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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.05.2025

Ein guter Thriller, aber mir nicht spannend genug und zudem vorhersehbar.

Das perfekte Kind
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Eigentlich ein wirklich guter Thriller. Das „Problem“ ist nur, dass mir der thrill gefehlt hat. D. h. der Roman war interessant und auch kurzweilig, aber so richtig spannend fand ich ihn nicht, denn im ...

Eigentlich ein wirklich guter Thriller. Das „Problem“ ist nur, dass mir der thrill gefehlt hat. D. h. der Roman war interessant und auch kurzweilig, aber so richtig spannend fand ich ihn nicht, denn im Grunde war fast alles vorhersehbar. Die Auflösung war auch OK, gewundert hat sie mich allerdings nicht.

Allein das Thema, dass ein 6-jähriges Kind imstande ist, sich wie ein Dämon aufzuführen und den Eltern das Leben derart zur Hölle zu machen, liest man auch nicht alle Tage. Was da passiert, ist schon ziemlich befremdlich und krank und man kann und will es sich einfach nicht vorstellen, dass ein kleines Mädchen so sein kann.

Janie wird mit schwersten Misshandlungen ins Krankenhaus eingeliefert. Hannah und Christopher arbeiten dort und nehmen sich ihrer an. Da das Paar keine Kinder bekommen kann und eh über eine Adoption nachdenkt, scheint Janie wie ein Geschenk des Himmels zu sein. Freilich ahnt das Paar nicht, wen sie sich da ins Haus geholt haben und welche Ausmaße Janies Taten noch annehmen werden.

Während Christopher die Kleine stets in Schutz nimmt, fühlt sich Hannah in ihrer Ehe überhaupt nicht mehr gesehen. Er schenkt ihr weder Glauben noch Gehör. Die Tragödie nimmt ihren Lauf. Aber stimmt es wirklich, was Hannah über Janie sagt? Oder verliert sie so langsam ihren Verstand?

So richtige Überraschungen und Wendungen gab es wie gesagt für mich nicht, aber der Roman ist gut geschrieben und ich würde ihn auch weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Interessantes, historisches, aber doch stellenweise sehr zähes Zeitzeugnis der Epoche der Aufklärung.

Die Lungenschwimmprobe
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Mit 700 Seiten war dieser historische Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht, durchaus herausfordernd, zumal er natürlich sprachlich an die Zeit um 1680 angepasst und teilweise doch auch sehr langatmig ...

Mit 700 Seiten war dieser historische Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht, durchaus herausfordernd, zumal er natürlich sprachlich an die Zeit um 1680 angepasst und teilweise doch auch sehr langatmig und stellenweise langweilig ist.

Dennoch erkenne ich die viele Arbeit an, die der Autor, der Verlag, die Übersetzer etc. hier reingesteckt haben. Wer Fan historischer Aufzeichnungen, alter Sprache, deutscher Geschichte, medizinischen Praktiken, sowie der Epoche der Aufklärung ist, der ist mit diesem Buch auf jeden Fall gut bedient.

Es hatte durchaus seine spannenden, tragischen und herzzerreißenden Momente. Man hat dem Autor die Liebe zu diesem Fall angemerkt. Es war interessant in diese Zeit einzutauchen, in der Kirchen die Wissenschaft verteufelten, weil sie um ihre Macht und Deutungshoheit Angst hatten.

Es geht um die 15-jährige Anna Voigt vom Gut Greitschütz nähe Leipzig, die eine Totgeburt erlitten hat, der aber vorgeworfen wird, ihr Kind zusammen mit ihrer Mutter umgebracht zu haben. Sie erwartet die Hinrichtung. Doch ihr Vater versucht alles, um sie zu retten und engagiert den Anwalt Christian Thomasius.

Er will mit Hilfe des angesehen Dr. Schreyers und seiner sog. Lungenschwimmprobe beweisen, dass das Kind nie gelebt hat. Aber die Theologen und Richter wollen von diesem neumodischen Unsinn nichts wissen.

Der Verfall von Anna und Zerfall der gesamten Familie Voigt, was ihnen angetan wird, diese ganze Ungerechtigkeit und das barbarische Verhalten, ist natürlich sehr tragisch und nicht schön zu lesen. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Ein gut geschriebener, unterhaltsamer Spukhaus-Psychothriller.

Jennas Fluch
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JENNAS FLUCH ist ein solider, ganz gut geschriebener Spukhaus-Psychothriller, der mich zwar nett unterhalten, aber keine Begeisterungsstürme in mir ausgelöst hat. Die Auflösung war in Ordnung und der Roman ...

JENNAS FLUCH ist ein solider, ganz gut geschriebener Spukhaus-Psychothriller, der mich zwar nett unterhalten, aber keine Begeisterungsstürme in mir ausgelöst hat. Die Auflösung war in Ordnung und der Roman punktet natürlich mit diesem Irrenanstalt-Setting in Inverness. Die Story ist konstant dynamisch, sodass keine Längen bzw. Langeweile entsteht. Ich würde definitiv noch weitere Bücher der Autorin lesen/hören.

Samantha arbeitet als Journalistin bei einer Zeitung und erhält den Auftrag, über eine verlassene Psychiatrie zu recherchieren, in der es spuken soll und um die sich einige Mythen ranken. Doch bei ihrer Ankunft stößt sie auf harsche Ablehnung. Niemand will mit ihr reden und jeder rät ihr, die Finger von der Story zu lassen.

