"David Copperfield" habe ich vor vielen Jahren gelesen, und als ich nun das Hörbuch von "Demon Copperhead" gehört habe, sind mir tatsächlich viele Parallelen aufgefallen. Demon Copperhead hat eine richtig ...
"David Copperfield" habe ich vor vielen Jahren gelesen, und als ich nun das Hörbuch von "Demon Copperhead" gehört habe, sind mir tatsächlich viele Parallelen aufgefallen. Demon Copperhead hat eine richtig miese Kindheit, der Vater verstorben, die Mutter auf Entzug. Seine Nachbarn und Freunde geben ihm Halt, aber auch die Beziehung zu ihnen wird gestrichen, als Demon einen Stiefvater bekommt. Die Zukunft sieht für den Jungen alles andere als rosig aus. Er bekommt die ganze Ungerechtigkeit der Welt zu spüren, muss herbe Verluste verkraften und ist im Grunde genommen auf sich allein gestellt. Fabian Busch spricht das Hörbuch sehr gefühlvoll und authentisch. Er verleiht dem Ich-Erzähler Demon Copperhead seine Lebendigkeit. Trotz all dem Mist, den der Junge erlebt, verliert er nicht seinen unerschütterlichen Optimismus und seinen trockenen, manchmal auch makabren Humor. Das Buch hat 864 Seiten und kommt somit fast an sein klassisches Vorbild heran. Das Hörbuch ist zwar gekürzt, aber man braucht trotzdem fast einen ganzen Tag (über 20 Stunden), es zu hören.Während dieser ganzen Zeit habe ich mit dem Protagonisten mitgebangt, mitgelitten und mitgehofft. Auch wenn ich manche Szenen als etwas langgezogen empfand, so hat mich die Geschichte doch von Anfang bis Ende gefesselt und berührt. Der Sprecher des Hörbuchs hat die Story so gut umgesetzt, wie man es sich nur wünschen kann.
Johanna und Adolf Mohr, die Protagonisten, im Roman Hanna und Dolf genannt, hat es wirklich gegeben. Dolf Mohr ist als Robin Hood des Ruhrpots in die Geschichte eingegangen, und seine Frau Hanna hat ihn ...
Johanna und Adolf Mohr, die Protagonisten, im Roman Hanna und Dolf genannt, hat es wirklich gegeben. Dolf Mohr ist als Robin Hood des Ruhrpots in die Geschichte eingegangen, und seine Frau Hanna hat ihn tatkräftig und mutig unterstützt. wenn nicht sogar die Initiative von ihr ausging. Über das Leben dieses außergewöhnlichen Paars erzählt die Autorin, wobei man das meiste aus Hannas Sicht erfährt. Aus den mündlich überlieferten Geschichten und den damals dokumentierten Fakten hat die Autorin einen fesselnden historischen Roman kreiert. Die Handlung bezieht sich sehr häufig auf reale Episoden, wobei die Autorin auch viele Fiktive Elemente dazu genommen hat.
Alles beginnt mit dem Kennenlernen des Paars auf dem Schützenfest, als Dolf Hanne vor den Zudringlichkeiten ihres Dienstherrn rettet. Schon nach kurzer Zeit heiraten die beiden und gründen eine Familie. Aber das Leben auf dem Sommerberg ist schwer, und im Hungerwinter 1845 stirbt der kleine Sohn der Mohrs. Hunger und Elend werden immer schlimmer, und die preußische Obrigkeit tut nichts, um die Not der armen Menschen zu mildern. Hanna fasst einen Entschluss, denn so kann es nicht weitergehen. Zusammen mit ihrem Mann geht sie auf Raubzüge zu den Reichen und verteilt das Diebesgut an die Ärmsten und Notleidenden. Für die Menschen auf dem Sommerberg werden sie bald zu Helden, aber Hanna und Dolf schenken Menschen ihr Vertrauen, die es absolut nicht verdienen, und so sind nicht nur die Bestohlenen und Mächtigen hinter dem Paar her, sondern es gibt auch Neider und Rachsüchtige in ihrem direkten Umfeld. Die Situation spitzt sich zu, die Überfälle werden immer gewagter und gefährlicher, und das Schicksal nimmt seinen Lauf...
