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Veröffentlicht am 29.04.2025

Ein ehrliches, kraftvolles Buch über Selbstsabotage und persönliches Wachstum

The Mountain Is You
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„The Mountain is You“ von Brianna Wiest zählt für mich zu den eindrucksvollsten Selbsthilfebüchern, die ich je gelesen habe – und ich kann es wirklich jedem ans Herz legen. Die Autorin schafft es, auf ...

„The Mountain is You“ von Brianna Wiest zählt für mich zu den eindrucksvollsten Selbsthilfebüchern, die ich je gelesen habe – und ich kann es wirklich jedem ans Herz legen. Die Autorin schafft es, auf ehrliche, authentische und zugleich fundierte Weise, tiefgreifende Lebensweisheiten zu vermitteln. Seite für Seite fühlt man sich ermutigt, über sich selbst hinauszuwachsen – den metaphorischen Berg zu erklimmen, der oft nur aus den eigenen inneren Blockaden besteht.

Lange habe ich das Buch nicht angefangen – es sah zwar schön im Regal aus, aber ich wusste, dass es mich mit unbequemen Wahrheiten konfrontieren würde. Denn Wiest benennt glasklar, wie Selbstsabotage beginnt und in welchen Mustern wir uns selbst im Weg stehen. Die ersten 50 Seiten fielen mir zunächst etwas schwer, da ich mich erst wieder in den sachlichen Stil einfinden musste. Aber Seite für Seite lernt man immer mehr über sich selbst.

Der Schreibstil ist angenehm und zugänglich – fast so, als würde die Autorin zu einem vertrauten Freund sprechen. Gleichzeitig ist die Struktur klar und durchdacht, und die Inhalte basieren auf einem tiefen psychologischen Verständnis. Es gibt so viele Aha-Momente, dass man das Buch am liebsten mit einem Marker in der Hand lesen möchte.

Im Laufe der Zeit freut man sich regelrecht auf jedes neue Kapitel, weil man weiß: Es wird wieder ein Stück Klarheit bringen. Oft werden Themen angesprochen, die einem erst beim Lesen bewusstwerden – und genau darin liegt die große Stärke dieses Buches. Noch bevor man an die Umsetzung geht, öffnen sich bereits die Augen für tiefsitzende, unbewusste Muster, die bislang unerkannt geblieben sind.

Das zentrale Thema des Buches ist die Selbstsabotage zu überwinden – jenes paradoxe Verhalten, mit dem wir uns selbst im Weg stehen, obwohl wir uns Veränderung und Glück wünschen. Wiest beschreibt, wie diese Muster entstehen, warum sie oft aus unbewussten Schutzmechanismen stammen und wie man sie nachhaltig auflösen kann. Dabei nennt sie auch oft Beispiele, mit denen ich mich identifizieren konnte und erklärt, diesen Beispielen von Selbstsabotage auch im Anschluss direkt.

Das Buch ist klar strukturiert und gliedert sich in mehrere thematischen Kapitel: Beginnend mit der Definition und Entstehung von Selbstsabotage, führt Wiest über die Entwicklung emotionaler Intelligenz hin zu konkreten Strategien der Selbstheilung und Neuorientierung. Dabei vermittelt sie nicht nur psychologisches Wissen, sondern auch praktische Impulse zur Selbstreflexion.

Besonders stark ist das Buch in seiner Mischung aus Klarheit und Empathie. Wiest schreibt direkt, aber stets wertschätzend – und schafft es, komplexe innere Prozesse verständlich zu machen. Man lernt unglaublich viel über das Gehirn und die Einstellung des Menschen. Im Laufe der Kapitel geht es darum, innere Blockaden zu erkennen, sich von alten Denk- und Verhaltensmustern zu lösen und den eigenen „Berg“ zu überwinden – also die Hürden, die man sich selbst aufgebaut hat.

Im letzten Teil des Buches richtet sich der Blick in die Zukunft: Wie kann man ein Leben gestalten, das nicht von Angst, sondern von innerer Klarheit und bewussten Entscheidungen geprägt ist? Wie erschafft man ein neues Selbstbild, das auf Selbstvertrauen und Eigenverantwortung basiert?

