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Veröffentlicht am 27.12.2025

Authentischer Einblick ins Leben im Problemviertel

Sonne und Beton
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Sonne und Beton war so ein Buch von dem Ich nicht viel erwartet habe, dass mich dann aber doch positiv überrascht hat.

Felix Lobrecht gelingt es, dem Leser das Leben im Block wirklich authentisch näher ...

Sonne und Beton war so ein Buch von dem Ich nicht viel erwartet habe, dass mich dann aber doch positiv überrascht hat.

Felix Lobrecht gelingt es, dem Leser das Leben im Block wirklich authentisch näher zubringen. Greifbar zu machen. Fühlbar. Ohne, dass sich dabei das Bild vom RTL Mittagsprogramm abzeichnet. Man merkt, dass hier jemand schreibt der das porträtierte Leben kennt. Der nichts beschönigen muss, der aber auch keine überspitzte Asozialität darstellen muss, um das Leben noch “härter” wirken zu lassen. Die Geschichte erhält kein unnötiges Drama und das gefällt mir sehr gut.


Auch der Schreibstil gefällt mir in diesem Kontext wahnsinnig gut. Er ist richtig schön platt. Lustig. Ironisch. Geprägt von Slang und Jugendsprache. So wie man dort eben redet. Das macht das Buch nochmal authentischer für mich.

Die Handlung finde ich sehr plausibel. Es geht um vier Jungs im Teenageralter, die ständig scheiße bauen und nun die Schule beklauen wollen. Im Verlauf der Handlung wird schnell deutlich in welchem Widerspruch die Jungs leben. Gefangen zwischen dem Verlangen aus dem Block raus kommen wollen und der Notwendigkeit, sich selbst in diesem Kosmos beweisen zu müssen, wenn sie nicht als Fußabtreter benutzt werden wollen.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Inspirierend, was passieren kann, wen man an sich selbst glaubt

Write your own story
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Zugegeben: Ich finde Biographien immer anstrengend zu lesen, ich muss mit dem Kopf immer bei der Sache sein. Aber es hat sich gelohnt.

Wer sich mit deutschem Frauen-Fußball beschäftigt, kommt an Giulia ...

Zugegeben: Ich finde Biographien immer anstrengend zu lesen, ich muss mit dem Kopf immer bei der Sache sein. Aber es hat sich gelohnt.

Wer sich mit deutschem Frauen-Fußball beschäftigt, kommt an Giulia Gwinn nicht vorbei. Vom einzigen Mädchen im Team, bis zur Stammspielerin für Bayern München und zur Kapitänin der deutschen Nationalelf – was Giulia in ihrem jungen Leben bereits erreicht hat ist beeindruckend. In ihrem Buch nimmt sie uns mit und erzählt ihre Geschichte. Ihren Werdegang.

Was mir wahnsinnig gut an dem Buch gefällt, ist das jedes Kapitel mit praktischen Tipps endet. Gwinn teilt echte Learnings. Es sind Tipps, die man schon zigfach gehört hat. Dinge wie: „Hör auf dein Herz“ oder „Glaube an deine Träume“, aber dennoch wirken sie in dem Kontext ihrer eigenen Geschichte noch einmal anders. Greifbarer. Weniger, wie eine plattitüde.

Das gefällt mir und macht die Geschichte irgendwie noch authentischer. Dabei liest sich das ganze Buch ohnehin sehr „echt“. Menschlich.

Sie erzählt nicht nur von den schönen Seiten eines Fußball-Profis, sondern auch von den Ängsten und Sorgen, von den Hindernissen die sie in ihrer Laufbahn umschiffen musste, aber auch von den Dingen, die sie auf dem Weg an die Spitze aufgeben musste. Sie macht sehr deutlich wie wichtig für sie das familiäre und soziale Umfeld ist. Wie viel halt es ihr gibt. Auch wichtige Weggefährten, wie der damalige Bundestrainer Horst Hrubesch, ihre beste Freundin und damalige Mitspielerin Kim Fellhauer oder ihre Mutter Gabi kommen in dem Buch zu Wort. Ihr Ghostwriter Julien Wolff schafft es so, Gwinn als multidimensionale Person greifbar zu machen, die eben viel mehr ist als nur „die Fußballerin“.

