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Veröffentlicht am 18.05.2025

Tolle Atmosphäre und True Crime Vibes

Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht.
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Die siebzehnjährige Robyn hat eine große Leidenschaft; nämlich True Crime Podcasts zu hören. Zufällig wohnt sie genau gegenüber dem Hotel Ambrosia, um das sich unheimlich viele, düstere Geschichten ranken ...

Die siebzehnjährige Robyn hat eine große Leidenschaft; nämlich True Crime Podcasts zu hören. Zufällig wohnt sie genau gegenüber dem Hotel Ambrosia, um das sich unheimlich viele, düstere Geschichten ranken und in dessen Vergangenheit viele Verbrechen geschehen sind. Robyn leidet unter einer chronischen Erkrankung und verlässt so gut wie nie die Wohnung, die sie gemeinsam mit ihrer Großtante Nelly bewohnt. Dementsprechend viel Zeit hat sie, das Hotel und deren Bewohner zu beobachten. Als sie zufällig eines Tages beobachtet, dass Michelle, mit der sie eine Internetfreundschaft pflegt, in einem der Zimmer auftaucht, kann sie es kaum fassen. Aber die Freude währt nur kurz, denn Robyn beobachtet, wie Michelle entführt wird. Was soll sie tun? Aus einem absoluten Zufall heraus lernt Robyn A.J. kennen und bringt diesen durch einen Trick dazu, sich im Hotel einzuchecken und auf die Suche zu gehen.
Ich liebe das Cover, das ja schon ein alleine mit seiner düsteren Optik absolut bei mir punkten kann. Auch die gesamte Idee rund um das alte und unheimlich wirkende Hotel fand ich großartig. Man hat hier gleich von Anfang an eine düstere Atmosphäre, die aber, je mehr man über das Hotel und seine Bewohner erfährt, sich immer mehr verdichtet.. Eins wird schnell klar, es geht etwas vor im Hotel Ambrosia.
Autorin Katie Kento schreibt leicht und flüssig und schafft es geschickt, den Leser mit in das alte Hotel zu nehmen. Ich konnte mir alles rund um den Gruselbau hervorragend vorstellen. Da es sich hierbei aber um eine Jugendbuch handelt, hätte ich jetzt gerne noch die erwachsene Version dazu, denn dieses Buch hat gigantisches Potential.
Das Buch beginnt sehr ruhig, der Leser lernt Robyn kennen und erfährt zunächst viel über ihr Leben und ihre Krankheit. Auch warum sie bei ihrer Großtante lebt, die sich wirklich aufopferungsvoll um Robyn kümmert. Da bleibt zunächst ein wenig das Tempo auf der Strecke, doch die Spannung nimmt Stück für Stück immer mehr Fahrt auf, bis man kaum noch schnell genug umblättern kann, weil man wissen möchte, was geschieht. Ab einem bestimmten Punkt hatte ich eine Ahnung, wohin die Geschichte führt, doch den ein oder anderen Plottwist habe ich nicht kommen sehen und überraschte mich.
Robyn ist überbehütet und gerade auch zu Beginn war ich mir gar nicht so sicher, ob ich sie wirklich mag. Aber auch da habe ich schnell meine Meinung revidiert, denn in Robyn steckt eine loyale Person mit ganz viel Mut und Herz. A. J., der hier mehr oder eher weniger freiwillig in die Ermittlungen platzt, sorgte mit seiner Art für die Auflockerung. Tante Nelly ging mir mit ihrem gluckenhaften Getue mächtig auf die Nerven und manchmal dacht ich nur: Wtf, Robyn ist siebzehn.
Die Nebencharaktere bleiben hier natürlich recht überschaubar und sind in erster Linie Hotelbewohner, die dafür sorgen, dass es einem noch ein wenig häufiger kalt über den Rücken läuft. Die Ausarbeitung der Figuren fand ich absolut gelungen.
Mein Fazit; Mit Hotel Ambrosia hat Autorin Katie Kento bewiesen, dass sie ein perfektes Gefühl hat, offene Fäden miteinander zu verbinden und für so einige Überraschungen zu sorgen. Auch wenn es ein Buch auch für jüngere Leser ist, brachte es spannende und auch atmosphärische Lesestunden. Wer True Crime, Podcasts und gruselige Gebäude mag, sollte hier reinlesen.

