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Veröffentlicht am 16.05.2025

Eine erfolgreiche Popsängerin, ein grummeliger Kleinstadt-Bäcker und romantische Verwicklungen

When in Rome
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Inhalt:
Amelia ist eine erfolgreiche Popsängerin und müde vom Leben im Rampenlicht, sie braucht dringend eine Auszeit. Ohne festen Plan landet sie in der Kleinstadt Rome, wo ihr Auto prompt den Geist aufgibt ...

Inhalt:
Amelia ist eine erfolgreiche Popsängerin und müde vom Leben im Rampenlicht, sie braucht dringend eine Auszeit. Ohne festen Plan landet sie in der Kleinstadt Rome, wo ihr Auto prompt den Geist aufgibt – ausgerechnet in Noahs Vorgarten. Der ist von Gesellschaft zwar wenig begeistert, doch gezwungenermaßen bietet er ihr ein Gästezimmer an. Was als Zufallsbegegnung beginnt, entwickelt sich langsam zu einer unerwarteten Verbindung: Zwischen Kleinstadtidylle, Kuchenduft und liebevollen Familienbanden entdecken zwei gegensätzliche Menschen, dass sie sich vielleicht gerade dort am meisten finden, wo sie es nie erwartet hätten.

Meinung:
Ich hatte bei diesem Buch genau das bekommen, was ich mir erhofft hatte – und vielleicht sogar ein kleines bisschen mehr. Die Geschichte ist wie eine warme Decke an einem regnerischen Tag: vertraut, tröstlich, ein bisschen klischeehaft, aber genau richtig. Amelia ist keine naive Tagträumerin, sondern eine Frau, die spürt, dass sie dringend eine Pause braucht – nicht nur vom Ruhm, sondern auch von sich selbst. Ihre Sehnsucht nach einem normalen Leben, fernab von Blitzlichtgewitter und Dauerdruck, war für mich sehr nachvollziehbar.
Noah bildet dazu den idealen Gegenpol – still, zurückgezogen, mit einer gewissen Skepsis gegenüber allem, was von außen kommt. Gerade das macht ihre Begegnung so reizvoll. Natürlich war vieles vorhersehbar, aber das hat dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan – im Gegenteil. Ich habe mich auf diese kleine Stadt und ihre Bewohner sehr gerne eingelassen. Besonders Noahs Schwestern und das ganze Setting rund um die Bäckerei haben die Geschichte lebendig gemacht.
Was mir besonders gefallen hat, war die ruhige, fast entschleunigte Erzählweise. Es gibt kein künstlich aufgebauschtes Drama, keine überzogenen Spannungsbögen – dafür viel Atmosphäre, Humor und spürbare Nähe zu den Figuren. Ein kleines bisschen mehr Tiefgang an der einen oder anderen Stelle hätte das Ganze vielleicht noch abgerundet. Aber auch so ist es ein Roman, der beim Lesen einfach guttut. Der Schreibstil von Sarah Adams ist flüssig, charmant und bringt genau die richtige Mischung aus Leichtigkeit und Gefühl mit.

Fazit:
„When in Rome – Liebesglück und Kuchenträume“ von Sarah Adamsist eine zauberhafte Wohlfühlromanze, die mit viel Herz, liebenswerten Charakteren und charmantem Kleinstadtflair punktet. Die Geschichte von Amelia und Noah erzählt nicht nur vom Verlieben, sondern auch vom Loslassen, Ankommen und der Sehnsucht nach einem echten Leben. Wer Cosy-RomComs liebt, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Für mich ein echtes Highlight – ich vergebe deshalb liebend gerne 4,5 von 5 Sternchen.