Als die Immobilienmaklerin Nora ihr das Anwesen zeigt und ihr mitteilt, dass die Anstalt abgerissen wird, sollte sich kein Käufer finden, ist Samantha sofort Feuer und Flamme, denn es wäre der perfekte Ort, um endlich ihren Traum von einer Künstlercommunity zu verwirklichen. Sie hat sich sofort in das Gebäude verliebt und will zudem eh weg aus der Redaktion und ihrem mobbendem Kollegen entfliehen.

Sam nutzt also das Erbe ihrer Tante, zieht dort ein und findet auch prompt ein erstes Mitglied, das sich ihr anschließt. Jedoch schon kurz nach dem Einzug geschehen verstörende Dinge und immer wieder taucht eine ganz bestimmte Puppe auf, die sie eigentlich verbannt hat.

Aber dabei bleibt es nicht. Es kommt zu Todesfällen und gefährlichen Situationen. Ihr bester Freund und ihre heimliche Liebe Finn fängt an, in den Archiven bzw. in der Vergangenheit des Hauses zu recherchieren und kommt dem Rätsel immer mehr auf die Spur, ohne zu Wissen, dass es schon bald um Leben und Tod für ihn und Sam geht.

Zwischendurch gibt es immer wieder Rückblicke in die 60er Jahre und wir erfahren, welche brutalen Methoden an den Patienten ausgeübt wurden.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Englisches Gebirgssetting, schöne Natur und Dialoge. Ein klassischer Cozy-Read, aber nichts Besonderes.

Zwei in einem Leben
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Marnie ist Lektorin, seit 4 Jahren Single und igelt sich am liebsten Zuhause ein. Ihre Freundin Chloe bleibt jedoch hartnäckig und überredet Marnie, mit auf eine Wanderung zu kommen. Natürlich nicht ohne ...

Marnie ist Lektorin, seit 4 Jahren Single und igelt sich am liebsten Zuhause ein. Ihre Freundin Chloe bleibt jedoch hartnäckig und überredet Marnie, mit auf eine Wanderung zu kommen. Natürlich nicht ohne Hintergedanken, denn Chloe lädt u. a. auch Michael und Konrad ein, in der Hoffnung, dass letzterer evtl. mit ihrer Freundin anbändelt.

Michael ist Erdkundelehrer, hat auch eine gescheiterte Ehe hinter sich und versucht sich durch lange Wanderungen von seinem Herzschmerz und anderen inneren Dämonen abzulenken. Eigentlich ist der Plan, dass die anderen Teilnehmer der Reisegruppe bereits nach 3 Tagen wieder abreisen und er seine Wanderung dann alleine fortsetzen kann.

Nie hätte er damit gerechnet, dass Marnie trotz ihrer Zickereien doch noch weiter laufen möchte. Irgendwann sind sie also nur noch zu zweit unterwegs, nähern sich an und führen tiefgründige Gespräche, was dieses Buch natürlich ausmacht.

Die ganze Story ist sehr realistisch, greifbar, aber nicht sonderlich romantisch. Das englische Gebirgssetting, das Wetter, die Hotels und Unterkünfte, boten eine tolle Kulisse für diesen Roman. Jedoch hat mich nichts wirklich berührt. Wir begleiten einfach ein Pärchen in der Natur, lauschen ihren Dialogen und erleben natürlich auch eine Charakterentwicklung.

Das Ende war gut, das Buch ist in sich stimmig und irgendwie cozy. Also sehr gut geeignet, es jetzt im Herbst bei regnerischem Wetter zu lesen. Für mich jetzt kein literarisches Highlight, aber völlig in Ordnung für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

War OK, aber wirklich begeistert bin ich nicht. Klappentext verspricht mehr.

Scandor
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Hmm. Das war jetzt das 2. Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, aber im Gegensatz zu „Die Burg“ hat mir „Scandor“ jetzt nicht wirklich begeistern können. Es war nur OK, blieb m. E. hinter seinen ...

Hmm. Das war jetzt das 2. Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, aber im Gegensatz zu „Die Burg“ hat mir „Scandor“ jetzt nicht wirklich begeistern können. Es war nur OK, blieb m. E. hinter seinen Möglichkeiten zurück und war teilweise auch unkreativ. Vor allem, was die Pseudonyme der 100 Kandidaten betraf, war der Autorin unwürdig. So hießen diese z. B. Butterblume, La La, Engel etc. Also wirklich Kindergartenniveau.

Vom Plot her geht es um ein Experiment, in dem besagte Kandidaten stets die Wahrheit sagen müssen, um nicht auszuscheiden. Der Gewinner erhält 5 Mio. €. Überwacht wird die Ehrlichkeit durch das Scandor-Armband, das zudem die Kandidaten auf dem Laufenden hält, wer noch alles im Rennen ist und ziemlich schwierige Challenges verlangt.

Unsere Hauptprotagonisten Philipp und Tessa geraten eigentlich nur durch Zufall in das Scandor Programm und stellen mit der Zeit fest, dass Einiges nicht mit rechten Dingen zugeht und sich auch ihre Eltern höchst merkwürdig verhalten. Außerdem greifen ihre Konkurrenten zu sehr fiesen Methoden, um die beiden auszuschalten.

Wie schwierig es ist, im Alltag immerzu die Wahrheit sagen zu müssen, hat Ursula Poznanski sehr gut aufgezeigt. Es ist praktisch unmöglich und erschwert das Berufs- und Sozialleben immens. Jedoch war der Roman nicht wirklich spannend, ein bisschen unspektakulär und die Auflösung so la la. Warum das Buch ab 16 J. sein soll, erschließt sich mir im Übrigen überhaupt nicht.

Auch wenn SCANDOR nur mäßig gut war, werde ich weiterhin nach und nach alle Bücher der Autorin lesen. Schließlich kann einem ja nicht alles immer zu 100% gefallen.

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