeschottet. Und der Mörder lauert noch immer unter ihnen ...



Über die Autorin

Die 1973 in den Niederlanden geborene Autorin Mel Wallis de Vries ist die Nummer eins, wenn es um Thriller und Krimis für Jugendliche geht, dabei werden ihre Bücher aber genauso gerne von Erwachsenen gelesen. De Vries studierte Biologie und Journalistik und arbeitete mehrere Jahre als Journalistin und Marketing-Managerin. Erst nach der Geburt ihrer Tochter begann sie mit dem Schreiben. Heute zählt sie zu den erfolgreichsten Autoren der Niederlande und wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Mel Wallis de Vries lebt gemeinsam mit ihrer Familie in Amsterdam.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Eiskalte Spannung in Norwegen

Snø - Ohne jeden Zeugen: Ein Fall für Snø
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Meine Meinung und Inhalt

"Unni Lindells Thriller Snø – Ohne jeden Zeugen" entführt die Leser:innen in die düstere Welt einer jungen Polizistin, die einem mysteriösen Vermisstenfall nachgeht. Snø stößt ...

Meine Meinung und Inhalt

"Unni Lindells Thriller Snø – Ohne jeden Zeugen" entführt die Leser:innen in die düstere Welt einer jungen Polizistin, die einem mysteriösen Vermisstenfall nachgeht. Snø stößt auf eine Reihe von verschwundenen Personen, deren Spuren bis in die oberen Kreise der norwegischen Ölindustrie führen. Lindell schafft es, eine dichte, spannungsgeladene Atmosphäre zu erzeugen, die durch die wechselnden Perspektiven und kurzen, aber packenden Kapiteln verstärkt wird.

Die Protagonistin Snø wurde von der Autorin authentisch als wirklich vielschichtige Figur gezeigt, die mit ihren eigenen Dämonen kämpft, was ihr eine glaubwürdige und interessante Tiefe verleiht.

Snø wird also demnach nicht als Superheldin, sondern eine realistische und menschliche Ermittlerin, was sie für mich besonders sympathisch gemacht hat.

Die Verstrickung der Ermittlungen mit der Ölindustrie fügt der Geschichte eine gesellschaftskritische Dimension hinzu, die zum Nachdenken anregt.

Für mich war Snø wirklch ein spannungsgeladener Thriller, der trotz kleinerer Schwächen (Vielzahl an Charakteren und Perspektivwechseln) vor allem Fans von tiefgründigen, atmosphärischen Krimis überzeugen wird.


Klappentext

Ein heißer Sommer in Norwegen. Beim Blumengießen bemerkt Studentin Sonja einen Schatten im Haus der verreisten Nachbarn. Sie schöpft Verdacht und ruft die Polizei.
Als die junge Polizistin Snø dem Hinweis nachgeht, scheint in dem idyllischen Viertel alles mit rechten Dingen zuzugehen. Aber ein ungutes Gefühl bleibt. Snø will noch einmal mit Sonja sprechen, doch die ist spurlos verschwunden. Wurde sie Zeugin eines Verbrechens und nun zum Schweigen gebracht? Oder weisen die zahlreichen Vermisstenfälle der letzten Monate auf einen Serientäter hin?
Snø treibt die Ermittlungen voran und stellt schon bald fest, wie brisant der Fall wirklich ist. Denn eine der Spuren führt sie bis in die obersten Kreise der norwegischen Ölindustrie – und plötzlich muss Snø um ihr Leben fürchten.


Über die Autorin

Unni Lindell wird 1957 in der norwegischen Hauptstadt Oslo geboren und studiert nach dem Schulabschluss Romanistik. Während dieser Zeit reist sie in verschiedene europäische Länder. Nach ihrem Abschluss absolviert sie eine journalistische Ausbildung und ist anschließend freiberuflich für mehrere Zeitungen und Zeitschriften tätig.

Schon als Kind interessiert sie sich jedoch für die Arbeit der Schriftstellerin und verliert diese nie aus den Augen. Zunächst verfasst sie mehrere Gedichte und veröffentlicht schließlich 1986 den Jugendroman »Den grønne dagen« (dt. »Der grüne Tag«).