Lieblingszitate:
„Ihr Duft ist wie ein Riesenradiergummi, der meine normalen Ich-bin-glücklich-allein-Gedanken auslöscht und widerwärtige kleine Herzchen darüberkritzelt.“ (S. 29 f.)
und
„Man kennt solche Freunde ja. Sie fragen dich Wie geht es dir? Und du antwortest Großartig. obwohl dein Leben gerade in Scherben liegt. Definitiv nicht die Art von Freunden, die man vom Badezimmer eines fremden Hauses aus anrufen kann, weil man versehentlich die Toilette verstopft hat und nun dringend ein Fluchtauto braucht.“ (S. 55 f.)
und
„…aber heute will ich einfach nur jemanden haben, der Scrabble mit mir spielt und neben dem ich mich unter eine Decke kuscheln kann.“ (S. 61)
und
„Wie hat diese Frau es fertiggebracht, mein Leben so schnell auf den Kopf zu stellen? Ich habe schon Tornados erlebt, die langsamer durch diese Stadt gefegt sind. Und wahrscheinlich auch weniger Schaden angerichtet haben, als sie es vermutlich tun wird.“ (S. 103)
und
„…Und die Welt will immer nur Rae Rose.« Eine lange Pause, dann seufzt sie tief. »Ich ertrinke, und keiner sieht mich.«“ (S. 136)
und
„Es ist nicht Verliebtheit. Nicht einmal Lust. Sondern das Schlimmste aller Gefühle… Sie bedeutet mir etwas.“ (S. 136)

Veröffentlicht am 07.05.2025

Ein kluges, bewegendes und zutiefst authentisches Jugendbuch über Identität, Familie und den Mut, sich selbst zu zeigen

The Lesbiana's Guide to Catholic School
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Inhalt:
Yamilet, 16 Jahre alt, wechselt gemeinsam mit ihrem Bruder an eine katholische Privatschule. Ihr größtes Ziel: nicht aufzufallen. Denn sie ist nicht nur eines der wenigen mexikanischen Kinder an ...

Inhalt:
Yamilet, 16 Jahre alt, wechselt gemeinsam mit ihrem Bruder an eine katholische Privatschule. Ihr größtes Ziel: nicht aufzufallen. Denn sie ist nicht nur eines der wenigen mexikanischen Kinder an der Schule, sondern auch queer – etwas, das nach einem schmerzhaften Outing an der alten Schule niemand mehr erfahren soll. Zwischen familiären Verpflichtungen, neuen Freundschaften und der charmanten, offen lesbischen Bo gerät ihr Vorsatz jedoch ins Wanken. Yami steht vor der schwierigen Aufgabe, sich selbst treu zu bleiben, ohne alles zu verlieren, was ihr wichtig ist.

Meinung:
Selten hat mich ein Jugendbuch so unmittelbar gepackt wie dieses. Sonora Reyes gelingt es, mit einer einfachen, jugendnahen Sprache komplexe Themen zu verhandeln: Queerness, kulturelle Identität, Glaube, psychische Gesundheit, Familienkonflikte und systemische Ungleichheiten. Und obwohl das viel klingt, wirkt es nie überladen. Ich habe mich sofort in Yami eingefühlt – ihre Stimme ist so lebendig, echt und roh, dass ich beim Lesen nicht nur einmal das Gefühl hatte, sie säße mir gegenüber und würde mir ihre Geschichte direkt erzählen. Die Gegensätze, die das Buch prägen – Humor und Schmerz, Selbstschutz und Offenheit, Glaube und Zweifel – machen es emotional so intensiv. Besonders bewegt hat mich die Familiendynamik. Die Beziehung zu ihrem Bruder César ist liebevoll und gleichzeitig voller unausgesprochener Lasten. Noch stärker trifft aber die Beziehung zur Mutter, die zwischen Kontrolle, Angst und starren religiösen Vorstellungen schwankt – und sich erst langsam und glaubhaft entwickelt. Die Liebesgeschichte zwischen Yami und Bo ist sanft, zart und ungezwungen – kein großes Drama, sondern eine Annäherung, die Raum lässt für Unsicherheit und Ehrlichkeit. Es ist kein Kitsch, sondern etwas, das sich verdient anfühlt. Ich war auch beeindruckt von der Darstellung der mexikanischen Kultur, nicht nur durch die Sprache, sondern auch durch Konzepte wie „In lak’ech“, die das Buch mit einem tieferen philosophischen und spirituellen Unterton bereichern. Einziger kleiner Kritikpunkt: Manche Wendungen, besonders bei Nebenfiguren, kamen etwas plötzlich. Und gelegentlich hätte ich mir im Mittelteil etwas mehr Tempo gewünscht. Aber diese Kleinigkeiten verblassen angesichts der emotionalen Tiefe und Relevanz des Romans.

