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Veröffentlicht am 19.08.2025

Sansibar, Insel der Träume

Der Duft der fernen Insel
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Christina Rey, alias Sarah Lark, nimmt uns in ihrem Roman “Der Duft der fernen Insel” mit nach Sansibar in das Jahr 1852 und lässt uns teilhaben am Leben von Eve, Nunu und Fanny. Der Schreibstil ist flüssig ...

Christina Rey, alias Sarah Lark, nimmt uns in ihrem Roman “Der Duft der fernen Insel” mit nach Sansibar in das Jahr 1852 und lässt uns teilhaben am Leben von Eve, Nunu und Fanny. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Frauen sind schlüssig und nachvollziehbar.

Das Buchcover ist wunderschön gestaltet und nimmt uns mit an den Strand von Sansibar. Da möchte man am liebsten gleich in den nächsten Flieger steigen. Bei der Schilderung der Landschaft gelingt es der Autorin vortrefflich, die Sehnsucht nach Sonne, Strand und Meer zu wecken; man hat das Gefühl, den Duft von Zimt und Muskat in der Nase zu haben.

Eve. Lehrerin an einer Blindenschule in Liverpool, geht nach Sansibar an den Hof des Sultans, um dessen blinder Tochter zu helfen, ihre Blindheit anzunehmen und ihre Wut in den Griff zu bekommen. Da sie der Sprache nicht mächtig ist, stellt sie Fanny, eine ehemalige Sklavin, ein und nimmt sie mit. Im Palast des Sultans lernt sie eine völlig neue Welt kennen, die sie sowohl fasziniert als auch schockiert. Ein Harem, bewacht von Eunuchen, und Sklaven, gewaltsam verschleppt aus Afrika.

Nach dem Tod des Sultans zieht sie sich mit Nunu auf deren geerbte Gewürzplantage zurück und entdeckt deren Begabung für die Parfümherstellung.

Dort lernt Fanny Moses kennen und lieben. Er ist Sklave, verschleppt aus einer Missionsstation in Afrika und gläubiger Christ, was noch zum Problem werden wird.

Es gelingt ihr, Nunu zu überreden, Ethan Collins als Verwalter einzustellen, den sie sehr schätzt und in den sie sich verliebt hat. Auch Nunu entwickelt Gefühle für Ethan und kann mit dessen Zurückweisung nicht umgehen. Sie beschuldigt ihn der Vergewaltigung und sorgt für seine Inhaftierung.

Als ihre Lüge auffliegt, verheiratet sie ihr Bruder und sie muss lernen, was es heißt, wenn nicht alles so läuft, wie man es gerne hätte. Für Nunu fangen schwere Jahre an. Ihr weiteres Leben führt sie bis nach Frankreich, wo sie ein weiteres Mal von einem Mann betrogen und hintergangen wird.

Sowohl Eve, Nunu als auch Fanny sind starke Frauen, die ihr Schicksal selbst in den Hand nehmen und sich nicht unterkriegen lassen.

Die Autorin geht in diesem Buch auf die Kolonialzeit, die Sklavenhaltung und die Christianisierung ein und zeigt die jeweiligen Missstände schonungslos auf, was mir gut gefallen hat.

Die Geschichte von Fanny und Moses konnte mich nicht voll überzeugen, hat mich nicht wirklich berührt und mitgenommen. Trotzdem hat mich die Autorin gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 19.06.2025

In Plyn wird es nicht langweilig

Die Frauen von Cornwall
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Daphne du Maurier nimmt uns in ihrem literarischen Debüt “Die Frauen von Cornwall” mit nach Plyn und lässt uns über vier Generationen teilhaben am Leben der Familie Coombe. So beginnt eine Familiensaga, ...

Daphne du Maurier nimmt uns in ihrem literarischen Debüt “Die Frauen von Cornwall” mit nach Plyn und lässt uns über vier Generationen teilhaben am Leben der Familie Coombe. So beginnt eine Familiensaga, die im Jahre 1830 startet und im Jahre 1930 endet.

Der für die deutsche Übersetzung gewählte Titel ist etwas irreführend, sind doch nur in den Teilen eins und vier die Protagonisten weiblich. Da hätte für den englischen Originaltitel “The Loving Spirit” eine passendere Übersetzung gefunden werden können.

Der Schreibstil ist etwas gewöhnungsbedürftig und einzelne Dialoge wirken hölzern. Dies liegt aber sicher daran, dass die Autorin den Roman in den Jahren 1929/1930 verfasst und sich die Übersetzerin genau an das Original gehalten hat.

Nicht alle Handlungen der Protagonisten sind für mich nachvollziehbar, was aber auch der Zeit geschuldet sein mag.

Die Geschichte beginnt mit Janet Coombe, die als wild beschrieben wird und ihre Wünsche und Träume nicht ausleben kann, besonders den Wunsch zur See zu fahren. Heute würde man sie wohl als freiheitsliebend und selbstbewusst beschreiben. Sie passt sich der damaligen Zeit an und beugt sich den Konventionen. Ein ganz besonderes Verhältnis hat sie zu ihrem Sohn Joseph, ihrem Liebling, das fast als krankhaft bezeichnet werden kann und weit über eine Mutter-Sohn-Beziehung hinausgeht.