Besonders eindrucksvoll war für mich das Kapitel über das Loslassen. Brianna Wiest zeigt auf, dass Loslassen nicht bedeutet, krampfhaft zu vergessen oder sich zum „Nicht-mehr-Denken“ zu zwingen. Es geschieht vielmehr in dem Moment, in dem man einen ersten Schritt in ein neues Leben wagt. Diese Erkenntnis hat sich tief bei mir eingeprägt – weil sie nicht nur logisch, sondern auch unglaublich befreiend ist.

Das Buch vermittelt Hoffnung und macht Mut. Nach dem Lesen fühlte ich mich bestärkt und zuversichtlich, dass es wirklich möglich ist, persönliche Träume und Ziele zu verwirklichen. Dabei wird klar: Niemand außer einem selbst kann diesen Weg gehen. Der Schlüssel zur Veränderung liegt nicht im Außen, sondern in der Entscheidung, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.

The Mountain is You steckt voller augenöffnender Zeilen, die zum Nachdenken anregen und oft noch lange nachwirken. Ich weiß schon jetzt, dass ich viele Passagen immer wieder nachlesen werde – weil die Themen Tiefe haben und man sich ihnen mit der Zeit auf neue Weise nähern kann.

Auch wenn man nicht am nächsten Tag als völlig neuer Mensch aufwacht oder sofort alles umsetzt, verändert das Buch auf eine subtile, aber nachhaltige Weise das eigene Denken. Es schafft Bewusstsein für Entwicklung, Selbstverantwortung und innere Klarheit – und das ist der erste Schritt zu echter Veränderung.

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Veröffentlicht am 15.04.2025

Ehrlich und authentisch!

That Girl
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Gabriella Santos de Lima trifft mit That Girl den Nerv einer Generation, die zwischen Selbstinszenierung, Leistungsdruck und dem Wunsch nach Perfektion balanciert. In ihrem Roman erzählt sie von Tess Raabe, ...

Gabriella Santos de Lima trifft mit That Girl den Nerv einer Generation, die zwischen Selbstinszenierung, Leistungsdruck und dem Wunsch nach Perfektion balanciert. In ihrem Roman erzählt sie von Tess Raabe, einer Influencerin, deren Leben auf den ersten Blick beneidenswert scheint – erfolgreich und sichtbar.

Handlung: Tess Raabe lebt das perfekte „That Girl“-Leben und teilt es mit ihrer Community. Schön, scheinbar authentisch schreibt sie Bücher über Tinderdates und predigt Selbstliebe.

Doch der Druck, jederzeit performen zu müssen – sportlich, diszipliniert, inspirierend –, zermürbt sie. Doch als sie Leo begegnet, gerät ihr Selbstbild ins Wanken. Er ist charmant, unberechenbar – und bringt alles durcheinander, was Tess bisher über sich selbst glaubte. Plötzlich steht eine Frage im Raum, die sie lange verdrängt hat: Wer ist sie wirklich – und was hat die Liebe damit zu tun?

Meinung: Santos de Lima gelingt es, mit literarischer Klarheit und emotionaler Tiefe die Widersprüche einer Generation zu beleuchten, die alles sein will – und sich dabei oft verliert. That Girl ist ein Buch über Kontrolle und Kontrollverlust, über weibliche Selbstbilder und über den schwierigen, aber lohnenden Weg zurück zur eigenen Stimme.

Gabriella Santos de Limas besondere Erzählweise und ihr Schreibstil enttäuschen nie. Ich wusste bereits, bevor ich ihren neuen Roman That Girl gelesen habe, dass dieser grandios wird. Ich habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen. Aber ich hätte nie gedacht, dass es mich so sehr zum Nachdenken anregt und mir so viel bewusst macht.

Santos de Lima fesselt mit ihrer Handlung. Hinter nahezu jedem fünften Satz steckt eine Message – dieses Buch ist einfach so ehrlich und entwickelt sich zu so viel mehr. Es wird so vieles hinterfragt und kritisiert – man fühlt sich verstanden. Besonders in Bezug auf das eigene Körperbild, auf Selbstliebe und die Frage, was eigentlich echt ist.