Ingesamt kann ich das Buch sehr empfehlen, für junge Frauen die ein weibliches Vorbild suchen. Für Sportbegeisterte und solche, die selbst (Profi) Sport machen (wollen). Für Menschen, die einen besseren Blick auf die private Guili werfen wollen. Für alle die mutig genug sein möchten, ihre eigene Story zu schreiben.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Souveräne F1 Fanfiction mit cozy Charakteren

Drive Me Crazy
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Stellenweiße fühlt sich Drive Me Crazy an, als hätte jemand eine Story über die Formel 1 geschrieben, der nur einmal ein Rennen gesehen hat.

Und trotzdem mochte ich das Buch. Ich würde es wieder lesen. ...

Stellenweiße fühlt sich Drive Me Crazy an, als hätte jemand eine Story über die Formel 1 geschrieben, der nur einmal ein Rennen gesehen hat.

Und trotzdem mochte ich das Buch. Ich würde es wieder lesen. Ich würde es sogar weiterempfehlen. Wichtig ist nur, die Geschichte richtig einzuordnen. Mit der echten Formel-1-Welt hat dieses Buch wenig zu tun. Aber genau das stellt die Autorin ja auch von Anfang an klar.

Die Geschichte wurde erstmalig auf Wattpad veröffentlicht. Und so liest es sich auch. Aber es ist eben auch eine von den guten Fanfictions.

Am besten lässt sich Drive Me Crazy so zusammenfassen: Call Her Daddy trifft auf Formel 1. Eine rrfolgreiche Sport-Podcasterin trifft auf einen grumpy, emotional unnahbaren F1-Piloten mit wenig Lust auf Menschen.Und ja. Ich mag das.

Ich mag generell Grumpy x Sunshine-Tropes, wenn sie gut sind. Und die Dynamik zwischen Ella und Blake ist wirklich gut. Ich habe oft geschmunzelt, wenn die beiden sich mal wieder einen verbalen Schlagabtausch gegeben haben. Die beiden sind süß, freundschaftlich und vor allem total auf Augenhöhe. Es ist ein Slow Burn Roman der sich überraschend authentisch und nahbar anfühlt.

Was mir auch sehr gefallen hat, war der erzählerische Aufbau entlang einer Formel-1-Saison. Die Geschichte spielt fast ausschließlich an Rennwochenenden und der längeren Sommerpause. Dadurch gibt es viele Zeit- und Ortswechsel, was erstaunlich gut zur Dynamik der Geschichte passt. Ehrlich gesagt, stelle ich es mir genau so vor, einen Rennfahrer zu daten.

Drive Me Crazy ist kein realistischer Formel-1-Roman. Aber eine super unterhaltsame sport-romance Geschichte, die man man schnell wegliest. und wirklich Spaß macht.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Ein Wiedersehen mit dem Immergleichen – und genau deshalb besonders

Powerless - Das Spiel
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Verbotene Liebe, tödliche Spiele, ein Mädchen, dass unverschuldet in diese Situation kommt und sich irgendwie durchschlägt. Hat man schon gelesen. Mehrfach. Und zugegeben, genau das hat mich etwas skeptisch ...

Verbotene Liebe, tödliche Spiele, ein Mädchen, dass unverschuldet in diese Situation kommt und sich irgendwie durchschlägt. Hat man schon gelesen. Mehrfach. Und zugegeben, genau das hat mich etwas skeptisch gemacht. Noch so ein Hype-Buch eben. Ich dachte, mich erwartet einfach eine weitere, langweilige Nacherzählung.

Und ja, der Plot ist nicht neu. Aber hier geht’s gar nicht um die Geschichte an sich. Powerless lebt nicht vom Setting. Es lebt von seinen Charakteren. Und wie es das tut!

Die Chemie zwischen den Figuren ist so feinfühlig, so intensiv, so schön, dass ich beim Lesen regelrecht durch die Seiten geflogen bin. Für die Charaktere allein lohnt sich das lesen, das mitfiebern, das mitleiden.

Paedyn, die Protagonistin, ist eine dieser Figuren, die man nicht einfach nur begleitet, sondern wirklich fühlt.

Sie ist stark, verletzlich, klug – und dabei wahnsinnig nahbar. Echt. Die Beziehung zwischen ihr und wirklich jedem einzelnen im Buch erwähnten Charakter wird so gut beschrieben, das man das Gefühl bekommt, selber zu fühlen was Paedyn empfindet. Die Interaktionen zwischen den Personen sind voller unausgesprochener Emotionen – und doch total greifbar. Irgendwie authentisch.

