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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2025

Ungewöhnlich

Shark Heart
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"Shark Heart" ist zweifellos ein sehr ungewöhnlicher Roman. Emily Habeck wagt etwas Anderes: eine Liebesgeschichte, die sich mit der Frage beschäftigt, was Menschsein bedeutet und das anhand eines bizarren ...

"Shark Heart" ist zweifellos ein sehr ungewöhnlicher Roman. Emily Habeck wagt etwas Anderes: eine Liebesgeschichte, die sich mit der Frage beschäftigt, was Menschsein bedeutet und das anhand eines bizarren Vorfalls indem ein Mann sich langsam in einen weißen Hai verwandelt. Der Mut zur Metapher ist beeindruckend, doch nicht jeder Aspekt dieser Geschichte funktioniert so, wie er vielleicht gemeint war.

Die Beziehung zwischen Lewis und Wren wird zu Beginn sensibel und atmosphärisch erzählt. Die Idee, körperliche Veränderung als Sinnbild für Verlust, Krankheit oder emotionale Entfremdung zu nutzen, ist stark. Doch im weiteren Verlauf verliert der Roman an Fokus.Manchmal wirkt das Ganze eher konstruiert und unlogisch.

Auch sprachlich schwankt das Buch zwischen fließen und atmosphärisch und stellenweise zu überladen. Wren als Figur bleibt faszinierend, aber schwer greifbar. Ihr innerer Konflikt ist nachvollziehbar, doch ihre Rückblenden und Beziehungen verlieren sich teilweise in einem Nebel aus Symbolik, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet.

"Shark Heart" ist ein etwas anderes Debüt, das mit einer außergewöhnlichen Idee aufwartet, aber nicht immer die emotionale Klarheit und Struktur findet, die nötig wären, um wirklich zu berühren.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Ein toller Titel für einen Sommerabend

Die Hummerfrauen
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"Die Hummerfrauen" von Beatrix Gerstbeger verspricht vieles: eine bewegende Geschichte über weibliche Solidarität, eine zweite Chance für die Liebe und eine bildstarke Kulisse vor der rauen Küste Maines. ...

"Die Hummerfrauen" von Beatrix Gerstbeger verspricht vieles: eine bewegende Geschichte über weibliche Solidarität, eine zweite Chance für die Liebe und eine bildstarke Kulisse vor der rauen Küste Maines. Tatsächlich gelingt der Autorin hier ein toller Roman mit überzeugenden Figuren, doch bei aller Stärke bleibt nicht alles ohne Schwächen.

Die Autorin beherrscht es besonders gut den Schauplatzes lebendig werden zu lassen. Die Inselwelt, das Hummerfischerdorf, das raue Wetter, die salzige Luft – all das wirkt authentisch und stimmungsvoll. Man glaubt beinahe, selbst barfuß über das nasse Deck zu laufen oder mit den Fischerinnen den ersten Kaffee am Hafen zu trinken.

Auch die Hauptfiguren, insbesondere Ann und Julie, sind kraftvoll gezeichnet. Sie tragen die emotionale Wucht der Geschichte und sind das Herzstück des Romans. Ihre Dialoge sind authentisch, ehrlich, manchmal bitter – aber nie platt. Besonders Ann mit ihrer zurückhaltenden Lebenserfahrung wirkt lange nach und steht für eine weibliche Resilienz, die selten so unsentimental erzählt wird.

Trotz der Atmosphäre fällt auf, dass die Handlung insgesamt recht vorhersehbar verläuft und vor sich hin plätschert. Man ahnt früh, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Auch die Lebensgeschichten der drei Frauen wirken nach der Hälfte des Buches etwas eintönig und langweilig.

Gerade die Liebesgeschichte zwischen Mina und Sam bleibt im Vergleich zu den vielschichtigen Frauenfiguren eher flach. Die emotionale Tiefe, die zwischen Ann, Julie und Mina so überzeugend gelingt, springt bei Mina und Sam nicht in gleicher Weise über. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, bildreich und insgesamt angenehm zu lesen.

"Die Hummerfrauen" ist ein tolles Buch für einen lauen Sommerabend. Jedoch sollte man sich nicht zu viel erhoffen, da der Roman keine große Spannung bietet.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Es war ok

King's Maker - Triple Crown 02
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„Kings Maker: Triple Crown 2“ bietet eine spannende Grundidee mit politischem Potenzial und fantastischen Elementen, bleibt in der Umsetzung aber stellenweise hinter den Erwartungen zurück. Nach dem Triumph ...

„Kings Maker: Triple Crown 2“ bietet eine spannende Grundidee mit politischem Potenzial und fantastischen Elementen, bleibt in der Umsetzung aber stellenweise hinter den Erwartungen zurück. Nach dem Triumph ihrer Revolution setzen Wolfgang und Soohyuk alles daran, das Reich zu stabilisieren – doch der Weg ist steinig, denn die einst mächtige königliche Magie ist verschwunden.

Die Reise zu den Drachen, um Antworten zu finden, ist ein starker erzählerischer Aufhänger, wird aber nicht durchgängig packend umgesetzt. Zwar gibt es interessante Ansätze, insbesondere durch die Konfrontation mit den verstoßenen Söhnen des früheren Königs, doch wirkt das Storytelling mitunter gehetzt und die Charakterentwicklungen bleiben teils oberflächlich.

Optisch überzeugt der Webtoon nach wie vor mit aufwendigen Zeichnungen, eleganten Kostümen und eindrucksvoller Mimik. Emotional fehlt allerdings oft die Tiefe, die Teil 1 noch mit subtiler Spannung und intensiven Momenten zwischen Wolfgang und Soohyuk aufbauen konnte.

