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Veröffentlicht am 16.09.2025

Japanische Rätsel

Die Bibliothek meines Großvaters
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Kaedes Großvater ist an Lewy-Körper Demenz erkrankt, durch die er Halluzinationen sieht. Dennoch ist, an den meisten Tagen, sein Verstand messerscharf. Kaede und ihr Großvater sind die einzig Übriggebliebenen ...

Kaedes Großvater ist an Lewy-Körper Demenz erkrankt, durch die er Halluzinationen sieht. Dennoch ist, an den meisten Tagen, sein Verstand messerscharf. Kaede und ihr Großvater sind die einzig Übriggebliebenen in ihrer Familie und hängen sehr aneinander. Die Geschichte spielt in Tokio, wo Kaede als junge Lehrerin arbeitet. Als Leser werden uns immer neue rätselhafte Geschichten präsentiert. Zettelchen, die in einem Buch auftauchen, ein Toter in einer abgeschlossenen Toilettenkabine, eine verschwundene Lehrerin und zu guter Letzt ein Stalker. Kaedes Großvater entwirrt all diese Rätsel mit guter Beobachtungsgabe und scharfem Verstand. Seine Erklärungen erinnerten mich sehr an Agatha Christies Hercules Poirot oder Miss Marple. Es war eine Freude, wie sich das Knäul jedes Mal auf wundersame Weise entwirrte. Der Großvater liebt Bücher und Geschichten sehr, genauso wie Kaede. Und oft weist er in seinen Ausführungen auf bestimmte Geschichten aus der Literatur hin. Dieses Buch hat etwas sehr Besonderes an sich. Es wartet nicht mit großem Drama oder Tohuwabohu auf, sondern bringt einen auf sanfte Weise zum ganz intensiven Lesen und mitdenken. Man liest es langsam und bewusst und wird so in die ruhige Welt der Bücher des Großvaters gezogen. Gespickt von fantasievollen Erscheinungen, die den Halluzinationen geschuldet sind, bekommt die Geschichte etwas Magisches. Ich konnte zuerst nicht so richtig greifen, wohin diese Geschichte führen würde, und war dann von Kapitel zu Kapitel überraschter. Erst gegen Ende habe ich das Buch so richtig verstanden. Wer japanische Autoren liebt, kommt an diesem Buch nicht vorbei!

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Veröffentlicht am 05.07.2025

Etwas verworren

Die verschwundene Schwester
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Sein ganzes Leben hat Pa Salt nach der einen letzten Schwester gesucht. Doch gefunden hat er sie nicht. Nun gibt es doch endlich Hinweise. Die sechs Adoptivtöchter von Pa Salt wollen sie nun endlich kennenlernen ...

Sein ganzes Leben hat Pa Salt nach der einen letzten Schwester gesucht. Doch gefunden hat er sie nicht. Nun gibt es doch endlich Hinweise. Die sechs Adoptivtöchter von Pa Salt wollen sie nun endlich kennenlernen und begeben sich auf die Reise. Doch die Mutter der vermeintlichen Schwester befindet sich auf Weltreise. In ihrem Gepäck ein Smaragdring, der als Beweis dienen soll. Glücklicherweise sind die Schwestern auch über die ganze Welt verteilt und reisen der Mutter Merry hinterher. Während Merry ihre alte Heimat Irland entdeckt und dort selbst so manches Geheimnis aufdeckt, versuchen die Schwestern verzweifelt mit ihr in Kontakt zu kommen. Dies war der vorletzte Teil der Sieben-Schwestern Reihe und ich war wahnsinnig neugierig darauf und vor allem auf die siebte Schwester, die wir noch gar nicht kennengelernt haben. Dieses Katz-und Maus Spiel fand ich jedoch irgendwann unspannend, da es vorhersehbar war. Irland zu entdecken, fand ich dann wieder aufregend. Zum Ende hin haben mich diese verworrenen Familienverhältnisse völlig durcheinandergebracht. Und ich dachte schon, dass wird wohl der schwächste Teil der Reihe, bis mich das Ende dann wieder total umgehauen hat. Das ist wirklich ein Buch, bei dem sich das Dranbleiben lohnt. Aber wer die anderen Bände gelesen hat, der muss diesen natürlich auch unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 01.07.2025

Strandliegenthriller

Ihr werdet sie nicht finden
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Vor sieben Jahren verschwand Jonas 16-jährige Tochter Isabel spurlos. Seitdem liegt sein Leben in Scherben. Als nun auch eine ehemalige Klassenkameradin verschwindet, beauftragt deren Großmutter, die Privatdetektivin ...