Mehr möchte ich zur Handlung gar nicht verraten. Wer sich in der Dortmunder Geschichte auskennt und schon einmal vom Räuberhauptmann Mohr gehört hat, wird wissen, wie alles endet. Aber bis dahin passiert sehr viel. Die Charaktere und ihre Entwicklung sind detailliert und fesselnd dargestellt. Hanne und Dolf lernt man als sympathisches, liebendes Paar kennen, aber auch ihre Beziehung leidet bald unter dem Fortgang der Ereignisse. Auch die Antagonisten haben reale Vorbilder, so zum Beispiel Carl Thalberg, arroganter Geschäftsmann und Politiker und Hannas ehemaliger Arbeitgeber oder auch Elsabena Mühr, Hannas verbitterte Schwester.
Die Rolle der Polizei in der ganzen Sache ist transparent und realistisch beschrieben, denn gerade für Gendarm Franz Mönkebüscher hängt sehr viel davon ab, die Räuberbande und insbesondere Dolf dingfest zu machen.
Insgesamt hat mir der Roman richtig gut gefallen, nur zwischendurch gab es ein paar kleinere Irritationen, die ich aber auf Druckfehler zurückführe, denn es war immer mal ein Satz dabei, der für mich keinen rechten Sinn ergab.
Irritiert hat mich auch der Epilog. Eigentlich bin ich nicht schwer von Begriff, aber was da geschildert wird, konnte ich so gar nicht nachvollziehen. Ich habe schon gerätselt, was mir dieser kurze Abschnitt noch sagen soll, aber obwohl ich ihn mehrfach gelesen habe, blieb mir die Erkenntnis bisher verwehrt.
Bei diesem Buch handelt es sich um Band 2 der historischen Krimireihe um Kriminalrat Gustav Heller. In der alten Villa von Adele Blumfeld ist ein Teilnehmer während einer Séance, wie sie Frau Blumfeld ...
Bei diesem Buch handelt es sich um Band 2 der historischen Krimireihe um Kriminalrat Gustav Heller. In der alten Villa von Adele Blumfeld ist ein Teilnehmer während einer Séance, wie sie Frau Blumfeld regelmäßig abhält, zu Tode gekommen. Heller und sein Assistent Schrumm sollen klären, was es mit dem Toten auf sich hat. Heller glaubt nicht an Geister, ganz im Gegenteil zu seinem Assistenten, denn Schrumm ist der festen Meinung, dass es sogar bei ihm zuhause spukt. Im 19. Jahrhundert waren Séancen anscheinend in Mode und die Menschen für Spiritismus sehr empfänglich. Je weiter Heller mit seinem Assistenten nachforscht, umso verwirrender wird die Sache, denn es bleibt nicht bei einem Toten. Sogar als Heller selbst an einer der Séancen teilnimmt, kann er das Rätsel nicht lösen, sondern es kommen weitere mysteriöse Dinge dazu, wie beispielsweise das "Rote Verlies".
Heller ist ein sympathischer Protagonist, aber bei seinen Ermittlungen will er manchmal mit dem Kopf durch die Wand und begeht unüberlegte Handlungen, mit denen er sich selbst in Gefahr bringt. Die Atmosphäre der Story ist insgesamt ziemlich gruselig, schon allein in der alten Villa, wo sich seltsame Dinge zutragen. Heller und Schrumm stochern in einem tiefen Sumpf aus schaurigen Geheimnissen, und was sie nach und nach aufdecken, ist starker Tobak. Es kommt häufig zu überraschenden Wendungen, immer wenn man gerade meint, zu wissen, wie alles zusammenhängt.
Anfangs hat die Geschichte ein paar Längen, aber ab der Hälfte wird es so spannend und grausig, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte. Man muss sich jedoch gut konzentrieren, um alle Fakten einordnen zu können.
Dieser Krimi führt uns in den Kanton Aargau in der Schweiz. Hier arbeitet Lisa Klee als Assistenzärztin in der Rechtsmedizin. Es ist bereits der dritte Fall, in den die Protagonistin und Ich-Erzählerin ...
