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Veröffentlicht am 04.05.2025

Ein Abend in der kleinen Brasserie am Canal Saint-Martin

Die Liebenden am Canal Saint-Martin
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An einem Abend wie diesem ist die kleine Brasserie am Canal Saint-Martin wieder einmal voll besetzt. Die drei Angestellten des Lokals geben sich deshalb größte Mühe alle ihre Gäste zufrieden zu stellen. ...

An einem Abend wie diesem ist die kleine Brasserie am Canal Saint-Martin wieder einmal voll besetzt. Die drei Angestellten des Lokals geben sich deshalb größte Mühe alle ihre Gäste zufrieden zu stellen. Ali gibt in der Küche sein Bestes, während Marion den Service übernimmt und Cyril wie immer hinter der Bar steht. Vorallem für Marion und Cyril ist jeder Abend anders, denn die Stimmung der Gäste ist unterschiedlich und auch die Besucher andere. Doch heute sind vorwiegend Stammgäste hier, wie Monsieur Fontaine, der den Tod seiner Frau noch nicht verarbeitet hat und deshalb immer wieder mit ihr spricht oder der Aufreißer aus Bordeaux, der häufig kommt und immer in Begleitung einer anderen Frau. Aber Cyril freut sich nicht nur auf die Gäste und deren Geschichten, an denen er regelmäßig teilhaben darf, sondern auch auf Marion, die bereits seit zwei Monaten im Service arbeitet und in die er sich auf den ersten Blick verliebt hat. Doch den Mut aufzubringen, um sie um ein näheres Kennenlernen zu bitten, fällt ihm schwer.

Claire Renaud beschreibt in diesem Roman einen einzigen Abend in einer kleinen Brasserie. Dennoch gelingt es ihr, die Atmosphäre an den verschiedenen Tischen auf eine ganz besondere, realistische und authentische Weise zu beschreieben. Denn so unterschiedlich wie die Gäste sind auch ihre Liebesgeschichten. Obwohl Cyril und Marion die beiden Hauptcharaktere sind, in deren Leben und Gedanken die Leser die häufigsten Einblicke erhalten, kommen auch die anderen Gäste zu Wort und erzählen über ihre Gefühle, Gedanken und Lebenssituationen.

Dieser Roman ist wirklich besonders und strahlt eine ganz besondere Stimmung aus. Leider hatte ich aber während dem ersten Drittel wirklich große Probleme in einen Lesefluss zu finden und war einfach nicht gefesselt. Das hat sich erst später gelegt und ich habe danach gespannt verfolgt, welche Schicksale die einzelnen Personen erleiden oder wie es ihnen momentan ergeht. Dennoch hat die Autorin meist nur einmal über die Personen geschrieben, sodass immer noch viel Platz für Interpretationen bleibt. Einerseits mochte ich es, andererseits hätte ich mir ein wenig mehr Happy End und positive Gefühle gewünscht, was letztlich aber der Authentizität der einzelnen Liebesgeschichten widersprechen würde...

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Manchmal muss man einfach spinnen...

Die Raupe spinnt
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Die kleine Raupe und der Regenwurm leben als Nachbarn friedlich miteinander. Doch eines Tages beginnt die Raupe auf ihre innere Stimme zu hören und sich mit feinen Fäden einzuspinnen. Sie spürt, dass etwas ...

Die kleine Raupe und der Regenwurm leben als Nachbarn friedlich miteinander. Doch eines Tages beginnt die Raupe auf ihre innere Stimme zu hören und sich mit feinen Fäden einzuspinnen. Sie spürt, dass etwas vor sich geht und sie dem nachgeben muss. Der Regenwurm und seine Frau dagegen erklären sie für verrückt und wenden sich von ihr ab. Daher erleben sie auch nicht mit, wie nach zwei Wochen aus der kleinen Raupe ein wunderschöner Schmetterling wird, der nun die Welt von oben sehen kann.

Andrew Bond erzählt in einfühlsamer Sprache über die kleine Raupe, die von den anderen ausgelacht und nicht mehr ernst genommen wird. Zusammen mit den Illustrationen von Julie Völk wird das Bilderbuch zu einem kleinen Kunstwerk.

Dieses Bilderbuch hat mich wirklich überrascht, denn ich hatte mit einer ganz anderen Geschichte gerechnet. So viel Tiefgang und Nachdenklichkeit ist etwas besonderes und gefällt mir wirklich gut.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Ein unerwartetes Erbe mit vielen Erinnerungen an die Vergangenheit...