Der Schreibstil macht es einem aber auch unglaublich leicht sich in dem Buch zu verlieren. Es ist leicht zu lesen, etwas, dass man wirklich mal eben wegsnacken kann. Diese emotionale aufgeladene Dynamik macht es packend und spannend, auch wenn es definitiv nicht neu ist. Es gibt nur wenige Überraschungen, das meiste konnte man definitiv vorher bereits erahnen – aber genau das macht das Buch in meinen Augen so gut. Es ist irgendwie so, als würdest du deine Lieblingsserie zum 10x rewatchen. Du schaust sie nicht, weil du etwas neues erwartest oder auf Überraschungen hoffst, sondern, weil es sich anfühlt wie Heimkommen.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Es geht so fesselnd weiter, wie es begonnen hat.

Das Gesetz der Zeit
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"Das Gesetz der Zeit: Die Revolution" ist der zweite Band der Dilogie. Man sollte "Der Funke" unbedingt vorher gelesen haben, denn die Handlung startet unmittelbar dort, wo wir Sophia zuletzt verlassen ...

"Das Gesetz der Zeit: Die Revolution" ist der zweite Band der Dilogie. Man sollte "Der Funke" unbedingt vorher gelesen haben, denn die Handlung startet unmittelbar dort, wo wir Sophia zuletzt verlassen haben. Kein Review passieren lassen, kein Zeit verlieren. Es geht direkt los. Das mochte ich sehr und dennoch brauchte ich ein paar Seiten, um wieder rein zu kommen. Aber dann, war ich wirklich drin.

Was mich bereits an dem ersten Band so gefesselt hat, war der Schreibstil. Ich konnte mir wirklich alles haargenau vorstellen. Wie in einem Film. Und genau das, hatte ich auch beim zweiten Band wieder. Mit Sophia und den anderen die Welt zu retten, hat sich angefühlt, wieder auf alte Freunde zu treffen, die man lange nicht gesehen hat. Ich habe beim lesen das Gefühl, als wäre ich auch ein Irrlicht – ein echter Teil der Geschichte. Mittendrin statt nur dabei quasi.

Ich liebe es, wenn ein Buch mir diese Art von Leseerlebnis bieten kann und daher habe ich auch diesen Band wieder sehr genossen.

Irgendwann in der Mitte des Buches ist mir dann etwas aufgefallen, und ich konnte es nicht mehr ungesehen machen: Wort-Dopplungen. Die gibt es in diesem Band wirklich reichlich. Ganz besonders ist mir eine Szene in Erinnerung geblieben, in der Sophia sich mit Kisten beschäftigt. Gefühlt habe ich auf diesen 3-4 Seiten über 100x das Wort Kiste oder Karton gelesen. Und ab dieser Stelle, ist es mir wirklich jedes Mal aufgefallen und hat mich jedes Mal aufs neue aus meinem Lesefluss gerissen. In meiner Erinnerung, gibt es das beim ersten Band so nicht – da hat es sich insgesamt deutlich runder gelesen.

Zumindest was den Lesefluß angeht, denn den Inhalt fand ich in diesem Band tatsächlich ziemlich rund.

Nahezu alle Fragen, die sich im ersten Band ergeben haben, wurden aufgeklärt. Die Story und der Plot konnten extrem lange spannend und unvorhersehbar gehalten werden. Und während mir im ersten Band die Gesellschaftskritik, die eine Dystopie normalerweiße auszeichnet, ein wenig zu kurz kam, wurde im zweiten Band tatsächlich mehr auf gesellschaftliche Strukturen eingegangen und kritische Fragen gestellt. Das mag ich. Ich mag auch wie die Geschichte weiter- und ausgeht. Ich mag, dass ich so sehr mitfiebern und leiden konnte.

Ich mag sogar das Ende, obwohl ich es gleichzeitig auch nicht mag. Denn irgendwie hat die Geschichte zwei davon.

Okay, Okay. Lasst es mich erklären: Das Buch endet absolut schlüssig und auch so, dass die Geschichte wirklich beendet ist. Kein Cliffhanger. Keine offenen Fragen. Nur Tatsachen. Aber es bleibt dennoch ein Schlupfloch. Etwas, woraus sich ein Spinn off entwickeln könnte, wenn die Autorin es wollen würde. Etwas, womit die Geschichte weitergehen könnte – aber eben absolut nicht müsste. Das Buch ist zu Ende. Die Geschichte ist zu Ende. Und gleichzeitig frage ich mich, ob sie es wirklich ist.

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