Beim Lesen kamen so viele Emotionen in mir hoch. Die Autorin spricht das aus, was jeder denkt, aber weder wahrhaben noch aussprechen kann. Sie bringt das so authentisch aufs Papier und legt einem nichts anderes als die Wahrheit und Realität vor.

Ich finde es großartig, wie ehrlich sie auch mit sich selbst ist – man merkt, dass da viele persönliche Ansichten mitschwingen. Und ich finde, man muss erstmal so mutig sein, diese zu teilen. Sie thematisiert Feminismus, Körperbild und Perfektion – und mit jedem einzelnen Thema kann man als Frau nur mitfühlen und sich verstanden fühlen.

Sie zeigt mit ihrer Protagonistin Tess das Problem auf, immer wieder nur die perfekte Version von sich selbst anstreben zu wollen. Im Fokus steht Tess’ Leben als „That Girl“ – ihre sich wiederholende Routine. Wie sie Protein-Smoothies trinkt, zum Pilates geht, zum Yoga geht. Es gibt auch immer wieder Einspieler von Kommentaren ihrer Community, sodass man rundum einen Einblick in Tess’ Alltag und ihren Lifestyle bekommt.

Tess scheint zwar perfekt, doch sie denkt ganz anders über sich, als man meinen mag:

„Wenn ich ehrlich bin, habe ich die letzten Jahre damit verbracht, meine Persönlichkeit in eine Marke zu verwandeln. Authentisch, echt und hoffnungsvoll. Genau deshalb filme ich alle paar Wochen meine Körperstellen ab, die die Gesellschaft uns als Makel verkauft. (….) Unter diesen Videos bedankt ihr euch am meisten für meine Offenheit. Meine Authentizität. Doch ich gebe acht, dass ich diese Art von Videos nur selten teile. Ich muss meine Echtheit immer wieder in meine Ästhetik streuen, nicht umgekehrt.“

Beim Lesen kommen so viele persönliche Gedanken und Anregungen in einem selbst hoch, weil man als Frau täglich mit genau diesen Themen konfrontiert wird.

Im Klappentext steht ausdrücklich, dass dies kein Liebesroman ist – und anfangs hatte ich die Sorge, es könne in diese Richtung abdriften. Doch das Buch entzieht sich bewusst allen Klischees. Ein wichtiges Thema ist das Dating in unserer heutigen Generation. Wir alle werden geprägt von Dating-Apps, jede
r hat seine „Tricks“ – man ist theoretisch nur einen Swipe vom Traumpartner entfernt. Könnte man jedenfalls meinen. Gabriella Santos de Lima kritisiert mit klaren Worten unsere Gesellschaft, Social Media und den enormen Druck, alles perfekt inszenieren zu müssen:

„Du darfst das Verhältnis eurer weiblichen und männlichen Energien nämlich nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Trag weiße Kleider und roten Lippenstift. Das macht ihn verrückt, im guten Sinne. Aber bitte habe Ansprüche, immerhin leben wir im 21. Jahrhundert, und du kannst auch Chef sein, wenn du weiblich bist, #girlboss!“

Ihre Gedanken sind echt und ungefiltert. Man fühlt sich als Leser*in durchgehend verstanden. Auch die anderen Charaktere im Buch füllen es mit Leben und haben ihre eigenen Geschichten und Konflikte. Besonders Tess’ beste Freundin Cora ist mir ans Herz gewachsen – sie kehrt immer wieder zu dem Typen zurück, der sie schlecht behandelt und egal wie oft Tess ihr einen Reality Check geben will, sie kann nicht aufhören, ständig seine Bestätigung zu bekommen.

Mich haben die Szenen zwischen den beiden besten Freundinnen sehr ergriffen, weil beide mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben, aber sich in den schweren Zeiten unterstützen. Von dieser schönen, aber nicht perfekten Freundschaft zu lesen, hat mich sehr erwärmt.

Dieses Buch hat mir in vielen Punkten die Augen geöffnet und meinen Horizont erweitert. Es ist keine klassische Liebesgeschichte, in der nach einem Streit, ein Kuss alles wieder gut macht. Dieses Buch zeigt, dass man als Frau lernen muss, Grenzen zu setzen. Dass die Welt nicht immer rosarot ist. Und dass es okay ist, „Nein“ zu sagen.