Vor sieben Jahren verschwand Jonas 16-jährige Tochter Isabel spurlos. Seitdem liegt sein Leben in Scherben. Als nun auch eine ehemalige Klassenkameradin verschwindet, beauftragt deren Großmutter, die Privatdetektivin Franca, um sie zu finden. Schnell wird klar, dass es zwischen den Fällen einen Zusammenhang geben muss. Also holt Franca Jonas mit ins Boot, um das Verschwinden der Mädchen aufzuklären. Dieser Thriller wartet mit vielen Verdächtigen und Wendungen auf. Franca und Jonas sind interessante Charaktere mit viel Persönlichkeit. Am Anfang ging es mit raschem Tempo voran. Zur Mitte hin fand ich es etwas träge. Die Ermittlungen stockten etwas. Es kam mir eher vor wie ein Krimi. Zum Ende hin wurde es dann wieder spannender und ich war wieder versöhnt. Auch das Ende hatte noch einige Wendungen zu bieten. Ein wunderbar geeigneter Strandliegenthriller.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Darfs ein bisschen mehr sein?

Greta & Valdin
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Greta und Valdin sind Geschwister und leben zusammen in Neuseeland. So schrill und farbenfroh wie das Cover sind auch sie und ihre gesamte Familie. Ihr Vater kommt aus Russland ihre Mutter ist Maori, was ...

Greta und Valdin sind Geschwister und leben zusammen in Neuseeland. So schrill und farbenfroh wie das Cover sind auch sie und ihre gesamte Familie. Ihr Vater kommt aus Russland ihre Mutter ist Maori, was sie in Neuseeland zu einer Minderheit macht. Auch ihr Liebesleben ist bewegt. Während Greta unglücklich in Holly verliebt ist und versucht sich mit „Heterogeschichten“ abzulenken, trauert Valdin noch immer seiner großen Liebe Xabi hinterher. Ein Mann den er einfach nicht vergessen kann. Wir wechseln ständig die Perspektive zwischen Valdin und Greta und bekommen so einen Rundumblick dieser ziemlich verrückten Familie. Denn wer hier was mit wem hat und aus welchem Grund ist nicht so ganz klar. Verwirrend auch, dass mehrere Protagonisten denselben Namen haben oder einfach auch mal mehrere Namen. Die Gespräche waren Girlmore Girls-like. Witzig aber teilweise auch sinnlos. Auch die Handlung ist leider eher mager. Ein Buch, das man nicht unbedingt gelesen haben muss, dass aber sehr unterhaltsam und kurzweilig ist.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Mensch und Technik

Finn Dever
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Finn Dever hat Visionen und kann so die nahe Zukunft seines Gegenübers sehen. Das macht ihn für die Polizei und ihre Ermittlungsarbeit besonders wertvoll. In Blackvale treibt ein Serienkiller sein Unwesen. ...

Finn Dever hat Visionen und kann so die nahe Zukunft seines Gegenübers sehen. Das macht ihn für die Polizei und ihre Ermittlungsarbeit besonders wertvoll. In Blackvale treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Mehre Morde hat er bereits auf bestialische Weise verübt. Die Ermittler Kate und Brad tappen noch immer im Dunkeln. Finns Gabe soll ihnen helfen dem Täter auf die Spur zu kommen. Das Buchcover weist den Leser darauf hin, dass es sich bei Finn um einen KI-Ermittler handelt. Mein erster Gedanke war, dass er ein IT-Spezialist ist, der große Datenmengen analysiert. Deshalb war ich im ersten Drittel des Buches etwas verwirrt, was Finns Gabe angeht. Die Erklärung folgt jedoch rasch und ließ mich ziemlich staunen. Hier tut sich doch eine ganz neue Welt auf. Neben dem spannenden Fall lässt uns der letzte Blick, in die Zukunft schauen. Die für mich irgendwie bedrückend und gruselig anmutet. Besonders da Finn nicht der einzige seiner Art zu sein scheint. Interessant fand ich das Gedankenspiel, wie Technik und Mensch verbunden werden. Berechenbar ist die Technik, die menschliche Natur jedoch nicht. Finn ist ein interessanter Charakter, der mir hier noch etwas zu weichgezeichnet war. Er könnte ruhig noch einige Ecken und Kanten entwickeln. Da dies erst der erste Teil einer Reihe war, macht er bestimmt noch eine Entwicklung durch. Denn seine Gabe scheint viel Potential zu haben. Es kann also spannend weitergehen.

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