Ungewöhnlich
Shark Heart"Shark Heart" ist zweifellos ein sehr ungewöhnlicher Roman. Emily Habeck wagt etwas Anderes: eine Liebesgeschichte, die sich mit der Frage beschäftigt, was Menschsein bedeutet und das anhand eines bizarren ...
"Shark Heart" ist zweifellos ein sehr ungewöhnlicher Roman. Emily Habeck wagt etwas Anderes: eine Liebesgeschichte, die sich mit der Frage beschäftigt, was Menschsein bedeutet und das anhand eines bizarren Vorfalls indem ein Mann sich langsam in einen weißen Hai verwandelt. Der Mut zur Metapher ist beeindruckend, doch nicht jeder Aspekt dieser Geschichte funktioniert so, wie er vielleicht gemeint war.
Die Beziehung zwischen Lewis und Wren wird zu Beginn sensibel und atmosphärisch erzählt. Die Idee, körperliche Veränderung als Sinnbild für Verlust, Krankheit oder emotionale Entfremdung zu nutzen, ist stark. Doch im weiteren Verlauf verliert der Roman an Fokus.Manchmal wirkt das Ganze eher konstruiert und unlogisch.
Auch sprachlich schwankt das Buch zwischen fließen und atmosphärisch und stellenweise zu überladen. Wren als Figur bleibt faszinierend, aber schwer greifbar. Ihr innerer Konflikt ist nachvollziehbar, doch ihre Rückblenden und Beziehungen verlieren sich teilweise in einem Nebel aus Symbolik, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet.
"Shark Heart" ist ein etwas anderes Debüt, das mit einer außergewöhnlichen Idee aufwartet, aber nicht immer die emotionale Klarheit und Struktur findet, die nötig wären, um wirklich zu berühren.