Denn man gerät immer wieder in diese Spirale: Ich werde nie wieder jemanden finden wie ihn, Er war der Richtige, Wir sind füreinander bestimmt.

Ich bin geflasht von diesem Buch. Noch nie habe ich mich so verstanden gefühlt. Noch nie hat jemand die Gedanken so authentisch und ehrlich ausgesprochen, die jede Frau denkt – aber nicht ausspricht. Ich habe so lange nach einem Roman wie diesem gesucht. Ich habe fast das Gefühl, dieses Buch ist für mich geschrieben worden – wie für viele andere Frauen aus der Generation Z und den Millennials auch.

Feministisch. Authentisch. Echt. Und absolut lesenswert.

Fazit:
Dieses Buch hat mich tief berührt. Es hat mir gezeigt, dass ich meine eigenen Ansprüche nicht kleiner machen muss – weder in der Liebe noch im Leben. Gabriella Santos de Limas Worte haben mich daran erinnert, wie wichtig es ist, sich selbst treu zu bleiben und die eigene Wahrheit auszusprechen – auch wenn es unbequem ist.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Ich hab den Hype jetzt verstanden und liebs!

Elfenthron
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Ich habe mir aufgrund des großen Hypes die Elfentrilogie gekauft – und auch wenn ich während des ersten Bands noch kritisch war, bin ich nun, am Ende der Trilogie, selbst zum großen Fan geworden!

Handlung:
Nach ...

Ich habe mir aufgrund des großen Hypes die Elfentrilogie gekauft – und auch wenn ich während des ersten Bands noch kritisch war, bin ich nun, am Ende der Trilogie, selbst zum großen Fan geworden!

Handlung:
Nach ihrer Verbannung aus dem Elfenreich lebt Jude wieder in der sterblichen Welt – verbittert, enttäuscht, aber nicht gebrochen. Der Verrat von Cardan, der sie zur Königin machte, nur um sie kurz darauf aus dem Reich zu verbannen, hat tiefe Wunden hinterlassen.

Als ihre Zwillingsschwester Taryn überraschend auftaucht und sie bittet, verkleidet als Taryn ins Elfenreich zurückzukehren, beginnt ein gefährliches Spiel. Jude muss sich erneut zwischen politischen Intrigen, tödlichen Feenwesen und ihrer komplizierten Beziehung zu Cardan behaupten.

Im großen Finale steht sie vor der entscheidenden Wahl: Krone oder Herz? Macht oder Liebe? Und kann sie Cardan retten, ohne sich selbst dabei zu verlieren?

Im ersten Band hatte ich noch Schwierigkeiten mit dem Schreibstil und konnte nicht alle Szenen und Intentionen ganz nachvollziehen. Dennoch habe ich weitergelesen – und es wurde mit jeder Seite spannender. Der zweite Teil legt in Sachen Tempo und Intensität deutlich zu, während der dritte Band das packende Finale liefert.

Besonders beeindruckt hat mich Judes Charakterentwicklung. Ihre Gefühle sind glaubhaft und vielschichtig dargestellt. Sie ist stark, entschlossen, aber gegen Ende, als sich alles zuspitzt, erkennt man auch ihre Verletzlichkeit. Die Autorin hat es geschafft, ihre Gedanken, Zweifel und die Reflexion über ihre Herkunft eindrucksvoll zur Geltung zu bringen – das wirkte durchweg authentisch.

Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass die Autorin das so gut hinbekommt – gerade weil ich am Anfang noch sehr am Hype gezweifelt habe.

Was die Beziehung zwischen Cardan und Jude angeht, hätte ich mir im dritten Band tatsächlich noch mehr gemeinsame Szenen gewünscht, um ihre Entwicklung noch greifbarer zu machen. Aber gerade in diesem letzten Teil rückt ihre Verbindung endlich stärker in den Fokus – die Liebesgeschichte gewinnt spürbar an Tiefe.

