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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.01.2026

Viele Fragen bleiben offen

Lass uns noch bleiben
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Ein Roman, in dem es ausgesprochen atmosphärisch zugeht - und zwar in den Straßen von Berlin-Kreuzberg, das in mir lebendig wurde während der Lektüre dieses Buchs. Man kann das Leben dort auf ...

Ein Roman, in dem es ausgesprochen atmosphärisch zugeht - und zwar in den Straßen von Berlin-Kreuzberg, das in mir lebendig wurde während der Lektüre dieses Buchs. Man kann das Leben dort auf jeder Seite fühlen, das Miteinander, aber auch die Einsamkeit, die Pflanzenverkäuferin Anna und ihren Ladennachbarn, den Buchhändler Henning lange begleitet. Bis der gut gelaunte, unverwüstliche Alex in ihr Leben plumpst und alles möglich werden lässt, was bisher nicht vorstellbar war. Naja, vieles zumindest!

Das klingt alles sehr stimmig, aber mir fehlte hier so manches an Informationen, gerade, um die ein oder andere Verbindung zwischen Geschehnissen oder auch Personen herzustellen. Die enge Beziehung Annas zu Dalmatien ploppt ein wenig zu unmittelbar auf und insgesamt fehlen mir so manche Details dazu, nur um ein Beispiel zu nennen. Das ist nicht die einzige Stelle in dem Roman, in dem es mir so erging, am Ende blieben für mich viel zu viele Fragen offen!

Insgesamt beinhaltet mein Leseerlebnis also eine seltsame Mischung aus toller Atmosphäre und fehlenden Zusammenhängen!

Veröffentlicht am 08.01.2026

Wenn es dort so war/ist, will ich da nicht hin!

Adama
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Nämlich in das gelobte Land - nach Israel. Wenn es schon in früheren Zeiten so brutal war, wie hier geschildert: das Menschen, die im Kibbuz gemeinsam aufgewachsen sind, zu Feinden werden, ohne dass klar ...

Nämlich in das gelobte Land - nach Israel. Wenn es schon in früheren Zeiten so brutal war, wie hier geschildert: das Menschen, die im Kibbuz gemeinsam aufgewachsen sind, zu Feinden werden, ohne dass klar ist, warum?

Die nicht nach Hause - denn das sollte das Kibbuz für sie sein - zurückkehren können, ohne höchste Wachsamkeit walten zu lassen?

Ich nehme diese Gesellschaft, die in der Gemeinschaft lebt, als eine sehr brutale wahr. Ohne Zweifel, der Autor schreibt eindringlich, aber ein bisschen kommt mir das wie ein Western vor: eine Gegend, in der man nie entspannen kann, da man immer befürchten muss, dass es jemanden gibt, von dem man gerade bedroht wird. Warum auch immer.

Keine Frage, es wird Leser:innen geben, die hiervon fasziniert, ja gebannt sein werden, ich jedoch gehöre definitiv nicht dazu. Ein wahres Hauen und Stechen, aus dem man die eigentliche, sehr interessante Handlung erst einmal herauslösen muss!

Veröffentlicht am 20.07.2025

Knallt leider nicht so richtig

Knallkrebse
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Beziehungsweise im Klartext: die Handlung vermag mich nicht so recht zu erreichen. Als Leserin dieses Romans um einen jungen Mann und angehenden Wissenschaftler, der sich um einen jungen Flüchtling aus ...

Beziehungsweise im Klartext: die Handlung vermag mich nicht so recht zu erreichen. Als Leserin dieses Romans um einen jungen Mann und angehenden Wissenschaftler, der sich um einen jungen Flüchtling aus Afghanistan kümmert, bleibe ich außen vor.

Auf dem Rücken des Umschlags ist festgehalten, dass hier die Komplexität menschlicher Beziehungen ausgeleuchtet wird. Nicht aus meiner Sicht - ich bleibe hier völlig außen vor, habe nicht den Hauch einer Chance bei dem Beziehungsgeflecht des Ich-Erzählers durchzusteigen. Es sind eher Blitzlichter, Momentaufnahmen, die aus meiner Sicht das Miteinander nicht nachhaltig abbilden, es ist eher eine launenhafte Revue der Begegnungen von Tom mit seinem Schützling Farid, wobei drumherum noch seine Freundin Laura, sein Bruder Lukas und dann noch Yev, den ich so gar nicht einzuordnen vermag. Später kommt dann Sofie in Frankreich dazu, bei der Tom zeitweise unterkommt. Doch in diesen eigentlich doch vorhandenen Beziehungen findet sich keine Dichte und noch weniger Dynamik.