Fazit:
„The Lesbiana’s Guide to Catholic School“ von Sonora Reyes ist ein kluges, bewegendes und zutiefst authentisches Jugendbuch über Identität, Familie und den Mut, sich selbst zu zeigen – auch wenn die Welt nicht bereit dafür scheint. Die Mischung aus Humor, Schmerz und Hoffnung hat mich nachhaltig berührt. Mit seiner starken Hauptfigur und wichtigen gesellschaftlichen Themen ist es nicht nur für queere Jugendliche ein wichtiges Buch. Ich vergebe sehr gerne 4,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 06.05.2025

Eine erfrischend ehrliche und warmherzige Reise durch die Höhen und Tiefen der Karriere einer Schauspielerin

Das dritte Gilmore Girl
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Inhalt:
In ihren Memoiren gewährt Kelly Bishop einen tiefen Einblick in ihr beeindruckendes Leben und ihre bemerkenswerte Karriere im Showbusiness. Vom frühen Beginn als Balletttänzerin über ihre Zeit ...

Inhalt:
In ihren Memoiren gewährt Kelly Bishop einen tiefen Einblick in ihr beeindruckendes Leben und ihre bemerkenswerte Karriere im Showbusiness. Vom frühen Beginn als Balletttänzerin über ihre Zeit am Broadway bis hin zu ihren bekanntesten Rollen als Jennifer Greys Mutter in Dirty Dancing und als Emily Gilmore in der Serie Gilmore Girls, erzählt sie von den Höhen und Tiefen ihrer Laufbahn. Neben den beruflichen Erfolgen teilt sie auch persönliche Erlebnisse, wie ihre gescheiterte erste Ehe, den Verlust ihres zweiten Ehemanns durch Krebs und ihre Teilnahme an Frauenrechtsmärschen. Ihre Erlebnisse gibt sie mit viel Humor, Charme und Selbstreflexion weiter und gewährt so einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen des Showbusiness.

Meinung:
Von klein auf hatte ich das Glück, Serien wie Gilmore Girls, Friends und How I Met Your Mother durch meine Mutter zu entdecken. Diese Serien wurden schnell zu einem festen Teil meines Lebens und prägten nicht nur meine Kindheit, sondern auch meine Vorlieben für humorvolle und tiefgründige Geschichten. Besonders Gilmore Girls hat einen besonderen Platz in meinem Herzen, und die Figur der Emily Gilmore prägte das Bild einer eigenwilligen, aber auch liebenswerten Mutterfigur. Als ich dann von den Memoiren von Kelly Bishop hörte, wusste ich, dass ich mehr über die Frau hinter dieser Rolle erfahren wollte. Das Buch hat mich auf eine unerwartet tiefgründige Reise durch Kelly Bishops Leben geführt. Sie erzählt auf eine wunderbare Weise von ihren Anfängen als Tänzerin und den Herausforderungen ihrer frühen Karriere. Besonders berührend fand ich ihre persönlichen Geschichten über ihre erste Ehe und die schwere Zeit nach dem Verlust ihres zweiten Ehemanns. Dabei bleibt sie stets authentisch und offen, ohne in zu viel Sentimentalität zu verfallen. Ihre humorvolle Art, mit Rückschlägen umzugehen, sowie ihre Weisheit, die sie in all ihren Erzählungen vermittelt, machen das Lesen dieses Buches zu einem echten Erlebnis. So gelingt es ihr, einem das Gefühl zu geben, fast mit ihr durch ihre bewegte Karriere zu reisen, ohne dass es sich je nachdrücklich oder aufdringlich anfühlt. Besonders berührt hat mich die Widmung zu Beginn des Buches: Für Lee Leonard, der mich besser kannte als jeder andere Mensch auf der Welt und mich trotzdem liebte. Diese Worte von Kelly Bishop haben mich tief bewegt und geben einen besonderen, persönlichen Einblick in ihre emotionale Welt.

Fazit:
„Das dritte Gilmore Girl“ von Kelly Bishop ist eine erfrischend ehrliche und warmherzige Reise durch die Höhen und Tiefen der Karriere einer Schauspielerin, die weit mehr ist als nur die legendäre Emily Gilmore. Mit einer Mischung aus Humor und beeindruckender Authentizität öffnet Kelly Bishop ihr Herz und lässt uns an ihren prägenden Erlebnissen teilhaben. Ein Memoir, das nicht nur Fans von Gilmore Girls und Dirty Dancing begeistern wird, sondern auch alle Lesenden, die an einer inspirierenden Lebensgeschichte interessiert sind. Ich gebe diesem Buch 4,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 06.05.2025

Ein mitreißender und humorvoller Auftakt

Golden-Heights-Reihe, Band 1 - Unlock My Heart
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Inhalt:
Lexie Shaw hat sich geschworen, nicht in die kriminellen Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Doch um ihr Studium an der prestigeträchtigen Golden Heights University zu finanzieren, verkauft sie ...