Das kleine Nähcafé am Fluss
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Maura hat sich in den letzten zwanzig Jahren ein eigenes Leben in Köln und eine erfolgreiche Karriere bei einem Handarbeitsmagazin aufgebaut. Als sie damals ihren Heimatort Rockenbrook vollkommen überstürzt ...

Maura hat sich in den letzten zwanzig Jahren ein eigenes Leben in Köln und eine erfolgreiche Karriere bei einem Handarbeitsmagazin aufgebaut. Als sie damals ihren Heimatort Rockenbrook vollkommen überstürzt verlassen hat und niemals zurückgekehrt ist, hat sie leider auch ihre Tante Hettie zurücklassen müssen und seither nur noch wenig gesehen. Dennoch ist die Verbundenheit zu ihr ungebrochen tief. Umso mehr schmerzt ihr überraschender Tod sie nun. Nun muss Maura notgedrungen zur Beerdigung zur Regelung des Erbes in ihr altes Heimatdorf zurück. Dass sie dort nicht nur mit offenen Armen empfangen wird, war ihr durchaus bewusst, aber gerade Bürgermeister Tossen und dessen Familie setzen ihr sehr zu. Doch Maura kann am Abend vor der Beisetzung ihrer einzigen Angehörigen, die sie noch hat, endlich die Trauer zulassen und mit ihr kommen viele Erinnerungen zurück. Vorallem die Frauen des Nähtreffs des Stoffladens ihrer Tante, ihre frühere beste Freundin Hilkka und der Fremde Marten sind ihr eine große Stütze...

Sabine Schmidt ist vorallem Bloggerin, Modemacherin und Gründerin von Sew-Simple. Nun hat sie sich an ihr Romandebüt gewagt und dafür natürlich ihr Herzensthema, das Nähen, schon in den Titel und dann in die Handlung gepackt. Da der Roman sich sehr flüssig liest, fliegen die Seiten nur so dahin. Auch an Dramatik und wilden Szenen hat die Autorin nicht gespart, denn gerade die Familie Tossen fällt mir ihren überzogenen Handlungen auf. Obwohl Maura anfangs ein schwieriger und unnahbarer Charakter ist, der eher unsympathisch wirkt, öffnet sie sich mit der Zeit immer mehr und zeigt die frühere Maura, die sie vor dem Betrug und dem Weggang aus ihrer Heimat war.

Ich habe den Roman wirklich gerne gelesen und mich gefreut, endlich meine beiden Hobbys, nämlich das Lesen und das Nähen, vereinen zu können. Das ist aber leider nicht so gut gelungen, wie der Titel und der Klappentext es versprechen. Denn der Laden von Tante Hettie, die Nähgruppe und Mauras frühere Leidenschaft für das Nähen müssen stark hinter der restlichen Handlung zurückstecken, wo vorallem die Machenschaften von Tossen und seiner Familie, die alten Geheimnisse und das Haus der Tante im Vordergrund stehen. Leider war mir Tossen und Konsorten durchgehend zu viel und ich hätte mir ein bisschen ein subtileres Vorgehen gewünscht, so wirkte alles so vorhersehbar und irgendwie dumm. Aber natürlich werde ich im Oktober trotz meiner kleinen Kritikpunkte den zweiten Band der Reihe lesen und mich über ein Wiedersehen mit allen Bewohnern von Rockenbrook freuen!

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Faszination Bagger

Mein erstes Fahrzeuge-Klappenbuch: Bagger
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Bagger sind wichtige Fahrzeuge, wenn es darum geht, Dinge zu bewegen. So können sie auf großen Baustellen oder aber dem Bauernhof entdeckt werden. Da ein Bagger ein großes Fahrzeug ist, ist es auch immer ...

Bagger sind wichtige Fahrzeuge, wenn es darum geht, Dinge zu bewegen. So können sie auf großen Baustellen oder aber dem Bauernhof entdeckt werden. Da ein Bagger ein großes Fahrzeug ist, ist es auch immer laut und einige Gräusche sind ganz typsich für diese tollen Geräte.

