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Veröffentlicht am 09.05.2025

Zwei tapferen Frauen kämpfen um ihr Glück

Little Germany - Der Duft der Neuen Welt
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Stuttgart 1901: Trotz aller Warnungen glaubt das Dienstmädchen Lissi den Liebesschwüren des Sohnes ihres Dienstherren. Als sie schwanger wird, verliert sie ihre Stellung und wird aus dem Haus gewiesen. ...

Stuttgart 1901: Trotz aller Warnungen glaubt das Dienstmädchen Lissi den Liebesschwüren des Sohnes ihres Dienstherren. Als sie schwanger wird, verliert sie ihre Stellung und wird aus dem Haus gewiesen. Lissi beschließt, in Amerika ein neues Leben zu beginnen. In ihrem wenigen Gepäck hat sie ein altes Rezeptbuch ihrer Großmutter. Zur gleichen Zeit in der Nähe von Hannover: Julia von Varrell ist nicht glücklich in ihrer erzwungenen Ehe. Die ständigen Bevormundungen ihres Ehemannes und ihrer Schwiegermutter erträgt sie nicht mehr. Mit einem Trick gelingt ihr die Flucht und sie fährt mit dem gleichen Auswandererschiff wie Lissi nach Amerika. Die beiden Frauen werden Freundinnen und bleiben auch in der neuen Heimat zusammen. Im deutschen Viertel von New York finden sie eine Anstellung in einer Bäckerei und Lissis Brezel werden bald berühmt. Als Julia und Lissi glauben, ihr Glück gefunden zu haben, schlägt das Schicksal erbarmungslos zu.

Die Auswanderersaga "Little Germany" besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil trägt den Titel "Der Duft der neuen Welt". Die Autorin Maria Nikolai hat eine bewegende Geschichte von zwei tapferen Frauen erfunden und wahre Begebenheiten darin eingeflochten. Das ist ihr sehr gut gelungen. Die Handlung steckt voller Leben - ein stetiges auf und ab der Gefühle. Man erlebt beim Lesen alles hautnah mit. Die Personen werden durch die lebhafte Beschreibung direkt zum Leben erweckt und man bekommt ein Bild von ihnen. Maria Nikolai läßt die Leser am Alltag der Auswanderer teilhaben. Sie beschönigt nichts, denn nicht alle schaffen es, in der neuen Welt Fuß zu fassen. So wird das Buch eine reale Beschreibung und keine Verherrlichung des Auswandererlebens. Der zweite Teil dürfte ebenso gut werden. Dafür bürgt schon der Name Maria Nikolai!

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Perfekter Krimi

Jagd unter Palmen
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Kriminalhauptkommissarin Sofia Bitter hat sich nach einer gefährlichen Schussverletzung in Frühpension versetzen lassen. Nun zieht sie in das Haus ihrer Großeltern auf Gran Canaria. Bereits am Flughafen ...

Kriminalhauptkommissarin Sofia Bitter hat sich nach einer gefährlichen Schussverletzung in Frühpension versetzen lassen. Nun zieht sie in das Haus ihrer Großeltern auf Gran Canaria. Bereits am Flughafen verhindert sie einen Diebstahl und trifft auf Inspector Jefe Garcia. Doch sie werden noch mehr miteinander zu tun bekommen, denn Sofia wird Zeuge, wie zwei Männer eine Leiche vergraben wollen. Garcia, der mit einem spektakulären Raubüberfall beschäftigt ist, glaubt ihr zunächst nicht. Sofia mischt sich trotz Widerstand in die Ermittlungen ein - und Garcia steht vor der Frage, ob beide Fälle zusammenhängen.

