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Veröffentlicht am 17.08.2023

komplexes Beziehungsgefüge und ganz viel Schmerz

Liebewesen
1

In "Liebewesen" geht es um Lio, die in ihrer Gegenwart nach wie vor einige Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen hat. Lio lernt Max kennen und zum ersten Mal geht sie eine tiefere Verbindung zu jemandem ...

In "Liebewesen" geht es um Lio, die in ihrer Gegenwart nach wie vor einige Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen hat. Lio lernt Max kennen und zum ersten Mal geht sie eine tiefere Verbindung zu jemandem ein (abgesehen von ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin). Die Geschichte von Lio und Max entwickelt sich schnell, an einigen Stellen sogar sehr schnell, was eigentlich nicht zu Lies Charakter passt. Widersprüchliches Verhalten kommt in diesem Buch noch häufiger vor, was einfach die Komplexität von Charakteren und menschlichen Beziehungen deutlich macht. Das fand ich sehr authentisch und mir hat gefallen, dass ich als Leserin eigentlich nie so richtig wusste, in welche Richtung die Geschichte verlaufen wird. Während der Anfang der Liebe der beiden recht reibungslos ablief, kamen mit der Zeit immer neue Persönlichkeitsmerkmale ans Licht, die sich schwer miteinander vereinbaren ließen. Vor allem Max macht den Eindruck, kaum etwas für die Beziehung zu tun und sich immer weiter von der eigentlichen Verbundenheit der beiden zu entfernen. Als Leser*in begleitet man also die Gefühle von Lio in dem Prozess einer Liebesbeziehung, die sich erst entwickelt und dann immer schwieriger wird. Die Schwangerschaft, die im Klappentext erwähnt wird, nimmt im Buch erst recht spät Raum ein, aber das fand ich eigentlich ganz gut, weil die Geschichte so an keiner Stelle überladen war. Der Schreibstil der Autorin ist an manchen Stellen sehr einfach, an anderen allerdings verschachtelt oder sogar neutral und wissenschaftlich. Dieser Wechsel hat beim Lesen Spaß gemacht, auch wenn ich nicht immer leicht folgen konnte.

Insgesamt hat das Buch ein wirklich komplexes Beziehungsgefüge auf eine sehr authentische Art und Weise dargestellt. Es wurde nichts beschönigt, es wurden harte Themen angesprochen und eine Beziehung gezeigt, die nicht gerade gesund, dafür aber realitätsnah abläuft. Vielleicht können sich viele in Lio wiederfinden und Mut aus ihrer Geschichte schöpfen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, auch wenn es letztendlich kein Highlight werden konnte.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

gute Ansätze, aber wenig überraschende Handlung

Moments So Blue Like Our Love (Blue Eternity 1)
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Gabriella Santos de Lima hat einen tollen Schreibstil, der sehr beschreibend ist und einen als Leserin auf jeden Fall richtig schön durch die Geschichte mitnimmt. Ich fand auch beide Protagonistinnen angenehm ...

Gabriella Santos de Lima hat einen tollen Schreibstil, der sehr beschreibend ist und einen als Leserin auf jeden Fall richtig schön durch die Geschichte mitnimmt. Ich fand auch beide Protagonistinnen angenehm zu verfolgen, allerdings hatten beide für mich keinen außergewöhnlichen Wow-Faktor, was aber natürlich auch gar nicht sein muss. Dennoch bin ich über das Geschehen hin nicht sehr nah an die Charaktere rangekommen, es hat sich für mich ziemlich distanzier angefühlt, weshalb ich letztendlich auch nicht unbedingt mitfühlen konnte.
Die Geschichte und das Setting sind schön, ich fand auch das Thema Film sehr spannend. Das Buch wird als ugly-cry Roman beworben und das war der Punkt, der für mich nicht ganz aufging. Objektiv betrachtet behandelt das Buch eine traurige Geschichte. Subjektiv habe ich aber mehr erwartet, weil der Verlauf durch das Vorwissen für mich einfach schon vorhersehbar war. Dazu kam leider die Distanz, die ich nie überwinden konnte. Vielleicht sollte man mit weniger Erwartungen an die Geschichte gehen oder es ist für Leute gedacht, die noch nicht allzu viele traurige Bücher gelesen haben. Dann kann es sicherlich einen Überraschungseffekt haben. Für mich insgesamt ein Buch, das mit gut unterhalten konnte, aber eben einfach nicht umgehauen hat.

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Veröffentlicht am 20.01.2025

atmosphärisch, aber etwas zäh

So weit der Fluss uns trägt
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Es geht um Victoria, die mit ihrer Familie auf einer Pfirsich Farm in Colorado lebt. Sie musste in ihren jungen Jahren schon einige Verluste durchstehen und führt ein eher tristes Leben, aber als sie den ...

Es geht um Victoria, die mit ihrer Familie auf einer Pfirsich Farm in Colorado lebt. Sie musste in ihren jungen Jahren schon einige Verluste durchstehen und führt ein eher tristes Leben, aber als sie den ruhigen Wil kennenlernt, gibt es für sie wieder einen Lichtblick.

Victorias Geschichte ist eigentlich durchgehend düster und traurig und ging in eine für mich ungeahnte Richtung. Die Obstfarm und auch die Berge von Colorado haben ein tolles Setting ergeben, das ich mir wunderbar bildlich vorstellen konnte. Vor allem die Beschreibungen der duftenden Pfirsiche sind so gut gelungen, dass ich selbst das Gefühl hatte in einen Pfirsich zu beißen.
Der Anfang der Geschichte hat mich direkt eingenommen, ich wollte wissen wie es mit Victoria und Wil weiter geht und wie sich das ganze Geschehen entwickelt, weil die Ausgangssituation sehr interessant war. Ich mochte Victoria als Protagonistin sehr und auch Wil hat es mir angetan, sodass ich mir für beide ein schönes Ende gewünscht habe. Die Geschichte entwickelt sich allerdings wirklich sehr sehr traurig. Leider hat sich der Mittelteil für mich dabei sehr gezogen und ich hab ehrlich gesagt auch jede Hoffnung für die Charaktere verloren, da hätte ich mir ein wenig mehr Leichtigkeit oder schöne Augenblicke gewünscht. Das Ende hat mich dann aber wieder abgeholt, allerdings war ich durch den zähen Mittelteil emotional einfach nicht mehr ganz so stark involviert.

