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Veröffentlicht am 26.05.2025

Dranbleiben lohnt sich.

The Deer and the Dragon
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Wohoho... Auf „The Deer and the Dragon“ war ich total neugierig – immerhin verspricht der Klappentext eine spannende, mystische Story. Nun, wer das erste ¼ übersteht, wird auf eine unterhaltende Geschichte, ...

Wohoho... Auf „The Deer and the Dragon“ war ich total neugierig – immerhin verspricht der Klappentext eine spannende, mystische Story. Nun, wer das erste ¼ übersteht, wird auf eine unterhaltende Geschichte, skurrile Freundschaften, rührende Wahrheiten und jede Menge widernatürliche Hürden stoßen.

Doch zuvor? Lange bleibt unklar, um was es geht oder wohin die Autorin möchte. Der Aufbau wirkt genauso wirr wie die seitenlangen, nichts zum Geschehen beitragenden Ausschweifungen, die nicht nur vom Eigentlichen ablenken, sondern auch rege für Irritation und Langeweile sorgen. Ja, die ersten 25 % glichen einem Gebilde aus Fragmenten, die die Protagonistin in kein sonderlich sympathisches Licht rückten.



Marlwo Thorson ist 26 Jahre, studierte Literatur und fasste, bevor sie zu einer erfolgreichen Autorin wurde, Fuß in der Escort- und Sexarbeitsbranche. Dass die heute im Luxus lebende, introvertierte Mittzwanzigerin in ihrer Kindheit Opfer von Mobbing und familiärer Gewalt, Manipulation und Fanatismus wurde, in Armut und Isolation, mit Angst in den Knochen, aufwuchs, selbst jetzt noch unter den traumatischen Erfahrungen und Flashbacks leidet, würde niemand, der diesem wandlungsfähigen Menschen gegenübertritt, auch nur erahnen. Ein Überbleibsel dieser Zeit findet sich in ihrem selbstzerstörerischen Lebensstil – und in der Halluzination, die sie seit Jahrzehnten begleitet. Die ihr damals Trost, Verständnis schenkte und heute die Nächte mit pulsierender Aufregung, mit Leidenschaft füllt. Die ihr half, wo sie konnte, sie liebte, bedingungslos und frei jeglicher Urteile …

Plötzlich nimmt das Leben der Autorin von mythisch angehauchten Romanen jedoch eine Wendung nach der anderen, und was als „überbordende Fantasie“ diagnostiziert, als Ketzerei bestraft, mit Medikamenten behandelt wurde, diese Psychose, die Marlwo ebenso lange schon fasziniert wie sie sie ängstigt, entpuppt sich als real. Als echt. Genau wie die Wesen, über die sie schreibt. Jene, zu denen sie im Kindesalter stundenlang betete – all das, was ihr Leben geprägt hat, was die junge Frau zu fürchten lernte, ist wahr.

Und nun ist es ein fataler Satz, ein im Wutrausch gesprochener Befehl, der ihre einstige Konstante verbannte, so weit, dass selbst der Herr der Hölle den Dämonen nicht finden kann – wie sollte es dann einer einfachen Sterblichen gelingen?



Sobald Fauna, eine nordische Nymphe im Boho-Style, der überforderten, sich dem Wahnsinn nähernden Schriftstellerin in ihrer Wohnung auflauert und ihr nicht mehr von der Seite weicht, gewinnt die Story signifikant an Spannung, Ereignissen, Informationen und Humor. Die sich zwischen den Frauen entwickelnde Dynamik ist pure Unterhaltung – Fauna liebt Süßes, ist so harsch wie liebreizend und stößt ihre neue Freundin immer wieder auf deren begrenztes Denken. Bis Marlow Logik, alles, was ihr eingetrichtert wurde, und die Selbstzweifel loslässt, muss einiges geschehen – und sie es mit eigenen Augen sehen …

Je mehr Sagengestalten ihr begegnen, je mehr sie das tatsächliche Ausmaß des Möglichen, die Facetten des Universums und Seins begreift; je deutlicher Marlow ihr eigener Zyklus und Calibans Liebe, die Bedeutung von „verherrenden Gefallen" und „Krieg der Welten" bewusst wird, umso bereitwilliger schlägt sie sich mit ihren neuen FreundInnen durch Pantheons und Zeiten, stellt sich Göttlichkeiten in den Weg und riskiert alles. Um ihren Schatten zurückzubekommen.