Veröffentlicht am 13.05.2025

Überraschendes High Fantasy Debüt

CROWN AND EMPIRE
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500 Jahre ist es her, dass Dathan das Reich Arcan`Ha dank des Glücks, dass ihm sein Phönix brachte, eroberte. Seitdem sind seine Nachfahren die alleinigen Herrscher des Reiches und der Phönix immer noch ...

500 Jahre ist es her, dass Dathan das Reich Arcan`Ha dank des Glücks, dass ihm sein Phönix brachte, eroberte. Seitdem sind seine Nachfahren die alleinigen Herrscher des Reiches und der Phönix immer noch ihr Begleiter. Doch eines Nachts träumt Odor, einer der in einem Tempel lebenden Nigromanten, die über Magie verfügen, ein Traum, der ihn in die Zukunft blicken lässt. Wird der Phönix den Göttern geopfert, wird das Reich verschont, gelingt es ihnen jedoch nicht, wird ein apokalypsenartiger Feuersturm Arcan`Ha vernichten. Aber währenddessen tobt ein Machtkampf im Königshaus und Prinzessin Lara muss fliehen. Wird es gelingen Arcan`Ha zu retten?

Was für ein traumhaft schönes Cover!? Das war es auch, was mich auf dieses Buch aufmerksam machte und ich bin so froh, diese Geschichte entdeckt zu haben. Bei Crown und Empire handelt es sich um ein Debüt der Autorin Karen J. Luis, doch dass es ein Debüt ist, merkt man hier zu keiner Zeit, denn die Autorin schreibt leicht und absolut bildgewaltig, so dass man nach und nach in ihrer Welt versinkt.

Dieses Worldbuilding konnte mich absolut überzeugen, es gibt verschiedene Reiche und diese werden geschickt gezeichnet, ohne dabei endlose Beschreibungen zu geben und trotzdem sehr gut vorstellbar. Ich konnte die Wüsten, die Meere und auch das Königreich direkt vor mir sehen. High Fantasy Fans werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Die Handlung ist sehr spannend, bekommt man zunächst einen kurzen Einblick, mit wem man es zu tun hat, geht es auch schnell los und es wird actionreich. Hinterhältige Machtkämpfe, Lügen, Intrigen und ganz viel actionreiches Abenteuer erwarten den Leser.

Erzählt wird das Ganze aus drei unterschiedlichen Perspektiven durch einen neutralen Erzähler, der uns das Geschehen wie einen Film verfolgen lässt, definitiv ein sehr gelungenes Kopfkino. Zum einen beobachten wir, was im Königreich geschieht, begleiten den Nigromanten Taco bei dem Versuch, den Phönix in ein anderes Land zu schaffen und begleiten Prinzessin Lara und den Nigromanten Odor bei der Flucht. Kapitelweise wechselt die Sicht und endet natürlich immer auf Cliffhangern, so dass man schnell noch ein Kapitel lesen möchte.

Die Charaktere sind recht vielzählig und doch gibt es ein paar, die deutlich ins Zentrum gerückt werden. Jeder einzelne erhält eine gelungene Charakterisierung und werden dadurch lebendig. Lara muss von einer unbescholtenen Prinzessin zu einer mutigen jungen Frau reifen, die um ihr Leben kämpft. Begleitet wird sie von Odor, der ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Am Königshof regiert Cal, doch eigentlich ist es seine Frau, die im Hintergrund die Strippen zieht. Letzten Endes ist da noch Taco, der für sein Ziel den Phönix zu opfern, so einige Gefahren überstehen muss und in einem Piraten einen treuen Begleiter findet. Jeder von ihnen ruft unterschiedliche Gefühle im Leser hervor und macht das Buch noch erlebnisreicher.