"Jagd unter Palmen" ist der erste Gran Canaria Krimi von Thilo Scheurer, der mich bereits mit seinen zwei anderen Krimiserien begeistert hat. Auch mit diesem Krimi wurde ich nicht enttäuscht! Mit Sofia Bitter und Garcia hat er ein wunderbar sympathisches Duo erschaffen. Beide waren mir sofort sympathisch und ich fand es interessant zu verfolgen, wie Garcia beginnt, Sofia ernst zu nehmen. Sanchez mit seinem Faible für Sonnenbrillen und übertriebenem Gehabe hat mich so manches Mal zum Lachen gebracht. Ich fand es schön zu verfolgen, wie Sofia langsam auf Gran Canaria heimisch wird. Sie erlebt dabei so manches Missgeschick, gibt aber nicht auf. Schließlich hat sie ja auch noch ihren alten Freund Pedro aus Kindertagen. Die Handlung ist auf zweierlei Handlungssträngen sehr spannend. Zum einen die Ermittlungen auf Gran Canaria, zum anderen verfolgt sie noch immer ein Fall aus Deutschland. Der deutsche Fall läßt hier auf eine Fortsetzung hoffen, über die ich mich sehr freuen würde, denn dies wird am Ende nicht aufgelöst. Dieser Krimi besticht nicht nur durch seine Charaktere und die sehr hohe Spannung, auch die Beschreibungen Gran Canarias mit seinen Bewohnern und Eigenheiten sorgen dafür, daß man sich hier wohlfühlt. Es wirkt alles authentisch und man erlebt das Geschehen hautnah. Der Autor nimmt den Leser auch durch seinen tollen Schreibstil mit auf eine perfekte Reise! Ich kann diesen Krimi nur empfehlen - für mich war er perfekt!

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Krimi der ruhigen Art

Jenseits der Baumgrenze
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Förster Arie Daamen will in seinem Revier nach dem Rechten sehen, als er zwischen gestapelten Baumstämmen eine menschliche Hand entdeckt. Als die Leiche geborgen wird, stellt sich heraus, daß der Mann ...

Förster Arie Daamen will in seinem Revier nach dem Rechten sehen, als er zwischen gestapelten Baumstämmen eine menschliche Hand entdeckt. Als die Leiche geborgen wird, stellt sich heraus, daß der Mann erschossen wurde. Die Landespolizei Innsbruck muß nun klären, um wen es sich handelt und wie er überhaupt zwischen die Baumstämme geraten ist und Arie wird klar, daß nun nicht nur die Waldbader aus dem Wellnesshotel die Ruhe im Wald stören, sondern die Ermittlungen auch Unruhe bringen.

"Jenseits der Baumgrenze" ist ein wunderbarer Wohlfühlkrimi. Antonia Lechner hat einen Krimi geschaffen, der sowohl spannend, als auch ruhig daherkommt. Sie braucht keine bluttriefenden, actiongeladenen Szenen, um ihre Leser zu fesseln und gut zu unterhalten. Sie schafft dies durch einen gut durchdachten Fall, bei dem es viele Spuren gibt. Man rätselt selbst mit, bekommt erst ganz am Ende eine schlüssige Auflösung und einen Täter, der überrascht. Ihre Charaktere sind absolut sympathisch. Gerade Förster Arie Daamen habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Es ist einfach so rührend, wie er sich um die betagte Dackeldame Hermine nach dem Tod des vorherigen Försters sorgt und sie wieder aufpäppelt. Auch Graf Bahrenberg mit seinen anerzogenen Eigenarten war eine erfrischend andere Charaktere, wie man sie nicht überall findet. Dies hebt das Buch aus der Menge der Krimis wohltuend hervor. Der Schreibstil ist sehr angenehm. Man liest hier leicht und flüssig, hat keinerlei Verständnisprobleme und kommt durch die eher kurzen Kapitel zügig vorwärts. Dieser Krimi bereitet einfach richtig Spaß und ich hoffe, daß Förster Arie, Dackel Hermine und Vizsla Vitali noch viele Fälle in ihrem Revier lösen werden!