Mit Azrames hat das unterschiedliche Frauenpower-Duo einen wahren Assassinen im Rücken – das Verhältnis zwischen dem Krieger und der Nymphe prickelt, nimmt Kontur an, offenbart eine weitere unerwartet romantische Tragik. Denn auch die Vergangenheit von Marlow und ihrer ‚Halluzination‘ weist Herzschmerzpotenzial auf.

Insgesamt waren die Figuren sehr anschaulich, teils kreativ, soweit möglich authentisch, wenn auch nicht durchgängig vertrauenswürdig, gezeichnet. Viele Entwicklungen verströmen eine gewisse Skurrilität und Witz, jedoch kommen auch Spannung und Worldbuilding nicht zu kurz. Informationen über Gegebenheiten, Hierarchien und die einzelnen (oft unbekannteren) „Mythen" sind so im Verlauf verstreut, dass sich nach und nach ein ausreichendes Bild ergibt.



Piper CJs Ton wirkte einerseits flapsig-modern, andererseits lebendig, wenn der Stil selbst öfter nach „Hauptsache verschachtelt" und „weg vom Eigentlichen" schreit. Ein wenig mehr Fokus hätte der Handlung definitiv die fehlende Griffigkeit und den nötigen Ernst verliehen. Nichtsdestotrotz war es ein spaßiger Ritt, herauszufinden, zu was Marlow fähig ist, wo sich Caliban aufhält und was Silas, der Engel der „oberen Seite“, von der Hellsichtigen – außer einer Bindung – will. Ganz toll fand ich die Abwechslung, die der Roman bereithält; die raschen Stimmungs-, Szenen- und Settingwechsel sorgen dafür, dass die ~560 nur so dahinflogen und ich nach zwei Nachmittagen leider schon am Ende war.

Übrigens: Wenn die Darstellung der Hölle Tatsachen entspricht, dann ist das mein Platz für die Ewigkeit.

Dass Piper in ihrem Roman nicht an „Wesen" aus Folklore, Mythologien und Glaubensrichtungen spart, diese miteinander verbindet und originell einbettet, Traumata durch und Kritik an Religion thematisiert, diese gar unterschwellig hinterfragt, und Escort-/Sexarbeit entstigmatisiert, macht „The Deer and the Dragon" durchaus zu einer einfallsreichen, fesselnden Story. Zusätzlich finden wir intensive Augenblicke und tiefe Gefühle, Mut, Freundschaften, casual Queerness sowie alles verändernde Geheimnisse und Schicksale – dafür überraschend wenige explizite Szenen/Spice.



Es gibt zahlreiche Fragen, deren Antwort gesucht (erbettelt) werden muss, viele Probleme und Konflikte, uralte Fehden, Pakte, Intrigen und Regeln, die niemals gebrochen werden sollten. Die Protagonistin vollzieht eine deutliche Entwicklung, wird offener – trotz Verzweiflung, Schuld und Sehnsucht. Letztlich schlich sich diese Frau, in deren Adern nordisches Blut schlummert, genauso in mein Herz wie Fauna und Azrames.

In den letzten Kapiteln bahnen sich Aufatmen und Hoffnung an, doch nur einen Wimpernschlag lang, bis alles erneut in sich zusammenfällt …

Anm: Das Vorwort hat mich ungemein berührt und sollte nicht ausgespart werden.



Lasst euch einfach drauf ein. Ich für meinen Teil kann „The Fox and the Falcon“ jetzt kaum erwarten.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Queerer Zeitreise-Young-Adult mit wichtigen Themen.

Pride und Prejudice und Pittsburgh
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Zugegeben, historische Romane gehören eher selten in meine Read-List, aber eine Zeitreise-Story, in der Selbstfindung, der Kampf um die eigene Freiheit, eine seichte Sapphic-Romanze und Opposites-Attract ...

Zugegeben, historische Romane gehören eher selten in meine Read-List, aber eine Zeitreise-Story, in der Selbstfindung, der Kampf um die eigene Freiheit, eine seichte Sapphic-Romanze und Opposites-Attract eine gewichtige Rolle spielen? Nun, her damit!