Mein Fazit: Was für ein unglaublich gutes Debüt der Autorin, dass wirklich alles beinhaltet, was ein Fantasy Herz begehrt. Kämpfe, Lügen, Verrat, Intrigen und Abenteuer erwarten den Leser in einer gelungenen High Fantasy Welt, die jede Menge Gefahren birgt. In kürzester Zeit fesselt diese Geschichte und man kann eigentlich erst aufhören, wenn man die letzte Seite verschlungen hat. Zurück bleibt man mit dem Wunsch, den nächsten Band schnell in den Händen halten zu dürfen, denn der Cliffhanger lässt auf spannende neue Abenteuer hoffen. Absolut großartig und ganz klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 12.05.2025

Smalltown Vibes zum Wegträumen

Feels like Butterflies
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Für Charlie ist die Schmetterlingsfarm, die ihrer verstorbenen Oma gehört, ein ganz großer Teil ihrer Kindheit, ebenso wir der Grill ihrer Eltern. Als diese in eine finanzielle Notlage geraten, bricht ...

Für Charlie ist die Schmetterlingsfarm, die ihrer verstorbenen Oma gehört, ein ganz großer Teil ihrer Kindheit, ebenso wir der Grill ihrer Eltern. Als diese in eine finanzielle Notlage geraten, bricht Charlie ihr Studium umgehend ab und kehrt in ihre Heimat Hazelwood zurück. Dort wird sie nicht nur damit konfrontiert, dass es schlecht um Schmetterlingsfarm und Grill aussieht, sondern auch damit, dass ein junger Mann, der straffällig geworden ist, bei ihnen einziehen soll. Er ist Teil eines neuen Programms, bei dem junge Straftäter ihre Strafe nicht im Gefängnis sondern mit Arbeit absitzen sollen. Auf den ersten Blick mögen sich Charlie und Nate nicht und doch spüren beide die Anziehungskraft zwischen ihnen. Bis Nates Vergangenheit ihn einzuholen droht.
Das dieses Buch eine absolute Schönheit ist, brauche ich wohl kaum zu erwähnen, doch auch der Inhalt hält hier locker mit der äußeren Schönheit mit.
Autorin Ann-Kathrin Falkenberg schreibt einfach so unglaublich herzerwärmend, man fühlt sich sofort mitten in die Geschichte gezogen und ist von Seite 1 an absolut dabei.
Smalltown Vibes gibt es hier vom Feinsten, man kennt sich untereinander, Gerüchte gibt es und natürlich auch die ehemalige It-Clique der Highschool. Von der Schmetterlingsfarm hätte ich allerdings gerne noch viel mehr gesehen, die kam mir ein wenig zu kurz, aber vielleicht kommt ja in den nächsten Bänden noch mehr.
Die Handlung bietet zwar keine allzu großen Überraschungen, sondern verläuft genau so, wie ich es auch erwartet habe, macht aber dieser unglaublich schönen Geschichte nichts, da man einfach so sehr mit den Charakteren verbunden ist.
Aus wechselnden Point of Views zwischen Charlie und Nate, jeweils in der Ich-Perspektive, erlebt der Leser die Handlung.
Beide Protagonisten sind unheimlich gut und authentisch gezeichnet. Charlie ist ein Sonnenschein, doch gibt sie manchmal viel zu schnell ihre eigenen Wünsche und Träume auf und stellt sie für andere hinten an. Trotzdem tritt sie gerade Nate zu Beginn gegenüber mutig und schlagfertig auf. Ich fand sie einfach süß und sympathisch.
Nate ist zu Beginn verschlossen und möchte einfach gar nichts mögen, doch auch in ihm steckt so viel mehr, als auch er selber bereit ist zu sehen.
Doch nicht nur die beiden Protagonisten sind gut gezeichnet, sondern auch die Nebencharaktere. So konnte ich sowohl die Freunde der beiden kennenlernen, als auch Charlies Eltern und einen Teil von Hazelwoods Einwohnern.
Mein Fazit: Wer Smalltown Vibes mag, wird sich hier rundum wohlfühlen. Ein innerlich und äußerlich wunderschönes Buch, das für einige Hach-Momente und weiche Knie sorgt. Lebendige und authentische Protagonisten machen das Buch einfach zu einer wunderschönen Wohlfühllektüre. Ich freu mich schon darauf, zurück nach Hazelwood zu reisen.

