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Icedragon

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2025

Nichts für schwache Nerven

Zeitbrand: Genesis
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Wenn man den Klappentext liest, deutet nichts darauf hin, dass es sich bei diesem Buch nicht um die zauberhafte Fantasy handelt, die man bei dem Drachen auf dem Cover (das mir wirklich sehr gefällt) vielleicht ...

Wenn man den Klappentext liest, deutet nichts darauf hin, dass es sich bei diesem Buch nicht um die zauberhafte Fantasy handelt, die man bei dem Drachen auf dem Cover (das mir wirklich sehr gefällt) vielleicht erwartet. Selbst wenn man mit einem Kampf rechnet, dann wäre das noch harmlos.

Der Autor geht über Grenzen, ist gesellschaftskritisch und geht nicht zimperlich mit seinen Akteuren um. Das allein fand ich nicht schlimm - es muss nicht immer ein Buch sein, das gemütlich ist. Ungemütliches liest sich meistens spannender und regt zum Nachdenken an. Allerdings verbindet der Autor viele verschiedene Handlungsstränge miteinander und das hat es mir sehr schwer gemacht, da ich teilweise nicht mehr wusste, welcher Handlungsstrang es gerade ist, oder was der Figur vorher passiert ist. Die beiden Figuren Rhea und Leycon, die im Klappentext erwähnt werden, haben ihre Bühne und lässt man die anderen Figuren beiseite ist es durchaus spannend. Ich fürchte, hier ist der Knackpunkt, dass es sich um eine Reihe handelt und man in diesem ersten Band, wenig bis keine Antworten und schon gar keinen Endkampf bekommt.

An sich liest sich der Text wirklich gut, nicht blumig ausgeschmückt, aber durchaus anschaulich. Was mir fehlte: eine Karte - bei Welten, in die man neu eintaucht sind sie immer hilfreich, aber auch ein wenig mehr Hintergrundinfo, wie die Welt funktioniert wäre schön gewesen. Man bastelt sich aus den Bröckchen, die man hingeworfen bekommt, etwas zusammen; aber ob das wirklich richtig ist?

Es ist also ein Buch, das aufrühren will und zartbesaitete sollten es nicht in die Hand nehmen. Ansonsten ist es durchaus lesenswert.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Super Auftakt

Broken Souls and Bones - Feind. Beschützer. Geliebter.
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Das Cover hat mich mit seiner Gestaltung gelockt - die Blumen und die Gestaltung der Axt haben mich neugierig gemacht und auch der Klappentext las sich super. Allerdings muss ich gestehen, dass mir der ...

Das Cover hat mich mit seiner Gestaltung gelockt - die Blumen und die Gestaltung der Axt haben mich neugierig gemacht und auch der Klappentext las sich super. Allerdings muss ich gestehen, dass mir der Einstieg in das Buch nicht wirklich leicht fiel. Ich hatte Schwierigkeiten mich bei all den neuen Namen, Orten und auch Konzepten zurecht zu finden. Da half auch das Impressum am Ende des Buches nur bedingt - sprich, ich war mit dem Worldbuilding erst mal komplett überfordert und das, obwohl ich bereits einiges an Fantasy gelesen habe.

Aber das Durchhalten wurde belohnt, es wurde besser und dann auch richtig spannend. Sobald man richtig in der Geschichte ankommt, fesselt sie einen mit ihren interessanten Figuren und den Twists. Die kann man teilweise erahnen, manche kommen aber ganz unvorbereitet und zeigen das bisher gelesene in einem ganz anderen Licht. Die Figuren harmonieren auf ihre ganz eigene Weise miteinander, wobei das Buch für mich auch gut ohne den Spice ausgekommen wäre - das wurde mir am Ende wirklich zu viel. Auch der Mittelteil zog sich dann leider doch etwas zu sehr in die Länge, was ich nach dem schweren Einstieg auch nicht so toll fand.

Trotzdem war es spannend und das Ende hat für viel entschädigt, das war einfach genial und macht Lust, irgendwann die Fortsetzung zu lesen.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Zuviel und doch nicht genug

Kein Zurück
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Dass Holly eine von Kings Lieblingsfiguren ist, das weiß inzwischen jeder. Daher überrascht es nicht, dass auch sein neuer Roman mit ihr in der Hauptrolle auftaucht. Was mich persönlich ein wenig stört, ...

Dass Holly eine von Kings Lieblingsfiguren ist, das weiß inzwischen jeder. Daher überrascht es nicht, dass auch sein neuer Roman mit ihr in der Hauptrolle auftaucht. Was mich persönlich ein wenig stört, denn bisher hat er nie einer Figur so viel Aufmerksamkeit geschenkt, wie ihr. Ich oute mich jetzt - ich bin von Holly nicht unbedingt begeistert und das hat sich auch mit diesem Buch nicht geändert.

Doch fangen wir am Anfang an: Selten ist es mir so schwer gefallen in ein King Buch zu starten. Klar, es sind immer viele Figuren, aber dieses Mal wechseln sie sich Kapitelweise ab und das auch noch in zwei erst mal sehr unterschiedlichen Handlungssträngen. Denn einmal geht es um einen Seriemörder, auf der anderen um eine Frauenaktivisten, auf die Anschläge verübt werden. Mittendrin Holly - also jedenfalls ab Seite 200. Vorher wäre der Roman auch gut ohne sie ausgekommen. Holly ermittelt dieses Mal auch nicht, sondern ist Personenschützerin., was ich ihr ehrlich nicht ganz abkaufe, aber seis drum. Die anderen Figuren können durchaus brillieren und sind gut ausgearbeitet - ich bin immer wieder fasziniert, wie King es schafft, sich in die Köpfe von Killern hineinzuversetzen. Allerdings muss ich gestehen kam die wirkliche Spannung erst weit im letzten viertel auf und selbst dann war es irgendwie nicht genug, denn vieles konnte man sich vorher denken und obwohl es doch einige Leichen gibt, wartet man auf den großen Krach vergeblich. Die beiden Handlungsstränge sind schön miteinander verwoben worden, trotzdem hätte es für mich nur einer mit Nebenhandlung sein können.