2023
Seit Audrey Cameron von ihrer ersten Liebe verlassen wurde, ihr Traum, an einer renommierten Kunstakademie zu studieren, in der Schwebe hängt und auch ihre Inspiration – vielleicht sogar ihre Leidenschaft – abhanden kam, läuft das Leben der Schülerin auf Autopilot. Neben dem Unterricht, Hund Cooper und der Arbeit in dem kleinen Laden ihrer Eltern bleibt für Audrey nichts. Außer Leere. Monotonie. Resignation. Dabei war ihr Pittsburgh immer zu klein, zu eng; dabei wollte sie immer mehr.

1812
Nur noch ein paar Monate bleiben Lucy Sinclair, bis sie in die Ehe gedrängt, bis ihr Wohlergehen von einem weiteren Mann abhängig sein wird. Jede Minute, die der Graf dem Anwesen Radcliffe fern ist, kommt der 18-Jährigen wie ein Hauch Freiheit, ein Stück Himmel vor. Raum, um mit Martha zu scherzen, um mit Grace zu tratschen.
Denn für ihren Vater war sie nie mehr als eine Investition, die es zu formen und gewinnbringend zu verkaufen galt.

Mr. Montgomery ist es, der das Unmögliche möglich macht und diese unterschiedlichen Lebensstränge verknüpft. Der Audrey aus ihrer Sicherheit, ihrer Blase reißt und Lucy zeigt, dass alles möglich sein könnte … Denn Glück, Erfahrungen, Inspiration und Träume finden wir nicht drinnen, nicht im Immergleich, sondern draußen, anderswo, genau wie die Liebe …

„Pride und Prejudice und Pittsburgh" ist ein Young-Adult-Roman, der passend zur Zielgruppe einfach und verständlich geschrieben wurde. Dennoch verleiht Lippincott den jeweiligen Perspektiven eine eigene Note und damit Authentizität.
Sind Audreys Kapitel eher umgangssprachlich und salopp gehalten, übertünchen Selbstbewusstsein und Sarkasmus doch nicht die Angst, für immer festzustecken, die Wut darüber, planlos im frühen 19. Jahrhundert herumstolpern, sich in Korsetts pressen, knicksen zu müssen.
Lucy – ernster, formeller – hat gelernt, Gefühlsregungen und Sehnsüchte unter Verschluss zu halten, stoisch zu nicken, sich zu fügen. Dass eine wilde Fremde binnen weniger Wochen ihre sorgsam errichtete Mauer niederreißt, sie hoffen lässt, kann die vorbildliche Lady, kurz vor ihrer Hochzeit, kurz bevor sie von einem ins andere Gefängnis geschoben wird, gar nicht gebrauchen – und hat doch nie mehr gebraucht.
Während Lucy Audrey darauf vorbereitet, sich in die gehobene Gesellschaft einzufügen, sich zu verlieben – denn was sonst sollte ihre Aufgabe hier sein, hier 200 Jahre in der Vergangenheit? –, lockt Audrey Lucy aus der Reserve, weckt in ihr befristete Verwegenheit. Und Funken. Jene Funken, nach denen beide so unbedingt lechzen, Funken, die ein Feuer werden könnten – wären da nur nicht die strengen Konventionen der Regency-Zeit, der nahende Skandal und der Umstand, dass Miss Cameron nicht hierhergehört.

∞„Vielleicht ging es ja gar nicht darum, die wahre Liebe zu finden, sondern bloß darum, mir klarzumachen, (...) Dass ich nach einem gebrochenen Herzen wieder lieben kann.“

Die Autorin macht es den LeserInnen leicht, sich in die Figuren, ihre Situationen und Gedanken hineinzuversetzen, ihre Unsicherheiten und Ängste, das Ausbrechen zarter Schmetterlinge, heimliche Sehnsüchte und unbekannte Empfindungen zu sehen.
Nahbar, nicht frei von Missverständnissen, von kurz mutig sein und Zögern verlief die sachte romantische Entwicklung. Gerade Lucys Inneres, hin und her gerissen zwischen Ausweglosigkeit und manierlichem Verhalten, dem Wunsch, auszubrechen, zu rebellieren, frei zu sein, endlich zu fühlen – in Audreys Welt, einer, die Gleichberechtigung und Selbstbestimmung predigt, zu existieren –, war berührend.
Sowohl der abwechslungsreiche Verlauf als auch das Setting, die Bälle und die Versuche, die Zeitreisende für das andere Geschlecht interessant zu machen – was definitiv funktionierte! – kamen lebendig, manchesmal mit Witz untermalt, zur Geltung. Ein weiterer Pluspunkt sind die Nebenfiguren: James, Mr. Shepherd und Alexander – Junggesellen, die mir gerne den Hof machen dürften – über Mr. Sinclair und Mr. Caldwell, Männer, deren Einstellung die Jahrhunderte leider überdauerte und nicht mehr als Abscheu erzeugt.

