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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2025

still und leise kommen die Gefühle auf einen zu

Die Inselschwimmerin
5

Ich habe Die Inselschwimmerin begonnen und war sofort mittendrin. Diese Geschichte fühlt sich nicht an wie ein lauter Roman, der einem seine Dramatik aufdrängt – sie ist leise, warm und geht dabei trotzdem ...

Ich habe Die Inselschwimmerin begonnen und war sofort mittendrin. Diese Geschichte fühlt sich nicht an wie ein lauter Roman, der einem seine Dramatik aufdrängt – sie ist leise, warm und geht dabei trotzdem richtig tief. Die Erzählweise hat etwas Sanftes, fast schon Poetisches, und genau das hat mich direkt berührt.
Was mich wirklich geflasht hat, ist der Aufbau auf drei Zeitebenen. Jede Perspektive hat ihre eigene Stimmung, ihre eigene Spannung. Dadurch wollte ich ständig weiterlesen, um zu begreifen, wie alles zusammenhängt – was passiert ist, was verborgen bleibt, was noch ans Licht kommen muss. Es ist, als würde man ein Puzzle zusammensetzen, bei dem jedes Teil seine eigene Geschichte erzählt.
Die Figuren sind so echt, dass ich oft das Gefühl hatte, direkt neben ihnen zu stehen. Evies Schuldgefühle, ihre Sehnsucht und Zerrissenheit konnte ich fast körperlich spüren. Freyas Kampf um Wahrheit und Verantwortung hat mich sehr berührt, besonders, weil sie das Schweigen über etwas bewahrt, das sie gar nicht selbst zu verantworten hat. Die Eltern – ihr Wunsch nach einem Kind und wie daraus ein Abgrund geworden ist – haben mir beim Lesen manchmal richtig schwer auf der Brust gelegen.
Und dann Olivia. Ein Mädchen, das nie wirklich Liebe bekommen hat und ihr Leben lang danach hungert, gesehen zu werden. Ihr Schmerz ist leise und trotzdem immer da. Aber bei ihr gibt es einfach Dinge, die man nicht schönreden kann.
Dann das Missgeschick – oder besser gesagt: die Reaktion der Eltern darauf – hat mich besonders wütend gemacht. Keine Spur von Mitgefühl, nur Härte. Das war heftig unfair und hat beim Lesen richtig wehgetan.
Was ich richtig schön fand: Das Ende hatte etwas Befreiendes, fast etwas Tröstliches. Auch wenn ich mir insgesamt mehr über die Selkies erhofft hätte – sie hätten ruhig noch präsenter sein dürfen.
Die Inselschwimmerin war für mich ein stilles, aber unglaublich intensives Buch. Kein lauter Knall, sondern ein leises Eindringen unter die Haut – und genau das bleibt viel länger.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 02.05.2025

Gefühle, die ins Herz gehen

Pfotenglück und Sommerwellen
0

Pfotenglück und Sommerwellen hat sich beim Lesen wie ein kleiner Ausbruch aus dem Alltag angefühlt. Keine große Dramatik, kein übertriebenes Tamtam, sondern einfach eine Geschichte, die sich ganz nebenbei ...

Pfotenglück und Sommerwellen hat sich beim Lesen wie ein kleiner Ausbruch aus dem Alltag angefühlt. Keine große Dramatik, kein übertriebenes Tamtam, sondern einfach eine Geschichte, die sich ganz nebenbei ins Herz schleicht. Isalie war mir anfangs fast zu perfekt, zu sehr Social Media, aber mit der Zeit wurde sie nahbarer und echter. Ich mochte, wie sie sich langsam ins Landleben reinfindet, nicht ohne Stolpern, aber mit viel Willen.

Max war erstmal komplett verschlossen und hat mich ein bisschen genervt mit seiner mürrischen Art. Aber dann kamen so kleine Momente, in denen man gemerkt hat, dass da mehr in ihm steckt. Und mittendrin immer Samson. Der große, gemütliche Neufundländer war für mich mehr als nur ein Nebencharakter – irgendwie war er sowas wie der stille Vermittler zwischen den beiden. Wenn Menschen sich zoffen, bleibt er einfach gelassen, stupst mal hier, legt sich mal da hin, schaut mit diesen Blicken, die mehr sagen als Worte. Ohne viel Aufhebens bringt er Ruhe rein, manchmal sogar mehr Verbindung, als die beiden selbst hinbekommen.