Fazit: Es ist ein ganz guter Krimi. Nicht mehr und nicht weniger - ganz weit weg vom Thriller, der das Buch eigentlich sein wollte und Lichtjahre entfernt von der Horrorliteratur, die man von ihm kennt. Da hilft dann auch der letzte Abschnitt nicht mehr. Mehr als 3 Sterne kann ich dem Buch nicht geben.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Ein amüsanter Blick zurück

Kein Wetter für Dachdecker und kleine Gänschen
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Erdmann ist Dachdeckerlehrling in der ehemaligen DDR. Als solcher erzählt uns das Buch allerlei Anekdoten aus seinen zwei Lehrjahren. Und das ist es auch - eine Anekdotensammlung, so ein bisschen wie ein ...

Erdmann ist Dachdeckerlehrling in der ehemaligen DDR. Als solcher erzählt uns das Buch allerlei Anekdoten aus seinen zwei Lehrjahren. Und das ist es auch - eine Anekdotensammlung, so ein bisschen wie ein Tagebuch, nur nicht so kleinteilig. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen, denn kein Kapitel baut auf dem anderen auf und man findet sich plötzlich auf einer ganz anderen Baustelle wieder und lernt andere Kollegen und ihre Eigenheiten kennen. Bei den längeren Geschichten kommt man gut mit, bei den kürzeren fragt man sich an mancher Stelle, warum das jetzt gesagt werden musste. Auf jeden Fall lernt man viel über das Dachdecker- (und allgemein Handwerker-) wesen in der ehemaligen DDR. Wer es noch kannte, der wir einige Momente haben und Nostalgie verspüren. Ich war 4 als die Wende kam und hatte so ein paar "Aha" Momente. Am Ende war ich richtig drin und hab mich auf jede neue Baustelle gefreut. Ab und an lockert eine Illustration passend zum Text das Ganze etwas auf.

Letztendlich kann ich sagen, dass ich das Buch mochte, es zeigt einen schönen Einblick auf das Leben damals in der DDR und das der Handwerker noch einmal gesondert. Mir waren es aber doch zu viele Beschreibungen, wie denn nun das Dach gedeckt wird - interessant, aber irgendwann ermüdend. An den Tagebuchcharakter hab ich mich schnell gewöhnt, es ist aber sicherlich nicht für jeden etwas. Mir hat es gefallen, aber ob ich es noch mal lese, weiß ich nicht.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Geschichte mal anders - aber keine leichte Kost

1177 v. Chr. – Eine Graphic Novel
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Die Bronzezeit sagt vielen Menschen bestimmt etwas, aber genaueres darüber wissen die Wenigsten. Es ist auch schwierig diese Zeit zu vermitteln, da es wenige Quellen gibt und die meist in anderer Sprache ...

Die Bronzezeit sagt vielen Menschen bestimmt etwas, aber genaueres darüber wissen die Wenigsten. Es ist auch schwierig diese Zeit zu vermitteln, da es wenige Quellen gibt und die meist in anderer Sprache verfasst sind.

Daher fand ich die Idee sehr witzig sie in Form einer Graphik Novel darzustellen.



Sie basiert auf Eric. H. Clines gleichnamigem Bestseller, in dem er die möglichen Ursachen für den Zusammenbruch der frühen Zivilisationen des östlichen Mittelmeerraums untersucht. Und damit geht es los. Es werden fast 400 Jahre beleuchtet, was eine Menge an Informationen und Namen mit sich zieht, was für den Historiker schon eine sehr mühsame Sache darstellt, für den Laien, was der Ottonormal Leser nun mal ist kann es überwältigend wirken, ja vielleicht auch abschreckend. Zum Glück ist diese Graphic Novel deutlich umfangreicher als andere und nimmt sich den Raum auch Zusammenhänge zu erklären. Sie in einem Rutsch durchzulesen kann ich mir allerdings nicht vorstellen.

Interessant für mich: Ich wusste - Geschichte wiederholt sich, aber dass die Themen wie Klimawandel und Migration auch damals schon so aktuell waren, war mir nicht mehr bewusst.

Trotz der gewählten Darstellungsform keine leichte Kost.



Die grafische Umsetzung soll nicht vergessen werden, denn die ist wirklich genial. Solch ein komplexes Werk in Bilder zu fassen, stelle ich mir nicht einfach vor. Dabei geht es selten über Erdtöne hinaus, aber genau das passt so wunderbar und macht die Geschichte lebendig und für den Leser greifbarer.


Alles in allem eine wirklich gelungene Graphic Novel, die einen interessanten Teil der Menschheitsgeschichte beleuchtet. Es ist immer schwer so komplexe Themen auf einen übersichtlichen Platz zu erklären. Das ist gelungen, man fühlt sich aber dennoch an manchen Stellen erschlagen von Daten und Informationen. Grafisch ist das Werk klasse und es passt alles zueinander. Wer sich traut, der wird nicht enttäuscht, aber man sollte Pausen einlegen um nicht unterzugehen wie die Völker am Mittelmeer.

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