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Wieder sehr gelungen

Sylter Verrat
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Die Landarztwitwe Witta Claaßen ist auf einen Heiratsschwindler hereingefallen. Da die Polizei ihr nicht helfen kann, ermittelt Kari Blom undercover. Die Spur führt sie zu einem lokalen Theater-Festival. ...

Die Landarztwitwe Witta Claaßen ist auf einen Heiratsschwindler hereingefallen. Da die Polizei ihr nicht helfen kann, ermittelt Kari Blom undercover. Die Spur führt sie zu einem lokalen Theater-Festival. Doch der Hauptverdächtige wird ermordet. Kari schleust sich in das Festival ein und stellt fest, daß Witta nicht das erste Opfer ist und auch nicht das letzte bleiben soll.

"Sylter Verrat" ist der neueste Sylt-Krimi von Ben Kryst Tomasson. Er beweist hier wieder, daß ein Krimi komplett ohne Blutvergießen auskommen und trotzdem spannend sein kann. Dieser Krimi ist eher ruhig, auch wenn es die ein oder andere Szene gibt, bei der man atemlos weiter liest. Der Autor punktet auch hier wieder mit seinem Wortwitz, der sich gerade auf die Häkel-Mafia bezieht. Die vier Damen sind einfach absolut sympathisch und eigentlich meine Lieblingscharaktere der Serie. Der Autor entwickelt seine Charaktere von Band zu Band weiter, was gerade bei Kari Konsequenzen hat. Ihre Zerrissenheit zwischen Familie und Beruf ist deutlich spürbar und man würde ihr gern gute Ratschläge geben. Ben Kryst Tomasson spart wieder nicht mit wunderbarer Regionalität. Sylt wird hier so herrlich bildhaft beschrieben, daß man gefühlt selbst vor Ort ist. Bei all dieser Herrlichkeit findet man sich in einem Fall wieder, der einen sehr aktuellen Hintergrund hat und nachdenklich macht.

Mir hat dieser Fall für Kari und die Häkel-Mafia wieder sehr gut gefallen und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht!

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Spannend und humorvoll

Das Schweigen der Kegelrobben
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Die ehemalige Jugendgruppe von Kommissarin Stappenbek will sich nach 27 Jahren zu einem Wiedersehenswochenende auf Amrum treffen. Gleich am ersten Tag gibt es eine Leiche. Der "schöne Alex" hängt kopfüber ...

Die ehemalige Jugendgruppe von Kommissarin Stappenbek will sich nach 27 Jahren zu einem Wiedersehenswochenende auf Amrum treffen. Gleich am ersten Tag gibt es eine Leiche. Der "schöne Alex" hängt kopfüber in der Toilette des Jugendheims. Für Thies Detlefsen handelt es sich eindeutig um Mord. Es stellt sich die Frage, ob Nicole Stappenbek mehr weiß, als sie zugibt.

"Das Schweigen der Kegelrobben" ist nun schon der 13. Fall aus der Feder von Krischan Koch. Und diese Serie verliert ihren Reiz einfach nicht. Der Autor schafft es noch immer seinen Krimi spannend und humorvoll zu gestalten. Von Beginn an ist man mittendrin in der Handlung. Er legt falsche Fährten, führt den Leser in die Irre, so daß man stets animiert wird, weiter zu lesen. Seine Charaktere sind mir mittlerweile zu guten Bekannten geworden, deren Leben ich sehr gern verfolge. Aber auch die neuen Charaktere dieses Bandes sind sehr gut beschrieben und sie werden lebendig. Gespickt ist dieses Buch mit dem unnachahmlichen feinen Humor von Krischan Koch, der gut dosiert und niemals albern ist. Auch seine Beschreibung der Region ist wieder absolut bildhaft. Hier ist man am Meer, hört die Wellen und Möwen und riecht die salzige Luft. Und um das Nordseefeeling zu unterstreichen, kann man mit den Rezepten am Ende des Buches auch kulinarisch an die Nordsee reisen! Mir hat das Buch jedenfalls wieder sehr viel Spaß bereitet!

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