Obgleich es viele melancholische, wehmütige Szenen gab – vor allem mit Blick auf die strengen Regeln des frühen 19. Jahrhunderts, die Stimmlosigkeit der Frau –, seicht knisternde Wohlfühl-Momente, hält dieses Buch Romantik, Charme, Humor und Tiefe, Stoff zum Nachdenken, bereit. Themen, die für die Zielgruppe ebenso relevant sind wie für ältere Lesende. Eine Erinnerung daran, dass sich die Zeiten verändert haben. Wir heute zwar ohne Ballkleider, pompöse Festivitäten und schicke Anwesen leben, dafür mit Rechten, Privilegien, Unabhängigkeit – und Technik. Rachel Lippincott schreibt von TeenagerInnen-Strugglen, dem ersten Herzschmerz, Zukunftsorgen und Perspektivlosigkeit, von der Angst, außerhalb der Komfortzone (wieder) verletzt zu werden, zu scheitern. Von den Risiken, die Veränderungen und Wagnisse, Laut werden mit sich bringen – und von den vielen Möglichkeiten. Die draußen warten.
Selbstfindung und ‑bestimmung, Coming-out, Neuanfänge, sich endlich trauen werden mitsamt zahlreichen Erkenntnissen, charakterlichen Entwicklungen und überraschenden Wendungen großgeschrieben. Und das alles ummantelt von Bridgerton-Flair.

»Manchmal kümmert sich Liebe – echte Liebe – einfach nicht darum, was anständig ist oder was die Leute denken. Sie findet einen, wenn man sie am wenigsten erwartet (...)«


Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und kann es von Herzen all jenen empfehlen, die eine kurze Auszeit vom Alltag brauchen, sich in der Regency-Epoche verlieren wollen, nach Hoffnung und einem Funken Magie suchen.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Kurzweilig, unterhaltsam und trotz kleiner Schwächen eine mitreißende Geschichte.

Supernatural Academy: Year One (Supernatural Academy 1)
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In der Nacht zu ihrem 22. Geburtstag entwickelt sich das Leben von Maddison James in eine gänzlich neue Richtung, die die junge Frau trotz ihres Unglaubens begrüßt. Denn bisher hat es das Schicksal nicht ...

In der Nacht zu ihrem 22. Geburtstag entwickelt sich das Leben von Maddison James in eine gänzlich neue Richtung, die die junge Frau trotz ihres Unglaubens begrüßt. Denn bisher hat es das Schicksal nicht gut mit ihr gemeint. Da sie der Tatsache, dass Magie und Fantasywesen existieren, sie sogar selbst ein Teil des Übernatürlichen sein soll, offen gegenübersteht, kann sich Maddi schneller als gedacht in die „Supernatural Academy“ und deren Annehmlichkeiten einleben – genügend Essen, ein weiches Bett und finanzielle Unterstützung sind mehr, als sich die Neue je zu hoffen wagte. Und dann wären da noch Ilia und Larissa, die Maddison in ihre Mitte nehmen und zu einer schmerzlich vermissten Art von Familie werden.

