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Icedragon

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2025

Zuviel und doch nicht genug

Kein Zurück
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Dass Holly eine von Kings Lieblingsfiguren ist, das weiß inzwischen jeder. Daher überrascht es nicht, dass auch sein neuer Roman mit ihr in der Hauptrolle auftaucht. Was mich persönlich ein wenig stört, ...

Dass Holly eine von Kings Lieblingsfiguren ist, das weiß inzwischen jeder. Daher überrascht es nicht, dass auch sein neuer Roman mit ihr in der Hauptrolle auftaucht. Was mich persönlich ein wenig stört, denn bisher hat er nie einer Figur so viel Aufmerksamkeit geschenkt, wie ihr. Ich oute mich jetzt - ich bin von Holly nicht unbedingt begeistert und das hat sich auch mit diesem Buch nicht geändert.

Doch fangen wir am Anfang an: Selten ist es mir so schwer gefallen in ein King Buch zu starten. Klar, es sind immer viele Figuren, aber dieses Mal wechseln sie sich Kapitelweise ab und das auch noch in zwei erst mal sehr unterschiedlichen Handlungssträngen. Denn einmal geht es um einen Seriemörder, auf der anderen um eine Frauenaktivisten, auf die Anschläge verübt werden. Mittendrin Holly - also jedenfalls ab Seite 200. Vorher wäre der Roman auch gut ohne sie ausgekommen. Holly ermittelt dieses Mal auch nicht, sondern ist Personenschützerin., was ich ihr ehrlich nicht ganz abkaufe, aber seis drum. Die anderen Figuren können durchaus brillieren und sind gut ausgearbeitet - ich bin immer wieder fasziniert, wie King es schafft, sich in die Köpfe von Killern hineinzuversetzen. Allerdings muss ich gestehen kam die wirkliche Spannung erst weit im letzten viertel auf und selbst dann war es irgendwie nicht genug, denn vieles konnte man sich vorher denken und obwohl es doch einige Leichen gibt, wartet man auf den großen Krach vergeblich. Die beiden Handlungsstränge sind schön miteinander verwoben worden, trotzdem hätte es für mich nur einer mit Nebenhandlung sein können.

Fazit: Es ist ein ganz guter Krimi. Nicht mehr und nicht weniger - ganz weit weg vom Thriller, der das Buch eigentlich sein wollte und Lichtjahre entfernt von der Horrorliteratur, die man von ihm kennt. Da hilft dann auch der letzte Abschnitt nicht mehr. Mehr als 3 Sterne kann ich dem Buch nicht geben.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Ein amüsanter Blick zurück

Kein Wetter für Dachdecker und kleine Gänschen
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Erdmann ist Dachdeckerlehrling in der ehemaligen DDR. Als solcher erzählt uns das Buch allerlei Anekdoten aus seinen zwei Lehrjahren. Und das ist es auch - eine Anekdotensammlung, so ein bisschen wie ein ...

Erdmann ist Dachdeckerlehrling in der ehemaligen DDR. Als solcher erzählt uns das Buch allerlei Anekdoten aus seinen zwei Lehrjahren. Und das ist es auch - eine Anekdotensammlung, so ein bisschen wie ein Tagebuch, nur nicht so kleinteilig. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen, denn kein Kapitel baut auf dem anderen auf und man findet sich plötzlich auf einer ganz anderen Baustelle wieder und lernt andere Kollegen und ihre Eigenheiten kennen. Bei den längeren Geschichten kommt man gut mit, bei den kürzeren fragt man sich an mancher Stelle, warum das jetzt gesagt werden musste. Auf jeden Fall lernt man viel über das Dachdecker- (und allgemein Handwerker-) wesen in der ehemaligen DDR. Wer es noch kannte, der wir einige Momente haben und Nostalgie verspüren. Ich war 4 als die Wende kam und hatte so ein paar "Aha" Momente. Am Ende war ich richtig drin und hab mich auf jede neue Baustelle gefreut. Ab und an lockert eine Illustration passend zum Text das Ganze etwas auf.

Letztendlich kann ich sagen, dass ich das Buch mochte, es zeigt einen schönen Einblick auf das Leben damals in der DDR und das der Handwerker noch einmal gesondert. Mir waren es aber doch zu viele Beschreibungen, wie denn nun das Dach gedeckt wird - interessant, aber irgendwann ermüdend. An den Tagebuchcharakter hab ich mich schnell gewöhnt, es ist aber sicherlich nicht für jeden etwas. Mir hat es gefallen, aber ob ich es noch mal lese, weiß ich nicht.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Geschichte mal anders - aber keine leichte Kost

1177 v. Chr. – Eine Graphic Novel
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Die Bronzezeit sagt vielen Menschen bestimmt etwas, aber genaueres darüber wissen die Wenigsten. Es ist auch schwierig diese Zeit zu vermitteln, da es wenige Quellen gibt und die meist in anderer Sprache ...

Die Bronzezeit sagt vielen Menschen bestimmt etwas, aber genaueres darüber wissen die Wenigsten. Es ist auch schwierig diese Zeit zu vermitteln, da es wenige Quellen gibt und die meist in anderer Sprache verfasst sind.

Daher fand ich die Idee sehr witzig sie in Form einer Graphik Novel darzustellen.