Dieser Krimi führt uns in den Kanton Aargau in der Schweiz. Hier arbeitet Lisa Klee als Assistenzärztin in der Rechtsmedizin. Es ist bereits der dritte Fall, in den die Protagonistin und Ich-Erzählerin verwickelt ist, darauf deuten immer wieder kleine Rückblicke hin, zu der Zeit, als Lisa noch in Zürich tätig war. Als sie zu einem Knochenfund gerufen wird, passiert ihr in der Einschätzung ein schwerer Fehler, denn sie ordnet den Knochen einem Tier zu. Wenig später wird die Leiche eines Mannes gefunden, und es ist ausgerechnet der Nachbar des Ehepaars, auf dessen Grundstück der Knochen gefunden wurde. Ist es Zufall oder gibt es einen Zusammenhang? Kann sich Lisa diesmal bewähren? Zu ihrer Überraschung begegnet sie bei diesem Todesfall auch einigen Menschen von ihrer früheren Arbeitsstelle, so der Staatsanwältin Brigitte Bühler, auf deren Anwesenheit sie gerne verzichtet hätte, die ihr auch gleich sehr skeptisch entgegentritt. Auch trifft sie den Staatsanwalt Ben Graf wieder, in den sie schwer verliebt war und den sie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hat. Und zum Überfluss taucht eine alte Bekannte bei ihr auf und quartiert sich einfach bei ihr ein.
Insgesamt fand ich diesen Krimi spannend erzählt und auch immer mit einem Quäntchen Humor versetzt. Lisa ist eine sympathische Protagonistin, wenn sie auch häufig etwas tollpatschig wirkt, vor allem wenn sie Ben Graf, ihrer alten Liebe, begegnet. Wen wundert's, bei dem attraktiven Mann, in den Lisa immer noch verliebt ist, verschlägt es ihr schon mal die Sprache. Wieso sie so lange getrennte Wege gingen und sich nun so selbstverständlich wieder gefunden haben, hat sich mir nicht so ganz erschlossen, was sicher daran liegt, dass ich die Vorgeschichte ihrer Beziehung nicht kenne. Das Verhältnis zu Lisas Besucherin Cynthia Smith ist anfangs, zumindest von Lisas Seite her, etwas unterkühlt, verändert sich aber im Lauf der Geschichte. Cynthia sieht sich als Hobby-Detektivin und bringt sich und andere durch ihre Aktionen in höchste Gefahr. Das die Ich-Erzählerin sie, trotz einer gewissen Befangenheit, dann zu einem Treffen mit Kollegen mitnimmt, wo ganz ungeniert über Interna geplaudert wird, fand ich dann auch etwas bedenklich von Lisa, denn ihre Arbeit ist ja doch sehr verantwortungsvoll. Wie sich der Fall entwickelt, ist nicht vorhersehbar und war für mich überraschend. Letztendlich habe ich diesen Krimi sehr gerne gelesen, denn er hat viel Lokalkolorit zu bieten, und man erfährt jede Menge über Lisas Beruf im rechtsmedizinischen Zentrum Aargau. Hier weiß die Autorin absolut, wovon sie spricht, denn sie ist selbst als Rechtsmedizinerin tätig.
Einleitend ist das Konzept dieses Buches ausführlich beschrieben. Es ist ja allgemein bekannt, dass man nach Möglichkeit eine Vielfalt an Pflanzennahrung zu sich nehmen sollte, und hier hat die Autorin ...
Einleitend ist das Konzept dieses Buches ausführlich beschrieben. Es ist ja allgemein bekannt, dass man nach Möglichkeit eine Vielfalt an Pflanzennahrung zu sich nehmen sollte, und hier hat die Autorin zu diesem Thema zahlreiche Empfehlungen, Tipps für die Umsetzung, Listen und Rezepte zusammengestellt mit deren Hilfe man sein Vorhaben umsetzen kann. Die Rezepte sind von bekannten Kochbuchautoren, 2/3 sind vegan (sie haben beim Foto eine extra Kennzeichnung), der Rest vegetarisch. Zur kompetenten Beratung wurden zwei Wissenschaftlerinnen hinzugezogen.