„Triple Crown 2“ ist kein schlechter Webtoon – aber einer, bei dem man spürt, dass er zwischen politischem Drama, Magie-Fantasy und persönlicher Beziehung mehr Harmonie hätte finden können. Für Fans der Reihe dennoch ein solides Weiterlesen, für Neueinsteiger eventuell ein schwieriger Einstiegspunkt.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Göttergeschichten

Blood of Hercules
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Der Klappentext verspricht viel: eine gefährliche Welt voller Ungeheuer, eine Heldin wider Willen, göttliche Intrigen und eine Ausbildung, die an die Grenzen des Erträglichen geht. Und tatsächlich beginnt ...

Der Klappentext verspricht viel: eine gefährliche Welt voller Ungeheuer, eine Heldin wider Willen, göttliche Intrigen und eine Ausbildung, die an die Grenzen des Erträglichen geht. Und tatsächlich beginnt die Geschichte um Alexis mit Tempo und Dramatik. Die Idee, eine scheinbar gewöhnliche junge Frau in eine brutale Kriegsakademie mitten in den Dolomiten zu schicken, ist spannend und erinnert an eine düstere Mischung aus Percy Jackson, Gladiator und Dark Academia.

Alexis selbst ist zu Beginn eine interessante Figur – keine geborene Heldin, sondern eine, die ums Überleben kämpft. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr verliert sie an Tiefe. Ihre Entwicklung zur erbarmungslosen Kriegerin geht rasant und teilweise unglaubwürdig vonstatten. Emotionale Konflikte werden oft nur angerissen, und ihre Entscheidungen wirken manchmal eher wie Plotmittel als nachvollziehbare Charakterentwicklung. Und das größte Manko, wo ich kurzzeitig das Buch abbrechen wollte. Die Story spielt in der heutigen Zeit und hat wenig mit der Antike zu tun.

Die Welt, in der sich Alexis bewegt, ist voller faszinierender Ideen: Unsterblichkeit, mythologische Figuren, eine Akademie für zukünftige Kriegerinnen und Krieger. Doch genau hier liegt auch eine Schwäche: Zu viele Elemente drängen gleichzeitig ins Rampenlicht. Zwischen göttlichen Prüfungen, tödlichem Training, Intrigen, Liebesdreiecken (oder besser: -vierecken) und düsteren Geheimnissen verliert sich die Geschichte manchmal in ihrem eigenen Übermaß. Weniger wäre hier mehr gewesen – insbesondere im Hinblick auf die vielen attraktiven, aber oft stereotyp gezeichneten Männerfiguren.

Der Schreibstil ist flüssig und teilweise sehr bildhaft, was die Kämpfe und Trainingsszenen gut zur Geltung bringt. Allerdings driftet die Sprache gelegentlich ins Überdramatische ab – besonders bei den romantischen Szenen, die mehr auf körperliches Begehren als auf echte emotionale Tiefe setzen. Wer Enemies-to-Lovers-Dynamiken und knisternde Spannung zwischen Heldin und geheimnisvollen Männern liebt, wird hier fündig – auch wenn die Beziehungen teils konstruiert wirken.

Ein düsteres Romantasy-Abenteuer mit viel Action, sinnlicher Spannung und einem starken Setting. Leider verliert sich die Geschichte stellenweise in zu vielen Motiven, flachen Nebenfiguren und einer Heldin, deren Entwicklung mehr erzählt als wirklich erlebbar gemacht wird.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

Leider etwas langweiliger als der Vorgänger

Very Bad Company
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"Very Bad Company" von Emma Rosenblum bietet auf den ersten Blick alles, was ein perfekte Strandlektüre braucht: ein luxuriöses Setting, Glamour, Intrigen und eine Prise Gefahr. Nach ihrem Erfolg mit "Bad ...

"Very Bad Company" von Emma Rosenblum bietet auf den ersten Blick alles, was ein perfekte Strandlektüre braucht: ein luxuriöses Setting, Glamour, Intrigen und eine Prise Gefahr. Nach ihrem Erfolg mit "Bad Summer People" legt Rosenblum einen weiteren unterhaltsamen Roman vor, der sich leicht und schnell lesen lässt, jedoch auch mit einigen Schwächen daherkommt.

Im Zentrum steht Caitlin Levy, die neu bei dem erfolgreichen Start-up Aurora anfängt und schnell merkt, dass hinter der glitzernden Fassade aus Geld, Macht und exzentrischem Lifestyle dunkle Geheimnisse und gefährliche Spannungen lauern. Als eine Kollegin plötzlich verschwindet und der millionenschwere Verkauf des Unternehmens auf dem Spiel steht, eskaliert die Situation.

Der Roman punktet mit einem rasanten Erzähltempo, unterhaltsamen Dialogen und einem lebendigen Setting, welche jedoch die Charakterentwicklung etwas schleifen lässt. Besonders gelungen ist die Darstellung der toxischen Dynamiken innerhalb des Unternehmens, die stellenweise satirisch überspitzt wirken. Allerdings bleiben viele der Charaktere recht oberflächlich, und wirkliche emotionale Tiefe entwickelt sich nur selten. Einige der Twists sind vorhersehbar, und trotz des dramatischen Grundplots fehlt gelegentlich die echte Spannung, die einen richtig fesseln würde.

"Very Bad Company" eignet sich hervorragend als leichte Sommerlektüre – perfekt für einen entspannten Nachmittag am Strand oder Pool. Wer jedoch ein Fan vom Vorgänger-Roman war, könnte hier etwas enttäuscht werden.

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