Was mir besonders gefallen hat, war die Stimmung im Dorf, das Sommerfest, das Leben auf dem Hof. Beim Lesen hatte ich so oft ein Lächeln auf den Lippen, einfach weil sich vieles so echt und gleichzeitig warm angefühlt hat. Es war ruhig, charmant und trotzdem nicht langweilig. Einfach ein Buch, das man gerne aufschlägt, weil es sich gut anfühlt – so wie ein Spaziergang mit einem Hund wie Samson.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Österreichischer Humor trifft auf Sonntagabend-Tatort

Her mit der Marie
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Das Buch hat sich für mich von Anfang an wie ein kleiner Kurzurlaub nach Österreich angefühlt – und zwar nicht in die Touristenwelt, sondern mitten rein ins echte Dorfleben, wo jeder jeden kennt und trotzdem ...

Das Buch hat sich für mich von Anfang an wie ein kleiner Kurzurlaub nach Österreich angefühlt – und zwar nicht in die Touristenwelt, sondern mitten rein ins echte Dorfleben, wo jeder jeden kennt und trotzdem jeder seine kleinen Geheimnisse hat. Der Humor, die Art, wie die Leute miteinander umgehen, diese manchmal herrlich direkte und trotzdem herzliche Sprache – das hat einfach total Spaß gemacht zu lesen. Ich hatte oft das Gefühl, als würde ich selbst mit am Stammtisch sitzen.

Was ich besonders toll fand: Überall im Buch tauchen österreichische Begriffe und Phrasen auf. Mal ein kurzer Spruch, mal eine ganze Unterhaltung – und genau das macht die Geschichte so unglaublich authentisch. Man merkt einfach, dass hier jemand schreibt, der weiß, wie sich das Leben dort wirklich anfühlt. Und keine Sorge, selbst wenn man nicht jedes Wort sofort versteht, kommt man immer super mit, weil es so charmant eingebaut ist, dass man den Sinn sofort erfasst.

Die Geschichte selbst ist spannend erzählt, voller kleiner und großer Wendungen. Gerade wenn ich dachte, jetzt hab ich den Dreh raus und weiß, worauf das alles hinausläuft, kam wieder etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe. Das hat richtig Spaß gemacht – dieses Miträtseln, Mitfiebern und dann immer wieder überrascht werden. Für mich war das Buch ein Sonntagabend-Tatort in Buchform.

Was ich auch richtig gut eingefangen fand, war, wie sehr sich Menschen verändern können, wenn es plötzlich um Geld geht. So ein Lottogewinn – oder das Gerücht darum – bringt Seiten an den Leuten zum Vorschein, die man im normalen Alltag vielleicht nie gesehen hätte. Man merkt, wie schnell Freundschaften bröckeln können, wenn auf einmal das große Geld lockt, und wie sich Gier und Misstrauen in eine Gemeinschaft einschleichen. Trotzdem schafft es das Buch, bei allem Ernst im Hintergrund, immer eine Leichtigkeit zu bewahren, ohne ins Lächerliche abzurutschen.

Die Charaktere sind sowieso ein Highlight. Besonders Marie ist mir richtig ans Herz gewachsen. Sie ist so eine, die anpackt, aber trotzdem Herz und Humor nicht verliert. Aber auch viele der anderen Dorfbewohner sind einfach so liebevoll gezeichnet, dass ich mir beim Lesen immer wieder dachte: Den oder die würde ich gern mal auf einen Kaffee treffen.

„Her mit der Marie“ hat mich zum Lachen gebracht, zum Miträtseln animiert und manchmal auch ein bisschen nachdenklich gemacht. Eine wunderbar schräge Mischung aus Krimi und Dorfgeschichte, die sich anfühlt wie ein Abend mit guten Freunden – spannend, herzlich und mit echtem Leben gefüllt.

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Veröffentlicht am 20.03.2025

Tieftraurig, aber gleichzeitig voller Wärme und Humor.

Endlosschleifentage
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Ein Buch, das einen nicht so schnell loslässt – und das mit einem Lächeln und einigen Tränen. Man wird direkt ins Geschehen geworfen, ohne langes Vorgeplänkel, und ich wusste sofort: Das hier wird mir ...

Ein Buch, das einen nicht so schnell loslässt – und das mit einem Lächeln und einigen Tränen. Man wird direkt ins Geschehen geworfen, ohne langes Vorgeplänkel, und ich wusste sofort: Das hier wird mir ans Herz gehen. Der Schreibstil? Unglaublich emotional, aber gleichzeitig so humorvoll, dass ich zwischendurch sogar schmunzeln musste. Und dann kam der erste Moment, in dem mir die Tränen in die Augen stiegen – und das Buch hatte noch nicht mal richtig angefangen.