Dem Titel entsprechend ist das ganze Buch sehr bunt aufgemacht, was die Vielfalt der pflanzlichen Lebensmittel zeigen soll. Jedes Gericht ist durch ein großes Farbfoto in Szene gesetzt, und bei den Rezepten steht jeweils dabei, wie viele Pflanzen sie enthalten. Wie das genau gezählt wird, hat sich mir jedoch nicht so ganz erschlossen. Es gibt Listen, die man sich ausdrucken kann und mit deren Hilfe man seine tägliche Pflanzen-Nahrung ankreuzen kann. So erkennt man ob man genügend Pflanzliches in ausreichender Vielfalt zu sich genommen hat. Es gibt auch ausführliche Erklärungen, was genau mit einzelnen Lebensmitteln ist, ob sie in die Auflistung zählen oder nicht. So wird beispielsweise erklärt, dass Wein zwar aus Trauben gemacht wird, jedoch nicht alle Stoffe der Trauben enthält. Das gilt auch bei Fruchtsäften wobei beim Wein noch der Alkohol als negativ für die Gesundheit dazu kommt. Ich muss sagen, es ist schon eine Wissenschaft für sich, herauszufinden, was genau zählt und was nicht. Jedes Obst, Gemüse oder Kraut zählt auch nur einmal pro Woche; man sollte also täglich abwechseln. Dabei gibt es immer wieder kritische Fragen, beispielsweise ob das Petersilienblatt auf dem Salat als eine Pflanze am Tag zählt oder nicht. Das wird hier eindeutig mit nein beantwortet. Andererseits zählt 1/4 Teelöffel Vanille mit zu den täglichen Pflanzen dazu, wenn ich das richtig verstanden habe. Bei den Rezepten ist jede verwendete Pflanze in der Zutatenliste mit einem Blatt gekennzeichnet. Unter der Überschrift steht, wie viele Pflanzen im Rezept enthalten sind. Hier zählen wiederum nur die relevantesten. Das ist alles ziemlich verwirrend, und man muss sich schon gewaltig in die Materie hineindenken.
Die Rezepte sind in drei große Kategorien eingeteilt: kalt, warm und süß.
Da die Rezepte im Buch zum Teil von anderen Autoren stammen, sind mir einige schon bekannt bzw. bereite ich sie selbst schon länger in der Art zu, so beispielsweise der Wassermelonensalat, der mit sechs Pflanzen zu Buche schlägt. Bei diesem Rezept ist es einfach, zu erkennen, dass zwar unten sieben Zutaten mit einem Blatt gekennzeichnet sind, denn hier zählt wohl die Prise Pfeffer nicht mit rein.
Bei anderen Rezepten ist das schwieriger zu erkennen. Ich für meinen Teil werde das mit den Listen wohl nicht umsetzen, denn das ist mir ehrlich gesagt zu aufwendig. Aber zumindest konnte ich mich in dem Buch informieren, was man durchaus anrechnen kann, so zum Beispiel Getreide und Hülsenfrüchte. Ich achte bei der Essensplanung sowieso auf Vielfalt und sehe zu, eine möglichst abwechslungsreiche Auswahl an Gemüse und Obst zu treffen. So gesehen, wenn ich überschlage, was bei uns auf den Tisch kommt, reicht das gut an die 30 heran. Einige Rezepte werde ich sicher ausprobieren, allerdings sind viele der Rezepte eine Herausforderung, entweder wegen der vielen Zutaten, die man für ein einzelnes Rezept benötigt oder wegen der exotischen Zutaten. So wird zum Beispiel beim Papaya-Masala-Salat ein indisches Harz namens Asafoetida verwendet. Davon habe ich vorher noch nie etwas gehört, und ich wüsste auch nicht, wo ich das beziehen könnte. Vermutlich bekommt man es nur in Spezialgeschäften in Großstädten.
Aber es sind einige Rezepte dabei, die mich auf Anhieb anlachen und die das Zeug zu Lieblingsgerichten haben, so beispielsweise die Auberginenröllchen mit Walnüssen, Gegrillte Paprika mit Salzzitrone und Kapern oder der Maiseintopf mit Okra und Tomaten.
Mein Fazit: Es ist ein buntes, vielfältiges Kochbuch, das auf jeden Fall einen Mehrwert in die Küche bringt, allerdings werde ich es nicht als Gesamtkonzept sondern eher "portionsweise" nutzen.