Ich bin fasziniert davon, wie sehr einen dieses Buch in seine Welt hineinzieht. Man verliert sich darin – alles ist mit so viel Liebe zum Detail beschrieben. Die prachtvollen Kleider, die Speisen, die magischen Orte – man kann sie sich förmlich selbst vorstellen. Ich bewundere Holly Black für ihre Fantasie: all die verschiedenen Elfenarten, magischen Gegenstände und politischen Intrigen.

Rückblickend fand ich einige Ideen und Bezeichnungen im ersten Band noch etwas gewöhnungsbedürftig oder leicht überzeichnet. Doch im dritten Teil dachte ich mir oft: „Wow – woher nimmt sie all diese Einfälle?“ Die Welt ist so komplex, dass man sich ihr nur schwer entziehen kann.

Man muss natürlich sagen: Diese Trilogie lebt auch stark vom Fandom und dem Hype. Das war einer der Hauptgründe, warum ich überhaupt weitergelesen habe – besonders nach Band eins. Allein ein Blick auf Pinterest oder TikTok zeigt die riesige Community, die diese Bücher feiert. Ich habe mir beim Lesen gerne Fanart auf Pinterest angeschaut – auch wenn ich mir die Elfenwelt problemlos selbst vorstellen konnte, war es trotzdem schön, zusätzlich visuell in diese Welt einzutauchen. Ich denke, das erklärt mit, warum diese Bücher so gut ankommen – weil sie in den sozialen Medien von so viel Content begleitet werden.

Ich habe mich in dieser Bubble ein Stück weit verloren – und ich verstehe den Hype jetzt. Tatsächlich hätte ich den ersten Band wahrscheinlich nicht so intensiv weiterverfolgt, wenn ich nicht gewusst hätte, dass es sich um ein gefeiertes Buch handelt. Aber ich bin letztlich froh, dass ich drangeblieben bin. Die Trilogie ist wirklich toll geschrieben – und für mich wurde sie mit jedem Band besser.

Elfenthron ist ein intensiver Abschluss der Trilogie: düster, romantisch und voller Wendungen. Holly Black liefert erneut eine starke, vielschichtige Heldin, politische Ränkespiele und eine Liebesgeschichte, die zwischen Abgrund und Erlösung schwankt. Besonders fesselnd ist Judes Entwicklung – von der machtbesessenen Sterblichen zur klugen, selbstbestimmten Königin.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

Starker zweiter Band mit Intrigen und Machtspielen

Elfenkönig
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Im zweiten Teil der Elfen-Trilogie geht es genauso spannend weiter wie im ersten Band – und erneut entführt Holly Black ihre Leserinnen und Leser in die geheimnisvolle Welt der Elfen.


Handlung: „Elfenkönig“ ...

Im zweiten Teil der Elfen-Trilogie geht es genauso spannend weiter wie im ersten Band – und erneut entführt Holly Black ihre Leserinnen und Leser in die geheimnisvolle Welt der Elfen.


Handlung: „Elfenkönig“ knüpft direkt an die Ereignisse des ersten Teils an und zieht das Publikum noch tiefer in eine Welt voller Gefahren und Intrigen. Jude hat sich an die Macht gekämpft, doch schon bald wird ihr klar: Es ist weitaus schwieriger, an der Spitze zu bleiben, als dorthin zu gelangen.

Besonders kompliziert wird es durch Cardan – inzwischen zwar König, aber alles andere als leicht zu lenken. Zwischen ihm und Jude herrscht ein ständiges Spiel aus Misstrauen, Anziehung und unausgesprochenen Wahrheiten.
Ein intensiver zweiter Band, der politische Intrigen mit emotionaler Spannung und einer toxisch-fesselnden Dynamik zwischen den Hauptfiguren verbindet.

Meinung:
Was im zweiten Teil besonders hervorsticht, ist die enorme Entwicklung, die Jude im Laufe der Geschichte durchläuft. Ihr Charakter unterscheidet sich grundlegend von dem aus dem ersten Band. Dort war sie noch vergleichsweise zurückhaltend – ein gewisses Temperament war zwar schon erkennbar, doch nun tritt eine völlig neue Seite an ihr zutage.