Das Buch liefert also wirklich wahnsinnig tolle Naturbeschreibungen und behandelt intensive Themen. Insgesamt fand ich die Thematiken wunderbar umgesetzt, die Geschichte hatte für meinen Geschmack aber leider einige Längen und vor allem hätte ich mir gewünscht, dass die Tristesse des Buchs an manchen Stellen durch positivere Szenen ein wenig durchbrochen wird.

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Im Vergleich zu Band 1 leider schleppend...

Starling Nights 2
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Ich hab mich nach Band 1 wirklich sehr auf den Folgeband gefreut, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Der Schreibstil ist natürlich genauso toll und auch das Cover passt perfekt zum Vorgänger, ...

Ich hab mich nach Band 1 wirklich sehr auf den Folgeband gefreut, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Der Schreibstil ist natürlich genauso toll und auch das Cover passt perfekt zum Vorgänger, wobei beide Optiken den Inhalt des jeweiligen Buches wirklich passend wiederspiegeln.
Nachdem ich im ersten Band ein paar Längen vernommen habe, die aber nicht wirklich störend waren, fand ich den Verlauf von diesem Band dann leider doch sehr eintönig. In meinen Augen kam nie wirklich Spannung auf, ich war überhaupt nicht mitgerissen vom Geschehen und irgendwie hat sich gefühlt auch einiges von der Handlung wiederholt. Obwohl der Bund der Stare eine spannende Ausgangslage bietet, hat mich hier plötzlich nicht mehr interessiert, wie sich das Ganze auflöst. Vielleicht lag es für mich auch einfach daran, dass ich der Liebesgeschichte von Zoe und Ashton einfach nicht so viel abgewinnen konnte. Woran das liegt, kann ich nicht mal wirklich benennen, aber ich konnte die Connection nicht spüren. Oft war ich auch enttäuscht, weil sich viele Ausdrücke gehäuft haben und sich damit die beiden Geschichten (Band 1 & 2) irgendwie nicht wirklich voneinander abgehoben haben.
Am Ende ging dann alles recht schnell und wurde irgendwie flott abgehandelt, dafür dass der Weg dahin ein so langer war.

Ich bin nach wie vor großer Fan der Autorin, aber mit diesem Buch konnte ich leider nicht viel anfangen. Vielleicht bin ich auch einfach nicht mit dem ganzen Fantasy Geschehen warm geworden. Insgesamt kann ich leider nur 2,5 Sterne vergeben und bin wirklich traurig, dass das Level von Band 1 für mich nicht gehalten werden konnte.

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Veröffentlicht am 20.01.2025

ich habe mehr erwartet

Und alle so still
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Nachdem mir "Die Wut, die bleibt" von Marieke Fallwickl wirklich gut gefallen hat, war ich super gespannt auf das neueste Buch aus ihrer Feder. Die Grundprämisse klingt sehr interessant und mal nach etwas ...

Nachdem mir "Die Wut, die bleibt" von Marieke Fallwickl wirklich gut gefallen hat, war ich super gespannt auf das neueste Buch aus ihrer Feder. Die Grundprämisse klingt sehr interessant und mal nach etwas ganz anderem. Alle Frauen legen ihre Arbeit nieder und sich auf der Straße, ein stiller Protest gegen alles, was das Patriarchat Frauen zumutet und wofür es weder eine Entlohnung, noch die benötigte Anerkennung gibt. So weit so gut. Ich fand das Szenario sehr spannend, allerdings bin ich gar nicht in die Geschichte reingekommen. Als Leser*in wird man mit Elins Sichtweise in die Story geworfen, welche sehr vulgär (stört mich nicht so sehr, aber es war schon irgendwie unerwartet viel) und für mich einfach nicht ansprechend war. Elin lebt mit einer unabhängigen und feministisch scheinenden Mutter zusammen, was sie meiner Meinung nach aber eigentlich nicht wirklich ist. Dann gab es Nuri, einen Mann, und damit eigentlich auch die einzige positive Darstellung eines Mannes in diesem Buch. Und das baut auch eher darauf auf, dass er nicht so triebgesteuert ist, wie sonst scheinbar alle anderen Männer. Ruths Perspektive mochte ich am meisten, sie arbeitet schon viele Jahre aufopferungsvoll als Krankenschwester und hat auch sonst kein leichtes Leben gelebt. Trotzdem kam mir die Darstellung der Frauenfiguren nicht realitätsnah vor, da alle irgendwie gleich waren. Zumindest generationsabhängig gleich.

Mir sind außerdem zu viele Dinge unklar und zu viele Fragen offen geblieben. Es wirkte an einigen Stellen einfach nicht richtig fertig. So konnte ich leider weder zu Charakteren eine Bindung aufbauen, noch anderweitig irgendwie mit der Geschichte mitfühlen. Und das, obwohl ein so wichtiges Thema behandelt wird, über das ich wirklich gerne lesen wollte. Ich werde dennoch die älteren mir noch fehlenden Werke der Autorin lesen und daran hoffentlich mehr Spaß haben. Denn schreiben kann sie definitiv, hier wurde nur einfach nicht mein Lesegeschmack getroffen.

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