Seither hat Lindell mehr als zwei Dutzend Romane geschrieben, besonders beliebt sind ihre Krimi-Reihen, wie beispielsweise die um den Osloer Kommissar Cato Isaksen. Für den Auftaktband dieser Reihe, »Drømmefangeren« (dt. »Pass auf, was du träumst«), wird Lindell 1999 mit dem Riverton-Preis für den besten norwegischen Kriminalroman ausgezeichnet. Bis heute sind ihre Bücher in mehrere Sprachen übersetzt worden und international erfolgreich.

Unni Lindell lebt heute gemeinsam mit ihrer Familie in der Nähe von Oslo, in Røyken.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Ein radikaler Blick in das Innenleben einer Soziopathin

Soziopathin
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Meine Meinung und Inhalt

"Soziopathin" von Gagnes ist alles andere als ein gewöhnliches Memoir. Es ist der schonungslose Versuch, einer psychischen Störung eine Stimme zu geben, die normalerweise nur ...

Meine Meinung und Inhalt

"Soziopathin" von Gagnes ist alles andere als ein gewöhnliches Memoir. Es ist der schonungslose Versuch, einer psychischen Störung eine Stimme zu geben, die normalerweise nur in Schlagzeilen oder Kriminalromanen auftaucht. Gagne schreibt nicht, um zu schockieren – sie schreibt denke ich um verstanden zu werden.

Schon als Kind spürte sie, dass etwas "anders" war. Keine Reue, keine Schuldgefühle, keine echte Verbindung zu anderen – das war ihre Realität. Doch anstatt sich dem gängigen Bild der "emotionslosen Gefahr" zu fügen, beginnt sie einen ungewöhnlichen Weg: Sie studiert Psychologie, beobachtet sich selbst und lernt, gesellschaftliche Normen wie ein fremdes Vokabular zu begreifen.

Was das Buch auszeichnet, ist nicht nur Gagnes mutige Selbstreflexion, sondern auch ihre kritische Auseinandersetzung mit psychiatrischen Diagnosen. Sie stellt Fragen: Wo endet die Störung, wo beginnt die Persönlichkeit?

Kann ein Mensch ohne Mitgefühl moralisch handeln – einfach, weil er es für richtig hält?

Manchmal hat mir an manchen Stellen die Tiefe gefehlt, weil viele theoretische Ausführungen vorherrschen.

Positiv ist, dass die Autorin keine klinische Psychologin ist, sondern als eine Betroffene schreibt.

Das Buch ist roh, subjektiv und unbequem. Es fordert heraus – sowohl emotional als auch intellektuell. Gagne macht deutlich, dass Soziopathie nicht zwangsläufig mit Gewalt, Manipulation oder kriminellem Verhalten einhergehen muss. Ihre Geschichte bewegt sich im Spannungsfeld zwischen innerer Leere und dem Wunsch, ein sinnvolles Leben zu führen – trotz oder gerade wegen ihrer Diagnose.

Fazit:
Soziopathin ist keine einfache Lektüre, aber aufschlussreich. Für alle, die sich für psychische Gesundheit interessieren, für die Grauzonen menschlichen Verhaltens – oder für das, was Menschlichkeit eigentlich ausmacht.


Klappentext

Schon als kleines Kind weiß Patric Gagne, dass sie anders ist. Sie liebt ihre Familie, empfindet Glück und Wut, doch Emotionen wie Reue, Scham oder Mitgefühl sind ihr fremd. Als Heranwachsende beginnt sie zu stehlen, beobachtet fremde Menschen durch Küchenfenster, verletzt eine Mitschülerin – und fühlt nichts dabei.

In diesem bewegenden Memoir entfaltet sich die Geschichte einer Frau, die mit dem Stigma ihrer Diagnose ringt und gleichzeitig versucht, Beziehungen aufzubauen. Als sie ihre Jugendliebe wiedertrifft, öffnet sich eine Tür zu einer Welt, in der Hoffnung und Liebe möglich sind. Kann Patric die Ketten ihrer Vergangenheit sprengen und das Monster in ihrem Inneren zähmen?


Über die Autorin

Patric Gagne ist Autorin, Therapeutin und Fürsprecherin für Menschen, die an einer soziopathischen Persönlichkeitsstörung leiden. Wenn die Doktorin der klinischen Psychologie nicht gerade mit Patient*innen arbeitet oder ihren kleinen Kindern hinterherläuft, arbeitet sie ehrenamtlich als Trauerbegleiterin, die sich auf Gewaltverbrechen spezialisiert hat. Sie lebt mit ihrer Familie in Florida.


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