Sie basiert auf Eric. H. Clines gleichnamigem Bestseller, in dem er die möglichen Ursachen für den Zusammenbruch der frühen Zivilisationen des östlichen Mittelmeerraums untersucht. Und damit geht es los. Es werden fast 400 Jahre beleuchtet, was eine Menge an Informationen und Namen mit sich zieht, was für den Historiker schon eine sehr mühsame Sache darstellt, für den Laien, was der Ottonormal Leser nun mal ist kann es überwältigend wirken, ja vielleicht auch abschreckend. Zum Glück ist diese Graphic Novel deutlich umfangreicher als andere und nimmt sich den Raum auch Zusammenhänge zu erklären. Sie in einem Rutsch durchzulesen kann ich mir allerdings nicht vorstellen.

Interessant für mich: Ich wusste - Geschichte wiederholt sich, aber dass die Themen wie Klimawandel und Migration auch damals schon so aktuell waren, war mir nicht mehr bewusst.

Trotz der gewählten Darstellungsform keine leichte Kost.



Die grafische Umsetzung soll nicht vergessen werden, denn die ist wirklich genial. Solch ein komplexes Werk in Bilder zu fassen, stelle ich mir nicht einfach vor. Dabei geht es selten über Erdtöne hinaus, aber genau das passt so wunderbar und macht die Geschichte lebendig und für den Leser greifbarer.


Alles in allem eine wirklich gelungene Graphic Novel, die einen interessanten Teil der Menschheitsgeschichte beleuchtet. Es ist immer schwer so komplexe Themen auf einen übersichtlichen Platz zu erklären. Das ist gelungen, man fühlt sich aber dennoch an manchen Stellen erschlagen von Daten und Informationen. Grafisch ist das Werk klasse und es passt alles zueinander. Wer sich traut, der wird nicht enttäuscht, aber man sollte Pausen einlegen um nicht unterzugehen wie die Völker am Mittelmeer.

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Veröffentlicht am 17.03.2025

Super Idee, aber die Umsetzung

What a Way To Go
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Anthony feierte gerade noch seinen 60. Geburtstag und im nächsten Moment findet er sich im Willkommensraum des Jenseits wieder. Er ist gestorben, aber wie? Das muss er herausfinden. Erst dann darf er weiter.

Im ...

Anthony feierte gerade noch seinen 60. Geburtstag und im nächsten Moment findet er sich im Willkommensraum des Jenseits wieder. Er ist gestorben, aber wie? Das muss er herausfinden. Erst dann darf er weiter.

Im Diesseits findet seine Familie seine Leicht - Wahrscheinlich ein Unfall. Davon geht dann auch die Polizei aus. Nur eine True Crime Fanatikerin aus der Nähe des Landsitzes, auf dem die Tragödie ihren Lauf nahm, und die jüngste Tochter sind sich sicher, dass es Mord war.

So viel zu Geschichte. Als Leser erlebt man diese aus 3 verschiedenen Perspektiven: Anthonys (im Jenseits), sowie seiner Frau Olivia und der True Crime Vloggerin (deren Followerzahlen stetig steigen, je weiter die Geschichte voranschreitet). Ab und an lockert ein Zeitungsbericht das ganze auf. Eine gute Mischung, aus der man viele Informationen bekommt, aber eben nicht, wie es denn jetzt passiert ist.

Die Idee, dass sich der Verstorbene erinnern muss, wie es passiert ist, finde ich persönlich klasse. An der Umsetzung hat es allerdings gehapert. An manchen Stellen ist es sehr langatmig und die Figuren waren allesamt nervig. Also für mich. Es gab keinen, den ich auch nur annähernd "nett" gefunden hätte. Alle verhätschelt und auf Papa angewiesen bis dann der große Krach kam.

Neben den Charakteren hatte ich anfangs auch mit den Namen zu kämpfen. Es waren zu viele und ich wusste nicht, wo ich sie hinstecken sollte. Das wurde gegen Mitte besser.

Immerhin: es wird verraten, wie es passiert ist und das Ende fand ich dann auch sehr amüsant - es hat einige wett gemacht, was das Buch anfangs versaut hat.

Alles in allem ist es ein solides Buch mit einer spannenden Idee dahinter, nur an der Umsetzung hat es für mich ein wenig gehapert. An sich spannend, wenn es etwas kürzer wäre.

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Veröffentlicht am 12.02.2025

Für die Zielgruppe super

Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt!
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Gregs Tagebuch kennt wahrscheinlich jeder - Greg hat von seiner Mutter ein Tagebuch bekommen und schreibt nun fleiß0ig auf, was ihn im Laufe des Jahres so beschäftigt. Hauptsächlich ist das sein Freund ...

Gregs Tagebuch kennt wahrscheinlich jeder - Greg hat von seiner Mutter ein Tagebuch bekommen und schreibt nun fleiß0ig auf, was ihn im Laufe des Jahres so beschäftigt. Hauptsächlich ist das sein Freund Rupert, die Schule und seine Familie. Die einzelnen Abschnitte sind mit comicartigen Illustrationen aufgelockert und lesen sich gut. Der Text ist nicht lang und man kommt gut durch, was wohl der Zielgruppe zu Gute kommt. Auch faule Leser fühlen sich bestimmt angesprochen.

Das Buch hat durchaus Witz, wobei Greg seine Umwelt ziemlich einseitig sieht - es sind nämlich alle gegen ihn. Was in seinem Alter nicht untypisch als Einstellung ist, ist doch manchmal anstrengend. Aber wie gesagt, ich bin auch nicht die Zielgruppe und finde es in Ordnung.

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