Ihr Sohn Philip, dem dieses besondere Verhältnis nicht gefällt und sich zurückgesetzt fühlt, wird in der Folgezeit zur Belastung für die Familie.

Im zweiten Abschnitt wird das Leben von Joseph geschildert, der als Kapitän zur See fährt und ebenfalls als wild beschrieben wird. Er heiratet zweimal, findet aber in beiden Ehen keine Erfüllung. Eigentlich liebt er nur seine Mutter Janet und das Meer. Bei seiner zweiten Eheschließung kommt es seinem Bruder Philip in die Quere und schafft sich einen Feind fürs Leben.

Auch er erwählt eines seiner Kinder, nämlich Christopher, zu seinem Liebling und ist bitter enttäuscht, dass dieser seine Liebe zur See fahrt nicht teilt.

Christopher lässt die Seefahrt Seefahrt sein und lässt sich in London nieder, heiratet und wird Vater von drei Kindern. Er hat einen schwachen Charakter und ist leicht zu beeinflussen, was sich sein Onkel Philip zunutze macht. Eine Fehlentscheidung führt dazu, dass er nach seiner Rückkehr nach Plyn zwar in gutem Glauben handelt, aber trotzdem für den Ruin der Schiffswerft seiner Familie mitverantwortlich ist. Auch er hat ein Lieblingskind, nämlich seine Tochter Jennifer.

Jennifer geht mit ihrer Mutter nach dem Tod ihres Vaters nach London zurück und lebt im Haus ihrer Großmutter, die eine Pension betreibt. Den dort herrschenden Regeln beugt sie sich widerwillig, begehrt später gegen die Mutter auf, sucht sich eine Anstellung und geht schlussendlich nach Plyn zurück. Dort trifft sie auf ihren Großonkel Philip und versucht sich auf subtile Art an ihm zu rächen, was fast in einer Tragödie endet.

Daphne du Maurier beschreibt völlig unaufgeregt das Leben in Plyn und London. Diese Familiensaga hat alles, was eine gute Geschichte ausmacht. Es geht um Liebe, Hass, Intrigen, Betrug und Leidenschaft.

Das Buchcover ist sehr schön gestaltet. Es zeigt die Küste von Cornwall in Pastellfarben, ein richtiger Eyecatcher.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.05.2025

Lea beginnt von vorn

Küstenrauschen
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Marieke Hansen nimmt uns in ihrem Wohlfühlroman “Küstenrauschen” mit nach Ostfriesland auf die Krummhörn und lässt uns teilhaben am Leben der Tierärztin Lea Ostendorf, ihrer Familie, ihren Freunden und ...

Marieke Hansen nimmt uns in ihrem Wohlfühlroman “Küstenrauschen” mit nach Ostfriesland auf die Krummhörn und lässt uns teilhaben am Leben der Tierärztin Lea Ostendorf, ihrer Familie, ihren Freunden und Arbeitskollegen.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonistin sind stimmig und nachvollziehbar.

Das Cover des Buches ist schön gestaltet, bedient sich allerdings dem Klischee, wie man sich Ostfriesland vorstellt: Strand, an dem sich die Wellen brechen, herrlicher Sonnenuntergang und am Himmel kreischende Möwen.

Die Autorin hat mich von Anfang an abgeholt und ich bin ohne Probleme in die Geschichte eingestiegen. Auch alle Menschen, die Ostfriesland nicht kennen, erhalten durch ihre Beschreibungen einen guten Eindruck von Land und Leuten.

Lea kehrt nach einer großen beruflichen und privaten Enttäuschung von München auf die Krummhörn zurück, um in der Tierarztpraxis ihres Großvaters kurzzeitig auszuhelfen. Dies wird für sie zu einer großen Herausforderung, muss sie sich doch ihrem Trauma stellen, das sie vor vielen Jahren von zuhause nach München zum Studium hat gehen lassen. Auch in ihrer Familie läuft nicht alles glatt. Da gibt es Rivalitäten unter den drei Schwestern, die gelöst werden wollen. Der in der Tierarztpraxis tätige Kollege löst bei Lea widersprüchliche Gefühle aus. Ist sie schon bereit für eine neue Beziehung? Gut, dass sie noch ihre Freundinnen aus Schulzeiten hat, auf die sich immer verlassen kann.

Nicht alle Nebenschauplätze konnten mich voll überzeugen, z. B. das Verhalten von Jens und Iven fand ich überzogen. Die im Roman vorkommende Tante von Lea trägt nichts zur Geschichte bei und hätte gerne fehlen dürfen.

Der Autorin ist es ansonsten aber gut gelungen, die verschiedenen Charaktere liebevoll zu beschreiben. Am Ende war mir zu viel Friede, Freude, Eierkuchen. Ich hätte mir die eine oder andere Wendung gewünscht, so war vieles vorhersehbar.