Inhalt:
Lexie Shaw hat sich geschworen, nicht in die kriminellen Fußstapfen ihres Vaters zu treten. Doch um ihr Studium an der prestigeträchtigen Golden Heights University zu finanzieren, verkauft sie gefälschte Ausweise und Prüfungsantworten an die reichen Studenten. Diese illegalen Geschäfte ziehen die Aufmerksamkeit von Logan Maxx auf sich, einem Milliardenerben mit eigenen Problemen. Er bietet Lexie einen Deal an, den sie nicht ablehnen kann: Er braucht ihre Hilfe, um ein geheimes Dokument zu stehlen, und im Gegenzug zahlt er ihr eine beachtliche Summe. Was als rein geschäftliche Beziehung beginnt, entwickelt sich bald zu etwas viel Komplexerem…

Meinung:
Ich muss sagen, dass mich „Unlock My Heart“ von Anfang an gepackt hat. Saskia Louis hat einen unglaublich lebendigen und humorvollen Schreibstil, der mich sofort in die Geschichte gezogen hat. Lexie ist eine unglaublich starke, mutige und dennoch verletzliche Protagonistin, die sich trotz ihrer schwierigen Vergangenheit nie unterkriegen lässt. Sie ist schlagfertig und clever, was sie zu einer erfrischend authentischen Figur macht. Logan hingegen hat auf den ersten Blick das Image des arroganten Milliardenerben, doch auch er verbirgt viel mehr hinter seiner Fassade, als es zunächst scheint. Die Dynamik zwischen den beiden war einfach unglaublich – die Dialoge zwischen ihnen sind voller Witz und Spannung, und man spürt die Anziehungskraft, die langsam aber sicher wächst. Was mir besonders gefallen hat, ist die Mischung aus humorvollen und ernsten Momenten. Während Lexie und Logan oft in humorvolle Schlagabtausche verwickelt sind, lässt die Autorin immer wieder auch tiefere Themen durchblicken, die die Charaktere und ihre Entscheidungen prägen. Besonders die Entwicklung von Logan, der mit den Erwartungen seines Vaters und seiner eigenen Identität zu kämpfen hat, fand ich sehr gut umgesetzt. Trotz der Chemie zwischen den beiden und den witzigen Momenten gibt es auch spannende und ernste Wendungen, die die Geschichte in einem guten Tempo vorantreiben. Die Nebencharaktere, wie Lexies Bruder Ty und ihre beste Freundin Carly, bringen noch mehr Leben in das Buch und bieten eine angenehme Abwechslung zu den Hauptfiguren.

Fazit:
„Unlock My Heart” ist ein mitreißender und humorvoller Auftakt der „Golden Heights“-Dilogie von Saskia Louis. Die Geschichte bietet nicht nur eine spannende Lovestory zwischen zwei sehr unterschiedlichen Charakteren, sondern auch eine interessante Auseinandersetzung mit persönlichen Herausforderungen und moralischen Dilemmata. Mit einem gut dosierten Humor, tiefgründigen Momenten und einer tollen Chemie zwischen den Protagonisten hat mich das Buch bestens unterhalten. Das Ende lässt gespannt auf die Fortsetzung blicken, in der sicherlich noch mehr Geheimnisse und Wendungen auf uns warten. Ich vergebe 4,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 06.05.2025

Ein Prinz, ein Kuss, ein Angebot. Und ein Spiel, bei dem sie alles zu verlieren droht.

Palace of Monaco 1. Broken Royals
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Inhalt:
Billie, eine junge Medizinstudentin, lebt in Monaco und kämpft mit mehreren Jobs darum, ihre demenzkranke Mutter und ihre kleine Schwester zu versorgen. Der Alltag ist hart, Freizeit ein Fremdwort. ...