Nun gilt es, herauszufinden, zu welcher Wesenheit Maddi gehört und was für – mächtige – Kräfte in ihr verborgen liegen … Dieses Unterfangen gestaltet sich nur leider schwieriger als gedacht, zusätzlich warten selbst auf einer Schule für Magische und Sagengestalten die typischen Dramen, Cliquen, Unterrichtsstunden und … nunja, atemberaubende Schönlinge …

Jaymin Eve führt uns in einem lockeren, authentischen und amüsanten Ton durch ihre urbane Fantasy-Story, sodass die Seiten nur so dahinflogen. Es war leicht, sich in die hier erschaffene Welt und die Protagonistin, die ihr Glück, endlich ein Zuhause zu haben, irgendwo dazuzugehören, kaum fassen kann, hineinzuversetzen. Zwar birgt dieser erste Band nicht viel Anspruchsvolles, dafür wurden die Gegebenheiten zu einfach und eher hintergründig behandelt, viele Szenen – hauptsächlich actionreiche, entscheidende – zu knapp und oberflächlich, dennoch bietet die Handlung allerhand Kreatives, Interessantes, Geheimnisse und Fragen. Neben dem Academy-Setting und den Tropes Found Family, Hidden Power und Slow Burn war zusätzlich auch der Mythos um Atlantis eingeflochten.

Maddison schafft es mehrfach zu überraschen – wir haben hier kein naives Mädchen, das von falscher Überlegenheit und Stolz dazu gedrängt wird, sich Anweisungen zu widersetzen und Hilfe abzulehnen. Die Neue ist schlagfertig (wortwörtlich), aufmerksam, des selbstständigen Denkens und Entscheidens mächtig und in der Lage, für sich einzustehen. Wir erfahren einiges aus ihrer Vergangenheit, das nicht nur Mitgefühl auslöst, sondern auch ihr selbstbewusstes, vorsichtiges Auftreten nachvollziehbar macht.
Welche gewaltige Kraft in Maddie schlummert, von welcher Linie sie abstammt und wer ihre Fähigkeiten gebunden hat, bleibt in diesem Auftakt zwar großteils noch verborgen, aber es war wirklich total schön, ihr Ankommen, ihre Neugier und ihre Entwicklung zu verfolgen.

Hier und da hält der Verlauf Ansätze von Tempo und Spannung bereit, gibt uns eine Ahnung über das Können des einen oder anderen Schülers, leider vergehen diese Sequenzen – im Gegensatz zu zwischenmenschlichem Trara, romantischen und freundschaftlichen Empfindungen/Beziehungen – unspektakulär und rasant. In diesem Punkt fehlte es mir an einer detailreichen Ausarbeitung und passenderer Inszenierung, wenn Intrigen, Bedrohungen sowie Angriffe selbst auch unerwartet kamen.

Dafür hat Eve ihre amüsante Story mit allerhand individuellen Figuren gespickt, die oft mehr als nur Randerscheinungen oder bloße Statisten waren. Die Atlantischen Fünf – bestehend aus Calen, Jesse, Rone, Axl und Asher – bspw. warten jeder für sich mit unterschiedlichen Eigenschaften auf und sind, wie auch Ilia und Larissa, ein fester Bestandteil des Geschehens. Die Hintergründe und Veränderungen des/der Einzelnen, die sich festigende Dynamik der Gruppe(n) und das Kennenlernen selbst brachten Spaß und Abwechslung mit sich. Ebenfalls positiv empfand ich die sachte Intensivierung der Beziehung zwischen Asher und Maddi und das überschaubare, zu keiner Zeit dominierende Maß an Spice.

„Year One“ umfasst ein Jahr, in dem wir einen ausreichenden Überblick über die schulischen Aktivitäten und Gegebenheiten bekommen, Charaktere treffen, die LeserIn ins Herz schließen muss, und zum Miträtseln und Seufzen animiert werden.
Band eins endet kurz vor Maddison James' 23. Geburtstag – mit einer neuen Herausforderung, einem weiteren Schritt gen Wahrheit. Einer neuen Haarfarbe.

Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung und hoffe, dort mehr über die komplette Welt der Magischen und Mythen zu erfahren.

Fazit: Kurzweilig, unterhaltsam und trotz kleiner Schwächen eine mitreißende Geschichte.

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Romance, die zum träumen und schmunzeln verführt.

Taste of Royalty - Ein Prinz zum Verlieben
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Was, wenn aus einem lukrativen Jobangebot plötzlich mehr wird?

„Taste of Royalty - Ein Prinz zum Verlieben“ ist eine locker-leichte Romance, die von einer Liebe erzählt, die mit Täuschungen begonnen und ...

Was, wenn aus einem lukrativen Jobangebot plötzlich mehr wird?