Trotz meiner Kritik hat mich Marieke Hansen gut unterhalten..

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 25.03.2025

Anni zahlt einen hohen Preis

Die Glücksfrauen – Das Geheimnis der Rosen
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Im dritten und letzten Teil der Glücksfrauen-Saga – Das Geheimnis der Rosen – steht die Geschichte von Anni Graf im Mittelpunkt. Anna Claire nimmt uns mit auf eine Rosenfarm in Tansania und wir sind dabei, ...

Im dritten und letzten Teil der Glücksfrauen-Saga – Das Geheimnis der Rosen – steht die Geschichte von Anni Graf im Mittelpunkt. Anna Claire nimmt uns mit auf eine Rosenfarm in Tansania und wir sind dabei, wie die Protagonistinnen June, Sandra und Wendy die Geheimnisse der letzten der drei Freundinnen lösen.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen von Anni sind für mich nicht immer nachvollziehbar und daher auch nicht stimmig.

Das Cover ist wunderschön. Eine junge Frau, vermutlich Anni, wirft einen Blick in die Savanne, ihre neue Heimat.

Die Autorin schildert in diesem Teil, wie Anni nach Afrika gelangt und welche Hindernisse sie zu überwinden hat. Die naive und etwas leichtgläubige Anni verschließt vor den Taten der Nazis die Augen, ist geblendet von der Liebe zu Siegfried, den sie von Kindesbeinen an kennt und der trotz seiner Zugehörigkeit zur Gestapo in ihren Augen ein rechtschaffender Mensch ist.

Erst nach seinem Betrug kann sie die Augen vor der Wahrheit nicht mehr verschließen. Sie trennt sich und schließt sich als Agentin der Engländer dem Widerstand gegen das NS-Regime an und findet eine neue Liebe, mit der sie nach dem Krieg einen Neuanfang in Afrika wagt.

Annis Entwicklung ist wirklich unvorhersehbar und hat mich überrascht. Sie entwickelt sich von dem jungen naiven Mädchen zu einer taffen jungen Frau, die aber von ihrer Vergangenheit eingeholt wird und für den Rest ihres Lebens keine Ruhe finden wird. Das alles erfahren die Enkelinnen der Freundinnen und es gelingt ihnen auch, das Geheimnis um Luises Schuld zu lösen.

Die Geschichte von Anni hat mich sehr berührt, zeigt sie doch, dass man die Augen von der Wahrheit nicht verschließen sollte. Dies galt damals und auch heute.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2025

Eine bewegende Familiengeschichte

Zwanzig Jahre - 1933
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Roman Just nimmt uns im ersten Teil seiner “Zwanzig Jahre”-Reihe mit in die Nähe von Greifswald in das Jahr 1933 und lässt uns teilhaben am Leben der Gestütsbesitzerfamilie von Dannenburg. Der Schreibstil ...

Roman Just nimmt uns im ersten Teil seiner “Zwanzig Jahre”-Reihe mit in die Nähe von Greifswald in das Jahr 1933 und lässt uns teilhaben am Leben der Gestütsbesitzerfamilie von Dannenburg. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind im Kontext der Zeit glaubhaft und nachvollziehbar.

Der Roman beginnt mit einem Rückblick in das Jahr 1918 und wir lernen Otto von Dannenburg kennen. Seine im ersten Weltkrieg gemachten Erfahrungen und die immer noch bestehenden guten Kontakte führen dazu, dass er dem Nationalsozialismus skeptisch gegenübersteht und die mit dieser Politik einhergehenden Gefahren erkennt und durchschaut. Er lässt sich nicht blenden und steht zu seinen Prinzipien.

Anders sein jüngerer Bruder Walter. Er sieht im Nationalsozialismus die Chance zum Aufstieg und hat keine Probleme damit, die Ziele der NSDAP auch mit Gewalt, Lügen, Erpressung und Verrat durchzusetzen.

Diese gegensätzlichen politischen Einstellungen führen zu einer Entfremdung der Brüder, die fast in einem endgültigen Bruch mündet.

Dem Autor gelingt es vortrefflich, beide Seiten zu beleuchten:

Otto, der Standfeste, der in Not geratenen Menschen hilft, obwohl ihm klar ist, dass dieses Verhalten auch Nachteile bringen kann.

Auf der anderen Seite Walter, der alle Skrupel über Bord wirft und nur seinen Vorteil und sein Vorankommen sieht und jede Menschlichkeit vermissen lässt.

Der Autor hat die im Jahr 1933 stattfindende Machtergreifung durch Adolf Hitler gut recherchiert und wiedergegeben. In diesen Passagen liest sich der Roman allerdings eher wie ein Geschichts-/Sachbuch und die Geschichte der Familie von Dannenburg gerät ins Hintertreffen.

Auf dem Cover ist der Reichstagsbrand zu sehen. Dieses Motiv ist hervorragend gewählt, zeigt es doch die düstere Zukunft des Deutschen Reiches in den darauffolgenden Jahren.

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