Von mir daher leider nur 2,5 Sterne!

Veröffentlicht am 26.04.2025

Sehr viele Informationen und Übungen

Du bist viel mehr als deine Gefühle
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enthält dieses Buch, dazu viele Fachbegriffe, von denen ich so manchen, obwohl in dem Thema seit Jahren beheimatet, noch nicht kenne. Bei einigen wenigen hat sich mir sogar die Frage gestellt, ob diese ...

enthält dieses Buch, dazu viele Fachbegriffe, von denen ich so manchen, obwohl in dem Thema seit Jahren beheimatet, noch nicht kenne. Bei einigen wenigen hat sich mir sogar die Frage gestellt, ob diese nicht von der Autorin selbst, einer Kommunikationstrainerin, selbst erfunden wurden. Aber wie auch immer, um richtig gut mit dem Buch arbeiten zu können - arbeiten an sich selbst, versteht sich - wäre ein Anhang mit Glossar notwendig. Einem Glossar, in dem jeder einzelne dieser Begriffe genau dargelegt und erläutert wird.

Es gibt auch jede Menge Übungen, mit denen man dem Problem überbordender Gefühle entgegenwirken soll - vor allem in dem Moment, in dem dies dem jeweilen Leser widerfährt. Viele sind hilfreich, wenn auch deutlich zu abgehoben beschrieben, wie ich finde. Daher fällt es mir schwer, Zugang dazu zu gewinnen, auch wenn ich die Erkenntnisse der Autorin durchaus zu würdigen vermag.

Veröffentlicht am 06.03.2025

Die Liebe zur Wissenschaft und wozu diese führen kann

Hinters Licht
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Anfang des 20. Jahrhunderts: Ruth Doran ist eine von vielen klugen Frauen, die sich mehr für die Wissenschaft als für den Haushalt interessieren - und sie darf sogar studieren, allerdings nur, bis ihr ...

Anfang des 20. Jahrhunderts: Ruth Doran ist eine von vielen klugen Frauen, die sich mehr für die Wissenschaft als für den Haushalt interessieren - und sie darf sogar studieren, allerdings nur, bis ihr Vater einen Heiratsantrag für sie erhält und sie zwingt Hausfrau und Mutter zu werden. Nach dem Tod ihres Mannes - inzwischen ist der Große Krieg beendet - findet sie eine Stelle bei Thomas Bradford einem Wissenschaftler, der sich mit ihrer Hilfe dem Spiritismus zuwenden will. Ruth verliebt sich in ihre neue Tätigkeit, aber mehr noch in ihren Vorgesetzten: Sie fühlt sich von ihm als Wissenschaftlerin, aber auch als Frau ernst genommen und lebt mehr für die Zeit am Arbeitsplatz als für ihr Familienleben mit den drei Töchtern.

Für mich eine merkwürdige Leseerfahrung: den Stil der Autorin, ihren recht unkonventionellen Umgang mit Zeit und Raum habe ich sehr genossen, inhaltlich jedoch blieb für mich einiges auf der Strecke. Der Weg von der Wissenschaft zum Spiritismus wurde aus meiner Sicht unzureichend dargestellt, die dargestellten Seancen wirkten im Vergleich zur Präsentation inhaltilich eher hölzern und nicht ausreichend recherchiert. Darin war von der Wissenschaft, aus der sich das Interesse von Thomas Bradford, der im Übrigen eine reale Gestalt ist, am Übernatürlichen erst herausbildete, nichts zu spüren. Ich bin auch davon überzeugt, dass Åsa Avdic die Recherchen nicht vernachlässigt hat, eher war mein Eindruck, dass sie mit Aufbau und Darstellung ihr Pulver bereits verschossen hatte - leider, muss man sagen.