Inhalt:
Billie, eine junge Medizinstudentin, lebt in Monaco und kämpft mit mehreren Jobs darum, ihre demenzkranke Mutter und ihre kleine Schwester zu versorgen. Der Alltag ist hart, Freizeit ein Fremdwort. Als sie bei einem Cateringjob aus Versehen von einem Fremden geküsst wird, ahnt sie nicht, dass sich ihr Leben grundlegend ändern wird – denn der Kuss stammt vom Prinzen von Monaco. Die royale Familie hat genug von den Eskapaden des jungen Thronfolgers und bietet Billie einen Deal an: Sie soll sich öffentlich als seine Freundin ausgeben, um sein angekratztes Image zu retten. Zwischen Lügen, Glanz, echten Gefühlen und einer großen Summe Geld steht plötzlich nicht nur ihre Zukunft, sondern auch ihr Herz auf dem Spiel.

Meinung:
Selten hat mich eine New Adult-Romance so schnell abgeholt wie „Broken Royals“ – nicht nur wegen der spannenden Idee, sondern vor allem wegen der vielschichtigen Figuren. Was zunächst wie eine klassische Sommerromanze erscheint, entpuppt sich schnell als einfühlsame, charakterstarke Geschichte über Verantwortung, Identität und unerwartete Gefühle. Was mir besonders gefallen hat, war der starke Kontrast zwischen der Welt, aus der Billie stammt, und dem glänzenden Leben des monegassischen Hofes. Billie ist keine typische Prinzessinnenfigur – sie ist belastet, überfordert, abgekämpft und trotzdem mutig, loyal und klug. Genau das macht sie so unglaublich sympathisch. Ich habe sie direkt ins Herz geschlossen. Ihre Verantwortung für die Familie, ihr eiserner Wille, etwas aus ihrem Leben zu machen, und gleichzeitig ihre Verletzlichkeit haben mich oft sehr berührt. Charles dagegen ist zu Beginn eher der klassische Bad Boy – zynisch, rebellisch, emotional blockiert. Doch Louisa Hawser gelingt es großartig, unter der glitzernden Oberfläche seine Unsicherheiten und den inneren Druck spürbar zu machen. Die Tatsache, dass er gegen eine Rolle ankämpft, die er nie übernehmen wollte, verleiht ihm eine unerwartete Tiefe. Besonders mochte ich die Szenen, in denen er seine Leidenschaft fürs Kochen zeigt – sie sind so wohltuend menschlich und geben ihm etwas Eigenes jenseits seiner royalen Identität. Die Dynamik zwischen Billie und Charles ist das Herzstück des Romans – ihre Wortgefechte, die langsame Annäherung, die echten Konflikte, die sie miteinander austragen. Es ist ein echtes Slow Burn, und genau das macht ihre Entwicklung als Paar glaubwürdig. Der Fake-Dating-Trope funktioniert hier hervorragend, weil er nicht übertrieben oder kitschig wirkt, sondern als Katalysator für echte Charakterentwicklung dient. Auch die Nebenfiguren bringen Tiefe in die Geschichte, ohne vom Zentrum abzulenken. Stilistisch überzeugt die Autorin mit einem sehr angenehmen, flüssigen Schreibstil. Die Perspektivwechsel zwischen Billie und Charles sind nahtlos und lassen einen tief in beide Figuren eintauchen. Was ich ebenfalls sehr schätze: Die ernsten Themen – wie Alzheimer, familiäre Verantwortung, psychische Belastung – werden nicht nur angerissen, sondern sensibel und respektvoll eingebunden. Das Buch lebt nicht nur von Glamour und romantischem Knistern, sondern auch von stillen, nachdenklichen Momenten, die lange nachwirken. Wenn ich etwas anmerken müsste, dann wäre es die eine spicy Szene, die für mich persönlich nicht unbedingt notwendig gewesen wäre – aber das ist Geschmackssache und hat den Gesamteindruck nicht geschmälert.

Fazit:
Mit „Broken Royals“ ist Louisa Hawser ein hinreißender Auftakt zur „Palace of Monaco“-Reihe gelungen. Die Geschichte von Billie und Charles bietet nicht nur eine prickelnde Romance mit royalen Vibes, sondern auch echte Tiefe, Emotion und glaubhafte Charakterentwicklung. Wer Fake Dating, luxuriöse Settings und gleichzeitig ernste Themen liebt, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Die emotionale Balance zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit hat mich wirklich begeistert, weshalb ich liebend gerne sehr gute 4,5 von 5 Sternchen vergebe.