Veröffentlicht am 05.05.2025

Positive Überraschung

A City of Flames
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Gemeinsam mit ihren drei Brüdern lebt Nara in einem kleinen Dorf. Nachdem ihr Vater, der ein bekannter Venator, ein Drachenjäger, bei einem Einsatz ums Leben kam, sehnt sie sich nach Rache. Als eines Tages ...

Gemeinsam mit ihren drei Brüdern lebt Nara in einem kleinen Dorf. Nachdem ihr Vater, der ein bekannter Venator, ein Drachenjäger, bei einem Einsatz ums Leben kam, sehnt sie sich nach Rache. Als eines Tages ein Drache ihr Dorf angreift, gelingt es Nara, den Drachen zu bezwingen. Dabei wird sie vom Venator Lorcan entdeckt. Dieser bietet ihr an, gemeinsam mit ihm in die Stadt zu reisen und dort die Ausbildung zur Venatorin zu beginnen. Sie geht mit ihm und glaubt, dass nun ihr Traum wahr wird, sich für ihren Vater zu rächen und die magischen Kreaturen zu töten, doch die Wahrheit sieht ganz anders aus.
Ein hübsches Cover und ein spannender Klappentext machen mich immer neugierig und so war es auch hier. Die Mischung aus Academy, High Fantasy mit Drachen und Gestaltwandler und jeder Menge Action versprach viel, auch wenn ich zunächst gar nicht so hohe Erwartungen hatte.
Doch schon der Einstieg, bei dem der Leser ohne jegliche Kenntnisse in die Handlung geworfen wird, konnte mich fesseln. Autorin Rina Vasquez schreibt bildgewaltig, flüssig und bildlich.
Die Welt, die sie hier erschaffen hat, wurde schnell vorstellbar, auch wenn ich zumindest zu Beginn von einem magischen Wesen keine Ahnung und auch keine Vorstellung hatte. Ein kleines Glossar wäre durchaus hilfreich gewesen. Nichtsdestotrotz konnte mich das Wordlbuilding schnell überzeugen.
Das Tempo wechselt ein wenig von temporeich zu actiongeladen, aber auch zu ruhigeren Szenen, auf den letzten Seiten gibt es dann aber nochmal ganz ordentlich Spannung, so dass es schwerfällt, mit dem Lesen aufzuhören.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Nara ist taff und abgeklärt, hat keine Probleme damit, sich mit anderen, auch mit dem General, anzulegen und ich mochte sie einfach. Bisher war sie immer eine Einzelgängerin, was sich aber spätestens in der Schule für Venatoren ändert. Insgesamt hat mir ihre Entwicklung sehr gut gefallen, vor allem auch, dass sie nicht beim ersten Blick auf Lorcan auf den Rücken fällt.
Die Nebencharaktere fand ich zwar blasser als Nara, aber durchaus authentisch und greifbar.
Mein Fazit: A City of Flames hat mich absolut positiv überrascht und konnte mit einer starken Protagonistin, einem komplexen Worldbuilding und einer spannenden Idee absolut bei mir punkten. Für mich war es die perfekte Mischung und ich habe es in einem Rutsch gelesen. Super umgesetzt und ich freue mich jetzt schon sehr auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 27.04.2025

Facettenreiches Drama

Der Gott des Waldes
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Sommer 1975: In einem Feriencamp in den Adirondack Mountains verschwindet die dreizahnjährige Barbara van Laar mitten in der Nacht aus ihrem Bett. Sofort wird eine große Suche nach der Verschwundenen angelegt, ...