„Taste of Royalty - Ein Prinz zum Verlieben“ ist eine locker-leichte Romance, die von einer Liebe erzählt, die mit Täuschungen begonnen und doch das Potenzial hat, sich zu etwas Echtem zu entwickeln. Aber Lügen und Missverständnisse drohen, alles zu zerstören, was plötzlich so gut klang, sich so perfekt anfühlte. Denn nicht nur Geheimnisse und ungesagte Worte stehen zwischen dem Prinzen und seiner neuen Assistentin, auch Aneas Vorgesetzten – in seinem Stolz verletzt – missfällt diese innige Entwicklung und er holt zu einem Vergeltungsschlag aus.

Lilly Autumn trifft wie üblich den Ton, schreibt modern, vorstellbar und manchmal amüsant, sodass sich die Geschichte schnell lesen lässt. Während die Handlung ausgewogen zwischen Vorhersehbarkeit und Überraschungen pendelt, abwechselnd von ernsten Augenblicken zu unterhaltsamen Begebenheiten schwankt, lernen sich Anea und Hendrik näher kennen. Beide Protagonisten wurden mit Hintergrund gezeichnet, was Gedanken und Reaktionen samt ihren Unsicherheiten authentisch und echt wirken lässt.
Anea, die endlich eine Chance bekommt, sich in ihrer Tätigkeit als Reporterin zu beweisen, trat von Anfang an wie eine Frau auf, die weiß, was sie kann und will. Dennoch fühlt sie sich aufgrund ihrer Herkunft in Schloss Helsingborg und im Angesicht der charismatischen, verspielten Avancen des Royals gehemmt. Aber für ihre Beförderung und die Aussicht darauf, ihrer Familie bald mehr Unterstützung zusichern zu können, hält sie sich aufrecht, ergreift die Initiative und setzt wie jeher Prioritäten, sobald es um die geht, die sie liebt. Auch der augenscheinliche Skandalprinz – Schrägstrich Frauenheld – entpuppt sich rasch als sozial engagiert, aufmerksam und intelligent. Was hinter seinem Verhalten steckt, das ihm jetzt sogar seinen Titel kosten könnte, regt zu Spekulationen an. Denn seine öffentlichen, provokanten Fauxpas basieren ebenso auf Kalkül wie das Angebot, welches er seiner schönen Assistentin nach einer verhängnisvollen – oder schicksalhaften – Nacht unterbreitet…

Abgesehen von diesen beiden spickt Lilly ihre royale Romance mit Figuren, die der Storyline zuträglich sind, neue Sichtweisen bringen oder aber auch deutliche Antipathie auslösen. Da wäre Margrit de Witt-Anderson, die Königinmutter – gewitzt, pflichtbewusst und zugleich liebevoll. Astrid – Aneas jüngere, nicht auf den Mund gefallene Schwester – und Magnus. Sein herablassendes, selbst überschätzendes Verhalten wirkt sich merklich auf seine (mangelnde) Objektivität und Führungsqualität aus und entspringt leider keiner Fiktion.
Während Charaktere, Setting und Verlauf gut zur Geltung gebracht wurden, konnte ich die aufwallenden, ernsteren Gefühle zwischen Hendrik und Anea nicht vollends spüren, was an der knapp bemessenen Zeitspanne liegt, in der die Handlung spielt. Dennoch hat „Taste of Royalty“ Spaß gemacht, hält Raum für Konflikte und Wendungen, Familie, Romantik und explizite Szenen bereit.

Zuletzt möchte ich die unterschiedlich starken Erwähnungen einzelner wichtiger Themen hervorheben:
Da wären Hendriks Gefühle, die von den Außen geschürten Selbstzweifeln und Minderwertigkeitskomplexen sprechen; Aneas Mutter, die ihre negativen Erfahrungen und die daraus resultierenden Ängste auf ihre Tochter projiziert; die Königin, die sich seit Jahren für etwas geißelt, dass sich ihrer Kontrolle entzog, und natürlich die Presse, die lebendige Wesen bewusst verzerrt darstellt und die Privatsphäre missachtet – alles für die Quote. Auch der Rich-x-Poor-Trope, damit verbundene Empfindungen und vermeintliche Vorurteile wurden authentisch eingebunden, wie auch patricharische Ansichten und Verhaltensweisen im Arbeitsleben.