Man spürt, wie sehr ihr die Situation und die Ereignisse zusetzen. Holly Black bringt Judes Emotionen und innere Konflikte eindrucksvoll zur Sprache. Es wird deutlich, dass seit dem Ende des ersten Teils einige Zeit vergangen ist – Jude geht nun viel überlegter und abgeklärter mit brenzligen Situationen um. Diese Entwicklung lässt sich in beiden Bänden sehr gut nachvollziehen.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschehnisse aus der Zwischenzeit etwas ausführlicher thematisiert worden wären – denn beim Einstieg in den zweiten Teil wirkt es, als sei ein ganzes Stück der Handlung ausgelassen worden.
Als zweite Hand des Königs trägt Jude eine immense Verantwortung und lenkt die Geschicke im Hintergrund – während Cardan, der nominelle König, eher eine repräsentative Rolle spielt. Leider erfährt man nur wenig darüber, welche Aufgaben Jude konkret übernimmt. Ihre Aktionen werden meist nur beiläufig erwähnt, sodass es manchmal schwerfällt, den strategischen Zusammenhang zu erfassen – etwa, wenn sie erneut Spione aussendet.

Auch dieser zweite Band fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Kämpfe, Überfälle und Machtspiele ziehen einen unweigerlich in ihren Bann. Es bleibt durchweg unklar, wem man trauen kann – immer wieder überraschen neue Wendungen die Handlung. Gerade diese Unvorhersehbarkeit macht den Reiz aus. Jude erweist sich als klug und misstrauisch – sie zieht laufend neue Schlüsse und bleibt stets wachsam.

Im Vergleich zum ersten Teil wirkt die Sprache reifer und stimmiger. Während ich im ersten Band gelegentlich das Gefühl hatte, dass die Ausdrucksweise zu modern und simpel war – insbesondere bei Jude und Taryn, deren Sprache stark an unsere heutige Welt erinnerte – passt sich der Stil nun deutlich besser dem mittelalterlich anmutenden Elfenreich an.
Auch die Politik erhält im zweiten Band mehr Raum, während überflüssige Beschreibungen, die im ersten Teil noch zahlreich vorhanden waren, reduziert wurden.

Die Beziehung zwischen Jude und Cardan entwickelt sich weiter – endlich beginnt es zwischen ihnen zu knistern. Dennoch bleibt der Fokus eindeutig auf Jude. Zwar gibt es zahlreiche Szenen mit beiden, doch Cardans Innenleben bleibt dabei oft im Hintergrund, was etwas schade ist.

Trotzdem: Man kann Jude für ihren Mut und ihre Entscheidungen nur bewundern. Sie ist nicht perfekt – und genau das macht sie so glaubwürdig. Holly Black hat eine Figur geschaffen, die echt wirkt: Jude trägt nicht nur Gutes in sich – auch Dunkles – und gerade das macht sie so faszinierend.

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Veröffentlicht am 16.01.2024

Ein Muss für jeden!

Die 1%-Methode – Minimale Veränderung, maximale Wirkung
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In dem Buch „Die „1 Methode“ zeigt James Clear inspirierend und sympathisch, wie man Gewohnheiten ganz einfach beibehält. Dabei ist dieses Buch mehr als nur eine stumpfe Anleitung, sondern viel mehr motiviert ...

In dem Buch „Die „1 Methode“ zeigt James Clear inspirierend und sympathisch, wie man Gewohnheiten ganz einfach beibehält. Dabei ist dieses Buch mehr als nur eine stumpfe Anleitung, sondern viel mehr motiviert James Clear einen mit seinen Worten und lässt sich einen im Klaren werden: „Du kannst es schaffen, wenn du nur willst und dein System änderst!“