Sommer 1975: In einem Feriencamp in den Adirondack Mountains verschwindet die dreizahnjährige Barbara van Laar mitten in der Nacht aus ihrem Bett. Sofort wird eine große Suche nach der Verschwundenen angelegt, denn Barbara ist die Tochter der reichen Van Laars, denen sowohl das Camp als auch die Wälder rund um das Camp gehören. Doch was das ganze Geschehen noch einmal mehr verschlimmert, ist, dass Barbara die Schwester des seit vierzehn Jahren verschollenen Bear van Laar ist. Damals wurde ein Mann, den man den Schlitzer nannte, mit dem Fall in Verbindung gebracht, der ausgerechnet kurz vor Barbaras Verschwinden aus dem Gefängnis ausbrach. Hat er wirklich etwas mit den verschollenen Geschwistern zu tun? Oder war es doch der Familienvater aus dem kleinen Ort? Und was wissen die Angestellten der van Laars wirklich?
Der Klappentext klang unheimlich spannend und auch das Cover lädt dazu ein, einen zweiten Blick auf das Buch zu werfen.
Der Einstieg entpuppt sich zunächst als nicht ganz so leicht, denn Liz Moore macht nicht nur einige Perspektivenwechsel, sondern springt auch noch ein wenig in der Zeit zwischen Bears und Barbaras Verschwinden hin und her. Doch nach guten 100 Seiten kann man doch so langsam einen Überblick über die einzelnen Charaktere erhalten und weiß sie auch zuzuordnen und ab da wird der Fall auch spannend.
Liz Moore schreibt absolut unaufgeregt, beinah nüchtern und direkt und damit versetzt sie den Leser direkt mitten ins Geschehen. Auch die Atmosphäre der Wälder, aber auch des Camps und des Anwesens der van Laars sind hier absolut großartig gewählt. Die Einsamkeit der Bewohner nahezu spürbar und düster.
Die Geschichte selbst ist absolut vielschichtig, zwar ist das Tempo eher ruhig und leise und doch ist das Drama hinter dem Geschehen permanent spürbar. Das Tempo steigert sich eher dadurch, dass sie schnell die Perspektiven wechselt und den Leser am Ende ihrer Kapitel mit Cliffhangern zurücklässt. Dabei dreht sie Stück für Stück kleine Puzzleteile um, bis das Geschehen ein großes Gesamtbild zeigt. Natürlich ist es aber auch das Verschwinden zweier Kinder, dass den Leser auf eine Art betroffen macht und dadurch immer mehr vorantreibt beim Lesen.
Interessant ist auch die Darstellung des sozialen Gefüges hier. Die Van Laars scheinen hier nicht nur die örtliche Polizei, sondern auch die Einwohner des Ortes einfach unter ihre Fittiche zu haben und sie lassen dementsprechend alle nach ihrer Pfeife tanzen. Gerade die Skrupellosigkeit der van Laars und wie sie die Geschicke immer wieder lenken, macht fassungslos.
Die Charaktere sind hier recht zahlreich, zumal man manchen nur in der Vergangenheit und manchen nur in der Gegenwart begegnet. Wirklich in den Mittelpunkt rückt hier niemand, doch dadurch, dass jeder einzelne Charaktere tief ausgearbeitet wird, hat man das Gefühl, sie alle intensiv betrachten zu können. Ermittlerin Judy fand ich besonders toll, sie hat es geschafft, sich als eine der wenigen Frauen in der Männerdomäne der Polizeiarbeit hochzuarbeiten. Sie kämpft durchaus noch damit, dass man ihr sowohl von Verdächtigen- als auch von Kollegenseite den nötigen Respekt entgegen bringt, doch sie ist äußerst clever und nicht so leicht einzuschüchtern.
Mein Fazit: Ein ruhiges Buch, das trotzdem spannend ist, da es einfach unheimlich vielschichtig ist und nicht nur die damalige Zeit sondern auch die Differenz zwischen arm und reich sehr gut darstellt. Autorin Liz Moore ist sprachlich geschickt und dabei lässt sie den Leser immer nur kleine Stückchen über das wahre Geschehen zukommen. Man rätselt hier also permanent mit, was wirklich mit Bear und später mit Barbara geschehen ist. Das Ende passt unglaublich gut und lässt mich zufrieden zurück. Starkes Familiendrama!