Friendly-Reminder: Wir kennen die Menschen, die in Schlagzeilen auftauchen, nicht und haben kein Recht, über diese zu urteilen! Nicht alles, was schwarz auf weiß festgehalten wurde, entspricht der Wahrheit.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Ein Buch, für Schulen.

Als die Tage Lügen weinten
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„Als die Tage Lügen weinten“ ist der neue Coming-of-Age-Roman von Marie Döling, in dem die Autorin, wie bereits in „Kein Ort dieser Welt“, wichtige, alltägliche Themen behandelt, Aufmerksamkeit für (die ...

„Als die Tage Lügen weinten“ ist der neue Coming-of-Age-Roman von Marie Döling, in dem die Autorin, wie bereits in „Kein Ort dieser Welt“, wichtige, alltägliche Themen behandelt, Aufmerksamkeit für (die verschiedenen Arten von) Missbauch generiert und Opfern eine Stimme gibt. Doch auch der Menschlichkeit – denn TäterInnen dort zu sehen, wo sonst FreundInnen, KlassenkameradInnen, PartnerInnen, Familienmitglieder (…) standen, ist schwer.
»V
rgewltiger«. Dieses eine Wort lässt Biancas Welt, ihre rosa Blase, ihr perfektes Image in Flammen aufgehen.
V
rgewltiger. In signalroten Buchstaben leuchtet Bee und der gesamten Schule diese Anschuldigung vom Auto ihres Kindheitsfreundes, ihrer ersten Liebe entgegen. Lüge? Scherz? Oder der Schrei eines Opfers?
Nach diesem Tag ist nichts mehr wie zuvor. Leise Zweifeln keimen in Bianca, in Bahar. Vielleicht auch in Jace.
Dass Bee den Zorn der vermeintlichen Klägerin zu spüren bekommt, bestärkt ihr dringendes Bedürfnis, Antworten – das Opfer – zu finden, zu beweisen, dass Remy, ihr Remy, unschuldig ist … Doch die Botschaft gedeiht, raubt das Gefühl von Gewissheit, Vertrauen, Geborgenheit, schafft Distanz. Wo, wo nur leckt die Wahrheit?

Erneut ist es Dölings poetischer, eindringlicher Stil, der diese Geschichte zu etwas Besonderem macht, zu einer, deren Nachhall noch lange zu spüren, deren Echtheit unumstritten ist. Denn Mis
brauch und Gew+lt zeigen sich auf so viele, viele Arten. Und keine davon, nicht eine, ist ein „kleines Delikt“, ist entschuldbar.
In „Als die Tage Lügen weinten“ lernen wir einige Figuren kennen, werden Teil von dem, was ihnen passierte, was sie empfinden. Scham und Schuld. Keine Seltenheit. Angst davor, nicht ernst genommen, nicht gesehen zu werden. Nicht glaubhaft zu sein. Lassen wir die sensiblen Inhalte und die in der Handlung aufwallende Realität, die schreiende Tragik samt der geflüsterten Wahrheiten außen vor, bleiben echte Freundschaften, enge Familienbande, Menschen, die nicht frei von Fehlern sind, Stärke und Mut. Rührender, hoffnungsgebender Zusammenhalt dort, wo Herzen brechen, Seelen splittern; wo Zuversicht und Glaube auseinanderfallen. Ein Grundton, durchzogen von Melancholie und Unsicherheit. Neben berührenden Worten und malerischen Ausschmückungen finden sich bedrückende Momente und pure Emotionen, eine Fülle davon.

Obgleich ich ein Fan der Intentionen dieser Story und eine Befürworterin davon bin, dass Unbequemes angesprochen wird, muss ich sagen, dass mir die Protagonistin des Öfteren als unpassend „Ich“-bezogen auffiel. Auch fehlte es dem Verlauf an einem Mehr – es wird viel gedacht und gefühlt, wenig gesagt, noch weniger getan. Weder wiegen die Geheimnisse, die schockierenden, ungeahnten Entwicklungen noch der adrenalingeladene Twist den Stillstand, die Ereignislosigkeit – gar Monotonie – auf.
Und dennoch sind „Kein Ort dieser Welt“ und „Als die Tage Lügen weinten“ reale Jugendbücher, ernste, wichtige Romane, die nah an der Zielgruppe verteilt, empfohlen werden sollten. Denn überall gibt es Fionas, Biancas, Anas, Bahars, Caminas (…)

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