Ich mochte es total, dass David mit Kinga eine beste Freundin hat, die ihm beisteht, auch wenn ihr Umgang mit der Trauer ganz anders ist als seiner. Während sie fast in ihrem Schmerz untergeht, klammert er sich an Ablenkung. Und dann ist da Marie. Anfangs war ich mir nicht sicher, was ich von ihr halten soll – ihre Dynamik mit David wirkte ein bisschen seltsam. Aber mit der Zeit habe ich gemerkt, wie gut sie ihm tut. Und die Szenen mit ihrem Vater? Die haben mich jedes Mal wieder fertig gemacht.

Was mich aber wirklich berührt hat, war die Art, wie das Buch mit Trauer umgeht. Es zeigt, dass es kein „richtig“ oder „falsch“ gibt, sondern nur unterschiedliche Wege, mit einem Verlust klarzukommen. Und genau das macht die Geschichte so echt. Ich hatte nie das Gefühl, dass mir hier irgendwas aufgedrängt wird – es war einfach da, fühlte sich natürlich an, und genau das hat mich so getroffen.

Und dann dieses Ende. Ich sag’s euch, ich hätte mir vorher nie ausmalen können, wie sehr mich diese Geschichte berühren würde, aber es war noch so viel mehr als alles, was ich erwartet hatte. Die kleinen Epiloge der Charaktere haben das Ganze perfekt abgerundet, und dieses letzte, fast versteckte Kapitel? Ein kleiner Lichtstrahl nach all den schweren Momenten.

„Endlosschleifentage“ ist kein Buch, das man einfach so liest und dann weglegt. Es fühlt sich an, als würde es ein kleines Stück bei einem bleiben. Für mich war es wunderschön, traurig, hoffnungsvoll – einfach besonders.

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Veröffentlicht am 11.03.2025

Wohlfühlen in Norddeutschland

Strandkorbbriefe
5

Ich war von Anfang bis Ende begeistert. Der leichte und flüssige Schreibstil sorgt für ein angenehmes Leseerlebnis und verleiht der Geschichte eine entspannte, fast urlaubsähnliche Atmosphäre. Besonders ...

Ich war von Anfang bis Ende begeistert. Der leichte und flüssige Schreibstil sorgt für ein angenehmes Leseerlebnis und verleiht der Geschichte eine entspannte, fast urlaubsähnliche Atmosphäre. Besonders die Küstenkulisse trägt dazu bei, dass man sich beim Lesen entschleunigt fühlt.

Merle ist eine sympathische Protagonistin, die auf den ersten Blick taff wirkt, aber auch mit Unsicherheiten und Ängsten zu kämpfen hat – vor allem in Bezug auf ihren Unfall. Ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte ist realistisch dargestellt. Sie bleibt sich selbst treu, macht aber gleichzeitig Fortschritte, sowohl persönlich als auch beruflich. Besonders ihre humorvolle und unkonventionelle Art im letzten Drittel war ein Highlight und hat ihre Persönlichkeit perfekt widergespiegelt.

Die Dynamik zwischen Merle und Bastian ist spürbar und lebendig. Obwohl von Anfang an klar ist, dass sie zusammenfinden werden, bleibt es spannend, ihnen auf diesem Weg zu folgen. Ihre Gespräche und Schlagabtausche sind unterhaltsam, aber auch ihre Konflikte wirken authentisch. Allerdings war es schwierig nachzuvollziehen, dass Bastian von Merle Vertrauen erwartet, aber selbst kaum etwas preisgeben wollte.

Auch die Nebencharaktere haben die Geschichte bereichert und für schöne, abwechslungsreiche Momente gesorgt. Kalle, der Hund, war für mich ein absoluter Bonus-Charakter – Bücher mit Hunden können nur gut sein! Außerdem fand ich es berührend, wie Merles frühere Beziehungen dargestellt wurden. Es wirkte, als hätte sie für viele ihrer Ex-Partner keine große Bedeutung gehabt, was traurig zu lesen war.

Alles in allem ist Strandkorbbriefe eine wunderschöne, herzerwärmende Geschichte voller Charme, Humor und Romantik. Ein echtes Wohlfühlbuch, das ich definitiv weiterempfehlen würde!

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