In seinem Buch macht James Clear einem zunächst klar, wie wichtig Gewohnheiten sind. Das kann einem vorher schon einleuchtend gewesen sein, wenn man sich ansatzweise mit dem Thema beschäftigt hat. Vor allem ich bin durch Instagram davon geprägt, dass „daily habits“ von großer Bedeutung sind, aber durch dieses Buch bin ich nochmal tiefer in die Thematik eingetaucht, warum das überhaupt so ist.
Mithilfe von 4 Gesetzen zeichnet James Clear ein Bild, inwieweit uns Gewohnheiten beeinflussen, wieso sie wichtig sind und was eine gute Gewohnheit für Eigenschaften haben muss, dass man sie umsetzt. In diesen vier Gesetzten lernt man, dass die Gewohnheit sowohl offensichtlich und attraktiv sein muss als auch einfach und befriedigend. Diese Gesetzte beinhalten jeweils noch Unterkapitel, die sich mit Beispielen, Studien, Geschichten und Erzählungen füllen.
Meistens beginnt der Autor jedes Kapitel mit einem Beispiel, welches zunächst nicht genau darauf hinweist, was es damit auf sich hat, anschließend bezieht er dieses Beispiel auf seine Fakten und erklärt anschaulich und logisch, wie diese Geschichte oder Studie mit seiner Aussage zusammenhängt.

In der 1% Methode hat man viele Einblicke in interessante Leben von verschiedenen Menschen bekommen: von schachspielenden Mädchen, bis hin zu erfolgreichen Sportlern und Wissenschaftlern. Diese Schicksale und Beispiele haben mich inspiriert und ließen sich gut lesen.
Durch viele Statistiken, Tabellen und Aufzeichnungen stellt er seine Äußerung nochmal bildlich da. Die 1% Methode vereint wissenschaftliche, menschliche und ethische Punkte auf perfekte Art und Weise, weshalb sie für absolut jeden geeignet ist, der sowohl Motivation als auch Wissen braucht, um sich endlich ändern zu können. Nach diesem Buch gibt es keine Ausreden mehr!

Mir ist im Nachhinein noch so vieles klar geworden und viele Gedankengänge und Thesen haben mich von dem Buch begleitet. Ich habe den Inhalt und die Tipps im Gedankengang immer direkt auf mein eigenes Leben beziehen können.
James Clear erzählt authentisch und mit viel Herz, wie man sein Leben umkrempeln kann, wenn man nur bereit dazu ist. Er geht auf Augenhöhe mit dem Leser, indem er selbst immer mal wieder seine Erfahrungen einbindet und die Probleme, die der Leser vermutlich bei der Umsetzung haben könnte, aufgreift.

Ich habe beim Lesen dieses Buchs mich immer selbst nach einem Kapitel gepusht, es genauso so beizubehalten und die Motivation steigt, alle Ratschläge und Tipps in die Tat umzusetzen.
Das liegt nicht zuletzt an den aufbauenden Worten des Autors und daran, wie simpel aber gleichzeitig stark seine Worte sind. Einige Kapitel und Fakten haben mich ehrlich die Augen geöffnet.
James Clear berücksichtigt auch die wiederstrebende und gemütliche Seite des Menschen, macht aber immer wieder Mut und treibt den Leser an sich durchzusetzen und für seine Ziele zu kämpfen. Dieses Buch macht deutlich, dass du über dein Leben und deine Identität entscheidest, es kommt nur darauf an, wie du deinen Alltag gestaltest und wie viel Willenskraft du hast. Er macht klar was für eine wichtige Rolle Umfeld und Mitmenschen dabei spielen, ein Ziel umzusetzen. Viel mehr der Weg ist das Entscheidende.
Besonders gefallen hat mit dem letzten Teil des Buchs: „Taktiken für Fortgeschrittene“, daher ist dieses Buch definitiv für jedermann etwas und nicht nur für Leute, die noch am Anfang stehen.

Nach diesem Buch wird kein Leser jemals wieder eine Ausrede finden, warum man schlechte Gewohnheiten nicht loswerden könnte und warum man nicht endlich seine Ziele verfolgen sollte. Es ist meiner Meinung nach ein Muss in jedermanns Bücherregal!
Ich hatte unglaublich Spaß beim Lesen und habe mich immer gefreut, einige Stunden mit dem Buch verbringen zu können. Dieses Buch macht süchtig und es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich diesen hilfreichen Ratgeber lese. Es sind neben den logischen Schritten, Anleitungen und Fakten, auch seine motivierenden Worte, mit denen er immer wieder einwendet, dass es nicht viel braucht eine Gewohnheit anzueignen.

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