Die Autorin Felicity Brooks hat gemeinsam mit den Illustratoren Sean Longcroft und Jo Litchfield ein unterhaltsames Pappbilderbuch für Kinder ab zweölf Monaten geschaffen. Denn die Texte sind nur sehr kurz und auf den Seiten verstreut befinden sich Fragen mit Suchaufgaben, die sich direkt an die Kinder richten und sie zu genauem Hinsehen animieren. Die Illustrationen sind ganz besonders, denn sie sind eine Mischung aus Fotografien und gezeichneten Figuren und Szenerien. Da sich hinter jeder Klappe noch Neues verbirgt, ist das Buch weit interessanter und umfangreicher, als auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Dieses Pappbilderbuch ist gelungen, denn schon die Kleinsten sind fasziniert von Fahrzeugen, wozu auch immer Bagger zählen. Da die Seiten nicht zu überladen mit Einzelheiten sind, können auch kleinere Kinder alles verstehen und auf die Realität beziehen. Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist, dass die Bagger allesamt von Bruder® Toys stammen und so ohne Probleme gekauft werden können, um die Situationen auch im eigenen Kinderzimmer nachzustellen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass einige der Klappen zwar stabil, aber wirklich schwierig zu öffnen sind, da sie klein und von sehr ungeraden Kanten umrandet sind.

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Veröffentlicht am 05.04.2025

Sonne, Meer und Chaos auf dem kleinen Inselferienhof

Der kleine Inselferienhof
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Levke lebt schon seit vielen Jahren nicht mehr auf Langeoog, denn nach einer herben Enttäuschung hat sie die Insel Hals über Kopf verlassen. Zurückgelassen hat sie aber nicht nur ihren Ex-Freund Jasper, ...

Levke lebt schon seit vielen Jahren nicht mehr auf Langeoog, denn nach einer herben Enttäuschung hat sie die Insel Hals über Kopf verlassen. Zurückgelassen hat sie aber nicht nur ihren Ex-Freund Jasper, sondern auch ihre Eltern und den Inselferienhof, der ihrer Familie gehört. Seither war sie kaum auf der Insel und hat das Leben dort auch nicht vermisst, denn sie hat in Zürich ihre Karriere als Hotelmanagerin vorangebracht. Als aber ihre Schwester Silka nicht nur eine Nachricht sendet, sondern gleich anruft, weiß Levke, dass sie dringend auf Langeoog gebraucht wird und nimmt ihren Jahresurlaub, um der Familie zu helfen. Der erste Eindruck der Pension und der chaotischen Verhältnisse zwischen den Eltern ist noch schlimmer als erwartet. Levke packt gleich mit an und macht einen Plan, um den Pensionsbetrieb wieder anzukurbeln und Ordnung in das Durcheinander zu bringen. So leicht wird es ihr aber nicht gemacht und schließlich wird der Urlaub doch ein wenig länger als geplant...

Fenna Janssen hat mit diesem Roman ihre Reihe "Liebe, Glück und Sonnenschein", die auf der ostfriesischen Insel Langeoog spielt, nun um einen sechsten Band erweitert. Hier dreht sich alles um Levke, die nach vielen Jahren auf die Insel zurückkehrt und sich schneller wieder dort wohlfühlt, als sie es erwartet hätte. Doch natürlich dreht sich die Handlung nicht nur um Levke und ihre Rückkehr, sondern auch um den Ferienhof der Familie, den attraktiven und sehr geheimnisvollen Luca, die Geschehnisse aus der Vergangenheit, die immer noch zwischen Silka und Levke stehen und die chaotischen, aber liebenswürdigen Mitglieder der Familie Dirks. So bleibt der Roman durchweg unterhaltsam und kurzweilig.

Als ich den Roman angefangen habe zu lesen, wusste ich noch nicht, dass es noch fünf Vorgängerbände gibt. Das war aber nicht schlimm, denn obwohl alle Pärchen aus den vorherigen Romanen Anteil an der Handlung haben, werden sie ausreichend vorgestellt, sodass die wichtigsten Fakten über sie bekannt sind. Trotzdem bin ich nun neugierig auf die anderen Teile der Reihe und werde diese mit Sicherheit auch noch lesen. Ich hatte während dem gesamten Buch immer gute Laune und habe das Lesen sehr genossen, denn die Athmosphäre ist so wunderbar sommerlich und fühlt sich nach Urlaub und Entspannung an. Das passte für mich perfekt und ich hatte tolle Lesestunden! Allerdings vermisse ich nun die Nordsee und vorallem Langeoog sehr, denn ich war erst im vergangenen Sommer dort und fand es wunderschön!

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